Everybody Wants Some!!

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Filmdaten
Deutscher TitelEverybody Wants Some!!
OriginaltitelEverybody Wants Some!!
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2016
Länge116 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieRichard Linklater
DrehbuchRichard Linklater
ProduktionRichard Linklater,
Megan Ellison,
Ginger Sledge
KameraShane F. Kelly
SchnittSandra Adair
Besetzung

Everybody Wants Some!! ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Richard Linklater aus dem Jahr 2016.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine texanische Universität im Jahre 1980: Jake kommt neu von der Highschool ins Baseball-Team der Universität, wo er als Pitcher spielen soll. Er teilt sich mit den weiteren Mitgliedern der Mannschaft ein Haus, in dem Alkohol und Frauen offiziell von ihrem Trainer verboten wurden – doch niemand hält sich wirklich an die Regel. Schon am ersten Tage versuchen die Jungs auf dem Parkplatz des Kampus erfolglos, zwei Mädchen aufzugabeln. Das eine Mädchen, die Schauspielstudentin Beverly, findet den zunächst etwas schüchternen Jake allerdings süß, woraufhin sie ihm ihre Appartement-Nummer in die Hand drückt. Am Abend veranstalten sie in ihrem Haus eine wilde Party, dann besuchen sie örtliche Diskothek, aus der sie aber nach einem Streit mit dem Barkeeper herausgeworfen werden. Kurzerhand wechseln die Jungs die Kleidung und gehen in eine andere Bar mit einem Western-Motto.

Am nächsten Tag ist im Haus vorübergehend Ruhe eingekehrt und Willoughby, ein philosophierender Marihuana-Konsument, weiht die anderen Jungen in seine Lebensphilosophie ein und erklärt, warum Pink Floyd besser als Van Halen ist. Am Nachmittag trifft Jake auf seinen alten Klassenkameraden Justin, der mittlerweile der Punkszene angehört. Obwohl Jake und seine anderen Mitspieler nichts mit Punk anfangen können, besuchen sie dennoch noch einmal anders verkleidet ein Punk-Konzert mit Justin. Jake hinterlässt vor Beverlys Appartement unterdessen Blumen und eine Nachricht für sie, bevor er dann mit seinen Mitspielern eine große Party im Mannschaftshaus feiert.

Beverly ruft am nächsten Morgen Jake an und erklärt, dass sie ihn gerne treffen würde. Am Nachmittag müssen Jake und seine Mitspieler ihr erstes Training absolvieren. Dabei wird Willoughby überraschend vom Trainer des Spielfeldes verwiesen und kommt nicht mehr zurück. Später kommt heraus, dass Willoughby bereits 30 Jahre alt ist und sich unter falschen Namen immer wieder an neuen Universitäten eintrug, da er sich nicht von dem entspannten Studentenleben verabschieden konnte. Jake wurde von Beverly zu „Oz“, der Party der Schauspielstudenten eingeladen, und obwohl die Baseball-Spieler nicht wirklich in eine eher künstlerische Atmosphäre passen, machen sie das Beste daraus und stürzen sich auf die Mädchen. Der besonders kreative Spieler Finnegan versucht gar Schauspielstudentinnen mit seinen angeblichen Kenntnissen der Astrologie zu gewinnen. Beverly und Jake kommen sich schließlich nahe, sie verbringen den Rest der Nacht miteinander und gehen dann in ihr Appartement.

Am nächsten Morgen beginnt der Unterricht an der Universität. Jake und sein Mitspieler Plummer haben ihre erste Vorlesung zusammen. Doch als der Professor den Satz „Grenzen sind da, wo du sie findest“ (Frontiers are where you find them) an die Tafel schreibt, schlafen die beiden nach den Ereignissen des turbulenten Wochenendes bereits ein.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Everybody Wants Some!! wurde als inoffizielle Fortsetzung seines 1993 erschienenen Filmes Confusion – Sommer der Ausgeflippten beschrieben, der den letzten Tag einer Highschool-Clique im Jahre 1976 darstellte. Linklater hatte bereits den ersten Entwurf für Everybody Wants Some!! im Jahre 2005 geschrieben, fand jedoch lange keine Finanzierung für sein Filmprojekt.[2] Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich im texanischen Austin zwischen Oktober und Dezember 2014 statt.

Kinoauswertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Filmbudget von rund zehn Millionen US-Dollar spielte er an den US-Kinokassen nur rund 3,4 Millionen Dollar ein. Trotz weiterer Einnahmen aus dem Ausland war der Film damit ein kommerzieller Flop.[3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Everybody Wants Some!! fand positive Aufnahme bei der Mehrzahl der US-Filmkritiker, bei Rotten Tomatoes erhielt er eine positive Kritikerwertung von 86 % bei insgesamt 201 Kritiken. Die Durchschnittswertung betrug 7,6 von zehn Punkten. Als Kritikerkonsens wurde formuliert: „Nostalgisch im besten Sinne, zeigt Everybody Wants Some!! Richard Linklater durch die Vergangenheit schlendernd mit einer talentierten Besetzung, einer liebenswert mäandrierenden Geschichte, und einem mörderischen Soundtrack aus klassischem Rock.“[4]

Marietta Steinhart in Die Zeit zeigte sich dagegen eher kritisch: „Richard Linklater ist vielleicht der großartigste Hersteller kleiner Filme im amerikanischen Kino. Um so frustrierender ist der enge, lechzende Blick seines neuen Films. Es ist schamloser Hedonismus. Irgendwann gibt es eine Montage, in der hintereinander geschnitten wird, wie die Jungs Sex haben und Linklater verweilt eine Spur zu lange mit der Kamera auf dem nackten Arsch eines Mädchens.“ Der Film fühle sich an wie rasch an wie „ein Jungsabend, an dem alle knalldicht sind, nur man selbst ist der Sprudeldepp.“ Dennoch seien die Figuren ein „ziemlich liebenswerter Haufen, gespielt von einem bemerkenswerten, weitgehend unbekannten Ensemble.“ Außerdem biete der Film unschuldige 1980er-Jahre-Nostalgie.[5]

Tilman Spreckelsen in der Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb, in Everybody Wants Some!! „geht es nur auf den ersten Blick um nichts“. Der Film stehe in der Tradition der amerikanischen Collegefilme, unterscheide sich aber von diesen, in dem „der Film auf einzelne Momente setzt, die das Lebensgefühl der Gruppe illustrieren sollen.“ Vor allem aber lasse Linklater „seinen Protagonisten in einer seltsamen Mischung aus Aufnahmebereitschaft und innerer Resistenz durch ein ganzes Panorama unterschiedlicher Einflüsse gehen“. Spreckelsen kam zu dem Fazit: „Es ist die aufgehobene Zeit, die Linklater feiert, der in Bernstein aufgehobene Augenblick, und der ist naturgemäß nur deshalb besonders, weil Jakes Leben weitergehen wird. Was das bedeutet, zeigt der Film auch. Denn einer der Protagonisten wird rasch und beinahe beiläufig aus dem Paradies verstoßen, in das er sich hineingestohlen hatte, obwohl er ihm längst entwachsen war.“[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Everybody Wants Some!! Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Interview mit Richard Linklater im Variety
  3. Everybody Wants Some!! bei Box-Office-Mojo, abgerufen am 27. April 2017
  4. Everybody Wants Some!! bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 27. April 2016
  5. Marietta Steinhart über den Film in Die Zeit, abgerufen am 27. April 2016
  6. Tilman Spreckelsen über den Film in Frankfurter Allgemeine Zeitung.