Evgeny Morozov

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Evgeny Morozov (2010)
Kyrillisch (Belarussisch)
Яўген Марозаў
Transl.: Jaŭhen Marozaŭ
Transkr.: Jauhen Marosau
Kyrillisch (Russisch)
Евгений Морозов
Transl.: Evgenij Morozov
Transkr.: Jewgeni Morosow

Evgeny Morozov (belarussisch Яўген Марозаў Jauhen Marosau; russisch Евгений Морозов Jewgeni Morosow; * 1984 in Salihorsk) ist ein belarussischer, in englischer Sprache veröffentlichender Publizist. Er beschäftigt sich mit politischen und sozialen Auswirkungen von Technik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Stipendium des Open Society Institute von George Soros zog Morozov nach Bulgarien und arbeitete auch in Berlin.

Morozov ist Fellow der New America Foundation und forscht derzeit an der Harvard University über die Geschichte des Internets (Stand 2016).[1] Zuvor war er Yahoo-Fellow an der Edmund A. Walsh School of Foreign Service der Georgetown University. Im Juli 2009 sprach er auf der TED Conference.[2]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kritisiert die Naivität der Annahme, das Internet sei per se demokratisch und bringe politischen Wandel in autoritäre Staaten. Vielmehr müsse die Lieferung von Überwachungs­technologie an repressive Regimes wie Waffenhandel betrachtet werden.[3]

Morozow ist überzeugt, dass die Pandemie uns in eine düstere Zukunft einer techno-totalitären Überwachung führen wird. Basierend auf dem in seinem Buch »Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen« entwickelten Konzept des »Solutionismus« unterscheidet er in »progressive Solutionisten«, die die während der Pandemie geschaffenen Lösungen für eine angemessene Vermittlung von Information zum Wohlverhalten der Menschen einsetzen wollen, und »strafende Solutionisten«, die die riesige geschaffene digitale Infrastruktur nutzen wollen, um unsere täglichen Aktivitäten einzuschränken und Übertretungen zu strafen, um Probleme von Ungleichheit bis zum Klimawandel zu bekämpfen.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom. Perseus Book Group, Philadelphia 2011, ISBN 978-1-58648-874-1.
  • To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism. PublicAffairs, 2013, ISBN 978-1-61039-138-2.
  • Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen. Blessing, München 2013, ISBN 978-3-89667-476-0.

Kolumnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Evgeny Morozov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Silicon Valley fordert ein Grundeinkommen - gut so! bpb.de, abgerufen am 21. Februar 2017.
  2. Evgeny Morozov: Erfüllt das Internet Orwells schlimmste Erwartungen? In: TED.com. September 2009
  3. CCC-Kongress: „Liebesaffäre zwischen westlichen Technologie-Unternehmen und Diktatoren“. In: Die Zeit. 27. Dezember 2011
  4. Wiedergegeben nach: Klaus Schwab, Thierry Malleret: Covid-19: Der Grosse Umbruch. Cologny 2020, S. 200 f.
  5. Harvard Kennedy School: Shorenstein Center Announces Jeffrey E. Cohen and Evgeny Morozov Winners of 2012 Goldsmith Book Prizes. 8. Februar 2012
  6. Office for Intellectual Freedom of the American Library Association: IFRT Oboler Award Winner Announced! 9. Februar 2012
  7. Evgeny Morozov – Foreign Policy.Vorlage:Cite web/temporär
  8. Net Effect (Memento vom 8. April 2009 im Internet Archive) auf der Website von Foreign Policy
  9. Kolumne „Silicon Demokratie“ auf der Website der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  10. Silicon circus. In: Les blogs du « Monde diplomatique ».Vorlage:Cite web/temporär
  11. Evgeny Morozov. In: the Guardian.Vorlage:Cite web/temporär