ExxonMobil

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Exxon Mobil Corporation
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Rechtsform Corporation
ISIN US30231G1022
Gründung 30. November 1999
Sitz Irving, Texas
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Rex Tillerson, Chief Executive Officer und Chairman
Mitarbeiter 73.500 (2015)[1]
Umsatz 268,88 Mrd. USD (2015)[1]
Branche Öl und Gas
Website www.exxonmobil.com

Die Exxon Mobil Corporation, kurz ExxonMobil, ist ein US-amerikanischer Mineralölkonzern, der 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon (Standard Oil of New Jersey) und Mobil Oil (Standard Oil Company of New York) entstanden ist. ExxonMobil gilt als ein direkter Nachfolger der Standard Oil Company.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ExxonMobil-Building in Houston, Texas
Größte Unternehmen der Welt 2012 nach Umsatz
Struktur der Großkonzerne in der Erdölbranche

Exxon und Mobil waren im Jahr 1882 Teile eines einzigen Unternehmens, der Standard Oil Company, von John D. Rockefeller.

1911 ordnete der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an. Als neue Unternehmen entstanden dadurch unter anderem die Standard Oil Company of New York (Socony), die später über die Socony-Vacuum Oil zur Mobil Oil wurde, und die Standard Oil of New Jersey, abgekürzt SO (gesprochen EssO), die spätere Exxon. Beide wuchsen somit in den darauffolgenden Jahrzehnten rechtlich unabhängig voneinander weiter.

Am 30. November 1999 konnten sich die beiden nunmehr großen Konzerne aufgrund von geänderten gesetzlichen Bestimmungen wieder vereinigen.

Geschichte in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von ExxonMobil in Deutschland begann 1890 in Bremen mit der Gründung der Deutsch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft (DAPG, später Deutsche Esso GmbH aufgegangen in ExxonMobil GmbH), die das Petroleumgeschäft der Standard Oil in Deutschland betreiben sollte.[2]

1899 folgte in Hamburg die Gründung von Mobil in Deutschland als Deutsche Vacuum Oil Company (ab 1955 Mobil Oil A.G. in Deutschland).[3] Das Unternehmen wickelte den Import und Verkauf von Schmierölen und -fetten ab, die aus den USA in Holzfässern per Schiff nach Hamburg kamen.[4]

Am 3. Februar 1923 wurde das Wort ESSO – die phonetische Schreibweise der Abkürzung SO für Standard Oil – als Markenname registriert. Im selben Jahr am 14. April eröffnete die DAPG ihre erste Straßen-Zapfstelle mit unterirdischem Tank in der Hamburger Wagnerstraße, wo Benzin unter dem Markennamen Dapolin verkauft wurde. 1925 standen in Deutschland bereits 1000 solcher Tankstellen.[5]

Mit der Umstellung auf die Kriegswirtschaft im September 1939 arbeitete die DAPG innerhalb der staatlich zentralen Lenkung durch die Arbeitsgemeinschaft Mineralölverteilung (AMV). Tankstellen wurden dem Zentralbüro für Mineralöl als Vertriebssyndikat der AMV unterstellt und gaben Fahrbenzin nur noch markenlos gegen Tankausweis oder Bezugsschein ab.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war nur noch eine kleine Anzahl Tankstellen betriebsbereit, die Schiffsflotte auf ein einziges Schiff zusammengeschmolzen und der Kesselwagenbestand um 2/3 dezimiert. Die Produktionsstätten, mehrfach das Ziel schwerer Luftangriffe der Alliierten, waren stark beschädigt.[6]

1950 firmierte die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft (DAPG) zur ESSO A.G. um. 1953 beginnt die Deutsche Vacuum Oil Company mit der Erdgassuche und -förderung in Deutschland und wird 1955 zur Mobil Oil A.G..[7]

1965 erschien an allen Esso-Stationen in Europa, die den Kraftstoff Esso Extra verkaufen, der Tiger als Werbefigur mit dem Slogan Pack den Tiger in den Tank.[8]

Im Jahr 1985 verkaufte die Esso Tankschiff Reederei GmbH (ETR, ursprünglich Waried Tankschiff Rhederei) mit der Esso Deutschland ihren letzten hochseetüchtigen Tanker. Bis Ende 1993 wurden alle Binnenschiffe verkauft und die Reederei zum 1. Januar 1994 aufgelöst.[9]

1999 fusionierten die beiden amerikanischen Gesellschaften Exxon Corporation und Mobil Corporation zur Exxon Mobil Corporation.[10] Ihre Esso- und Mobil-Tochtergesellschaften in Deutschland wurden 2000 unter dem Dach der neugegründeten ExxonMobil Central Europe Holding GmbH mit Sitz in Hamburg zusammengeführt. Seit 2002 sind die Produktionsaktivitäten in der ExxonMobil Production Deutschland GmbH zusammengefasst.

Im Jahr 2010 wurde das österreichische Tankstellennetz an die italienische ENI/Agip verkauft. 2012 hat SOCAR Energy Switzerland die Esso Schweiz GmbH von ExxonMobil übernommen.[11] 2014 verfügte Esso über 1051 Tankstellen in Deutschland.[12]

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ExxonMobil erzielt seit mehreren Jahren hohe Gewinne und gehört deshalb laut der Liste Financial Times Global 500 regelmäßig, gemessen an der Marktkapitalisierung, zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.

Der Umsatz des Unternehmens schwankt stark, abhängig von den jeweiligen Ölpreisen. Er entsprach 2007, gerechnet nach der Kaufkraft, dem BIP von Belgien. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte ExxonMobil mit 45,22 Milliarden US-Dollar den höchsten Gewinn, den bis dato ein nichtstaatliches Unternehmen jemals erzielt hat.[13]

Aktionärsstruktur: Hauptaktionäre des Unternehmens sind Fonds und institutionelle Investoren, von denen jedoch keiner mehr als 4 % besitzt.

Globale Konkurrenten sind Mineralölkonzerne wie BP (Großbritannien), Total (Frankreich), Chevron Corporation (USA), ConocoPhillips (USA), ENI (Italien) und Royal Dutch Shell (Niederlande/Großbritannien). In Skandinavien der Konzern Statoil (Norwegen), sowie Lukoil und Gazprom in Russland. Hinzu kommen Staatskonzerne wie Saudi Aramco oder China National Petroleum Corporation.

Mit einer Jahresproduktion von über neun Millionen Tonnen Polyolefinen ist das Unternehmen Weltmarktführer auf diesem Gebiet.[14]

Konzernstruktur/Unternehmensbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Logo von Esso
Das Logo von Mobil

Exxon Mobil Corporation

  • ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg (100 %)
    • ESSO Deutschland GmbH, Hamburg
      • Mehrere osteuropäische Gesellschaften und diverse Vertriebsgesellschaften
    • Mobil Erdgas-Erdöl GmbH, Hamburg
      • ExxonMobil Gas Marketing Deutschland GmbH, Hannover
    • ExxonMobil Production Deutschland GmbH, Hannover

ExxonMobil ist funktionell in drei Bereiche mit Unterabteilungen gegliedert:

  • Upstream (Houston, TX)
    • ExxonMobil Exploration Company
    • ExxonMobil Development Company
    • ExxonMobil Production Company
    • ExxonMobil Aftermath Entertainment
    • ExxonMobil Gas and Power Marketing Company
    • ExxonMobil Upstream Research Company
  • Downstream (Fairfax, VA)
    • ExxonMobil Refining and Supply Company
    • ExxonMobil Fuels Marketing Company
    • ExxonMobil Lubricants & Specialties Company
    • ExxonMobil Research and Engineering Company
    • ExxonMobil Global Services Company
  • Chemical (Houston, TX)
    • ExxonMobil Chemical Company
Raffinerie der ExxonMobil in Baton Rouge

Hurrikans und die Konsequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Raffinerie von Exxon in der Gegend um Houston wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2005 vom Hurrikan Rita überschwemmt und war bis zum Frühjahr 2006 außer Betrieb. Nachdem durch diesen etwa 16 % der U.S. Inlands-Raffineriekapazität ausfiel, wollte sich Präsident Bush, bekannt für seine Kontakte zur Ölindustrie, für eine Erweiterung der Kapazitäten und Dezentralisierung in den Staaten, sowie für eine Freigabe von neuen Offshore-Bohrplänen, z. B. vor Floridas Küste einsetzen.

Der hohe Erdölpreis hatte dem Konzern im dritten Quartal 2005 einen Rekordgewinn um 75 % auf 8,2 Milliarden Euro gebracht. Konzernchef Lee R. Raymond verwahrte sich dabei gegen Vorwürfe der Preistreiberei im Gefolge der Hurrikans.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Exxon-Chef Rex. W. Tillerson reichen die Ölvorräte der Erde bei gleichbleibendem Anstieg des Verbrauchs noch für weitere 160 Jahre. Noch unentdeckte Vorkommen machen allerdings die Hälfte dieser Rechnung aus.

Exxon Chef Tillerson bezeichnete den Klimawandel als ingenieurstechnisches Problem. Er schlug vor, dass Landwirte sich neue Gebiete für den Getreideanbau suchen müssten.[15][16]

Im März 2014 forderten die kritischen Aktionärsvereinigungen Arjuna Capital und As You Sow in einem Antrag Exxon auf, Vorsorge für den Fall zu treffen, dass große Teile der unternehmenseigenen Ölreserven nicht mehr gefördert werden könnten.[17][18] Hintergrund ist die sogenannte Kohlenstoffblase, eine potentielle Börsenblase. Diese ergibt sich aus der Unvereinbarkeit der zum Erreichen des international vereinbarten 2°C-Klimaschutzzieles nötigen CO2 Emissionsreduktionen einerseits und der um ein Vielfaches größeren Menge fossiler Reserven der Öl-, Gas- und Kohleindustrie andererseits. Sie forderten ansteller neuer Investitionen in, aus ihrer Sicht, nicht mehr förderbare Öllagerstätten eine höhere Dividende oder anderweitige Rückvergütung an die Aktionäre.

Exxon erklärte daraufhin, kein Risiko 'gestrandeter Investitionen' zu sehen, da sowohl die Weltbevölkerung als auch der weltweite Energiebedarf weiterhin ansteigen würden.[19]

Die Carbon Tracker Initiative, auf deren Report zur Kohlenstoffblase die Argumentation der Aktionäre basierte, wirft Exxon daraufhin vor, die Gefahren, insbesondere sog. "high cost high carbon" Investitionen zu unterschätzen. Diese könnten durch fallende Ölpreise und/oder strengere Klimaschutzvorgaben ggf. nicht mehr wirtschaftlich zu fördern sein[20].

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinkende Ölplattform „Thunder Horse“
Säubern der mit Öl verschmutzten Felsen nach der Havarie der Exxon Valdez

Im Schwarzbuch Markenfirmen wird dem US-Konzern unter anderem die Finanzierung von Bürgerkriegen und dem damit verbundenen Waffenhandel, sowie auch die Zerstörung der Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten vorgeworfen.[21]

Nach Ansicht von Greenpeace missbraucht ExxonMobil seine geballte Wirtschaftsmacht gegen den Klimaschutz, Umweltinteressen und Menschenrechte. Dem Ölkonzern wird vorgeworfen, den internationalen Klimaschutz massiv zu behindern, was unter anderem von der Union of Concerned Scientists (UCS), einem Wissenschaftsverband mit 200.000 Mitgliedern in den USA, bestätigt wird.[22]

Am 1. Juli 2009 veröffentlichte die Zeitung The Guardian einen Bericht nach dem ExxonMobil weiterhin Organisationen wie das National Center for Policy Analysis (NCPA) oder die Heritage Foundation unterstützt. Dies stünde im Widerspruch zu der öffentlichen Aussage des Konzerns keine Organisationen mehr zu unterstützen die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bestreiten[23]. Im Dezember 2009 wurde ExxonMobil vom Mother Jones Magazine als einer der prominentesten Verbreiter von Mißinformationen über den Klimawandel genannt[24]. Im Juli 2015 wurde bekannt, dass Exxon bereits 1981, sieben Jahre vor dem Öffentlichwerden der ersten Berichte zum Klimawandel über interne Informationen dazu verfügte[25].

Bruch einer Ölpipeline in Arkansas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2013 brach eine Pipeline von ExxonMobil, die Schweröl vom Ölfeld Wabasca in Nord-Alberta durch den US-Bundesstaat Arkansas transportiert. Journalisten, die über den Fall berichten wollten, wurden bedroht.[26][27]

Lobbyarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ExxonMobil wird in der wissenschaftlichen Literatur als einer der einflussreichsten Sponsoren von klimaskeptischen Positionen angesehen.[28] Zwischen 1988 und 2005 investierte Exxon Mobil mehr als 16 Millionen US-Dollar in ein Netzwerk von Frontgruppen, um Skeptiker des Klimawandels zu unterstützen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschleiern und übte Druck auf die Regierung Bush aus, um führende Klimawissenschafter aus dem IPCC zu entfernen.[29] Laut Greenpeace investierte ExxonMobil seit 1998 über 22 Millionen US-Dollar zu diesem Zweck in entsprechende Lobbyarbeit.[30] Wissenschaftler der Firma und ein internes Forschungsprogramm, das Exxon von 1978 bis Ende der 1980er-Jahre betrieb, hatten zuvor den wissenschaftlichen Konsens bestätigt, dass CO2-Emissionen zu einem Klimawandel führen würden.[31]

In den Jahren 1998 bis 2005 gingen davon 1,6 Millionen US-Dollar an das American Enterprise Institute. Dieses bot Wissenschaftlern 10.000 US-Dollar zuzüglich Spesen für Berichte, die den Klimabericht der UNO in Frage stellen.[32] Zu den gesponserten Personen zählt auch Willie Soon, dessen Arbeiten von viele Klimaskeptikern als Beleg gegen die menschengemachte globale Erwärmung angeführt werden, von Klimaforschern aber wegen schwerer methodischer und inhaltlicher Mängel abgelehnt werden.[33]

Exxon Mobil und die Generaldirektion Binnenmarkt gewannen den Worst EU Lobby Award 2006. Der Ölkonzern wurde damit für sein beharrliches Bemühen ausgezeichnet, eine faire öffentliche und politische Debatte zum Klimaschutz im Sinne eigener Geschäftsinteressen zu verhindern.

Fracking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ExxonMobil ist einer der größten Anwender der Fracking-Methode in den USA und immer mehr in Europa. Anfang 2014 wurde bekannt, dass Rex Tillerson, Vorstandsvorsitzender von ExxonMobil, sich einer Klage angeschlossen hat gegen ein Fracking-Projekt in der Nähe seiner Ranch in Bartonville (Texas). Er gab an, dass dies den Wert seines Grundstücks beeinträchtigen könnte.[34][35] Daraufhin wurden Tillerson und ExxonMobil im US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes kritisiert:

„Manchmal ist die Heuchelei, die im wirklichen Leben zum Ausdruck kommt so überragend ergiebig, dass man niemals hätte hoffen können, ein ähnliches Szenario aus reiner Phantasie zu erschaffen. Treffen Sie Rex Tillerson, der CEO von Öl- und Gas-Konzern-Superstar ExxonMobil, der größte Erdgasproduzent in diesen Vereinigten Staaten von Amerika und ein neu entstehender Gigant in der Welt der exquisiten Heuchelei.“

„Sometimes, the hypocrisy expressed in real life is so sublimely rich that one could never hope to construct a similar scenario out of pure imagination. Meet Rex Tillerson, the CEO of oil and gas superstar ExxonMobile Corporation — the largest natural gas producer in these United States of America—and a newly emerging giant in the world of exquisite hypocrisy.“

– Forbes[36]

Methanaustritt in der Nordsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erdgasleck in der Nordsee

Seit dem 20. November 1990 strömt Methan in größeren Mengen aus einem Vorkommen rund 400 Meter unter der Nordsee, rund 140 Kilometer vor der Küste Schottlands. Es entstand, als die Stena Drilling Company im Auftrag der Exxon-Tochter Mobil North Sea bei einer Erdölbohrung mit der Plattform High Seas Driller einen Blowout auslöste.[37][38]

Verseuchung des Newtown Creek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund undichter Rohrleitungen, rostender Öltanks und fehlender Maßnahmen zum Grundwasserschutz sind im Januar 2007 weite Teile des Newtown Creek bei New York City mit giftigen Chemikalien und Öl verseucht worden, unter anderem mit Blei, Benzol und Kerosin. Auf Exxons altem Brooklyner Betriebsgelände war jahrzehntelang Öl in den Grund gesickert und hatte sich im Grundwasser unter einem Wohnviertel ausgebreitet. Dämpfe steigen aus den Kellern und der Kanalisation und führen zu schweren Gesundheitsschäden unter den Einwohnern. Der ExxonMobil-Konzern musste sich zu der Zeit – auf Grund von Sammelklagen der New Yorker Bevölkerung – vor Gericht verantworten. Auch die Stadt New York leitete eine Umweltstudie ein, nachdem gütliche Verhandlungen mit dem Konzern gescheitert waren. Das US-Justizministerium erwog eine Klage. Zwar hatte Exxon bereits mit dem Abpumpen der Giftschicht begonnen, stand daraufhin aber wegen fragwürdiger Beseitigungsmaßnahmen in der Kritik.[39]

Umstrittene Bohrungen in der Arktis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ExxonMobil begann 2014 ein neues Projekt mit dem russischen Energiekonzern Rosneft in der Arktis.[40] Diese Form der Erdölgewinnung in der Arktis ist aus ökologischen Gründen (langsamer Abbau des Öls im Falle einer Havarie) sehr umstritten. Hinzu kommt, dass die US-Regierung Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufgrund des Krieges in der Ukraine erlassen hat.

Mutmaßliche Täuschung über die Risiken des Klimawandels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 leitete die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Exxon Ermittlungen ein. Dabei ging es um die Frage, ob der weltgrößte Ölkonzern die Bürger und Aktionäre seit den Achtzigerjahren über die die Klimagefahren in die Irre geführt hat. Den Texanern wird außerdem auch vorgeworfen, über Jahrzehnte Studien bezahlt zu haben, in denen der Klimawandel wider besseren Wissens bestritten wird.[41] Die Staatsanwaltschaften Kaliforniens, Massachusetts und der Virgin Islands folgten New York und leiteten ebenfalls Ermittlungen ein.[42][43]

In einem historischen Schritt plant die Rockefeller-Familie, eine der letzten großen US-Industriedynastien, sich bis zum Jahr 2017 von seinen Anteilen an Exxon zu trennen.[44] Vor mehr als einem Jahrhundert machte John D. Rockefeller Sr. mit Standard Oil, einem Exxon-Vorläufer, ein gewaltiges Vermögen, er gilt als reichster Mann aller Zeiten.[45] In einem Statement dazu hieß es: „Wir können nicht mit einem Unternehmen in Verbindung gebracht werden, das dem öffentlichen Interesse anscheinend Verachtung entgegenbringt.“ Grund für den Schritt sei die existenzielle Bedrohung, der sich die Menschheit und das natürliche Ökosystem durch den Klimawandel ausgesetzt sähen. „Es macht keinen Sinn - weder finanziell noch ethisch - weiter in diese Unternehmen zu investieren, während die globale Gemeinschaft die Abkehr von fossilen Brennstoffen vorantreibt.“ Das Statement schließt mit einem Aufruf: „Es ist überfällig, dass alle Menschen ihre Kräfte bündeln und diesen neuen Weg bestreiten, der den Zusammenhang zwischen der Zukunft der Menschheit und der Gesundheit unseres Ökosystems anerkennt.“[46][47][48]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Ölkonzerne:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kategorie ExxonMobil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Exxon Mobil – in den Nachrichten
Kritische Weblinks zu Exxonmobil
  • Exxposeexxon.com – ExxonMobil Kampagne (englisch)
  • Worldoutofbalance.org – Dokumentarfilm u. a. über ExxonMobils Einfluss auf die Klimaveränderung (englisch)
  • ORF.at – Bericht über die Umweltkatastrophe in Arkansas im März 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ExxonMobil: Annual Report 2015. Abgerufen am 14. Mai 2016 (PDF, englisch).
  2. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 4 (PDF-Datei)
  3. Chronik. In: exxonmobil.com. Abgerufen am 20. Januar 2015.
  4. Mobil Oil AG (Hrsg.): Jahresringe – 100 Jahre Mobil, Hamburg 1999, S. 6
  5. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 22 (PDF-Datei)
  6. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 46 (PDF-Datei)
  7. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 49-52 (PDF-Datei)
  8. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 60 (PDF-Datei)
  9. Esso A.G (Hrsg.): 100 Jahre Esso, Hamburg 1990, S. 83 (PDF-Datei)
  10. Our History. In: exxonmobil.com. Abgerufen am 2. Oktober 2015.
  11. SOCAR übernimmt Esso Schweiz von ExxonMobil. In: socarenergy.ch. Abgerufen am 2. Oktober 2015.
  12. Kennzahlen. In: exxonmobil.de. Abgerufen am 2. Oktober 2015.
  13. US-Energiekonzern: Ölriese Exxon macht 45 Milliarden Dollar Gewinn. In: Spiegel Online. 1. Februar 2013, abgerufen am 20. Januar 2015.
  14. Der Standard, 15. September 2006, S. 23, mit Verweis auf CMAI – Chemical Market Associates als Quelle
  15. Reuters, Exxon CEO calls climate change engineering problem, 27. Juni 2012.
  16.  Mark Hertsgaard: Klimawandel: Das Ende der Pasta. In: zeit.de. 18. Dezember 2012, abgerufen am 20. Januar 2015.
  17. New Proxy Resolution Urges ExxonMobil to Return Capital to Shareholders in the Face of Global Climate Change & Carbon Asset Risk
  18. The Economist Managers at the biggest oil firms clash with investors over climate change
  19. ExxonMobil Energy and Carbon - Managing the Risks
  20. Carbon Tracker Initiative Exxon: Is business as normal the right strategy?
  21. Klaus Werner, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullstein, Berlin 2006 Klaus Werner-Lobo: Klaus Werner-Lobo, Hans Weiss: Schwarzbuch Markenfirmen. Die Welt im Griff der Konzerne. In: markenfirmen.com. 10. Dezember 2014, abgerufen am 20. Januar 2015.
  22. Greenpeace.org, Pressemeldung veröffentlicht am 28. Mai 2003: Greenpeace gegen Klimaverbrecher Exxon Protestaktion an der Zentrale in Texas Greenpeace gegen Klimaverbrecher Exxon – Protestaktion an der Zentrale in Texas (Memento vom 25. September 2013 im Internet Archive) In: greenpeace.de
  23. David Adam, 1. Juli 2009 ExxonMobil continuing to fund climate skeptic groups, records show. The Guardian
  24. Josh Harkinson The Dirty Dozen of Climate Change Denial Mother Jones magazine,4. Dezember 2009
  25. Suzanne Goldenberg, 8. Juli 2015 Exxon knew of climate change in 1981, email says – but it funded deniers for 27 more years. The Guardian
  26. Mit Papiertüchern gegen die Ölpest. orf.at: Bericht über die Umweltkatastrophe in Arkansas im März 2013
  27. en:2013 Mayflower oil spill
  28. Justin Farrell, Corporate funding and ideological polarization about climate change. In: Proceedings of the National Academy of Sciences (2015), doi:10.1073/pnas.1509433112.
  29. Peter C. Frumhoff et al.: The climate responsibilities of industrial carbon producers. In: Climatic Change. Band 132, 2015, S. 157–171, insb. 164, doi:10.1007/s10584-015-1472-5.
  30. exxonsecrets: How ExxonMobile funds climate change sceptics, Zugriff am 23. Januar 2009.
  31. Neela Banerjee, Lisa Song und David Hasemyer: The Road not Taken, Exxon's Own Research Confirmed Fossil Fuels' Role in Global Warming Decades Ago. In: insideclimatenews.org. 16. September 2015, abgerufen am 30. Oktober 2015. Beispiel: Roger W. Cohen: Schreiben von Cohen, Leiter der theoretischen Forschung am Exxon Forschungslabor, an das Büro für Forschung und Technologie. 2. September 1982, abgerufen am 30. Oktober 2015: „[...] a clear scientific consensus has emerged regarding the expected climatic effects of increased atmospheric CO2. The consensus is that a doubling of atmospheric CO2, from its pre-industrial revolution value would result in an average global temperature rise of (3.0 ± 1.5 C°). [...] In summary, the results of our research are in accord with the scientific consensus on the effect of increased atmospheric CO2 on climate.“
  32. Scientists offered cash to dispute climate study. In: The Guardian, 2. Februar 2007. Zuletzt abgerufen am 9. Januar 2016.
  33. Deeper Ties to Corporate Cash for Doubtful Climate Researcher. In: The New York Times, 21. Februar 2015. Abgerufen am 21. April 2016.
  34. Daniel Gilbert: Exxon CEO Joins Suit Citing Fracking Concerns. In: online.wsj.com. 20. Februar 2014, abgerufen am 20. Januar 2015 (englisch).
  35. Exxon Mobil CEO Sues to Keep Fracking Project Away From His Property, But Supports Fracking Elsewhere, Seattle Post Intelligencer, 21. Februar 2014.
  36. Rick Ungar: Exxon CEO Profits Huge As America's Largest Natural Gas Producer-But Frack In His Own Backyard And He Sues! In: forbes.com. 22. Februar 2014, abgerufen am 20. Januar 2015 (englisch).
  37.  Laura Himmelreich: Nordsee: Das Desaster vor der Tür. In: zeit.de. 13. Juni 2010, abgerufen am 20. Januar 2015.
  38. Christoph Seidler: Gasleck in der Nordsee: Sprudelnde Gefahr aus der Tiefe. In: Spiegel Online. 30. März 2012, abgerufen am 20. Januar 2015.
  39. Marc Pitzke: Umwelt-Desaster: New Yorks unsichtbare Ölpest. In: Spiegel Online. 4. Februar 2007, abgerufen am 20. Januar 2015.
  40. Eduard Steiner: Russland schafft Fakten im Kampf um Bodenschätze. In: welt.de. 20. August 2014, abgerufen am 20. Januar 2015.
  41. Staatsanwalt ermittelt gegen Exxon wegen möglichen Klimaschwindels. In: SZ.de. 6. November 2015, abgerufen am 2. April 2016.
  42. Ivan Penn: California to investigate whether Exxon Mobil lied about climate-change risks. In: Los Angeles Times. 20. Januar 2016, abgerufen am 2. April 2016.
  43. John Schwartz: Exxon Mobil Climate Change Inquiry in New York Gains Allies. In: New York Times. 29. März 2016, abgerufen am 2. April 2016.
  44. http://www.dw.com/de/weitere-rockefeller-stiftung-gegen-%C3%B6l/a-19138051
  45. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-die-rockefellers-aus-oel-multis-werden-gruene-kapitalisten-1.2922568-2
  46. http://insideclimatenews.org/news/15092015/Exxons-own-research-confirmed-fossil-fuels-role-in-global-warming
  47. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-die-rockefellers-aus-oel-multis-werden-gruene-kapitalisten-1.2922568-2
  48. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rockefeller-familie-trennt-sich-von-oelriesen-exxon-a-1083917.html