Exit-Scam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ein Exit-Scam (dt. Ausstiegsbetrug) ist eine Art von Betrug, bei dem jemand im laufenden Betrieb Vorauszahlungen für zu liefernde Waren oder Dienstleistungen vereinnahmt, ohne die vereinbarte Gegenleistung zu erbringen und nach einiger Zeit mit den Kundengeldern untertaucht.

Wenn ein guter Ruf besteht, kann es einige Zeit dauern, bis bekannt wird, dass Bestellungen nicht versendet werden.

Bekannt geworden ist ein Exit-Scam im Darknet-Markt,[1] bei dem die Täter auf der Plattform Wall Street Market Kundengelder in Form der Kryptowährung Bitcoin gesammelt und die Website anschließend abgeschaltet hatten.[2] Die Schließung des Darknet-Markts Evolution wird als bis dahin größter Exit-Scam bezeichnet. Die Administratoren haben offenbar Bitcoins im Wert von umgerechnet 12 Millionen US-Dollar unterschlagen. Dies hatte zur Folge, dass der Bitcoin-Kurs zeitweise um mehr als 10 Prozent einbrach.[3][4]

Eine Strafverfolgung ist aufgrund der Anonymität, die das Darknet bietet, erschwert. Der Schaden durch Exit-Scams wird für das Jahr 2019 auf über 4,3 Mrd. US-Dollar geschätzt.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jon Christian: The 'Exit Scam' Is the Darknet's Perfect Crime. In: Vice. 4. Februar 2015, abgerufen am 31. Mai 2020 (englisch).
  2. BKA: Festnahme der mutmaßlichen Verantwortlichen des weltweit zweitgrößten illegalen Online-Marktplatzes im Darknet „WALL STREET MARKET“ Pressemitteilung vom 3. Mai 2019.
  3. Stefan Beiersmann: Darknet-Drogenbörse Evolution Market ist nicht mehr erreichbar. 19. März 2015, abgerufen am 31. Mai 2020 (deutsch).
  4. Jeff Stone: Evolution Downfall: Insider 'Exit Scam' Blamed For Massive Drug Bazaar's Sudden Disappearance. 23. März 2015, abgerufen am 31. Mai 2020.
  5. Bericht: So viel Geld verlor die Krypto-Industrie 2019 durch Exit-Scams. In: Blockchain-Hero. 13. August 2019.
  6. Kryptowährungs-Betrug ein Milliardengeschäft. In: Computerworld. 19. August 2019.