Eve Ensler

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Eve Ensler im März 2011

Eve Ensler (* 25. Mai 1953 in New York City, New York) ist eine US-amerikanische Dramatikerin, Schriftstellerin, Künstlerin und feministische Aktivistin, die durch das Theaterstück Vagina-Monologe einem breiteren Publikum bekannt wurde. 1998 gründete sie den V-Day, einen internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und initiierte 2012 den weltweiten Kampagnentag One Billion Rising.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eve Ensler wuchs in Scarsdale, New York auf. Ihr Vater war Dienstbote in einem Haushalt der Manhattaner Oberschicht. Als fünfjähriges Mädchen, bis sie mit 16 Jahren ihr Elternhaus verließ, wurde sie von ihm sexuell missbraucht und misshandelt. [1][2] Als Folge des Missbrauchs litt Ensler viele Jahre an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, die sich erst besserte, als sie im Alter von 23 begann Theaterstücke zu schreiben.[3] Ihr Engagement für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen kann als Resultat dieser Erfahrungen gesehen werden.[4]

Eve Ensler studierte Poesie und Drama am Middlebury College in Vermont, sie schloss das Studium 1975 ab. Drei Jahre später heiratete sie den Schauspieler Richard McDermott und wurde Adoptivmutter seines damals 15-jährigen Sohnes Dylan McDermott. Die Ehe endete 1988.[5]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 begann sie an den Vagina-Monologen zu arbeiten. Zunächst im Cornelia Street Café in Greenwich Village aufgeführt, wurden sie schließlich in 48 Sprachen übersetzt und in über 140 Ländern auf der ganzen Welt uraufgeführt, unter anderem mit darstellerischer Beteiligung durch Jane Fonda, Whoopi Goldberg, Glenn Close, Susan Sarandon, Cyndi Lauper und Oprah Winfrey. Das Stück wurde mit dem Obie Award ausgezeichnet sowie dem Elliot Award for Outstanding Solo Performance und dem Jury Award für Theater innerhalb des U.S. Comedy Arts Festival.[6] 1998 wurde Vagina-Monlogues als Buch veröffentlicht mit einer Einführung und Laudation auf Eve Ensler von Gloria Steinem.[1]

Die Vagina-Monologe inspirierten Ensler 1998 den V-Day (victory over violence) zu begründen. Er findet jeweils am 14. Februar, dem Valentinstag, statt als eine globale Kampagne, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen bewusst machen soll. V-Day-Aktivitäten schließen Kampagnen gegen Weibliche Genitalverstümmlung, Vergewaltigung und sexuelle Belästigung ein. Diesem Anliegen hat Ensler ihr Leben gewidmet.[7]

Enslers Drama Necessary Targets. A Story of Women and War, erstmals 1996 produziert, und 2001 als Buch veröffentlicht, zeichnet die Geschichte von zwei US-amerikanischen Frauen nach, die bosnische Frauen, Überlebende von Vergewaltigungen, in einem Flüchtlingslager treffen. Es wurde mit Glenn Close und Marisa Tomei in den Hauptrollen in Sarajewo aufgeführt.[4] Meryl Streep und Anjelica Huston lasen das Stück 2002 in New York; Vanessa Redgrave in London.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke

  • The Vagina Monologues, Villard 1998.
    • Die Vagina-Monologe, Edition Nautilus, erste Auflage 2000.
  • Necessary Targets, Villard 2001.
  • The Good Body, William Heinemann, 2004.

Andere

  • Vagina Warriors (mit Joyce Tenneson, Fotos), Little, Brown & Company, 2005.
  • Insecure at Last: A Political Memoir, 2007.
  • I Am an Emotional Creature: The Secret Life of Girls Around the World, 2011.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Vagina Monologues, Filmadaption des Theaterstücks mit Eve Ensler in der Hauptrolle, Regie: Joe Mantello, 2002
  • Until The Violence Stops, Dokumentation, Regie: Abby Epstein, 2003
  • What I want my Words to do to you, Dokumentation, Regie: Madeleine Gavin, Gary Sunshine, Judith Katz, 2004

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997 Berilla-Kerr Award für Theater
  • 1997 Obie Award für Vagina Monlogues
  • 2003 Freedom of Expression Award, Sundance Filmfestival, für What I want my Words to do to you
  • 2011 Tony Award (Isabelle Stevenson Award)

Akademische Förderung und Auszeichnung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabrielle H. Cody (Hrsg.): Eve Ensler, in: The Columbia encyclopedia of modern drama: A-L, Columbia University Press, 2007, ISBN 978-0-231-14032-4, S. 419f.
  • Mary Ellen Snodgrass: Eve Ensler, in: Encyclopedia of Feminist Literature, Greenwood Publishing Group, 2004, ISBN 978-0-313-32731-5, S. 174f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eve Ensler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mary Ellen Snodgrass: Eve Ensler, in: Encyclopedia of Feminist Literature, Greenwood 2004, ISBN 978-0-313-32731-5, S. 174f.
  2. Naomi Pfefferman: Navel Gazing with Eve Ensler (englisch) JewishJournal.com. 8. Dezember 2005. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  3. Sanja Bahun-Radunović, V. G. Julie Rajan (Hrsg.): Violence and Gender in the Globalized World, Ashgate Publishing, 2008, ISBN 978-0-7546-7364-4, S.206f.
  4. a b Gabrielle H. Cody (Hrsg.): Eve Ensler, in: The Columbia encyclopedia of modern drama: A-L, Columbia University Press, 2007, ISBN 978-0-231-14032-4, S. 419f.
  5. Sian Harris: Ensler, Eve, in: Encyclopedia of Women in Today's World, Volume 1, Sage Publications, 2011, ISBN 978-1412976855, S. 480
  6. Anita Gates: THEATER REVIEW: A Body Part Returns As the Leading Lady (englisch) NYTimes.com. 4. Oktober 1999. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  7. Eve Ensler (english) jwa.org (Jewish Women's Archive). Abgerufen am 20. Februar 2013.