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Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes

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Bild nach dem Unglück mit dem Explosionstrichter im Vordergrund[1]

Die Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes war, gemessen an der Opferzahl, das bisher größte Unglück in der Geschichte der deutschen chemischen Industrie und die größte zivile Explosionskatastrophe in Deutschland. Am Morgen des 21. September 1921 kam es im Oppauer Werk der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik um 7:32 Uhr zu zwei kurz aufeinanderfolgenden Explosionen von etwa 400 Tonnen Ammoniumsulfatnitrat, einem Düngemittel. Ausgelöst wurde die Katastrophe durch gezielte kleinere Auflockerungs-Sprengungen innerhalb des Düngers, wie sie bereits seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt worden waren und die bis dahin als absolut sicher galten. Noch in 75 km Entfernung zum Unglücksort beschädigten die Detonationen Gebäude. 559 Menschen wurden dabei getötet und weitere 1977 verletzt.

Die Geschichte des Oppauer Stickstoffwerkes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die industrielle Ammoniak-Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Bosch
Fritz Haber

Die ausreichende Verfügbarkeit von stickstoffhaltigen Düngern zur Verbesserung der Ernte war im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein drängendes Problem. Nachdem für die Düngung der landwirtschaftlichen Flächen zunächst nur Stalldung eingesetzt wurde, verwendete man im 19. Jahrhundert zusätzlich auch Chilesalpeter – eines der wenigen natürlichen Vorkommen von Natriumnitrat – für die Düngung. Da die Mengen an Chilesalpeter begrenzt waren, wurde die Gewinnung von synthetischen Stickstoffverbindungen zur Jahrhundertwende ein wichtiges Forschungsgebiet. Neben Nitraten, wie Chilesalpeter, können als synthetische Stickstoff-Dünger auch Ammonium-Salze – welche aus Ammoniak hergestellt werden – verwendet werden. Seit etwa 1900 befasste sich Fritz Haber mit der Synthese von Ammoniak direkt aus den Elementen Stickstoff (welcher in unbegrenzter Menge aus Luft gewonnen werden kann) und Wasserstoff mit Hilfe verschiedener Katalysatoren bei erhöhten Temperaturen.[2][3][4] 1908 wurde dieses Verfahren zur Direktsynthese von Ammoniak erstmals durch die Badische Anilin- & Soda-Fabrik zum Patent angemeldet.[5] Ab 1909 arbeitete Carl Bosch zusammen mit seinem Assistenten Alwin Mittasch, der sich mit der Optimierung der verwendeten Katalysatoren beschäftigte, im neu gegründeten Ammoniaklaboratorium der BASF an der industriellen Umsetzung des Verfahren. Im Juli 1910 wurden im BASF-Werk Ludwigshafen die ersten 5 kg Ammoniak nach dem neuen Verfahren produziert. Nach Inbetriebnahme größerer Reaktoren stieg die Tagesproduktion im Jahr 1911 zunächst auf 30 kg und dann im Jahr 1912 auf 1000 kg Ammoniak.[6]

Die Gründung des Stickstoffwerkes in Oppau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk Oppau 1914, Gemälde von Otto Bollhagen
Erster Ammoniak-Reaktor im Werk Oppau 1913

Überzeugt von der technischen Realisierbarkeit der Herstellungsverfahren für Ammoniak und Ammoniumsulfat-Dünger, entschied sich die BASF im November 1911 zum Bau eines Stickstoff-Werkes[A 1] in Oppau. Baubeginn für das 1,5 km nördlich von Ludwigshafen gelegene Werk mit seiner Grundfläche von etwa 500 000 m2 war am 7. Mai 1912. Nachdem zwischenzeitlich spezielle rostfreie Stähle durch Krupp entwickelt worden waren,[7] nahm die Fabrik im September 1913 den weltweit ersten Reaktor zur industriellen Herstellung von Ammoniak nach dem sogenannten Haber-Bosch-Verfahren in Betrieb.[6][8] Der tägliche Produktionsausstoß betrug rund 30 Tonnen Ammoniak, womit etwa 36 000 t Ammoniumsulfat (Ammonsulfat, AS) pro Jahr produziert werden konnten.[9][10]

Der Erste Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kam es im Deutschen Reich durch die Seeblockade der Alliierten zu Lieferengpässen beim Natriumnitrat (Chilesalpeter) – welches nun nicht nur in der Landwirtschaft, sondern umso dringender auch als Sauerstoff-liefernder Bestandteil für Sprengstoffe benötigt wurde. Im September 1914 schlossen daraufhin die BASF und die Deutschen Reichsregierung das Salpeterversprechen, wodurch die Versorgung des deutschen Reiches mit Nitraten (Salpeter), zunächst in Form von Natriumnitrat später als Ammoniumnitrat (Ammonsalpeter, AN), sichergestellt wurde. Carl Bosch sagte die Lieferung von 5000 t Natriumnitrat innerhalb von nur sechs Monaten zu. Im Gegenzug war die Reichsregierung bereit, 6 Mio. Mark für die Produktionsanlage zur Verfügung zu stellen, die binnen elf Monaten eine Kapazität von 7500 t erreichen sollte. Noch im selben Monat begann man in Oppau mit dem Bau einer Pilot-Anlage zur Produktion von Salpetersäure durch Oxidation von konzentriertem Ammoniak und bereits im folgenden Monat (Oktober 1914) mit den Arbeiten an der Weißsalzfabrik (so genannt wegen der Farbe des produzierten Salpeters), in der die ersten Öfen im Februar 1915 in Betrieb gingen.[11] Diese wurde später durch eine optimierte Anlage ersetzt.

Durch die Nähe zu Frankreich kam es ab Mai 1915 zu französischen Luftangriffen auf die BASF-Werke in Oppau und Ludwigshafen – Oppau lieferte Nitrate für Sprengstoffe und Ludwigshafen produzierte Chlorgas, das von deutsche Truppen im April 1915 erstmals als chemische Waffe eingesetzt wurde.[12] Auch wenn die Schäden in den beiden Werken insgesamt gering blieben, begann die BASF nach Verhandlungen mit der Regierung im April 1916 in Mitteldeutschland mit dem Bau eines zweiten Stickstoff-Werkes. Die Leunawerke nahe Merseburg (später Ammoniakwerk Merseburg GmbH) nahmen im April 1917 ihren Betrieb auf.[13] In Oppau entschied man sich, die Produktionsanlagen trotz der Luftangriffe kontinuierlich durchlaufen zu lassen, da die Produktion bereits deutlich zurückgegangen war.[14] Obwohl die Kapazität auf 100 000 t im Jahr 1916/1917 stieg, betrug die tatsächliche Produktionsmenge, aufgrund verschiedener kriegsbedingter Probleme nicht viel mehr als 61 000 t Stickstoff.[7] 1918 machten Ammoniak und Salpeter die Hälfte des Umsatzes der BASF aus und die Gewinne daraus gingen nahezu komplett in den Ausbau des Werkes Oppau.[15] In dieser Zeit produzierten die beiden Stickstoff-Werke Oppau und Merseburg zusammen Produkte mit 90 000 t Stickstoff-Gehalt, welche fast ausschließlich für militärische Sprengstoffe verwendet wurden.

Die Zeit der Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Waffenstillstand stornierte die Reichsregierung alle Bestellungen für Sprengstoffe und chemische Waffen, die zu diesem Zeitpunkt fast 78 % des Umsatzes der BASF ausmachten.[16] Am 6. Dezember 1918 marschierte die französische Armee ein. Ihr folgten Inspektoren und technischen Kommandos, die offiziell die Abrüstung überwachen sollten, aber auch darauf aus waren, die Produktionstechnologien der deutschen chemischen Industrie, insbesondere der Ammoniaksynthese zu beschaffen.[17] Die beiden linksrheinischen Chemiewerke Oppau und Ludwigshafen unterlagen danach bis 1930 französischer Besatzung.[18] Durch den im Januar 1920 in Kraft getretenen Versailler Vertrag endete zwar die direkte Besatzung der beiden BASF Werke, die beiden Ammoniakwerke Oppau und Leuna waren aber dadurch auch verpflichtet, Reparationsleistungen von 50 000 t Ammoniumsulfat pro Jahr an die Alliierten, davon 30 000 t an Frankreich zu liefern, was, aufgrund verringerter Produktionsmengen, bedingt durch Streik, Brennstoffmangel und fehlenden Maschinen, zu Verlusten in Oppau führte.[19][20][21] Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Mitarbeiter in Oppau durch Kriegsheimkehrer zunächst sprunghaft, die Fluktuation erhöhte sich bis 1920 auf 70 % und es kam immer wieder zu Streiks, Arbeitsniederlegungen und Werksbesetzungen.[22] 1921 waren in Oppau schätzungsweise 11 000 Arbeiter und Betriebsbeamte beschäftigt.[23]

Düngemittelproduktion
in Oppau in t[24]
1917 1918 1919 1920 1921
Kaliumammonsalpeter 13 4 216 13 733 16 760 312
Ammonsulfatsalpeter 8 252 52 614 62 940

Nach dem Krieg war der Düngemittelmarkt für die BASF strategisch viel wichtiger als der Farbstoffmarkt.[25] Allein die Ammoniakproduktion machte 1919 ca. 59 % des Umsatzes der BASF aus.[26] Da Ammonsalpeter gegenüber dem in der Landwirtschaft bisher verwendeten Natriumnitrat (Chilesalpeter) deutlich ergiebiger war, wurde in Oppau nach dem Krieg die Ammoniumnitrat-Produktion für die Düngemittelherstellung weitergeführt. Dem Problem, dass Ammoniumnitrat sehr hygroskopisch ist und stark zum Verklumpen neigt, begegnete man zunächst durch Beimischung von Kaliumchlorid (Chlorkalium), wodurch sich Ammoniumchlorid und Kaliumnitrat bildeten. Das entstandene Produkt wurde unter der Bezeichnung Kaliumammonsalpeter vertrieben. Später wurde dies zunehmend durch die Zugabe von Ammoniumsulfat (AS) ersetzt. Verkauft wurde dieser Misch-Dünger unter der Bezeichnung Ammonsulfatsalpeter (Ammoniumsulfatnitrat, ASN) oder auch Mischsalz.[27][28] Mit einem Stickstoffgehalt von 27 % enthält ASN in 50 kg (einem Zentner) genau soviel wirksamen Stickstoff wie 90 kg (180 Pfund) Chilesalpeter.[20] Ammoniumnitrat wurde zu dieser Zeit in Sprengstoffen vor allen Dingen als sauerstoffliefernde Komponente verwendet, seine Eigenschaft, dass es auch allein durch Initialzündung zur Explosion gebracht werden kann, war nicht überall bekannt. Durch die Beimengung des sprengtechnisch inerten Ammoniumsulfat zum explosionsfähigen Ammoniumnitrat erhielt man ein ziviles Produkt, denn wie AS war auch ASN – nach den damaligen Erkenntnissen – kein Explosivstoff mehr und erfüllte damit die Vorgaben des Versailler Vertrages.[29]

Produktionsprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ammoniumsulfatnitrat (ASN) wurde in Oppau in einem mehrstufigen Prozess hergestellt.[27] In einem separaten Produktionsgebäude wurde zunächst Ammoniak (NH3) aus dem Haber-Bosch-Prozess zu Salpetersäure (HNO3) oxidiert. Diese wurde dann mit gasförmigem Ammoniak zu Ammoniumnitrat umgesetzt:

Man erhielt dabei eine Lösung mit einer Konzentration von 55 bis 58 g Ammoniumnitrat in 100 ml Lösung.

Ammoniumsulfat wurde nach einem eigenen Verfahren der Badischen Anilin- und Sodafabrik gewonnen. Dazu wurde feingemahlener Gips (Calciumsulfat, CaSO4), der in einer verdünnten Ammoniumsulfatlösung aufgeschlämmt war, mit gasförmigem Ammoniak und Kohlensäure (Kohlenstoffdioxid, CO2) zu Reaktion gebracht:

Die für die Reaktion benötigte Kohlensäure stammte aus dem Synthesegas-Prozess, in welchem der für die Ammoniaksynthese benötige Wasserstoff hergestellt wurde.

In der Anfangszeit der ASN-Produktion in Oppau wurden Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat zunächst separat getrocknet und dann trocken gemischt, wobei sich mit der Zeit das ASN-Doppelsalz bildete.

Zur Kostenreduzierung wurde das Verfahren dann alsbald geändert: die Ammoniumnitratlösung wurde in gusseisernen Rührpfannen zuerst auf 85 bis 90 % aufkonzentriert und danach das feste Ammoniumsulfat (oder Kaliumchlorid für Kaliumammonsalpeter) zugegeben. Diese Prozessänderung hatte zudem den Vorteil, dass das Ammoniumnitrat nicht mehr in trockener Form gehandhabt werden musste. Zunächst wurde die heiße Mischung dann mit Schneckengetrieben in luftgekühlten Eisenrinnen zu einem Transportförderband befördert, wo das gewünschte Doppelsalz kristallisierte. Ende 1920 wurde das Verfahren dann weiter verändert und die dünnflüssige AN/AS-Lösung bei 110 bis 120 °C über eine feststehende 10 cm Düse mit Pressluft fein zerstäubt. Dadurch verdampfte das noch enthaltende restliche Wasser schneller, das Salz kühlte auf 60 °C ab und rieselte als feiner Schnee zu Boden. Durch die Verdüsung wurde das Produkt nicht nur feiner, sondern hatte zudem eine deutlich geringere Restfeuchte (1,5 bis 3 %, statt ursprünglich 7,5 %) und neigte so weniger zum Verklumpen.[27][30] Das ASN-Doppelsalz kristallisiert natürlicherweise in einem Mischungsverhältnis von 1 mol Ammoniumsulfat und 2 mol Ammoniumnitrat, was einem Gewichtsanteil von 54,8 % Ammoniumnitrat entspricht. Um ausreichend weit von der Explosionsgrenze entfernt zu sein (s. Abschnitt Handhabung) wurde in Oppau bewusst ein 5 %iger Überschuss an Ammoniumsulfat gewählt, so dass das Verhältnis Ammoniumnitrat zu Ammoniumsulfat 50:50 war (Oppauer Salz oder einfach Mischsalz).[27][30][28]

Produktionsanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lageplan mit Explosionskrater

In Oppau wurden täglich 600 t Ammoniumsulfat hergestellt. Davon wurden 100 t pro Tag zu Herstellung von ASN weiterverwendet. Bei einem AS/AN Mischungsverhältnis von 50:50 ergab sich damit eine tägliche Produktionsmenge von 200 t ASN. Produktion und Lagerung des Ammonsulfatsalpeter fanden im Werk Oppau in 4 Gebäuden statt: Op 111, Op 110, Op 112 und Op 182. Im Gebäude Op 111 war der gesamte Produktionsprozess, wie oben beschrieben, untergebracht. Das fertige Produkt konnte von dort über das Förderband direkt in das Silo Op 112 transportiert werden. Das Gebäude Op 110 war ein 61 m × 31 m großes Holzgebäude mit Holzgewölbedach, welches im unteren Teil eine 5 m hohe Stützmauer aus Stahlbeton hatte und 4,12 m unter dem aufgeschütteten Fabrikgelände lag. Es wurde für die Trocknung, Abkühlung und die vollständige Umwandlung in das Doppelsalz genutzt. Über eine Rohrleitung konnte dazu die gesättigte Lösung von der Produktion ins Gebäude Op 110 gepumpt und dort versprüht werden. Unter dem Fußboden des Gebäudes Op 110 befand sich ein 2 m hoher und 2,8 m breiter Längsgang mit einem Transportband, mit dem das abgekühlte Material über das Gebäude Op 111 in das Lagersilo Op 112 befördert wurde.[24] Das Lagersilo Op 112 und das daneben gelegene Lagersilo Op 182 waren je 172 m lang, 31 m breit und 20 m hoch und hatten ein Fassungsvermögen von jeweils 77 000 m3, was zusammen etwa 100 000 t ASN entsprach.[24] Die hohen Lagerkapazität war notwendig, da ASN in der Landwirtschaft ein Saisonprodukt war, das zunächst auf Vorrat produziert und dann in Frühjahr und Herbst in großen Mengen ausgeliefert wurde.[30][20]

Handhabung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der immer noch vorhandenen Restfeuchte und seiner Hygroskopizität verklumpte auch das ASN öfter in den Silos und musste dann vor der Entnahme (Ausschleusung) gelockert werden. Dies wurde üblicherweise mit Hilfe kleinerer Sprengungen bewerkstelligt, da ein mechanischer Abbau mit Hacke und Schaufeln oder auch durch Bagger kaum möglich war. Da bekannt war, dass sich Ammoniumnitrat beim Erhitzen stark exotherm und bei genügend großer Menge explosionsartig zersetzt, hatten sowohl die BASF als auch die Agfa in Wolfen zuvor umfangreiche Labor- und Sprengversuche durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass durch die Zugabe von inerten Salzen wie Kaliumchlorid, Natriumchlorid oder Ammoniumsulfats die Explosionsfähigkeit von Ammoniumnitrat vollständig zum Verschwinden gebracht werden kann. So fand man, dass Ammoniumnitrat sich bereits ab 170 °C, ASN aber erst ab 230 °C zersetzt. Bei zahlreichen Explosionsversuchen mit der Trauzl-Test wurde gefunden, dass die Grenze der Explodierbarkeit bei mindestens 60 % Ammoniumnitrat liegt, mit einem geringen AN-Gehalt ließ sich ASN nicht mehr zur Explosion bringen. Das Ammonsulfatnitrat Doppelsalz mit 54,8 % AN und 45,2 % AS erwies sich – ebenso wie das Oppau-Salz, welchen aus gleichen Teilen AN und AS bestand – als nicht explosiv.[24][31] Es wurde keine Selbsterwärmung festgestellt – was auf eine chemische Instabilität hingedeutet hätte – und auch alle durchgeführten Versuche zur Brennbarkeit von ASN verliefen negativ. Diese Auflockerung mittels Sprengladung galt als sehr sicher, da sie zuvor bereits bei Superphosphat-Düngern und seit dem Ende des Kriegs auch etwa 20 000 Mal von der BASF in Oppau und etwa 10 000 Mal von der Agfa in Wolfen durchgeführt worden war, ohne dass es je Probleme gegeben hätte.[24][30] Auch den zuständigen Aufsichtsbehörden war dieses Verfahren bekannt und wurde von ihnen so gebilligt. Zur Auflockerung wurden in Oppau üblicherweise 2–5 Sprengpatronen Perastralit in einem Bohrloch verwendet, welche dann mit einer Sprengkapsel No. 8 (2 g Explosivstoff) elektrisch oder mittels Zündschnur gezündet wurden. Vereinzelt wurden aber auch mehr – bis zu 18 Patronen – pro Bohrloch verwendet und einmal wurden sogar 150 Patronen in 25 Bohrlöchern gleichzeitig elektrisch gleichzeitig gezündet, ohne dass jemals Komplikationen auftraten.[27][30]

Chronologie der Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Unglückstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizze des Gebäudes Op 110 vor der Explosion, Blickrichtung aus Norden

Während im Gebäude Op 111 der Salzbrei im sogenannten Spritzstall versprüht und aus diesem das ASN kontinuierlich über ein Förderband ins Silo Op 112 abgeführt wurde, wurden im Gebäude Op 110 im Laufe des Jahres 1921 verschiedene Spritzverfahren ausprobiert. Ab 27. April wurde das ASN zunächst auf stets wechselnde verschiedene Haufen gesprüht. Das Material ließ man liegen und die Haufen überdeckten sich mit der Zeit gegenseitig, wodurch man sich eine bessere Durchmischung bei möglichen leichten Materialschwankungen erhoffte. Die Restfeuchte des Salzes betrug in dieser Zeit ca. 4 %. Ende Mai wurde das Material, nachdem es zuvor durch 100 bis 120 Sprengschüsse gelockert wurde, aus der nordöstlichen Hälfte ausgespeichert, im südwestlichen Teil und an der östlichen Seite verblieben noch insgesamt 3500 t. In der zweiten Kampagne, die von Ende Mai bis zum 19. September dauerte, wurde die Salzlösung dann längs der Mittellinie des Gebäudes über der Bodenöffnung für das Förderband gesprüht.[24] Die Düse war dabei unverändert in 4,5 m Höhe im Winkel von 45 ° angebracht.[32] Das meiste Salz fiel dabei direkt auf das Förderband und wurde so unmittelbar abgeführt, der Rest bildete einen Wall um, und Brücken über der Bodenöffnung oder lagerte sich als feiner Staub auf dem Gebälk und in einer 35 bis 45 cm hohe Schicht insbesondere in der Nähe der Bunkeraußenwände ab. In dieser Kampagne konnte die Restfeuchte von vorher 4 % auf durchschnittlich 2 % reduziert werden. Vom 2. bis 4. September wurde versuchsweise ca. 150 t reines AN über dem Förderband gesprüht, auf welches beim Durchlauf im Gebäude Op 111 dann AS geschaufelt wurde. Reste des AN im Gebäude Op 110 wurden sorgfältig abgekratzt und ausgelagert. Am 19. September wurde die ASN Produktion dann eingestellt, damit das Gebäude Op 110 entleert werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagerten dort ca. 4500 t ASN mit verschiedenen Dichten zwischen 0,9 und 1,3 g/cm³ (weitere 7000 t lagerten im Silo Op 112).[24] Am 20. September begann die Ausspeicherung durch das im Werksvertrag tätige Tiefbauunternehmen Gebrüder Kratz.[33] Da die Salzmasse wie oft erhärtet war, wurden durch den Sprengmeister am Nachmittag bereits erste Sprengungen durchgeführt, wobei er nach Zeugenaussagen mehr als dreizehnmal mit 17 Patronen desselben Sprengstoffes gesprengt hatte. Zuvor wurde auch bereits im Juni mit 100 bis 120 Schuss gesprengt.[24][30]

Der Morgen des 21. September 1921[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Morgen des Unglücks um 7:00 war der Sprengmeister Hermann Humpe damit beschäftigt, die nächste Sprengung vorzubereiten.[34] Humpe war ab Dezember 1920 von einem Sprengtechniker angelernt worden, war als Sprengmeister konzessioniert und bei der BASF angestellt.[35] Sprenglöcher wurden in 80 bis 120 cm Abstand rings um die Kuppe des Düngemittelhaufens schräg nach außen mit dem Eisenrohr eingeschlagen, mit zwei bis drei Sprengpatronen und einer Sprengkapsel versetzt und mit Salz verdämmt. An diesem Tag wurde mit Zündschnur gesprengt und der Sprengmeister hatte am Morgen maximal 66 Sprengpatronen zur Verfügung.[24][30]

Nahaufnahme des Explosionskraters

Eine halbe Stunde vor dem Beginn der Tagschicht arbeiteten im Werk ca. 820 Mitarbeiter, insgesamt hatten bereits 2225 Personen das Werk betreten,[23] als es um 7:32 und 14 Sekunden eine gewaltige Explosion gab, die 4 Sekunden später von einer weiteren, noch viel heftigeren Explosion gefolgt wurde.[36] Die unterschiedliche Stärke und der zeitliche Abstand der Explosionen wurden durch Messungen der Erdbebenwarte in Jena bestätigt.[30][37] An der Stelle des Gebäudes Op 110 war ein Krater mit einer Länge von 165 m, einer Breite von 95 m und einer Tiefe von 18,5 m entstanden, was einem Erdauswurf von ca. 12 000 m3 entspricht. In Presseveröffentlichungen wurden Augenzeugen zitiert, dass eine gewaltige blitzartig in den Himmel schießende Feuererscheinung sich zu einem Riesenring ausdehnte und eine riesige grauschwarze Staubwolke habe sich unter furchtbarem Rollen und Prasseln nach allen Seiten nieder gesenkt. Andere Zeitungen berichteten, dass hunderte von Meter hohe grelle Stichflammen zu sehen waren.[23] Im Umkreis von 480 m waren von 300 Gebäuden ein Drittel so gut wie vollständig zerstört. In der nahegelegenen Ortschaft Oppau mit 7.500 Einwohnern, wurden in einem 600 m Abstand zum Explosionszentrum 1036 Gebäude völlig zerstört, und in einem Abstand von bis zu 900 m weitere 928 Gebäude schwer beschädigt, die restlichen 89 Gebäude wiesen nur leichte Schäden auf. Fast alle in Oppau lebenden Menschen wurden obdachlos. In dem 1500 m entfernten BASF Werk in Ludwigshafen wurden Dächer abgedeckt und Fensterstöcke herausgerissen. In dem an Oppau im Nordwesten angrenzenden Ort Edigheim waren von 2138 Gebäuden 678 komplett zerstört, weitere 1450 beschädigt.[27] Auf der gegenüberliegenden Rheinseite gab es insbesondere auf der Friesenheimer Insel massive Schäden. Dort stürzten Gebäude und Lagerhallen ein oder wurden stark beschädigt, mehrere Personen wurden getötet, viele verletzt.[38] Auch in der näheren Umgebung Ludwigshafens, der Vorderpfalz sowie in Mannheim wurden große Schäden angerichtet und Menschen durch einstürzende Gebäude getötet.[38] Im 13 km entfernten Wormser Dom gingen alle mittelalterlichen Buntglasfenster zu Bruch.[39] Noch im 25 km entfernten Heidelberg wurden Dächer abgedeckt und eine Straßenbahn sprang aus den Schienen. Gebäudeschäden wurden noch bis zu einer Entfernung von 75 km beobachtet.[27] Die Erschütterungen waren noch in Frankfurt und Mainz zu spüren und im Nordosten Frankreichs und sogar in München, Zürich und Göttingen waren die Explosionen zu hören.[40][41][42][43] Die Ludwigshafener Polizeidirektion berichtete, dass bis 4 Uhr Nachmittags bereits 200 Leichen geborgen worden waren, während über die Zahl der Verletzten keine verlässliche Aussage gemacht werden könne: die Leichtverletzten waren kurz nach dem Unglück nach Hause geeilt, während die Schwerverletzten durch Fuhrwerke auf alle Krankenhäuser der umliegenden Ortschaften und Städte verteilt worden waren.[38]

Nahaufnahme der Explosionsumgebung

Da alle Personen im unmittelbaren Umkreis der Explosion getötet wurden, lässt sich der Hergang der Unglücks nicht durch Zeugenaussagen rekonstruieren. Sicher ist, dass im Lager Op 110 um die 400 t der gelagerten 4500 t ASN explodierten.[A 2] In der ersten, schwächeren Explosion wurden durch die Sprengungen zunächst knapp 70–80 t lockeren Materials zur Mitdetonation gebracht. Durch die freigesetzte Energie wurden das im Gebäude Op 110 verbleibende Material fein verteilt und so stark erhitzt, dass in der folgenden Explosion 300–400 t explodierten. Das restliche Material wurde durch die Wucht der Explosionen herausgeschleudert und in Form einer feiner Salzschicht, aber auch als Brocken von bis zu 1,2 t in der Umgebung gefunden.[44] Am Nachmittag setzte langanhaltender Regen ein, der vermutlich rasch die Aerosolteilchen der Rauchwolken aus der Luft wusch und die Luft klärte.[45]

Nach dem Unglück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen, lokale Behörden, aber auch die französischen Besatzungstruppen beteiligten sich an den Rettungs- und Hilfsmaßnahmen und beorderten die verfügbaren Transportmittel zur Unfallstelle, um die geborgenen Verwundeten abzutransportieren. Zur Versorgung der Verletzten wurden von der französischen Rheinarmee alle verfügbaren Militärärzte abgestellt.[29][42] Der Oberbürgermeister von Frankfurt organisierte zusammen mit dem Roten Kreuz eine Hilfsaktion mit mehreren vollbesetzten Krankenwagen und 14 Ärzten.[38] Fritz Haber, der sich im 70 km entfernten Frankfurt aufhielt, nahm die Explosion als eine Art Erdbeben wahr. Carl Bosch, der seit 1919 Vorstandsvorsitzender der BASF war und sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Villa in Heidelberg befand, wurde durch das Rappeln der Fenster und die sich bildende Rauchwolke alarmiert und eilte sofort zum Oppauer Werk. Es wird berichtet, dass er mit dem entstandenen Chaos in vorbildlicher Weise umging, aber kurze Zeit nach der Trauerfeier körperlich zusammenbrach und danach mehrere Monate nicht mehr in Erscheinung trat.[46]

Verletzte Mitarbeiter

Nach dem Unglück kursierten zahlreiche Gerüchte über die Katastrophe. Die deutsche Presse berichtete von teilweise apokalyptischen Szenen, die jedoch vielfach als übertrieben angesehen werden müssen.[47] Die Führung der BASF informierte bereits um 10:30 darüber, dass es keine Gefahr von weiteren Explosionen gebe. Man musste in den folgenden Tagen noch mehrfach Presseberichte dementieren, dass das Werk Oppau völlig zerstört wurde, die Haber-Bosch-Anlage an der Explosion beteiligt war oder auch, dass ausströmende grünliche Gaswolken über dem Werk lägen. In einer amtlichen Bekanntmachung der Direktion benannte man als Explosionsort das Lager mit 4500 t ASN und bat die Presse nur verbürgte Tatsachen zu veröffentlichen:[29][48]

„Leider müssen wir die Wahrnehmung machen, daß die Explosionskatastrophe, von der unser Oppauer Werk heimgesucht wurde und die ohnedies schwer genug ist, in der Presse vielfach stark übertrieben wird. Um der schon zu stark in Mitleidenschaft gezogenen Bevölkerung unnötige weitere Aufregungen zu ersparen, richten wir an die Presse die dringende Bitte, nur verbürgte Tatsachen mitzuteilen und von der Wiedergabe der im Umlauf befindlichen, zahlreichen unkontrollierbaren Gerüchen abzusehen. Wie am Mittwoch, so werden wir auch weiter jeweils Nachrichten geben, sobald die Entstehungsursache und die Wirkungen der Explosion tatsächlich festgestellt sind, was bei der Größe und dem Umfang der Katastrophe noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Nach den uns bis zum Mittwochabend zugegangenen Nachrichten sind bis jetzt insgesamt 244 Tote zu beklagen. Mit einer weiteren Erhöhung der Zahl der Toten und Verwundeten ist zu rechnen, zumal noch 70 Leute vermisst sind. Die Mitteilung, daß die ganze Fabrik Oppau zerstört zerstört ist, ist unrichtig. Die eigentlichen Fabrikationseinrichtungen sind verhältnismäßig wenig beschädigt. Wir hoffen daher, daß die Herstellung von Ammoniakwasser schon in einigen Monaten wieder aufgenommen werden kann. In den Werken Ludwigshafen laufen die Betriebe ungestört.“[49]

Noch am Tage der Explosion ordnete Carl Bosch die sofortige Einstellung der Ammonsalpeter-Produktion in Oppau an, welche erst zwei Jahrzehnte später wieder aufgenommen wurde.[50] Auf Anordnung der Behörden wurde der Zugang zum eingestürzten Silo Op 112, in dem immer noch 7000 t ASN lagerten, mit Stacheldraht abgesperrt und zusätzlich Tag und Nacht bewacht. Nach einer Ortsbesichtigung am 30. September beschloss eine Gutachtergruppe, dass die Ausspeicherung des Salz durch rein machanische Verfahren keine Gefahr darstellt.[51] Das Sprengen von Düngermischungen wurde durch den preußischen Minister für Handel und Gewerbe Wilhelm Siering am 16. Dezember 1921 verboten.[52]

Am Sonntag, den 25. September 1921 gab es auf dem Ludwigshafener Friedhof eine Trauerfeier an welcher der Reichspräsident Friedrich Ebert, der bayrische Ministerpräsident Graf Lerchenfeld, der badische Staatspräsident, der Präsident des Bayrischen Landtages und zahlreiche Vertretern von Behörden und Verbände und ca. 70 000 Menschen teilnahmen. Auch die französischen Generäle de Metz von der Interalliierten Rheinlandkommission und Daugan als Beauftragter des Militärbefehlshabers waren anwesend.[42][53][54] Carl Bosch sagte in seiner Trauerrede:

„Kein Kunstfehler und keine Unterlassungssünde hat die Katastrophe herbeigeführt. Neue, uns auch jetzt noch unerklärliche Eigenschaften der Natur haben all unseren Bemühungen gespottet. Gerade der Stoff, der bestimmt war, Millionen unseres Vaterlandes Nahrung zu schaffen und Leben zu bringen, den wir seit Jahren hergestellt und versandt haben, hat sich plötzlich als grimmiger Feind erwiesen aus Ursachen, die wir noch nicht kennen. Unser Werk hat er in Schutt gelegt. Aber was ist das alles im Vergleich zu den Opfern, die die Katastrophe gefordert hat! Hier stehen wir ganz machtlos und ohnmächtig, und all das Selbstverständliche, was wir tun können, um die trauernden Hinterbliebenen und die Verletzten zu trösten, ist nichts im Vergleich zu den Verlusten.“[10]

Der Reichspräsident, der Bayerischer Ministerpräsident, der badische und der württembergische Ministerpräsident und der bayrische Handelsminister besichtigten anschließend unter Führung der Direktoren der BASF die Unglücksstelle, trafen sich dort mit Vertretern von Arbeitern und Angestellten und besuchten Opfer in den Krankenhäusern. Das Bürgermeisteramt von Ludwigshafen berichtete zum Abend, dass bis zu diesem Zeitpunkt 235 Tote identifiziert und weitere 75 Tote unbekannt beerdigt wurden. Weitere 90 Personen seien noch immer vermisst.[54] Am gleichen Tag wurde der Reichshilfsausschuß für Oppau-Ludwigshafen im Reichsarbeitsministerium gegründet.[55]

Der Schriftsteller Armin Otto Huber (1904–1977), bekannt unter seinen Pseudonymen Armin Frank und Fred Larsen, beschrieb seine Beobachtungen der Katastrophe so:

„Am 21. September fliegt das Werk Oppau der Badischen Anilin- und Sodafabrik mit einem gewaltigen Knall in die Luft. Auch bei Brechtels, deren Werk mehrere Kilometer von der durch das Unglück zerstörten Fabrik entfernt liegt, kommen sämtliche Glasdächer in tausend kleinen Scherben herunter. Es gibt einige Verwundete, doch mir passiert nichts. Im Pfarrhaus sind einige Fenster samt den Fensterrahmen zerstört und durch die Prinzregentenstraße fluten endlose Züge von leichter verwundeten Arbeitern, die zu Fuß aus der Anilinfabrik kommen. In entgegengesetzter Richtung hat sich ein Strom von Neugierigen nach Oppau in Bewegung gesetzt, dem auch ich mich anschließe, um das Unheil aus nächster Nähe zu besichtigen. Um Oppau herum liegen die Leichen in langen Reihen auf Stroh oder auf die nackte Erde gebettet.“[56]

Unfallopfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Anzahl der Toten und Verletzen war nicht genau zu ermitteln. Nach offiziellen Angaben wurden 559 getötet oder dauerhaft vermisst: 140 Mitarbeiter der BASF, 298 Mitarbeiter von Fremdfirmen und 22 Menschen außerhalb des Werkes wurden getötet. Vermisst blieben 38 Werksangehörige und 61 Mitarbeiter von Fremdfirmen. Insgesamt wurden 1977 Personen verletzt.[23] Der Bericht der Bayrischen Untersuchungskommission spricht von 509 Toten und 1917 Verletzten und die BASF Werkszeitung vom Oktober 1921 gibt 586 Tote und Vermisste und 1952 Verletze an.[27] 1923 berichtet Lothar Wöhler von der TU Darmstadt über 565 Todesfälle,[30] der französische ARIA-Bericht aus dem Jahr 2008 gibt 561 Tote und 1952 Verletzte an,[57] während der FFI-Bericht von 2016 von mehr als 500 Toten spricht.[58] Die Anzahl der Opfer hätte allerdings noch deutlich höher ausfallen können, wenn die Explosion etwas später, nach Beginn der regulären Tagschicht stattgefunden hätte, denn viele Arbeiter waren zum Zeitpunkt des Unglücks noch nicht an ihren Arbeitsplätzen.[23]

Schadensregulierung und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerstörte Wohnhäuser in Oppau

Bereits am 23. September erarbeitete die BASF Unternehmensführung einen Sechs-Punkte-Plan um Opferangehörigen und Überlebenden zu helfen; von den Familien, deren Häuser zerstört waren, konnten 93 in freie Werkswohnungen einziehen.[29][50] Zwar lehnte die BASF von Anfang an jegliche juristische Verantwortung und Rechtsansprüche ab, da die Explosion nicht auf Fahrlässigkeit zurückführen sei, sondern es sich vielmehr um eine Art Naturkatastrophe handelte,[59] zahlte aber freiwillig geringere Entschädigungen an Überlebende und die Angehörigen der Todesopfer, sowie einen größeren Betrag an das Hilfswerk der Stadt Oppau, welches gegründet wurde, um die Hilfs- und Spendengelder zu verwalten. Den Angehörigen der Toten zahlte die BASF einmalig 2000 Mark und den Witwen 50 % des Tarifgehaltes fort. Die Angestellten der BASF spendeten 400 000 Mark, von der Reichsregierung wurden 10 Mio. Mark kurzfristig zur Verfügung gestellt.[60][54] Nicht-Werksangehörige unter den Opfern erhielten von der BASF eine einmalige Summe von insgesamt 20 000 Mark, die durch die anhaltende Hyperinflation jedoch rasch an Wert verloren.[50] Bis Dezember 1921 war die BASF noch dazu bereit, sofort einen Betrag von 200 Mio. Mark an das Hilfswerk Oppau unter der Bedingung zu spenden, dass Werksleitung und Betriebsleitung für das Unglück und die damit verbundenen Schadenersatzforderungen nicht verantwortlich gemacht werden. Leistungen sollten vom Hilfswerk an diejenigen gezahlt werden, die auf Ansprüche gegen die BASF verzichteten. Diese Regelung scheiterte insbesondere am Widerstand des bayrischen Staatskommissars Karl Stützel, der von einer Summe von 321 Mio. Mark ausging. Letztendlich zahlte das Hilfwerk ca. 100 Mio. Mark aus, bevor es aufgrund fehlender weiterer Zahlungen der BASF Ende 1924 aufgelöst wurde.[61] Der Schaden an der Fabrik betrug nach ersten Abschätzungen mindestens 570 Mio. Inflationsmark, von denen weniger als ein Drittel durch die Versicherung gedeckt wurde.[29][42] Die Schäden an den umliegenden Gemeinden wurden auf 100–200 Mio. Mark beziffert. Die Ingenieure der BASF schätzten, dass der Wiederaufbau des Werkes Oppau bis zu einem Jahr dauern könnte und dass dazu 10 000 Arbeitskräfte benötigt werden. Carl Bosch beauftragte Carl Krauch mit der Arbeit, der es schaffte, Firmen aus ganz Deutschland davon zu überzeugen, bestehende Arbeiten ruhen zu lassen und ganze Arbeitsschichten mit ihren Vorarbeitern nach Oppau zu senden.[62] Das Werk Oppau wurde in Rekordzeit wieder aufgebaut, innerhalb von elf Wochen war es provisorisch wieder hergerichtet. Man nahm bereits in der ersten Dezemberwoche 1921 den Betrieb wieder auf und war im Februar 1922 wieder bei voller Kapazität.[50][63][52] Beim Wiederaufbau des Ortes Oppau machte sich der Architekt Albert Boßlet einen Namen, der in dieser Zeit als Landesbaurat im bayerischen Innenministerium arbeitete und hauptsächlich als Kirchenbaumeister bekannt wurde.

Ursachenforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für die Verwaltung der bayerischen Pfalz zuständige damalige Bayerische Staatsregierung entschied bereits am Nachmittag über die Bildung einer fünfköpfigen Untersuchungskommission zur Ursachenklärung. Eine Woche später, am 28. September 1921, rief die Reichsregierung eine achtköpfige Untersuchungskommission ins Leben. Und auch die BASF selbst beteiligte sich an der Ursachenforschung.[64] Die Staatsanwaltschaft Frankenthal leitete gegen die Mitglieder der Unternehmensführung Karl Krauch (stellv. Direktor), Johann Fahrenhorst (Prokurist) und Franz Lappe (stellv. Direktor) ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein.[60]

Die offiziellen Untersuchungsausschüsse einigten sich auf eine Arbeitsteilung und die Hinzuziehung von verschiedenen Experten: chemisch-technische Prüfungen wurden von der bayrischen Untersuchungskommission an Ort und Stelle übernommen. Physikalisch-technische Untersuchungen führte Alexander Gutbier, Vorstand des Laboratoriums für Anorganische Chemie an der Technischen Hochschule Stuttgart aus. Die analytisch-sprengtechnischen Untersuchungen wurden von Lothar Wöhler von der Technischen Hochschule Darmstadt und insbesondere der Chemisch-Technischen Reichsanstalt unter Leitung von Hermann Kast durchgeführt. Der Chemiker und langjährige Herausgeber der Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengwesen Ernst Richard Escales, nahm als Sachverständiger für das Landgericht Frankenthal eine Sonderstellung ein, da auch ein Großteil der Untersuchungsergebnisse in seiner Zeitschrift veröffentlicht wurden.[65] Daneben waren Emil Bergmann, der Direktor und Fritz Lenze, ein weiterer Mitarbeiter der Chemisch-Technischen Reichsanstalt als Experten involviert.[66]

Aus den Trümmern des Werkes wurden die Betriebs- und Analysebücher geborgen. Damit konnten die Mengen an verarbeitetem Ammoniumnitrat und -sulfat, sowie an hergestelltem Dünger berechnet werden. Es wurden verschiedene Proben aus den Resten des Gebäudes Op 111, dem zerstören Gebäude Op 110 und dem eingestürzten Silo Op 112, sowie Sprengstoffreste gesichert um diese umfangreich zu untersuchen.[65]

Die Chemisch-Technische Reichsanstalt veröffentlichte am 30. November 1921 ein erstes Gutachten und detaillierte Informationen zu sprengtechnischen Untersuchungen.[67][68] Ein zweites Gutachten wurde am 24. Juni 1922 veröffentlicht.[69][70][71] Ab 1925 wurden die gesammelten Daten dann durch Hermann Kast in der Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengwesen in mehreren Sonderbeilagen veröffentlicht.[24][24][51][72][73][74][67][68][69][70][71]

Spekulationen, dass die Haber-Bosch-Anlage, ein großer Gaskompressor, einer oder mehrere der großen Wasserstoff-Gasbehälter, ein Kesselhaus oder eines der Laboratorien der Explosionsherd waren, konnten bereits während der Ortsbesichtigung unmittelbar nach dem Unglück verworfen werden.[67][53] Relativ schnell wurde eine Anschlag oder die heimliche Lagerung von Munition im Gebäude OP 110 ausgeschlossen, da die notwendige Menge von über 100 t Sprengstoff nicht hätte vor den Arbeitern verborgen werden können.[32] Die Mutmassung des kommunistischen Abgeordneten Remmele, dass das in Oppau vorhandenes Prämiensystem, welches Sondervergütungen abhängig von der Produktionsmenge vorsah, zu nachlässigem Arbeiten und damit zu Unregelmäßigkeiten in der Produktion führte, konnte nach Durchsicht der Betriebsbücher nicht bestätigt werden. Nach Ausschluss verschiedener anderer Ursachen, wie eine Selbsterwärmung des ASN die in der Explosion endete, bleibt als wahrscheinlichste Hauptursache für das Unglück die kurz vorher vorgenommene Änderung der Produktion auf das Spritzverfahren und die Erweiterung der Produktion in das Gebäude Op 110. Durch das neue Spritzverfahren wurde das ASN trockener, lockerer und feiner, wodurch es sich wie gewünscht leichter abbauen ließ.[32] Alle drei Faktoren erhöhten aber auch die Explosionsfähigkeit des ASN.[69][70][71] Bei der Zerstäubung im Gebäude Op 110 fiel ein Großteil der Masse rasch zu Boden, während ein kleiner Teil sehr feinen Materials (< 1 %) länger in der Luft schwebte und sich erst allmählich und in weiterer Entfernung vom Transportband als lockere 35 bis 50 cm starke Schicht ablagerte, die vermehrt aus AN bestand.[24][32][30] Diese mögliche Entmischung wurde durch Untersuchungen von Gutbier bestätigt, der fand, dass sich das Doppelsalz bei 120 °C noch gar nicht und bei den vorherrschenden Spritzbedingungen (> 60 °C) nur teilweise bildet.[44] Bei sprengtechnischen Untersuchungen konnte Kast schließlich zeigen, dass auch handelsübliches Oppauer ASN mit korrektem Mischungsverhältnis bei lockerer Schüttung (Dichte ≤ 0,9) und starker Verdämmung zur Explosion gebracht werden kann.[73] Dabei steigt die Explosionsfähigkeit mit der Menge; eine kleinere Menge, wie bei den Versuchen der BASF, führte nicht zu einer Explosion. Kast fand zudem, dass auch bei gleicher chemischer Zusammensetzung, die Explosionsfähigkeit allein dadurch zunimmt, dass das AS in Form groberer und das AN als feinere Kristalle vorliegen. Er sind also neben der chemischen Zusammensetzung im großen Umfang auch die physikalischen Daten und die Umstände der Zündung für die Explosionsfähigkeit von ASN verantwortlich.[75][76] Bezüglich der zwei aufeinanderfolgenden Explosionen kommt Kast somit zu der Schlussfolgerung, dass diese durch zwei aufeinanderfolgend angesetzte Sprengschüsse verursacht wurden, wobei die erste Explosion das übriggebliebene Salz in einen Zustand versetzt habe, der für die Entstehung einer größeren Explosion günstig war, so dass ein zweiter, später losgehender Sprengschuss eine wesentlich größere Wirkung als der erste erzeugen konnte.[73][74]

Am 10. April 1923 stellte das Landgericht Frankenthal das Verfahren gegen die Unternehmensführung der BASF ein, da Zeugenaussagen und Gutachten keinen Nachweis auf eine Schuld oder fahrlässiges Verhalten ergeben hatten.[52]

Unglücksursachen und -verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf den gesammelten Untersuchungsergebnissen der verschiedenen Kommissionen und Gutachter kamen verschiedene Faktoren zusammen, die so höchstwahrscheinlich zur Katastrophe führten: Die Einführung der Sprühtrocknung zu Beginn des Jahres 1921 führt zu einer Änderung der physikalischen Eigenschaften, die das ASN insgesamt empfindlicher gegenüber Initialzündungen machte.[76]

Parameter Explosionsfähigkeit Einfluss durch das Sprühverfahrens
Teilchengröße nimmt mit sinkender Partikelgröße zu Reduzierung der Teilchengröße
Dichte nimmt mit abnehmender Dichte zu Dichte wird geringer
Feuchtigkeit nimmt mit abnehmender Restfeuchte zu geringere Restfeuchte

Das zu der AN-Lösung gegebene grobkristalline AS löste sich vermutlich nicht komplett auf, wodurch es beim Versprühen schneller zu Boden fiel, als das in feinen Partikeln kristallisierende AN. Dadurch kam es zur Anreicherung einer kleinen Menge (0,1 – 0,2 % der Produktionsmenge) einer feinen Fraktion mit einem AN Gehalt von > 55 %, welche ausreichend empfindlich gegenüber dem Explosionsdruck der Perastralit-Sprengladungen war. Diese Fraktion lagerte sich insbesondere in den Randbereichen des Gebäudes OP 110 ab, weswegen sie nicht regelmäßig ausgespeichert wurde und eine Mächtigkeit von ca. einem halben Meter (ca. 100 t) erreichte. Eine Sprengung, die zumindest teilweise innerhalb dieser AN-reichen Schicht erfolgte, löste die erste Explosion aus. Die feine Verteilung und thermische Anregung einer größeren Menge von ASN – mit korrektem Mischungsverhältnis aber geänderten physikalischen Werten – führte danach durch eine weitere Sprengkapsel zur zweiten Explosion.[76][74]

Verschwörungstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar kamen auch die Geheimdienste der Alliierten zu dem Ergebnis, dass es keine heimliche Kriegsforschung oder Lagerung von Sprengstoffen bei der BASF gegeben habe, doch immer wieder kursierten gegenteilige Behauptungen, angeheizt durch Spekulation und Gerüchte, das Deutschland auch weiterhin im Verborgenen an Waffen forschte. So schrieb die New York Times Ende Oktober 1921:

“... it might reasonably be suspected that experimenting of a secret nature was going on at the Oppau factory, which, it will be recalled, manufactured most of the chlorine and phosgene used by the Germans in their gas attacks during the war. The burden of proof should be upon the Badische Company to make out a case of confining its researches and energies to produce a peaceful industry. ...but when the fact is well known that there is an unrepentant and revengeful military party in Germany that looks to another war to restore her baleful power, and when the world believes that these dangerous reactionaries would welcome the discovery by their chemists of annihilating gases of enormous power, it is not inconceivable that the disaster of Oppau may have been due to covert experimenting by those chemists.”

„...es ist angemessen zu vermuten, dass es geheime Experimente in der Oppau-Fabrik gab, die, wie man sich erinnert, das meiste Chlor und Phosgen, das von den Deutschen für die Gasangriffe während des Krieges verwendete, herstellte. Die Beweislast liegt bei der Badischen Fabrik Argumente heranzuführen dass die Forschungen und Energien auf eine friedliche Industrie beschränkt sind. ... aber, wenn es bekannt ist, dass es eine reuelose und rachsüchtige militärische Gruppe in Deutschland gibt, die nach einem weiteren Krieg strebt, um ihre verderbliche Macht wieder zu erlangen, und wenn die Welt glaubt, dass diese gefährlichen Reaktionäre, die Entwicklung eines Vernichtungsgases von enormer Stärke durch ihre Chemiker begrüßen würden, ist es nicht unvorstellbar, dass das Desaster von Oppau durch geheime Experimente dieser Chemiker verursacht wurde.“

The New York Times[77]

Der Daily Telegraph und auch das Wall Street Journal spekulierten unmittelbar nach der Explosion, dass in Oppau ein neues Gas mit furchtbarer Explosionswirkung hergestellt worden war.[45][53] Noch 1961 berichtete eine australische Zeitung, die Stadt Oppau sei damals durch die Explosion eines geheimen deutschen Waffenlagers völlig zerstört und an neuer Stelle wieder aufgebaut worden.[78]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof von Oppau wurde ein Gedenkstein errichtet. Zur Erinnerung an die Katastrophe trägt eine Straße innerhalb des BASF-Werksgeländes den Namen „Trichterstraße“; an ihr liegen noch heute viele Fertigungsstätten, in denen Düngemittel produziert werden. Auf dem Hauptfriedhof von Frankenthal existiert ein eigenes Sammelgrab mit Gedenkstein, in dem 42 Opfer des Unglücks, die aus dieser Nachbarstadt stammten, gemeinsam beigesetzt wurden. Auf dem Hauptfriedhof in Neustadt an der Weinstraße erinnert ein Denkmal an die 14 aus der Stadt kommenden Todesopfer. Ausstellungen zum Thema finden sich im Karl-Otto-Braun-Museum in Ludwigshafen-Oppau sowie im Stadtarchiv von Ludwigshafen. Unter dem Titel Oppauammoniak verfasste der expressionistische Dichter Franz Richard Behrens (1895–1977) ein Gedicht über das Unglück.[79]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 1–67 (englisch, knowledgearc.net [PDF; 1,7 MB; abgerufen am 1. Januar 2020]).
  • Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 325–375 (boa-bw.de [PDF]).
  • Die Macht der Synthese (1900–1925). In: Werner Abelshauser (Hrsg.): Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. C. H. Beck Verlag, München 2002, ISBN 3-406-49526-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Otto Köhler: …und heute die ganze Welt. Die Geschichte der IG Farben und ihrer Väter. Rasch und Röhring, Hamburg und Zürich 1986, ISBN 3-89136-081-9.
  • Lisa Sanner: „Als wäre das Ende der Welt da“. Die Explosionskatastrophen in der BASF 1921 und 1948 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Ludwigshafen am Rhein. Nr. 43). Ludwigshafen 2015, ISBN 978-3-924667-47-4 (Dissertation LMU München unter dem Titel: Die Oppauer Explosion [21. September 1921] und die Ludwigshafener Kesselwagenexplosion [28. Juli 1948] in der BASF – eine Vergleichsstudie industrieller Katastrophen in Nachkriegszeiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Begriffs Stickstoff wird in diesem Zusammenhang nicht für das gasförmige Element Stickstoff, sondern die daraus hergestellten Produkte verwendet.
  2. In der ersten Pressemitteilung sprach die BASF Führung von einer gelagerten Menge von 4000 Zentnern Ammonsulfatsalpeter. Dies wurde in den folgenden Mitteilungen auf eine Lagermenge von 4500 t geändert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Abbildung stammt aus einer zeitgenössischen Fachzeitschrift von 1921 und zeigt (von Südwest nach Nordost) hinter dem Explosionstrichter und dem BASF-Werk Oppau den Rhein, die Mündung des Neckars und den Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West.
  2. F. Haber, G. Van Oordt: Über Bildung von Ammoniak aus den Elementen. (Vorläufige Mitteilung.). In: Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. Band 43, Nr. 1, 16. Januar 1905, S. 111–115, doi:10.1002/zaac.19050430111.
  3. F. Haber, G. van Oordt: Über die Bildung von Ammoniak den Elementen. In: Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. Band 44, Nr. 1, 4. April 1905, S. 341–378, doi:10.1002/zaac.19050440122.
  4. F. Haber, G. Van Oordt: Über die Bildung von Ammoniak aus den Elementen. In: Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. Band 47, Nr. 1, 3. Oktober 1905, S. 42–44, doi:10.1002/zaac.19050470106.
  5. Patent DE235421A: Verfahren zur synthetischen Darstellung von Ammoniak aus den Elementen. Veröffentlicht am 13. Oktober 1908, Anmelder: Badischen Anilin- & Soda-Fabrik.
  6. a b Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 16–17 (englisch).
  7. a b Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 347–348.
  8. 1913 / First Ammonia Synthesis Plant. In: basf.com. 2020, abgerufen am 12. Januar 2020 (englisch).
  9. Max Appl: Ammonia, 2. Production Processes. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Band 3. VCH Verlagsgesellschaft mbH, Weinheim 2012, S. 141, doi:10.1002/14356007.o02_o11.
  10. a b Geschichte. 1902–1924. Auf: basf.com, archiviert vom Original am 28. Februar 2017; abgerufen am 1. April 2015.
  11. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 171–172.
  12. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 176.
  13. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 179–180.
  14. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 177.
  15. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 173.
  16. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 188.
  17. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 189.
  18. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 195.
  19. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 349.
  20. a b c Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 351–352.
  21. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 196.
  22. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 206–208.
  23. a b c d e Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 327–328.
  24. a b c d e f g h i j k l H. Kast: Die Explosion in Oppau am 21. September 1921 und die Tätigkeit der Chemisch-Technischen Reichsanstalt. Sonderausgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen. Band 20, Nr. 12, 1925, S. 5–8. Online
  25. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 194.
  26. Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 204.
  27. a b c d e f g h H. Kast: Die Explosion in Oppau am 21. September 1921 und die Tätigkeit der Chemisch-Technischen Reichsanstalt. Sonderausgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen. Band 20, Nr. 11, 1925, S. 1–4. Online
  28. a b Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 20 (englisch).
  29. a b c d e Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 209–210.
  30. a b c d e f g h i j Lothar Wöhler: Miszellen aus meiner explosiv-chemischen Tätigkeit der letzten Jahre. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie. Band 37, Nr. 29, 17. Juli 1924, S. 497–502, doi:10.1002/ange.19240372904.
  31. Badische Anilin und Sodafabrik: Das Explosionsunglück in Oppau. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie. Band 34, Nr. 79, 4. Oktober 1921, S. 489, doi:10.1002/ange.19210347902.
  32. a b c d Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 362–363.
  33. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 342.
  34. Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 30 (englisch).
  35. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 366.
  36. Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 9 (englisch).
  37. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 356.
  38. a b c d Mannigfaltiges. In: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger. Nr. 222, 22. September 1921, S. 3 (uni-mannheim.de [abgerufen am 28. Januar 2020]).
  39. Die Zerstörung der originalen Dom-Fenster. Auf: worms.de, abgerufen am 11. August 2016.
  40. 21.9.1921: Katastrophe bei BASF. Deutsche Welle, KalenderBlatt 21. September, 21. September 2005, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  41. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 326.
  42. a b c d Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz: 21.09.1921. In: landeshauptarchiv.de. 19. Juni 2018, abgerufen am 11. Januar 2020.
  43. R. M. Goody: The Physics of the Stratosphere. Cambridge University Press, 2014, ISBN 978-1-107-69606-8, S. 32 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  44. a b Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 364.
  45. a b Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 337.
  46. Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 19 (englisch).
  47. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 333.
  48. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 334–335.
  49. Mannigfaltiges. In: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger. Nr. 223, 23. September 1921, S. 3 (uni-mannheim.de [abgerufen am 20. Januar 2020]).
  50. a b c d Werner Abelshauser: Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-49526-5, S. 211–212.
  51. a b H. Kast: Die Explosion in Oppau am 21. September 1921 und die Tätigkeit der Chemisch-Technischen Reichsanstalt. Sonderausgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen. Band 21, Nr. 1, 1926, S. 9–12.
  52. a b c Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 367–369.
  53. a b c Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 339–340.
  54. a b c Mannigfaltiges. In: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger. Nr. 223, 25. September 1921, S. 4 (uni-mannheim.de [abgerufen am 20. Januar 2020]).
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  64. Tor E. Kristensen: A factual clarification and chemical-technical reassessment of the 1921 Oppau explosion disaster the unforeseen explosivity of porous ammonium sulfate nitrate fertilizer. In: Norwegian Defence Research Establishment /Forsvarets forskningsinstitutt (Hrsg.): FFI-RAPPORT. Nr. 16/01508, 2016, ISBN 978-82-464-2793-5, S. 12 (englisch).
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  67. a b c H. Kast: Die Explosion in Oppau am 21. September 1921 und die Tätigkeit der Chemisch-Technischen Reichsanstalt. Sonderausgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen. Band 21, Nr. 5, 1926, S. 25–28.
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  73. a b c H. Kast: Die Explosion in Oppau am 21. September 1921 und die Tätigkeit der Chemisch-Technischen Reichsanstalt. Sonderausgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen. Band 21, Nr. 3, 1926, S. 17–20.
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  75. Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Nr. 161, 2013, S. 365.
  76. a b c Ulrich Hörcher: Oppau 1921: Old Facts Revisited. In: Chemical Engineering Transaction. Band 48, 2016, S. 745–750 (PDF [abgerufen am 26. Januar 2020]).
  77. TimesMachine. In: The New York Times. The New York Times, 20, abgerufen am 19. Januar 2020.
  78. Explosion at Oppau: Day the Rhine was filled with Thunder. In: The News. 23. Mai 1961 (sinngemäß wiedergegeben aus: Werner Abelshauser (Hrsg.): Die BASF – Eine Unternehmensgeschichte, 2002, S. 212, Anmerkung 269).
  79. Carsten Heinisch: 101 Rück-Blicke: Erinnerungen an Tage. Oppauammoniak. BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 3-8391-2895-1, S. 149 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Koordinaten: 49° 31′ 4″ N, 8° 25′ 6″ O

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