Evonik Industries

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Evonik Industries AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000EVNK013
Gründung 14. September 2006
(Umbenennung am 12. September 2007)
Sitz Essen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 33.412 (2014)
Umsatz 12,9 Mrd. Euro (2014)
Branche Chemie
Website www.evonik.de
Firmensitz in Essen
"Stürzende" Architektur des Evonik Hochhauses

Die Evonik Industries AG [eˈvɔnɪk] mit Sitz in Essen ist ein börsennotiertes Unternehmen der Spezialchemie. Das Unternehmen erwirtschaftet mehr als 80 Prozent des Chemieumsatzes aus führenden Marktpositionen.[1] Evonik beschäftigte Ende 2014 33.412 Mitarbeiter und wies bei einem Umsatz von 12,9 Mrd. Euro ein Konzernergebnis von 568 Mio. Euro (Vorjahr: 2,05 Mrd. Euro) aus.[2] Der größte Evonik-Standort der Welt befindet sich in Marl, Hauptaktionär ist noch die RAG-Stiftung.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Im September 2007 entstand mit der Evonik Industries ein neuer Industriekonzern mit den Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien. Das Unternehmen ging aus dem so genannten „weißen Bereich“ der RAG Aktiengesellschaft hervor, die 1969 als Ruhrkohle AG gegründet worden war. Um auf internationalen Märkten agieren zu können, stimmte der Aufsichtsrat der RAG AG am 11. Oktober 2006 einem Formwechsel der RAG Beteiligungs-GmbH in die RAG Beteiligungs-AG zu, die den entsprechenden Bereich der RAG Aktiengesellschaft umfasste. Im Juni 2007 wurde die RAG Stiftung gegründet. Am 30. November 2007 übertrugen die Altaktionäre E.ON, RWE, ThyssenKrupp und ArcelorMittal ihre Anteile direkt oder indirekt für jeweils einen Euro auf die neugegründete RAG-Stiftung. Im September 2007 wurde das Unternehmen im Rahmen einer großen Werbekampagne in Evonik Industries AG umbenannt. Der Name Evonik wurde von Manfred Gotta kreiert. Mit dem aus dem Lateinischen abgeleiteten Präfix „Evo“ verbinde man die Assoziation „Stamm“ oder „Keim“, das Verb „evolvere“ bedeutete „sich entwickeln“.[3] Die neue Unternehmensfarbe „Deep Purple“, ein dunkler Lilaton, soll für die Kreativität des neuen Konzerns stehen und sich von den sonst vorherrschenden Blau- und Rottönen der Firmen im DAX absetzen.[4]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Im Juni 2008 erwarb der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners für 2,4 Milliarden Euro einen Anteil von 25,01 Prozent an Evonik. Die übrigen Aktien blieben im Eigentum der RAG-Stiftung.[5] Im Auftrag der RAG-Stiftung sollte Evonik ursprünglich ab 2012 an die Börse gehen, aufgrund der schlechten Marktlage wurde der Börsengang jedoch verschoben.[6] Seit dem 25. April 2013 werden die Evonikaktien an der Frankfurter Börse gehandelt.[7] Vorab hatte das Unternehmen institutionellen Anlegern die Möglichkeit gegeben, rund 14 % der Aktien für 2 Milliarden Euro zu erwerben. Insgesamt gibt es 466 Millionen Aktien. Der rechnerische Kurs zum Ausgabezeitpunkt lag bei 30 Euro je Aktie wobei es aber kein offizielles Angebot zur Zeichnung(shöhe) gab.[8][9][10]

Seit dem 14. Juli 2015 setzt sich die Aktionärsstruktur wie folgt zusammen[11][12] :

  • 67,9 % : RAG-Stiftung
  • 6,8 % : CVC Capital Partners
  • 25,3 % : Streubesitz

Spezialchemie[Bearbeiten]

Das Spezialchemieunternehmen Evonik Industries AG mit Sitz in Essen ist mit einem Umsatz von 12,9 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2014 und 33.412 Mitarbeitern das fünftgrößte deutsche Chemieunternehmen und gehört damit zu den weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Seit 2015 besteht der Konzern in einer modernen neuen Struktur, die es Evonik erlaubt, sich noch stärker auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Dabei verfolgt das Unternehmen die Strategie der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Die operativen Bereiche Nutrition&Care, Resource Efficiency sowie Performance Materials werden durch Evonik Technology & Infrastructure, Administrative Services und den Corporate Center unterstützt.

Die früheren Chemie-Segmente wurden in drei GmbHs gebündelt, ergänzt durch die Evonik Technology & Infrastructure GmbH.[13]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

75 % des Umsatzes von Evonik Industries werden im Ausland generiert. Evonik ist in mehr als 100 Ländern präsent. [14] Die Evonik Industries AG steigerte 2014 ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 12,9 Mrd. Euro (2013: 12,7 Mrd. Euro).[15]

Das Segment Resource Efficiency steigerte 2014 den Umsatz um 4 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Das Segment stellt Produkte für den Automobilsektor, die Farben- und Lackindustrie sowie die Bauindustrie her. Zu ihm gehören die Geschäftsbereiche Inorganic Materials (Produktion von Spezialchemikalien) sowie Coatings & Additives (Produkte für die Lack-, Farb- und Beschichtungs- sowie die Klebstoff- und Dichtungsindustrie).

Das Segment Specialty Materials steigerte im Jahr 2014 seinen Umsatz um 2 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro. Im Segment Specialty Materials werden vor allem polymere Werkstoffe sowie Zwischenprodukte für die Gummi- und Kunststoffindustrie hergestellt. Es umfasst die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.

Das Segment Consumer, Health & Nutrition konnte 2014 wie im Vorjahr einen Umsatz von rund 4,2 Mrd. Euro erreichen. Ende des Jahres ging in Singapur eine neue Anlage zur Produktion der Aminosäure Methionin in Betrieb. Es war die bisher größte Einzelinvestition im Chemiebereich des Konzerns..

Ehemalige Beteiligungen[Bearbeiten]

Evonik hat seine früheren Beteiligungen in den Bereichen Energie und Immobilien verkauft und sich nun auf das Kerngeschäft Spezialchemie fokussiert.[16]

Energie[Bearbeiten]

Die Steag (früher: Evonik Steag GmbH) erzeugt in Nordrhein-Westfalen und im Saarland in acht Steinkohlekraftwerken mit etwa 8.000 Megawatt Leistung acht Prozent des deutschen Stroms, sie ist damit der fünftgrößte deutsche Stromerzeuger. Ende 2010 wurde ein Anteil von 51 % für 649 Mio. € an ein Stadtwerke-Konsortium aus dem Ruhrgebiet verkauft.[17] Im September 2014 wurden auch die restlichen Anteile vom Konsortium übernommen.[18] Die verbliebenen 49 % wurden für 570 Mio. € im August 2014 ebenfalls vom Konsortium übernommen.[19]

Immobilien[Bearbeiten]

Die Immobilientochter Evonik Immobilien GmbH wurde durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 25. November 2011 in Vivawest GmbH umfirmiert. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgt am 14. Dezember 2011.[20] Am 1. Januar 2012 fusionierte Vivawest mit der Wohnungsgesellschaft THS unter dem Namen Vivawest. 2013 verkaufte Evonik den Großteil seiner Anteile an Vivawest an die RAG Stiftung, den Evonik-Pensionsfonds und das Steinkohleunternehmen RAG AG und hält selber nur noch 10,9 %, die aber auch noch verkauft werden sollen.[21]

Corporate Responsibility[Bearbeiten]

2008 entwickelte Evonik Industries seine Corporate Responsibility (CR) Strategie als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur.[22] Dabei sind drei Regelwerke die Grundbausteine der CR des Konzerns:

  • Der konzernweit verbindliche Verhaltenskodex fasst die wichtigsten unternehmenspolitischen Grundsätze und Normen zusammen.
  • Die Global Social Policy verpflichtet die Mitarbeiter zur Einhaltung von Grundwerten auf der Basis internationaler Grundsätze und Standards.
  • Das USGQ-Regelwerk formuliert das Selbstverständnis des Konzerns zu den Unternehmenswerten Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität.

Evonik Industries ist Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen und ist darüber hinaus der weltweiten Initiative Responsible Care zur kontinuierlichen Verbesserungen des Konzerns bei Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Produktverantwortung verpflichtet. Außerdem ist das Unternehmen Unterzeichner des Leitbilds für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft. Der jährliche CR-Bericht von Evonik orientiert sich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI).

Wegreen bewertet die Nachhaltigkeit von Evonik mit "mittelmäßig" (3,0). [23]

Sponsoring[Bearbeiten]

Seit der Saison 2006/2007 ist Evonik (zunächst RAG Aktiengesellschaft) Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB). Dieser Vertrag wurde im Februar 2012 verlängert. Das Sponsoring sollte nunmehr bis zum 30. Juni 2016 andauern; der bisherige Vertrag hatte eine Laufzeit bis Mitte 2013.[24] Am 27. Juni 2014 gaben der BVB und Evonik bekannt den Sponsorenvertrag bis zum 30. Juni 2025 zu verlängern. Darüber hinaus wird Evonik Anteilseigner von 9,06 % des Grundkapitals der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.[25] Evonik beteiligte sich zudem an einer im August 2014 beschlossenen Kapitalerhöhung der Borussia Dortmund GmbH & C. KGaA und ist mit 14,78 % größter Anteilseigner beim einzigen börsennotierten Erstligisten Deutschlands.[26]

Auf der Brust der BVB-Spieler war bis zur Bekanntgabe des neuen Namens Evonik im September 2007 übergangsweise nur ein Ausrufezeichen des Künstlers Otmar Alt zu sehen. Aufgrund der Umbenennung der abgekoppelten Sparte der RAG Aktiengesellschaft in Evonik wurden für die über 50.000 Dauerkarteninhaber der Saison 2007/2008 kostenlos Trikots (Heimtrikot) mit dem neuen Evonik-Logo verteilt.

Evonik unterstützt die Arbeit der Bischöflichen Aktion Adveniat für eine Verbesserung der Lebensumstände in Lateinamerika.[27]

Am 17. Mai 2011 spendete Evonik im Zuge eines Benefizspiels zwischen Borussia Dortmund und einer japanischen Auswahlmannschaft eine Million Euro zugunsten eines während des Tōhoku-Erdbeben 2011 zerstörten Kinderheimes im Erdbebengebiet in Tohoku/Ichinosekishi.[28]

Evonik ist zudem Hauptsponsor der Ruhrfestspiele in Recklinghausen und der gemeinnützigen Stiftung Rebikoff auf den Azoren, die das mit Plexiglas-Kuppel versehene Forschungs-Tauchboot Lula 1000 betreibt.

Parteispenden[Bearbeiten]

Im September 2014 spendete Evonik Industries insgesamt 160.000 Euro an Parteispenden, davon 90.000 Euro für die SPD und 70.000 Euro für die CDU.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Evonik.de – Unternehmensdarstellung
  2. Evonik.de - Finanzkennzahlen, abgerufen am 11. März 2015.
  3. Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ zur Herkunft des Namens, abgerufen am 28. März 2012.
  4. Evonik Magazine 3|2007, Seite 53 und 54 (PDF; 7,7 MB)
  5. Evonik.de – Aktionärsstruktur
  6. Reuters: RAG-Stiftung begräbt Traum von Evonik-Börsengang, 18. Juni 2012
  7. n-tv.de:"Börsengang", abgerufen am 27. April 2013
  8. WiWo: Heimlich an die Börse, 24. April 2013
  9. n-tv Telebörse: Endlich an der Börse! Evonik betritt seitlich das Parkett, 24. April 2013
  10. Handelsblatt: Keine öffentliche Emission - Evonik startet Börsengang durch die Hintertür, 24. April 2013
  11. Evonik.de – Aktionärsstruktur
  12. [1]
  13. Chemie.de – Evonik plant Neuordnung der Konzernstruktur, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  14. Aktie der Woche Evonik Industries. Abgerufen am 2. März 2015.
  15. Pressemitteilung der Evonik Industries vom 03. März 2015. Abgerufen am 11. März 2015.
  16. Welt.de: Evonik startet durch die Hintertür zum Börsengang, abgerufen am 29. Dezember 2014
  17. Pressemitteilung der Evonik Industries vom 18. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  18. Steag Eigentümer steag.com Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  19. Chemie.de: KSBG übernimmt STEAG vollständig von Evonik, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  20. Handelsregisterveröffentlichung Amtsgericht Essen
  21. Evonik Beteiligungen evonik.com Abgerufen am 29. Dezember 2014.
  22. CR bei Evonik
  23. [2]
  24. Hinweis in Echt-Das Stadionmagazin, Ausgabe 11. Februar 2012, S.6
  25. BVB und Evonik gehen international in die Offensive, 27. Juni 2014
  26. Welt.de: Evonik verteidigt seine Position als größter BVB-Aktionär, abgerufen am 29. Dezember 2014
  27. Mit ADVENIAT aus der Abseitsfalle - MSV Duisburg und Evonik unterstützen „Aktion ADVENIAT 2007“, Pressemitteilung vom 3. Dezember 2007
  28. kicker online: Dortmund und Team Japan erspielen 1,2 Millionen Euro