Exklusive

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Die Exklusive (vom lateinischen ius exclusivae exklusives Recht; auch exclusiva vota, exclusiva sententia) war das von katholischen Monarchen beanspruchte Vetorecht, bestimmte Personen im Konklave durch einen beauftragten „Kronkardinal“ von der Wahl auszuschließen.

Beansprucht und verwendet wurde die Exklusive von Spanien, Frankreich, dem Heiligen Römischen Reich (bis 1806) und Österreich (nach 1806).

Ausgeübt wurde die Exklusive zum Beispiel 1721 und 1724 von Kaiser Karl VI. gegen Fabrizio Paolucci, den Kardinalstaatssekretär von Papst Clemens XI.

Letztmals wurde die Exklusive 1903 nach dem Tode von Papst Leo XIII. vom Krakauer Kardinal Jan Puzyna de Kosielsko im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. gegen Kardinal Mariano Rampolla del Tindaro vorgebracht.[1] Gewählt wurde schließlich der Patriarch von Venedig, Giuseppe Sarto, und nahm den Namen Pius X. an. Dieser hob die Exklusive auf. In der Apostolischen Konstitution Commissum nobis vom 20. Januar 1904 untersagte er jedem Kardinal bei Strafe der Exkommunikation, dem Konklave eine Exklusive zu überbringen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wahrmund: Beiträge zur Geschichte des Exclusionsrechtes bei den Papstwahlen aus römischen Archiven; Band 122 Ausgabe 13, Verlag F. Tempsky, 1890.
  • Ludwig Wahrmund: Das Ausschliessungs-Recht (jus exclusivae) der katholischen Staaten Österreich, Frankreich und Spanien bei den Papstwahlen: mit Benützung unpublicirter Acten des k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchivs zu Wien; Verlag A. Hölder, 1888; Neu aufgelegt bei BiblioBazaar, 2008.
  • Gabriel Vidal: Du veto d'exclusion en matière d'élection pontificale. Toulouse 1906.
  • Alexander Eisler: Das Veto der katholischen Staaten bei der Papstwahl seit dem Ende des 16. Jahrhunderts; Verlag Manz’sche k. u. k. Hof-Verlags- und Universitäts-Buchhandlung, 1907.
  • Ralf Hammecke: Der kuriale Entscheidungsprozeß zur Neuerung der Papstwahl unter Pius X. Ein Beitrag zur Geschichte der Exklusivrechts. Agenda, Münster 2010, ISBN 978-3-89688-423-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luciano Trincia: Conclave e potere politico : il veto a Rampolla nel sistema delle potenze europee (1887-1904). Studium, Roma 2004, ISBN 88-382-3949-5.