Ewiger Kalender

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Allgemeines[Bearbeiten]

Ewiger julianischer Kalender aus Graubünden aus dem Jahr 1690
Ewiger Runenschrift-Kalender nach Johan Gustaf Liljegren (1789–1837) aus Schweden; er diente der Berechnung des Osterdatums nach dem julianischen Kalender zwischen 1140 und 1671

Als Ewige Kalender werden Tabellen bezeichnet, welche die Ermittlung des Wochentages zu einem vorgegebenen Datum ermöglichen.

Gleichfalls laufen unter dieser Bezeichnung Tabellen zur Anzeige von Feiertagen, sowie des Wochentages und des Datums (Uhren, Computer,...). Weiterhin wird für gewählte Zeiträume -meist Jahre- ausschließlich in Computerprogrammen das Prädikat „Ewig“ für Kalender angewendet, oder auch „Immerwährende“/„Dauer...“/„Universal...-“ in Lexika. Der Begriff des Ewigen Kalenders wird bei komplexen Uhrwerken von Taschen- oder Armbanduhren (Grande Complication) verwendet, um einen in eine Uhr integrierten Kalender-Mechanismus zu beschreiben, der das richtige Datum „fortwährend“ anzeigt und dabei die verschiedenen Längen aller Monate (halbewiges Kalendarium) oder nur die der mit 30 oder 31 Tagen (der Monat Februar muss dann manuell korrigiert werden, Jahreskalender) berücksichtigen. Aufwändigere Uhrwerke berücksichtigen auch die vierjährliche Wiederkehr der Schaltjahre, oft sogar die Ausnahmen in den Jahrhunderten (ewiges Kalendarium).

Geschichte[Bearbeiten]

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Am vielfältigsten haben sich in der Neuzeit die ewigen Kalender in der Sowjetunion entwickelt. Die Ursachen für diese Entwicklung sind in der Einführung des Revolutionskalenders durch den Rat der Volkskommissare im November 1929 zu suchen, mit dem die Wochentagsbezeichnungen zwar noch galten, aber ihre Bedeutung verloren. Denn es gab die unterbrochene Fünftagewoche mit zwölf Monaten zu je 30 Tagen und fünf arbeitsfreien Tagen. Darauf folgte im November 1931 der Übergang zur Sechstagewoche und 1940 schließlich wieder die Siebentagewoche.

So wurde 1940 wieder das alte Wochentagssystem eingeführt und die Bedeutung des Kalenders, besonders der ewigen Kalender, stieg stark an. Es erschienen immer neue ewige Kalender, und die Massenproduktion von Kalendern aus Pappe begann. Die Pappkalender hatten jedoch nicht die Lebensdauer eines für die Ewigkeit gedachten Produktes, so dass in den 1960er Jahren angefangen wurde, ewige Kalender aus Aluminium herzustellen. Diese waren vor allem Drehscheibenkonstruktionen. In den 1970er Jahren wurden die Drehscheibenkalender jedoch wieder aus Pappe gefertigt, was die Nachfrage zurückgehen ließ, und es wurden zunehmend wieder Kalendertabellen herausgegeben. Der Zerfall der Sowjetunion brachte auch ein Verschwinden der ewigen Kalender mit sich. Die meisten der noch vorhandenen funktionierten nur bis zum Jahr 2000, so dass sie danach fast ganz verschwunden sind. Heute setzt man zur Wochentagsberechnung hauptsächlich Computer ein.

Auch bezeichnet man bestimmte Kalenderreformen bzw. Kalenderentwürfe als ewige Kalender, so zum Beispiel den Weltkalender oder den internationalen ewigen Kalender.


Entsprechend Definition stellt ein Kalender (Kalendarium) eine Übersicht dar, welche innerhalb eines gewählten Zeitraumes -Jahr/Monat/Woche- die Wochentagsbezeichnung dem Datum zuordnet. Ein Ewiger Kalender kann daher nur dann als Kalender bezeichnet werden, wenn sich für ein beliebiges Jahr der zu einem Datum gehörende Wochentag ablesen lässt. Daher wird die Anzeige eines einzelnen Wochentages -bei Eingabe des Datums- in folgender Darstellung ausgesondert , obwohl diese Funktion ebenfalls teilweise unter der Rubrik Kalender gehandhabt wird; hier ist keine Übersicht im Zusammenhang ersichtlich.


Außer der Anzeige des Wochentages und der Feiertage kann ein Kalender für den täglichen Gebrauch eine Menge anderer Informationen enthalten; in folgender Darstellung wird nur der Basiskalender -die Grundstruktur- angesprochen.

Ewiger Gregorianischer Kalender[Bearbeiten]

Ausgangsbasis für die Darstellung ewiger Dauerkalender ist nachstehender Zehnjahreskalender (aktualisiert; ab Jahr 2015). Zehnjahreskalender.png

Der Zehnjahre-Kalender stellt auch einen Ausschnitt aus nachstehendem C. H. Beck-Dauerkalender dar.

(jährlich bei C. H. Beck seit 1992)

In welchem Jahr tritt eine Deckungsgleichheit ein? Im Schaltjahr 1992 ist der 1. Jan. ein Mittwoch; in welchem Schaltjahr ist der 1. Jan. wieder ein Mittwoch? Die Lösung ist durch Nutzung der vorliegenden Daten gegeben. Vom Basis-Schaltjahr-Wochentag sind fünf Wochentage zu addieren bzw. zwei Wochentage zu subtrahieren, um zum nächstfolgenden Schaltjahr zu gelangen. Demnach ist der Wochentag des 1. Januar: 1992 Mittwoch, 1996 Montag, 2000 Samstag, 2004 Donnerstag, 2008 Dienstag, 2012 Sonntag, 2016 Freitag, 2020 Mittwoch. 1992 entspricht dem Jahr 2020. Die Erkenntnis ist damit folgerichtig: Ein Basiskalender ist immer nach 28 Jahren wieder verwendbar. Die jeweiligen Gemeinjahre dazwischen wiederholen sich gleichfalls aller 28 Jahre. Die bekannte Deckungsgleichheit wird am Beispiel des hier begangenen Weges sichtbar.

Ein Kalender für größere Zeiträume wird dargestellt, indem zunächst ein Kalender für 28 Jahre nach obigem Muster gebildet wird. Dieser ist identisch bezüglich der Wochentagsfolge der folgenden 28 Jahre (Kleiner Zyklus: 7 Wochentage x 4 Jahre Schalttagsrythmus). Dieser Vorgang wird wiederholt, bis wir den gewünschten Zeitrahmen erreicht haben. Mit welchem Jahr wir beginnen, ist dabei frei wählbar. Bekannt ist das "Weiterrücken" der Jahre -der erste Januar- um einen Tag bzw. um zwei Tage nach einem Schaltjahr. Dies ergibt sich bei Division von 365 Tagen/Gemeinjahr dividiert mit 7 Tagen/Woche = XY, mit Rest 1 Tag. Damit ist klar; ein Gemeinjahr endet immer mit dem Wochentag des ersten Januar, ein Schaltjahr demnach mit dem Folgewochentag.

Anmerkung: Das Ergebnis der Division XY = 52 Wochen, hat keinerlei Bedeutung hinsichtlich der Kalenderwoche.

Papst Gregor XIII. bestimmte u.a. im Prinzip, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582jul. unmittelbar Freitag, der 15. Oktober 1582greg. als Beginn der neuen Kalenderrechnung zu folgen hatte und nur die Jahrhundert-Jahreskalender einen Schalttag haben dürfen, wenn deren volle Jahreszahlen durch 400 (ohne Rest) teilbar sind. Die Gemeinjahreskalender werden für die Jahre 1700/1800/1900 in den ewigen Gregorianischen Kalenderentwurf eingeordnet.

Für die Jahre, welche dem jeweiligen Jahrhundert-Jahreskalender folgen, ist zu beachten, dass es jeweils ein Jahreskalender ist, welcher 3 Jahre vor einem Schaltjahr steht, um oben genannter Tatsache -Weiterrücken des 1.Januar- gerecht zu werden und in den Schalttagsrythmus zu gelangen.

Nach dem Aufbau eines Ewigen gregorianischen Kalenders wird festgestellt, die Folge der Jahreskalender wiederholt sich deckungsgleich nach 400 Jahren. Dem entsprechend sind die jeweiligen Blöcke in der Darstellung ab 1600 über einander gelegt.

Gregorianischer Kalender ab dem 15.Okt.1582
Ewiger Kalender Calendrier perpétuel gregorianisch in französischer Sprache
Ewiger Gregorian.Kalender Perpetual calendar in englischer Sprache
Ewiger Gregorian.Kalender Вечный календарь in russischer Sprache
Ewiger Kalender -Wiezcny kalendarz gregorianski- in polischer Sprache

Ewiger Julianischer Kalender[Bearbeiten]

Nunmehr werden die Wochentage den Datumsangaben vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders zugeordnet.

Basis[Bearbeiten]

Kalender waren vormals nicht so in breiter Anwendung wie heute. Die Menschen wurden von der Obrigkeit[1] informiert, welcher Wochentag jeweils sei. Wann die Zuordnung der Wochtage zum Datum eingeführt wurde ist klar, wenn wir als Grundlage den gregorianischen Kalender nehmen, aber je mehr wir von heute aus gesehen in die Vergangenheit gehen, desto diffuser erscheint die Kalenderhandhabung, wie sie praktiziert worden sein dürfte.

-Prof. Karl Mütz schreibt in "Faszination Kal." -Polygon-Verlag"1999- unter 3.1 "Der römische Kalender" auf Seite 30, letzter Absatz:

"Die Priester hatten die Kalenderreform ((gemeint ist die Julius Cäsars)) wohl nicht voll verstanden. Sie fügten den Schalttag nicht nach drei Jahren ein, sondern bereits im dritten Jahr...Dieser Fehler wurde... von Gaius Octavianus (Kaiser Augustus)[2] berichtigt, indem die Schalttage von 8 v. Chr. bis 8 n. Chr. gestrichen wurden".

Bei Grothefend wird ausgeführt, der 1. Januar des Jahres 1 sei ein Sonnabend (Samstag) gewesen. Dies kann nur unter Vernachlässigung des Vorstehenden als richtig anzusehen werden.

Weder hier noch zum Zeitpunkt der vorigen Korrektur des römischen Kalenders durch Julius Cäsar im Jahre 46 v. Chr. ist von einer Wochtagsbezeichnung die Rede. Im Gegensatz dazu zur Ausrufung des Gregor. Kalenders; auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582 folgte unmittelbar Freitag, der 15. Oktober 1582. Zum letztgenannten Zeitpunkt hatte sich bereits der Gebrauch der Wochentagsbezeichnungen stabilisiert. Alles was vorher stattfand diesbezüglich, ist nicht nachvollziehbar.

Heinz Zemanek schreibt in "Kalender und Chronologie":

"Die Woche gehört zu den ältesten Kalenderbegriffen und ist die am längsten ungestört geltende Zeitordnung. Zur Zeit Christi setzte sie sich im römischen Reich durch und erhielt sich seitdem in ununterbrochener Abfolge. Die Woche stammt aus dem Nahen Osten, aber niemand weiß, wann sie im Gebrauch kam -niemand weiß also, wann der erste Samstag war. Man kann aber die Wochenperiode beliebig weit in die Vergangenheit zurückprojizieren, und das haben viele Chronologen getan".[3]

Hannes E. Schlag beschreibt in "Ein Tag zuviel" die Problematik:

"Die Woche, eine vom Menschen erfundene Zeitspanne"[4]

"Eine ungelöste Frage ist, wann ...zur 7-Tage-Woche erfolgte. Im ersten Jahrhundert v. Chr. war die Siebentagewoche bei einem Teil des röm. Imperiums jedenfalls schon üblich."[5]

Hermann Grotefend in "Taschenbuch der Zeitrechnung":

"Erst im Mittelalter hat überhaupt eine Stabilisierung der Tagesbezeichnung begonnen. Damals noch mit Bezugnahme auf die vorhergehenden oder gerade vergangenen Fest- oder Heiligentage hinsichtlich Ihrer Bezeichnung (also noch nicht: Mo oder Di/Mi...)".[6]

Zusammenfassend kann man sagen, dass es nicht möglich erscheint, eine eineindeutige Aussage in grauer Vergangenheit zu finden; die Basis bezüglich der Zuordnung des Wochentages zum Datum ist die Einführung des gregorianischen Kalenders, nicht die Einführung des julianischen Kalenders. Aus diesem Grund erscheint es auch sinnvoller, den Aufbau des Ewigen julianischen Kalenders nach dem des gregorianischen abzuhandeln, obwohl es historisch gesehen von der Reihenfolge der Anwendung her umgekehrt war.

Julianischer Kalender ab 1.Jan.des Jahres 1 (Nicht berücksichtigt ist die Korrektur von Augustus bis zum Jahr 8)

Aufbau[Bearbeiten]

Man beginnt den Aufbau des Ewig. Julian. Kalenders, indem die vordem beschriebene Zuordnung mit dem 1.Januar des Jahres 1 nach Christus zum Wochentag „Sa“ [7] und ordnet diese Jahresspalte "01" einer Jahresspalte des Monats- und Wochentagsblockes -übernommen vom Gregorian Kal.- zu, in welcher der Wochentag "Sa" drei Jahre vor einem Schaltjahr steht (da das Jahr 4 nach Chr. ein Schaltjahr sein muss). Dabei ist es gleichgültig, welche Darstellung konkret verwendet wird; das System des Ewigen -hier "Greg.Kal."- ist dreh- und rollbar. D. h., welches Beginn-Jahr wo genau eingeordnet wird, ist unerheblich. Nun werden die Folgejahre der Reihe nach den Wochentagsspalten -wie vor- zugeordnet bis zum Jahr am rechten Rand (siehe verwendetes Beispiel). Sind 28 Spalten belegt, wird mit der nächsten Jahresspalte links von vorn begonnen, usw. usf. bis der erste Block vom Jahr 1 n. Chr. bis zum Jahr 100 n. Chr. (ein Schaltjahr, wie alle durch 4 teilbaren Jahre) aufgefüllt ist.

Um die Einzeljahre bzw. deren Blöcke den Jahrhunderten anschaulich zuordnen zu können, ist eine Leerzeile eingefügt. Nach Erstellung des 7. Blockes wird mit dem zum 1. Jahrhundert deckungsgleichen Block des 8. Jahrhunderts begonnen und der 700-Jahre-Wiederholturnus des Julian. Kalenders dargestellt.

Der Ewige Dauerkalender[Bearbeiten]

Kalender ab 1. Jan. des Jahres 1 (Nicht berücksichtigt ist die Korrektur von Augustus bis zum Jahr 8) julianisch und gregorianisch

Die Kalenderdarstellungen julianisch und gregorianisch sind in einem Exemplar zusammengefasst dargestellt. Dabei wird von der Deckungsgleichheit der Jahre 1600jul. / 2000jul. mit den Jahren 1600greg. / 2000greg. ausgegangen, und die Daten dementsprechend eingeordnet.

Wieso erscheint nun der Begriff „Ewiger Kalender“ als Lösung für die Zukunft als gerechtfertigt?

Die in ca. 3300 Jahren nach Ausrufen des gregorianischen Kalenders notwendig werdende zusätzliche Schalttagsregelung beinhaltet den Wegfall eines bisher regulären Schalttages. Nehmen wir an, die dann Verantwortlichen entschließen sich, diesen Schalttag im Jahre 4800 -ein Jahrhundertabschluss-Jahreskalender gregor.- auszuwerfen.

Der 1.Januar diesen Jahres hat den Wochentag „Sa“ (siehe Index „e“). Wir ordnen nun -wegen des Wegfallens des Schalttages- das Gemeinjahr 4800 bei Index „h“ ein. Das Jahr 4801 beginnt mit „So“ und ordnen dieses Jahr zum Beginn des 7. Jahrhunderts julianisch -unterster Block- ein. Nur hier liegt der 1. Januar drei Jahre vor einem Schaltjahr. Das vierte Jahr nach Auswurf eines bisher regulären Schalttages muss wiederum ein Schaltjahr sein.

Für jeden anderen angenommenen Zeitpunkt des Wegfalles eines Schalttages ist die Vorgehensweise analog möglich.

Übersetzung der Geburtsurkunde von 1881
Original-Geburtsurkunde von 1881

Damit ist quasi bewiesen: Der gregorianische Kalender als flexibilisierter julianischer Kalender[8] erfüllt alle Erfordernisse der notwendigen Schalttagsregelung für alle Zeiten. Er stimmt nicht nur wieder für Jahrtausende, sondern er ist auch in der Lage, Änderungen der Erdumlaufbahn, des Neigungswinkels der Erdachse und andere im Rahmen dieses Beitrages nicht genannte Zeitfaktoren der Himmelsmechanik ohne Verlassen des Kalendersystems zu kompensieren, was die geniale Leistung des Mediziners und Astronomen Aloisius Lilius unterstreicht, welcher den Kalender im Prinzip geschaffen hat.

Die Menschen, die nach dem Kalenderwechsel auf diversen Urkunden zwei Daten zu vermerken hatten für einunddenselben Tag -das Datum nach dem julianischen Kalender und das Datum nach dem gregorianischen Kalender- mussten eine Umrechnung vornehmen. Der Fortgang der Wochentagsbezeichnung -keine Unterbrechung der Wochentagsfolge bei Einführung des Gregor. Kalenders- dient dabei jeweils als Kontrollmöglichkeit für die Richtigkeit des Ergebnisses.

Laut Kopie nebenstehender Geburtsurkunde war der Geburtstermin am 31. Januar 1881jul. bzw. am 12. Februar 1881greg.. Übereinstimmend ist der Wochentag Samstag. Dito der Tag der Ausstellung des Dokumentes: 25. August 1881jul. oder 6. September 1881greg., Wochentag: Dienstag. Unterschied: zwölf Zähltage.

Jahrhundert[Bearbeiten]

Davon ausgehend, dass es in der Kalenderrechnung kein Jahr "Null" gegeben hat, beginnt demnach das erste Jahrhundert [9] mit dem ersten Tag des Jahres 1; hier mit 01 gekennzeichnet. 100 Jahre sind vorüber, wenn der 31.Dezember des Jahres 100 vorbei ist.

Damit ist nicht strittig; alle Säkularjahre -die mit den Nullen- sind die End- oder Schlussjahre der Jahrhunderte, nicht die Beginnjahre.

Wiederkehr der Jahreskalender[Bearbeiten]

Wie wiederholen sich die einzelnen Jahreskalender[10] (Basiskalender) innerhalb der Jahrhunderte?

Nachfolgende Erkenntnis kann zweifelsfrei den ewigen Kalendern entnommen werden. Ein Gemein-Jahreskalender ist mit dem deckungsgleich, welcher mit demselben Wochentag beginnt, sinngemäß dto. Schaltjahreskalender.

Steht ein Gemeinjahr drei Jahre vor einem Schaltjahr, kehrt es nach sechs Jahren und danach zwei Mal nach elf Jahren wieder (6 + 11 + 11 = 28), steht es zwei Jahre vor einem Schaltjahr, kehrt der Kalender nach elf Jahren, nach sechs Jahren und nochmals nach elf Jahren (11 + 6 + 11 = 28) wieder, steht es ein Jahr vor einem Schaltjahr, nach elf Jahren, nach nochmals elf Jahren und nach sechs Jahren (11 + 11 + 6) wieder. Dabei wird man leicht feststellen: Es gibt an sich nur 14 Jahreskalender, sieben für Gemeinjahre und sieben für Schaltjahre. Man stellt wiederum nochmals fest, dass sich Schaltjahreskalender nur nach 28 Jahren wiederholen.

Algorithmen zur Ermittlung des Wochentages[Bearbeiten]

Für folgende Beispiele ist gemäß Definition die Bezeichnung "Kalender" nicht gerechtfertigt; wenn den jeweiligen Anweisungen der gewünschten Wochentag ermittelt wurde, ist keinesfalls sicher, dass das gefundene Ergebnis stimmt, da es nicht ohne weiteres überprüft werden kann. Man muss das Ergebnis sozusagen glauben, oder nimmt nach entsprechenden Eingaben in einen Computer den hier angezeigten Wochentag als richtige Vergleichsgröße an.

Ewiger Kalender von 1904
Wochentage-Ermittlung: Tabellen 1-4 (französisch)
Wochentage-Ermittlung für die Jahre von 1753 bis 2180 (englisch)
Wochentage bis 31.12.2000
Wochentage-Ermittlung nach Grotefend[7]
Darstellung des 400-Jahre Zyklus (engl.)
Wochentage-Ermittlung mittels Tabellen 1 bis 3 (baskisch)
Tabelle 3/3 Wochentage (französisch)
Tabelle 2/3 Monate (französisch)
Tabelle 1/3 Jahrhunderte und Jahre (französisch)

Julianischer und gregorianischer Kalender für 28 Jahrhunderte

Regeln

In der Tabelle hier darunter stehen die Zahlen der Jahrhunderte (erste zwei Stellen der Jahreszahl), links nach julianischem System, rechts nach gregorianischem.

Im oberen Teil – hier daneben – stehen die Jahre im Jahrhundert (letzte zwei Stellen der Jahreszahl). Im Schnittpunkt von Jahrhundert-Zeile und Jahre-Spalte findet sich der Sonntagsbuchstabe für das betreffende Jahr.

Unter der Beispielrechnung stehen die Monate. Monate, die mit gleichem Wochentag beginnen, stehen in einer Zeile.

Ausgangspunkt ist nun in der Monatszeile die Spalte des oben gefundenen Sonntagsbuchstabens. Im Schnittpunkt mit der Zeile des Monatstages findet sich der Wochentag.

Schaltjahre sind rot dargestellt.

Das Jahr „00“ bildet eine Ausnahme. Es ist im julianischen Kalender immer ein Schaltjahr. Im gregorianischen Kalender nur, wenn die volle Jahreszahl durch 400 ohne Rest teilbar ist. Die Jahre 1700, 1800, 1900, 2100 ... gregorianisch sind also keine Schaltjahre.

Dem Jahrhundert „0“ ist das Jahr 1 n. Chr. zuzuordnen.

Jahre im Jahrhundert
Beispiel 1

Wochentagsbestimmung für den 31. März 2006: Am Schnittpunkt der Jahresspalte „06“ mit gregorianisch 20 aus der Tabelle Jahrhunderte findet sich der Sonntagsbuchstabe „A“. Weiter sucht man in der Zeile des März (der Tabelle Monate) den Sonntagsbuchstaben „A“. Im Schnittpunkt dieser Spalte mit der Zeile des Monatstages 31 findet sich der Freitag.

Beispiel 2

Wochentagsbestimmung für den 1. Januar 45 v. Chr.: Aus der Tatsache, dass es im normalen julianischen Kalender kein Jahr Null gibt und deshalb dem Jahr 1 n. Chr. das Jahr 1 v. Chr. vorangeht, entspricht das Jahr 45 v. Chr. dem rechnerischen Jahr „−44“, dieses wiederum lässt sich als „−100 + 56“ darstellen. Am Schnittpunkt der Jahresspalte „56“ mit der Zeile „-1“ findet sich der Sonntagsbuchstabe „B“. Das Jahr 45 v. Chr. war ein Schaltjahr, deshalb sucht man rechts in der Tabelle Monate den Eintrag „Januar“ (Schaltjahr – rot). In dieser Zeile geht man vom Sonntagsbuchstaben „B“ nach unten bis zur Zeile mit dem Monatstag 1 und findet Freitag.

Beispiel 3

1. Januar 1900 des julianischen Kalenders: Das Jahr 00 julian. ist ein Schaltjahr, am Schnittpunkt mit julian. Jahrh. 19 findet sich der Sonntagsbuchstabe „A“. Ausgehend von „Januar“ (Schaltjahr – rot) „A“ ergibt beim Monatstag 1 den Samstag.

Beispiel 4

1. Januar 1900 gregorianischen Datums: Das Jahr 00 gregn. ist ein Gemeinjahr, am Schnittpunkt mit gregorian. Jahrh. 19 findet sich der Sonntagsbuchstabe „G“. Ausgehend von „Januar“ und „G“ findet sich beim Monatstag 1 der Montag.

00 01 02 03   04 05
06 07   08 09 10 11
  12 13 14 15   16
17 18 19   20 21 22
23   24 25 26 27  
28 29 30 31   32 33
34 35   36 37 38 39
  40 41 42 43   44
45 46 47   48 49 50
51   52 53 54 55  
56 57 58 59   60 61
62 63   64 65 66 67
  68 69 70 71   72
73 74 75   76 77 78
79   80 81 82 83  
84 85 86 87   88 89
90 91   92 93 94 95
  96 97 98 99    
Zahl der Jahrhunderte   Sonntagsbuchstaben   Monate
julianisch greg.
-4  3 10 17 F E D C B A G Jan.   April Juli  
-3 4 11 18 15 19 G F E D C B A Jan.       Okt.
-2 5 12 19 16 20 A G F E D C B     Mai    
-1 6 13 20 B A G F E D C Feb.     Aug.  
0 7 14 21 17 21 C B A G F E D Feb. März     Nov.
1 8 15 22 D C B A G F E     Juni    
2 9 16 23 18 22 E D C B A G F       Sept. Dez.
  Monatstage   Wochentage  

31 Tage – Januar
28/29 Tage – Februar (Gemeinjahr/Schaltjahr)
31 Tage – März
30 Tage – April
31 Tage – Mai
30 Tage – Juni
31 Tage – Juli
31 Tage – August
30 Tage – September
31 Tage – Oktober
30 Tage – November
31 Tage – Dezember

1 8 15 22 29 Mo Di Mi Do Fr Sa So
2 9 16 23 30 Di Mi Do Fr Sa So Mo
3 10 17 24 31 Mi Do Fr Sa So Mo Di
4 11 18 25   Do Fr Sa So Mo Di Mi
5 12 19 26   Fr Sa So Mo Di Mi Do
6 13 20 27   Sa So Mo Di Mi Do Fr
7 14 21 28   So Mo Di Mi Do Fr Sa

Anmerkung: Dieser Tabellenkalender galt in der Sowjetunion als die am bequemsten zu nutzende langfristige Kalendertabelle.[11]

Unter dem Blickwinkel des verworrenen Jahres und der Augusteischen Korrektur – hat die Ermittlung des Wochentages vor dem Jahr 8 lediglich hypothetischen Wert.

Diese Kalendertabelle entspricht weitgehend W. Bogatyrjows „Ewigem Kalender“ von 1931 (таблицу В. Богатырева),[12][13] hervorgegangen aus „Ein ewiger Kalender“ von S. Emi,[14] und wurde in Anlehnung an den 1957 veröffentlichten „Tabellenkalender für das 20. Jahrhundert“ eines unbekannten Autors (Табель-календарь вожатого на XX век)[15] bearbeitet.

Geräte mit beweglichen Elementen[Bearbeiten]

Nach demselben Prinzip funktionierender „Taschenkalender“ aus Messing für die Jahre 2008–2057; im Bild werden u. a. die Monate Januar, April und Juli 2008 angezeigt
Prinzip eines Drehscheibenkalenders für die Jahre 2001–2028, basierend auf dem Metallkalender des russischen Verlages „Гудок“ aus dem Jahr 1929

1929 brachte der russische Verlag „Гудок“ (Gudok) einen Metallkalender heraus.[16] Er bestand aus einer starren Unterlage, auf der zwei konzentrische Kreise aufgebracht waren, sowie einer drehbaren Scheibe. Auf dem äußeren Kreis waren die Jahreszahlen, auf dem inneren die Wochentage, die sich auf dem Kreis viermal wiederholen, angeordnet. Auf sieben parallelen Feldern der starren Unterlage waren die Monate verzeichnet. Ein Scheibensektor zeigte die Tage 1 bis 31 an, darüber befand sich ein Ausschnitt, in dem die Wochentage sichtbar waren.[17]

Weblinks[Bearbeiten]

Wikitable perpedual calendars

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hannes E. Schlag: Ein Tag zuviel. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 73.
  2. Der römische Kalender. In: Karl Mütz: Faszination Kalender. Polygon-Verlag, Buxheim Eichstätt 1999, S. 30.
  3. Heinz Zemanek: Kalender und Chronologie. 5. Auflage. Oldenburg-Verlag 1990, S. 19.
  4. Hannes E. Schlag: Ein Tag zuviel. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 20.
  5. Hannes E. Schlag: Ein Tag zuviel. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 21.
  6. kein Zitat; aus: Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung. Hahnsche Buchhandlung, 1915, S. 16.
  7. a b H. Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. Hahnsche Buchhandlung, Hannover und Leipzig 1915, Seite 128-129,
  8. Heiner Lichtenberg: Das anpassbar zyklische, soliluneare Zeitzählungssystem des Gregorianischen Kalenders – Ein wissenschaftliches Meisterwerk der späten Renaissance. In: Mathematische Semesterberichte, Band 50, 2003, S. 47.
  9. vgl. The 21st Century and the 3rd Millennium: Years of the Gregorian calendar, which is currently in use today, are counted from AD 1. Thus, the 1st century comprised the years AD 1 through AD 100. The second century began with AD 101 and continued through AD 200. By extrapolation we find that the 20th century comprises the years AD 1901–2000. Therefore, the 21st century began with 1 January 2001 and will continue through 31 December 2100.
  10. Butkewitsch; Selikson: Ewige Kalender. S. 18 unten/S. 19 oben, Teubner Verlagsgesellschaft Leipzig 1974
  11. Butkewitsch; Selikson: Ewige Kalender. S. 77
  12. В. Богатырев: Таблица „Вечный календарь“ в ст. З. Эми „Вечный календарь“. Техника молодежи, H. 11/1940
  13. Butkewitsch; Selikson: Ewige Kalender. S. 78, Tab. 24
  14. З. Эми: Вечный календарь. Техника молодежи, H. 11/1940
  15. Butkewitsch; Selikson: Ewige Kalender. Kalender aus „Книга вожатого на 1957 г.“, S. 62 f., Tab. 6
  16. Металлический календарь с подвижным диском на 28 лет. М., Гудок 1929 (Metallkalender mit drehbarer Scheibe für 28 Jahre)
  17. Butkewitsch, Selikson: Ewige Kalender. S. 44 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. Hahnsche Buchhandlung, Hannover/Leipzig 1915.
  • Karl Mütz: Faszination Kalender. Polygon-Verlag, Buxheim Eichstätt 1999, ISBN 3-928671-14-6.
  • Karl Mütz: Kalendertag und ... S. 83.
  • Ewige Kalender. In: Hannes E. Schlag: Ein Tag zuviel. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1531-2, S. 128/129.
  • Ewiger Wochentagskalender. In: Joachim Erlebach: Mathematische Mußestunden. 12. Auflage. De Gruyter, 1964, ISBN 3-11-125868-8, S. 199/200.
  • Heinz Zemanek: Kalender und Chronologie. 5. Auflage. Oldenbourg-Verlag, 1990, ISBN 3-486-20927-2.
  • Jürgen Hamel: Kal.rechnung ... Gegenwart. Vorträge...Nr. 62 der Archenhold-Sternwarte Berlin-Treptow, 1983.
  • Strömgren/Strömgren: Lehrbuch der Astronomie. Berlin 1936.
  • Steuerberater-Kalender 2013. C. H. Beck, München, ISBN 978-3-406-62919-8, S. 287.
  • Ulrich Bastian: Zeit. Das ewige Rätsel. (= Sterne und Weltraum. Special 5). Verlag Sterne und Weltraum, Heidelberg 2000, ISBN 3-87973-502-6. (Faltblattbeilage)
  • Adolf Weniaminowitsch Butkewitsch, Moisei Samoilowitsch Selikson: Ewige Kalender. (= Kleine naturwissenschaftliche Bibliothek. Band 23). BSB B. G. Teubner Verlagsgesellschaft, Leipzig 1989, ISBN 3-322-00393-0.
  • Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. 13. Auflage. Hahn, Hannover 1991, ISBN 3-7752-5177-4.
  • "Steuerberater-Kalender 2013" Seite 287 C. H. Beck, München, ISSN 0177 7203, ISBN 978 3 406 62919 8

Siehe auch[Bearbeiten]