Ewige Jugend

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Filmdaten
Deutscher TitelEwige Jugend
OriginaltitelYouth
ProduktionslandItalien, Frankreich, Schweiz, Großbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2015
Länge118 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegiePaolo Sorrentino
DrehbuchPaolo Sorrentino
ProduktionNicola Giuliano,
Francesca Cima,
Carlotta Calori
MusikDavid Lang
KameraLuca Bigazzi
SchnittCristiano Travaglioli
Besetzung
Regisseur und Schauspieler beim Filmfestival in Cannes

Ewige Jugend (Originaltitel: Youth) ist eine Tragikomödie von Paolo Sorrentino aus dem Jahr 2015. Premiere feierte der Film am 20. Mai 2015 bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Deutschlandpremiere hatte er am 25. September bei der Cologne Conference, in den deutschen Kinos lief er am 26. November 2015 an. Es ist der zweite Film, den Sorrentino in englischer Sprache gedreht hat.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fred Ballinger und Mick Boyle sind alte Freunde, die ihre Ferien in einem eleganten Sanatorium in den Schweizer Alpen verbringen. Ihre Vorstellungen darüber, wie sie ihr Leben im Alter gestalten möchten, könnten gegensätzlicher nicht sein. Der früher gefeierte Komponist und Dirigent Fred lebt zurückgezogen und hat seine musikalische Karriere beendet. Der immer noch erfolgreiche Regisseur Mick hingegen ist gerade dabei, einen letzten Film mit seiner langjährigen Muse Brenda Morell zu realisieren. Als ein Abgesandter des Buckingham Palace Fred den sehnlichen Wunsch der Queen übermittelt, er möge seine „Simple Songs“ in London dirigieren, beeindruckt ihn das nicht und er lehnt ab. Seine Tochter und Managerin Lena ist damit alles andere als einverstanden. Aber der Komponist bleibt dabei – er zieht es vor, sich zusammen mit seinem Freund Mick und dem Schauspieler Jimmy zu entspannen, über das Leben zu philosophieren, die anderen Gäste zu beobachten und deren Eigenheiten zu kommentieren. Nach einem Zusammentreffen mit Brenda, die ihm klarmacht, dass seine Zeit vorbei ist, springt Mick vom Balkon. Fred hingegen entschließt sich doch noch dazu, vor der Queen aufzutreten. Parallel dazu werden eine ganze Reihe weitgehend unabhängiger Geschichten erzählt.

Träume und Wünsche im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Träume und Wünsche der Protagonisten werden in die Handlung des Films eingeblendet:

  • Fred überquert bei Aqua alta auf einem Steg den Markusplatz in Venedig. Auf halbem Weg kommt ihm eine schöne Frau entgegen. Als das Wasser ansteigt, ertrinkt er.
  • Freds Tochter wird der Mann ausgespannt. Im Traum erscheint ihr die Konkurrentin als Star in einem grell-bunten Musikvideo.
  • Sich an den Waldrand in der Nähe des Hotels zurückziehend, dirigiert Fred eine Kuhherde mit Kuhglocken.
  • Als Mick die Mitautoren seines Drehbuchs zur Bahnstation gebracht hat, erscheinen ihm auf einer Bergwiese sämtliche Hauptdarstellerinnen seiner Filme in den entsprechenden Kostümen.
  • In einer weiteren Szene ist ein als Adolf Hitler verkleideter Jimmy zu sehen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Machismo-Phantasie“ bezeichnete Wolfgang Höbel den Film bei Spiegel Online. Die Story sei „so dünn wie die Schweizer Bergluft“. Die Kraft des Films entstehe nicht aus den „stets ausgesucht geschmackvollen Arrangements des Regisseurs, sondern aus der Kunst der Schauspieler“.[2]

Für Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel ist Ewige Jugend ein „filmisches Meisterwerk“. Kritik übt er an der Wahl des deutschen Filmtitels, im Original „Youth“ (Jugend); der deutsche Verleih habe „die klare Kante des Originaltitels schlappgeschliffen“.[3]

„Rentnerfilm“ und „Altes Kino für alte Augen“ schrieb Andreas Kilb in der FAZ über Sorrentinos Werk. Den Regisseur habe man nach Il divo, Cheyenne und besonders La grande bellezza für einen Blender halten können. Das sei vorbei. Offenbar habe er „auf dreitausend Meter Höhe steigen müssen, um dort etwas zu finden, was seine Filme vorher nicht hatten. Jetzt hat er es. Tiefe.“[4]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Ewige Jugend. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2015 (PDF; Prüf­nummer: 154 869 K).
  2. Wolfgang Höbel: Altherren-Erotik mit Caine und Keitel: Die Libido stirbt zuletzt. Spiegel Online vom 24. November 2015, abgerufen am 25. November 2015
  3. Jan Schulz-Ojala: Die Unfertigen. In: Der Tagesspiegel online vom 22. November 2015, abgerufen am 25. November 2015
  4. Andreas Kilb: Die Überlebenden des Zauberbergs lassen grüßen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. November 2015, S. 11 (online, 27. November 2015, abgerufen am 14. Dezember 2015)