Experimentelle Typografie

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Unter Experimenteller Typografie werden verstanden:

  1. Wissenschaftliche Versuche, die Wirkung typografischer Entwürfe auf Versuchspersonen zu untersuchen. Darin sind sie nicht zu verwechseln mit den Bemühungen der „Expressiven“ und „Extremen Typografie“.
  2. Eine Bewegung innerhalb der Typografie, die ab 1945 die „klassischen Entwürfe“ mit eigenen Designvorschlägen und neuen Medien in Frage stellt. Diese Experimente beziehen sich auf a) kinematografische, b) optisch-dynamische (z. B. Neonwerbung) und c) kinetische Ausdrucksversuche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Typografie des 21. Jahrhunderts ist das Ergebnis einer sprunghaften Entwicklung ihrer Reproduktion. Im Spannungsfeld zwischen technischer Revolution und Massenkommunikation entwickelten sich um die Jahrhundertwende 1880 bis 1915 zahlreiche Versuche die Lesbarkeit betreffend. „Experimente“ mit Typografie in den 1920er Jahren folgten zahlreiche künstlerische Manifestationen im Buchdruck, wie die „Geschichte von den zwei Quadraten“ von El Lissitzky. Seit 1945 werden diese als „Experimentelle Typografie“ bezeichnet. Verwandte Versuche gab es in der Visuellen und der Konkreten Poesie.

Wichtige Vertreter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filippo Tommaso Marinetti, Hugo Ball, Max Bense, El Lissitzky, Umberto Boccioni, Alexander Branczyk, Theo van Doesburg, Carlo Carrà, Gino Severini, Hans Richter, Raoul Hausmann, Kurt Schwitters, Guillaume Apollinaire, Kurd Alsleben, Abraham Moles, Thomas Nagel, Raymond Federman,

Stile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Futurismus (Severino), Kubismus (J. Gris, Picasso), Dadaismus (Hugo Ball)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jeff Bellantoni, Matt Woolman: Type in Motion. Innovative digitale Gestaltung. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 1999. ISBN 3-87439-477-8
  • A. Branczyk, J. Nachtwey, H. Nehl, S. Schlaich, J. Siebert: emotional_digital. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 1999. ISBN 3-87439-439-5
  • Johanna Drucker: The Visible Word: Experimental Typography and Modern Art, 1909-1923. Chicago/London: University of Chicago Press, 1996.
  • Willi Kunz: Typografie: Makro- und Mikro-Ästhetik. Sulgen/Zürich: Niggli Verlag, 1998. ISBN 3-7212-0342-9
  • Hans-Rudolf Lutz: Typo. Ausbildung in typografischer Gestaltung. Eigenverlag: o. J.
  • Hans-Rudolf Lutz: Typoundso. Eigenverlag: o. J.
  • Michael Mahla: typokinetik. Manifest der bewegten Schrift. Berlin: udk, 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]