Everhard von Groote

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Everhard von Groote

Everhard von Groote (auch Eberhard oder Ebbo, voller Name: Everhardus Antonius Rudolphus Hermannus Josephus Melchior Edler und Ritter von Groote) (* 19. März 1789 in Köln; † 15. April 1864 in Köln) war ein Germanist, Schriftsteller und Politiker in der Zeit der Romantik.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Everhard stammte aus einer Kölner Bürgermeisterfamilie. Sein Vater war der kaiserliche Oberpostmeister Erhard Anton Hermann Melchior von Groote. Nach seiner Schulzeit bei Ferdinand Franz Wallraf am Marzellengymnasium studierte er in Heidelberg, wo er sich dem Corps Rhenania anschloss, Rechtswissenschaft und Geschichte. Auf sein Betreiben hin erhielt er in Paris 1815, am Ende der Befreiungskriege, an denen er als Adjutant des Kronprinzen von Preußen teilgenommen hatte, von Blücher den Auftrag, die zahlreichen von den Franzosen im Kanton Köln und im übrigen besetzten Rheinland geraubten Kunstschätze (darunter „Die Kreuzigung Petri“ von Rubens) aufzuspüren und zurückzuschaffen. Dabei half ihm sein Freund und Kollege Werner von Haxthausen.

Nach seiner Rückkehr war er 1816–1827 als Assessor bei der Bezirksregierung in Köln angestellt, wechselte dann aber in die Verwaltung der Kölner Armenverwaltung, der er 1831–1851 als Präsident vorstand. Von 1826 bis 1851 war er politisch als Abgeordneter tätig (im preußischen Provinziallandtag der Rheinprovinz, 1843 als Landtagsvizemarschall, in der Provinzialständeversammlung und im Kölner Stadtrat).

Groote war 1842–1855 Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Kölner Dombauvereins und 1839–1849 Präsident des Kölnischen Kunstvereins. 1834 wurde er Ehrendoktor der Universität Bonn.

Groote gab 1816 gemeinsam mit Friedrich Wilhelm Carové ein Jahrbuch für Freunde altdeutscher Zeit und Kunst heraus und veranstaltete Ausgaben (zum Teil die ersten) altdeutscher Dichter und Schriftsteller. 1834 veröffentlichte er eine Ausgabe der Reimchronik der Stadt Köln, die lange Zeit für die Forschung maßgeblich war.

Everhard von Groote starb am 15. April 1864 und wurde in Köln auf dem Melaten-Friedhof (Lit. C) begraben.[1]

Wohnsitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Groote besaß in Köln ein Stadtpalais an Unter Sachsenhausen Nr. 37 und in der damaligen Bürgermeisterei Hürth die Burg Kendenich. Die Burg brachte seine Schwester in die Ehe mit Philip von Kempis ein. Everhard kaufte 1834 die 1802 von den Franzosen säkularisierte benachbarte ehemals dem Deutschen Orden gehörende Burg Hermülheim. Sie blieb bis 1955 in Familienbesitz.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Abt, Johann Ralf Beines, Celia Körber-Leupold: Melaten – Kölner Gräber und Geschichte. Greven, Köln 1997, ISBN 3-7743-0305-3, S.83f.
  2. Clemens Klug: Hürth – wie es war, wie es wurde, Steimel Verlag, Köln o.J. (1962), S. 65

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Heyfelder: "Goethe und Everhard von Groote als Philosoph". Kant-Studien Bd. 20, 1915Bei De Gruyter 1. Seite online
  • Adolf Giesen: Eberhard von Groote. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik am Rhein. Gladbach-Rheydt 1929
  • Bernd Dreher, in: Köln: Das Reiterdenkmal für König Friedrich Wilhelm III. von Preußen auf dem Heumarkt. Köln 2004, S. 439–440 (mit weiterer Literatur) ISBN 3-7616-1796-8
  • Leonhard Ennen: Groote, Eberhard von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 728–730.
  • Personenstandsarchiv PStA Brühl Bestand KB St. Kolumba

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]