Exchangeable Image File Format

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Das Exchangeable Image File Format (offizielle Abkürzung ist Exif, nicht EXIF) ist ein Standardformat der Japan Electronic and Information Technology Industries Association (JEITA) für das Abspeichern von Metadaten in digitalen Bildern. Die letzte Version des Standards (2.3, April 2010, letzte Revision im Mai 2013[1]) wurde von einer Kooperation der JEITA mit der ebenfalls japanischen Organisation CIPA (Nachfolge-Organisation der JCIA – Japan Camera Industry Association) formuliert.

Anwendungsbereiche[Bearbeiten]

Exif-Daten werden direkt in die Datei von Bildern der Formate JFIF (JPEG) oder TIFF geschrieben – im sogenannten Header (Bereich am Anfang der Bilddatei, noch vor den eigentlichen Bildinformationen). Mittlerweile legt so gut wie jede Digitalkamera diese zusätzlichen Informationen zu der Aufnahme im Bild ab, auch die Kameraapplikationen der meisten Mobiltelefone erstellen Bilder mit Exif-Daten.

Zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme sowie andere Software können diese Daten ausgeben. Daneben können Exif-Daten bei Audiodateien zum Einsatz kommen.

Exif-Einträge[Bearbeiten]

Nahezu alle modernen Digitalkameras beherrschen den Exif-Standard und speichern bei jeder Aufnahme zahlreiche Aufnahmeparameter, wie zum Beispiel:

Weitere nützliche Informationen können nachträglich in Form der sogenannten IPTC-Daten (International Press Telecommunications Council) hinzugefügt werden. Der IPTC-Standard ist neben Exif ein weiterer Standard, der überwiegend im Fotojournalismus zum Einsatz kommt. Beispiele von typischen IPTC-Feldern sind:

  • Kommentar (z. B. in Form einer Bildbeschreibung)
  • Künstlername
  • Hinweise zum Urheberrecht der Datei

Beispiele von Exif-Tags[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Informationen in den Exif-Daten, sie sind in Form sogenannter „Tags“ (engl. „tag“ = Kennzeichen, Markierung) hinterlegt. Die Tags bestehen aus einem Paar von (a) eines Namens gemäß Exif-Standard und (b) eines Werts, numerisch oder alphanumerisch. Die nationalsprachigen Darstellungen der Namen und die Formatierung der (numerischen) Werte erfolgt durch anzeigende Programme. Die Tags sind standardisiert und geben Auskunft über die Kameraeinstellungen, unter denen das Bild aufgenommen wurde, wie zum Beispiel die folgenden:

Make Name des Kameraherstellers, Kamera-Modell
Orientation Bild-Ausrichtung Hochformat / Querformat
DateTime Aufnahmedatum
FNumber Blendenzahl
ExposureTime Belichtungszeit
ISO Value, ISOSpeedRatings Empfindlichkeit des Bildsensors
MeteringMode Belichtungsmessverfahren Mittelwert/Spot/Multisegment

Zusätzlich zu den Standard-Feldern können Hersteller noch spezifische „Maker-Notes“ einfügen, die herstellerdefinierte, proprietäre Informationen enthalten, die entweder vom Exif-Standard nicht definiert sind, oder deren Inhalt aus anderen Gründen nicht offengelegt werden. Beispiele:

  • Focus Mode
  • AF Point
  • Focus Distance

Beispiel von Exif-Daten aus einer Sony Alpha 380[Bearbeiten]

Name der gespeicherten Datei DSC04923.ARW
Kameramodell Sony Alpha 380
Firmware Firmware Version 1.1
Aufnahmedatum/-zeit 27. November 2011 15:39:28
Autor/Photographer xxxx xxxxx (Name)
Copyright-Vermerk Copyright: xxxx xxxxx
Name des Besitzers xxxx xxxxx
Aufnahmemodus A (Blendenpriorität)
Tv (Verschlusszeit) 1/6
Av (Blendenzahl) 2.8
Messmodus Mehrfeldmessung
Belichtungskorrektur 0
Filmempfindlichkeit (ISO) 100
Automatische Filmempfindlichkeit (ISO) Aus
Objektiv Sony AF 20 mm F2.8
Brennweite 20.0 mm
Bildgröße 4600 x 3064
Bildqualität Fein
Blitz Aus
FE-Blitzbelichtungsspeicherung Aus
Weißabgleich Automatisch
AF-Betriebsart Manueller Fokus
Farbraum sRGB
Farbtiefe 36 Bit
Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung 0: Aus
Automatische Belichtungsoptimierung 0: Standard
Randlichtkorrektur Aktivieren
Dateigröße 18842 KB
Staublöschungsdaten Nein
Transportart Einzelaufnahme
Livebild-Aufnahme Aus

Die Daten des Objektives können von Panoramaprogrammen dazu verwendet werden, bestimmte Abbildungsfehler vor dem Zusammensetzen zu korrigieren. Diese Kamera und die dazugehörende Software verwendet die Daten auch zur Randlichtkorrektur, um leichte Vignettierungen durch Aufhellen zu eliminieren.

Mögliche Probleme[Bearbeiten]

Durch das Hinzufügen von Metadaten (Datum, Uhrzeit, Standort, Vorschaubild) zu dem Original werden (möglicherweise unbeabsichtigt) Details veröffentlicht, die nicht für die Zielgruppe gedacht waren. Deshalb sollte man vor der Weitergabe von Fotos per E-Mail oder anderen Medien beziehungsweise der Freigabe auf einer Webseite mit Hilfe eines geeigneten Programms alle unerwünschten Exif-Daten entfernen. So wurde z. B. der Aufenthaltsort des flüchtigen John McAfee durch die unbedachte Veröffentlichung des während eines Interviews mit einem durch den Journalisten geschossenen Foto mit GPS-Koordinaten bekannt.[2]

Bei der Bearbeitung von Fotos mit gängigen Bildbearbeitungsprogrammen können einige Exif-Daten so verändert werden, dass sie mit gängigen Bildbetrachtern nicht mehr angezeigt werden. Nikon berichtet dazu auf einer Support-Seite (hier verkürzt wiedergegeben) folgendes:

Der JPEG-Standard enthält eine ganze Reihe von Dateiformaten für unterschiedliche Anforderungen. Die EXIF-Variante wurde speziell für Digitalkameras entwickelt. Die JFIF-Variante ist ein in der digitalen Bildbearbeitung häufig verwendetes JPEG-Format. Beide nutzen die APPn-Bereiche auf unterschiedliche Weise.

Versionen[Bearbeiten]

  • JEITA Exif Version 2.1 vom 1. Juni 1998
  • JEITA Exif Version 2.2 (Projektname „Exif Print“) vom 20. Februar 2002 (veröffentlicht zwischen Februar und April 2002)
  • JEITA Exif Version 2.21 (mit Adobe RGB-Unterstützung) vom 11. Juli 2003 (veröffentlicht im September 2003 unmittelbar nach DCF 2.0)
  • JEITA Exif Version 2.3 vom 26. April 2010, letzte Revision im Mai 2013

Weblinks[Bearbeiten]

Software und Werkzeuge[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Online-Version der Exif-Spezifikation (JEITA CP-3451C/CIPA DC-008-2012)
  2. Achim Sawall: John McAfee mit iPhone-Geolocation geortet. Golem.de, 4. Dezember 2012, abgerufen am 5. Oktober 2013.