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Ewigi Liebi (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Ewigi Liebi
Produktionsland Schweiz
Originalsprache Schweizerdeutsch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 105 Minuten
Stab
Regie Pierre Monnard
Drehbuch Urs Bühler
Produktion Lukas Hobi, Reto Schärli
Musik Michael Künstle, Matteo Pagamici
Kamera Pietro Zuercher
Schnitt Michael Schaerer, Yasmin Joerg
Besetzung

Ewigi Liebi ist ein Schweizer Kinospielfilm von Pierre Monnard aus dem Jahr 2026. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenmusical von Roman Riklin und Dominik Flaschka. Das Drehbuch schrieb Urs Bühler. Die Hauptrollen spielen Pasquale Aleardi, Susanne Kunz, Elena Flury und Luca Hänni. Der Film beinhaltet die Genres Romantische Komödie, Musical und Zeitreise.

Die Geschichte handelt von Daniel und Heidi, die sich einst liebten und 30 Jahre nach ihrem unglücklichen Auseinandergehen überraschend die Chance erhalten, nicht nur neu anzufangen, sondern gleich auch zurück in die Vergangenheit zu reisen, um so doch noch ihr gemeinsames Glück zu finden.

Die beiden stammen aus demselben Dorf, Trub im Emmental, und waren füreinander die grosse Jugendliebe. Diese brach auseinander, weil sich Daniel auf Grund einer Lüge seines Bandkumpels Ferdi frustriert auf eine Nacht mit der Dorfschönheit Sabe eingelassen hatte. Doch Heidi erwischte sie, wendete sich von Daniel ab und heiratete Ferdinand.

So führt Daniel einen Musik-Plattenladen in Zürich, muss diesen aber wegen Sanierung räumen. Weil er sich weigert und den Laden besetzt, erscheint die Bauherrin persönlich. Es ist ausgerechnet Heidi, die mit Ferdinand eine Immobilienfirma führt. So begegnen sich Daneli und Heidi erstmals wieder und geben sich gegenseitig die Schuld für das damalige Zerwürfnis. Da begibt sich eine von niemandem bestellte und vor einem Haus-Abbruch ohnehin sinnlos erscheinende vermeintliche Sanitärinstallateurin an ihnen zwei vorbei zum WC des Plattenladens, welches sich nach dessen Verzauberung in der Folge als Zeitmaschine entpuppt.

Erst reist Daniel zurück in die Vergangenheit der 1990er Jahre. Und danach Heidi. Jede Bemühung, ihre jungen Alter Egos davon abzuhalten, die fatalen Fehler zu begehen, die zu ihrer Trennung führten, scheitern, auch wenn sich kleine Details der Gegenwart darum veränderten.

Schliesslich reisen Daniel und Heidi gemeinsam zurück in die Vergangenheit, um ihre Liebe trotz des Misstritts von Daniel zu retten.

2022 erwarb das Luzerner Produzenten-Duo Lukas Hobi und Reto Schärli (Zodiac Pictures) die Rechte des Erfolgsmusicals «Ewigi Liebi», das von Roman Riklin und Dominik Flaschka 2007 auf die Bühne gebracht worden war. Es ist ein Compilation-Musical aus Mundart-Popsongs und die bislang erfolgreichste Bühnenshow in der Schweiz.[1]

Die Filmproduzenten engagierten Drehbuchautor Urs Bühler, die Bühnenvorlage für die Leinwand zu adaptieren und verpflichteten Pierre Monnard für die Regie. In der Folge wurde Luca Hänni für die Rolle des jungen Daneli gewonnen, eine Debütrolle für den Musiker. Auch die übrigen Hauptrollen wurde mit Pasquale Aleardi, Elena Flury und Susanne Kunz früh besetzt.

Die Finanzierung des Films war anspruchsvoll. Weil die Vorlage ausschliesslich Mundartsongs verwendete, limitierte sich die Auswertung auf die deutsche Schweiz. Die Website zum Film listet über ein Dutzend finanzielle Partnerschaften mit Institutionen der öffentlichen Hand und mit privatwirtschaftlichen Sponsoren auf.[2] Als Medienpartner fungiert Radio SRF 1. Das Schweizer Fernsehen SRF ist Koproduzentin.

Das Gesamtbudget betrug knapp 4 Millionen Franken. Es arbeiteten über 100 Personen für diesen Film.[3]

Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2025 im Emmental (Trub, Trubschachen, Langnau, Signau, Eggiwil) und für die „Zürcher“ Szenen im Sulzer-Areal in Winterthur statt.[4] Als Drehzeit standen 30 Tage zur Verfügung.

Für die Kamera war Pietro Zuercher verantwortlich, das Szenenbild wurde von Su Erdt gestaltet und die Kostüme von Rudolf Jost und Verena Haerdi. Maskenbildner war Jean Cotter. Den Ton zeichnete Jürg Lempen auf. Dabei stand bereits eine provisorische Version der Songs als Playback zur Verfügung, neu interpretiert von den Musikern Michael Künstle und Matteo Pagamici, welche gesamthaft für die Musik des Films verantwortlich sind.[5]

Den Schnitt übernahmen Michael Schaerer und Yasmin Joerg. Das Sounddesign stammt von Guido Keller und die Mischung von Jacques Kieffer. Für das Casting war Nora Leibundgut zuständig. Für die Choreografien der Tanzszenen Andrew Resurreccion.

Als Verleiher konnte DCM gewonnen werden.[6] «Ewigi Liebi – der Film» kam am 12. Februar 2026 in die Kinos der deutschen Schweiz. Er lief einen Tag zuvor auch in der französischen Schweiz an.[7]

  • Padi Bernhard, der im Film den Sprengmeister spielt, war Sänger der Band Mash. Er hat den titelgebenden Hit Ewigi Liäbi geschrieben.[8]
  • Als der ältere Daniel in die Vergangenheit reist, präsentiert er dem Musikproduzenten Kattelbach – gespielt von Sebastian Bürgin, aka Baschi – Songs aus der Zukunft mit garantiertem Erfolgspotenzial. Mit dabei Baschis eigener Hit Bring en hei – aber seine Figur räumt dem Song keine Chancen ein.
  • Matthias Sempach, der den Türsteher Mike spielt, war 2013 Eidgenössischer Schwingerkönig.[9][10]
  • Als Zügelmänner, die am Schluss des Films zu sehen sind, fungierte das A-cappella-Quintett Bliss.

Während das Originalmusical 42 Schweizer Mundart-Hits zu einer Story verwoben hatte, beschränkt sich der Film auf 12 Songs, von denen vier neueren Datums sind und im Original noch nicht vorkamen: Ha ke Ahnig von Steff la Cheffe, Bring en hei von Baschi, Müeh mit de Chüeh von Trauffer und 079 von Lo & Leduc.

Titel Originalinterpreten Im Film gesungen von
Alperose Polo Hofer Luca Hänni & Elena Flury
Ewigi Liäbi (I) Mash Bei «Entstehung des Songs»: Luca Hänni & Elena Flury
Gib mer ä Chance Baschi Pasquale Aleardi
Bring en hei Baschi Pasquale Aleardi
Müeh mit de Chüeh Trauffer Pasquale Aleardi
079 Lo & Leduc Pasquale Aleardi
Teddybär Polo Hofer Gilles Marti
Ewigi Liäbi (II) Mash Am Musikwettbwerb: Luca Hänni
Scharlachrot Patent Ochsner Pasquale Aleardi & Luca Hänni
Ha ke Ahnig Steff la Cheffe Susanne Kunz
I schänke dir mis Härz Züri West Gilles Marti
Heimweh Plüsch Luca Hänni
Ewigi Liäbi (III) Mash Im Showdown: Luca Hänni, Elena Flury, Gilles Marti
I hätt no viu blöder ta Gölä Ganzer Cast

Der Journalist Urs Bühler beschreibt Ewigi Liebi in der Neuen Zürcher Zeitung als «Schweizer Antwort auf den britischen Kinoklassiker Love Actually»[11] und führt aus:

«Nichts wird hier verbockt. Der Dialektfilm unterhält mit Witz und Schmiss, ist leichtfüssig, ohne ins Seichte abzurutschen. Und der Schmelz wird aufgebrochen, bevor diese leicht sentimentale Hommage an helvetische Biederkeit zu tranig werden könnte. Selbst Musical-Verächter dürften einen Zugang finden, da die Akteure kaum je dazu genötigt werden, die Liedzeilen in die Sprechrollen zu integrieren: Die Evergreens dienen vor allem als Hintergrund für das herzerwärmende moderne Märchen.»[12]

Für Dani Maurer von Outnow.ch würde das Publikum «recht schnell merken, dass die Geschichte derart plump, harmlos und nichtssagend daherkommt, dass man sich bald auf die erstaunlich wenigen Musiknummern freut.»[13]

Der freie Filmjournalist Oliver Samter schrieb

«Wer sich bei dieser Prämisse auf eine launige und bunte und vor allem selbstironische Angelegenheit freut, wird enttäuscht. Monnards Romanze ist ein formelhaftes, Film gewordenes müdes Lächeln. Diese Ewigi Liebi schwelgt höchstens in Erinnerungen an eine bessere Zeit (mutig: die Neunziger), und kratzt dabei immer wieder die konservative Vergangenheitsverklärung unter diesem scheinheiligen Nostalgie-Lack hervor.»[14]

In mehreren Kritiken kamen die Produktplatzierungen von Rivella und Lindor nicht gut an, welche sich durch beide Zeitepochen des Films ziehen.

Im Tages-Anzeiger wurden die Voraussetzungen für (Schweizer) Kinohits erörtert und eine Abnahme der Relevanz von Hollywood-Unterhaltung postuliert, während ein Film wie Ewigi Liebi massentauglich bleibe und dazu Bekanntes und einen Schweizer Stoff auch für die zunehmend wichtigeren Älteren Kinobesucher biete.[15]

Der Filmkritiker Wolfram Knorr kritisiert in der Weltwoche die «seltsam sterile Inszenierung»:

«Von der Fröhlichkeit der Bühnenversion, jener geglückten Zusammenarbeit zwischen Roman Riklin und dem Regisseur Dominik Flaschka, sind im Film nicht einmal mehr Spurenelemente vorhanden, abgesehen von Titelsong und Finale.»[16]

Felix Schenker von der Kulturplattform ARTTV dagegen hebt die Unterschiede zur Bühnenvorlage positiv hervor:

«Während das Musical im Wesentlichen als Aneinanderreihung legendärer Mundarthits funktionierte, geht der Kinofilm einen entscheidenden Schritt weiter. Der Plot ist wesentlich raffinierter, klarer gebaut, emotional stringenter – was nicht zuletzt dem Drehbuch von Urs Bühler zu verdanken ist. Ihm gelingt es, aus der musikalischen Vorlage eine echte filmische Erzählung zu formen, die auch jenseits der Songs trägt»[17]

Schenkers Fazit lautet:

«Ewigi Liebi will nicht neu erfinden, wie Kino funktioniert. Er will berühren und unterhalten – und das tut er. Mit professionellem Handwerk, starken Darstellern und einer emotional klaren Handschrift liefert Pierre Monnard genau das, was er am besten kann: Schweizer Mainstream-Kino als Wohl-Fühl-Booster auf hohem Niveau.»[18]

Die Journalistin Sandra Steffan von SRF (das den Film koproduziert hat) bezeichnet den Film in einem Bericht der Sendung 10 vor 10 als «kitschigen Kracher fürs Herz, gespickt mit vielen Ohrwürmern der grossen helvetischen Sängerinnen und Bands der letzten 30 Jahre». Sie fokussiert auf den Darstellern Susanne Kunz, «die in ihrer ersten Filmhauptrolle als erwachsene Heidi» glänze, und Sänger/Songwriter Luca Hänni, der als junger Daneli sein Kinodebüt gebe mit dem Urteil: «Die Mischung von Schauspiel und Mundart-Gesang kriegt der Popstar charmant hin.» Das Fazit des Berichts lautet: «Im Film Ewigi Liebi ist drin, was draufsteht. Er ist kitschig und bunt. Mitreissend gesungen, pfiffig gespielt und sehr unterhaltsam.»[19]

Einspielergebnis

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Der Film startete am Opening Weekend vom 12.–15. Februar 2026 auf Platz 1 der Deutschschweizer Kinocharts mit 13404 Eintritten von 75 Leinwänden,[20] der Tages-Anzeiger nannte eine Zahl von 17'500.[15]

Einzelnachweise

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  1. Das Musical | EWIGI LIÄBI | EWIGI LIÄBI. Abgerufen am 30. Januar 2026.
  2. Ewigi Liebi – der Film. Ab 12. Februar 2026 im Kino | Offizielle Website mit Film Trailer, exklusiver Premiere-Tour und Kino-Spielzeiten. Abgerufen am 30. Januar 2026 (englisch).
  3. Jean-Claude Galli: Luca Hänni in seiner ersten Film-Hauptrolle in «Ewigi Liebi». 6. August 2025, abgerufen am 30. Januar 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  4. «Ewigi Liebi»: Dank eines Plattenladens landete die Filmcrew in Winterthur, Tages-Anzeiger, 11. Februar 2026
  5. Ewigi Liebi. Abgerufen am 30. Januar 2026.
  6. EWIGI LIEBI. In: DCM Stories. Abgerufen am 30. Januar 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  7. ProCinema: ProCinema: filmdb – Ewigi Liebi. Abgerufen am 30. Januar 2026.
  8. Warum bei Padi Bernhard die ewige Liebe nach 27 Jahren hält, Plattform J, 20. Februar 2026
  9. Geschichte: Schwingerkönige seit Gründung ESV 1895. Abgerufen am 19. Februar 2026.
  10. Hier wird Baschi von unserem Schwingerkönig verhaftet, Blick, 25. Juli 2025
  11. Urs Bühler: Berndeutscher Zauber im Film «Ewigi Liebi»: ein modernes Märchen voller Ohrwürmer. 11. Februar 2026, abgerufen am 16. Februar 2026.
  12. Urs Bühler: Berndeutscher Zauber im Film «Ewigi Liebi»: ein modernes Märchen voller Ohrwürmer. 11. Februar 2026, abgerufen am 16. Februar 2026.
  13. Dani Maurer: Filmkritik: Zeitreise auf Bärndüütsch. In: Outnow.ch. 21. Februar 2026, abgerufen am 2. März 2026.
  14. Oliver Samter: Ein Hoch auf die Lindorisierung des Schweizer Films. In: Medium. 15. Februar 2026, abgerufen am 2. März 2026.
  15. 1 2 Hat «Ewigi Liebi» das Zeug zum Blockbuster?, Tages-Anzeiger, 18. Februar 2026
  16. Ab ins Zeitreise-Klo: Wie «Ewigi Liebi» die Musical-Hitlawine wegspült und aus Ohrwürmern eine Lovestory macht. 11. Februar 2026, abgerufen am 2. März 2026.
  17. EWIGI LIEBI – Schweizer Liebesfilm zwischen Nostalgie und Gegenwart. Abgerufen am 16. Februar 2026.
  18. EWIGI LIEBI – Schweizer Liebesfilm zwischen Nostalgie und Gegenwart. Abgerufen am 16. Februar 2026.
  19. Musical «Ewigi Liebi» im Kino – 10 vor 10 – Play SRF. Abgerufen am 16. Februar 2026.
  20. Statistiken – filmdistribution schweiz. Abgerufen am 16. Februar 2026.