Evrensel

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Evrensel
Evrensel logo.jpg
Beschreibung Türkische Tageszeitung
Verlag Bülten Basın Yayın Reklamcılık
Hauptsitz Mehmet Akif Ersoy Cad., Mehmet Çıbıkçı İş Merkezi No.2, Bahçelievler/İstanbul
Erstausgabe 7. Juni 1995
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 5.338 Exemplare
(Januar 2017[1])
Chefredakteur Fatih Polat
Herausgeber Cemal Dursun
Weblink www.evrensel.net

Evrensel (türkisch für universal) ist eine linke türkische Tageszeitung. Sie wurde 1995 gegründet und gilt als inoffizielles Organ der türkischen Arbeiterpartei (EMEP). Sie wurde mehrmals verboten, ihre Journalisten wurden häufig festgenommen und von Staatsorganen gefoltert.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Verbote zu unterlaufen, benannte sich die Zeitung mehrere Male um, zunächst im November 1996 in Emek (EmekArbeit), 1998 in Yeni Evrensel (Neu), 2001 dann in Günlük Evrensel (Täglich). Sie führt einige Zeit den Zusatz Günlük in kleineren Buchstaben in ihrem Titelkopf, um die Kontinuität herauszustreichen.

Ihre wichtigsten Kolumnisten sind Kamil Tekin Surek (Themen Wirtschafts- und Sozialpolitik), Celal Emiroğlu (Arbeit und Gewerkschaften), Serdar Derventli (Demokratie und Menschenrechte) und Ustun Akmen (Kultur). Ragip Zarakoğlu, der mit Schriften über türkische Tabuthemen, insbesondere den Völkermord an den Armeniern bekannt wurde, widmet sich besonders dem Ausgleich zwischen den verschiedenen Volksgruppen in der Türkei.

Die Zeitung erhielt im Losverfahren einen Platz als Beobachter im NSU-Prozess, den sie teilweise der Berliner Tageszeitung zur Verfügung stellte, die keinen Platz bekommen hatte.[2]

Fall Metin Göktepe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationales Aufsehen erregte der Fall ihres Reporters Metin Göktepe, der nach seiner Festnahme im Zuge einer Massenverhaftung am 8. Januar 1996 von elf Polizisten zu Tode geprügelt wurde.[3] Dass nur fünf der Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt und die übrigen freigesprochen wurden, löste international Proteste aus.[4] Die fünf Polizisten waren die ersten, die in der Türkei überhaupt wegen der Tötung eines Journalisten rechtskräftig verurteilt wurden. Gleichwohl wurden sie nach einem Jahr und acht Monaten in Haft im Zuge einer Amnestie freigelassen.[5]

Metin-Göktepe-Journalismuspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Andenken an ihren getöteten Mitarbeiter zu bewahren und besondere Verdienste um die Pressefreiheit zu würdigen, vergibt Evrensel seit 1998 einen nach Metin Göktepe benannten Preis. Die in mehreren Kategorien verliehene Auszeichnung gehört zu den wichtigsten Preisen für kritischen Journalismus in der Türkei. Zu den bisher ausgezeichneten Journalisten gehören Nedim Şener (1998), Ahmet Şık (2001, 2001 und 2007) sowie Can Dündar und Erdem Gül (2015).[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Durchschnittlich verkaufte Auflage in der Woche vom 16. bis 22. Januar 2017 gemäß Medya Tava.
  2. Radio Lora und „Evrensel“ helfen der taz, die tageszeitung, 4. Mai 2013
  3. Pascal Beucker:Wie Metin Göktepe ermordet wurde, Junge Welt, 7. November 1997
  4. Pascal Beucker: Empörung über Polizisten-Urteil, Frankfurter Rundschau, 20. März 1998.
  5. İşkence ile öldürülen Metin Göktepe mezarı başında anıldı, Posta, 8. Januar 2017.
  6. Metin Göktepe Gazetecilik Ödülleri, Überblick über die Preisträger.