Evelyne Gebhardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Evelyne Gebhardt (2009)

Evelyne Gebhardt (* 19. Januar 1954 in Montreuil) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und seit 1994 Mitglied des Europaparlaments.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evelyne Gebhardt wurde in Montreuil bei Paris geboren. Ihr Abitur legte sie 1972 am Lycée Lamartine in Paris ab. Anschließend studierte sie an der Universität Sorbonne Nouvelle in Paris, der Universität Tübingen und der Universität Stuttgart Sprachwissenschaften mit den Nebenfächern Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. In Paris machte sie den Abschluss Licence ès Lettres. Seit 1977 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin. Zudem hält sie Vorträge im In- und Ausland zu den Themen Gleichstellung, Bürgerrechte und Bio- und Gentechnologie. Für die Friedrich-Ebert-Stiftung machte sie Experteneinsätze in Südamerika und Afrika.

Sofern sie nicht in Straßburg oder Brüssel ist, wohnt sie in Mulfingen im Hohenlohekreis. Sie unterhält ein Wahlkreisbüro in Künzelsau.

Evelyne Gebhardt ist verheiratet.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebhardt zog 1975 nach Deutschland und trat im selben Jahr in die SPD ein. Sie übernahm verschiedene Funktionen auf Ortsvereins- und Kreisebene.Von 1989 bis 2001 war sie Mitglied des SPD-Landesvorstands von Baden-Württemberg. Seit 1985 ist sie im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), zunächst als Beisitzerin, seit 1992 als stellvertretende ASF-Bundesvorsitzende.

Seit 1994 ist sie Mitglied im Europaparlament. Für die Europawahl 2004 wurde sie vom Parteivorstand als Spitzenkandidat für Baden-Württemberg favorisiert. Bei der Listenaufstellung der SPD trat überraschend Ulrich Maurer als Gegenkandidat an, der in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen der SPD-Führung um Gerhard Schröder kritisch gegenüberstand und später in die WASG wechselte. Gebhardt setzte sich in einer Abstimmung um Platz 1 gegen den ehemaligen SPD-Landesvorsitzenden mit 72,9 Prozent zu 27,1 Prozent durch. Über den sicheren Listenplatz 12 auf der Bundesliste wurde Gebhardt für die Sozialdemokraten wieder ins Europäische Parlament gewählt. 2009 trat sie für die Bundesliste der SPD auf Platz 2 an und wurde somit wieder in das Europaparlament gewählt. Im Januar 2017 wurde sie Vizepräsidentin des Europaparlaments.[1]

Ihre Schwerpunktthemen sind Bioethik, Verbraucherschutz und Bürgerrechte. Sie ist Koordinatorin der sozialdemokratischen Fraktion im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Gebhardt war wesentlich an der sogenannten Bolkestein-Richtlinie beteiligt

Gebhardt ist Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und in der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China. Als Stellvertreterin ist sie tätig im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, im Sonderausschuss gegen organisiertes Verbrechen, Korruption und Geldwäsche sowie in der Delegation für die Beziehungen zu den Ländern Südasiens.[2] Sie ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament. Seit 2013 ist sie Landesvorsitzende der Europa-Union in Baden-Württemberg.[3]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evelyne Gebhardt war Teil eines im Jahre 2010 in der Sendung Explosiv – Das Magazin ausgestrahlten Beitrages über unrechtmäßigen Erhalt von Tagesgeld im EU-Parlament.[4]

Sonstige Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist seit 1990 Mitglied im Marie-Schlei-Verein, seit 1997 Mitglied der Akademie für Ethik in der Medizin, seit 1990 Kuratoriumsmitglied der LAG Jugendkunstschulen und seit 2000 Mitglied im Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 erhielt Evelyne Gebhardt das Bundesverdienstkreuz am Bande.

2017 erhielt sie das Große Bundesverdienstkreuz.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ina Hochreuther: Frauen im Parlament. Südwestdeutsche Parlamentarierinnen von 1919 bis heute. Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart 2002, ISBN 3-923476-15-9, S. 338 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evelyne Gebhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evelyne Gebhardt zur EP-Vizepräsidentin gewählt. Südwestrundfunk, 18. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017.
  2. Website des Europäischen Parlaments
  3. Landesvorstand. Landesverband Baden-Württemberg der Europa-Union Deutschland e. V., abgerufen am 6. Juli 2016.
  4. LokalFernsehen: Grüne Peinlichkeit EU Abgeordnete beim absahnen in Brüssel. Thema Europawahl. 18. Mai 2014, abgerufen am 18. September 2017.
  5. Bundesverdienstkreuz für Evelyn Gebhardt. In: schwaebische.de. 15. März 2017, abgerufen am 29. November 2018.