Eye of the Wind

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Eye of the Wind
Die Eye of the Wind unter Segeln

Die Eye of the Wind unter Segeln

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
andere Schiffsnamen

Friedrich, Sam, Merry, Rose Marie

Schiffstyp Brigantine
Rufzeichen OYJG2
Heimathafen Amsterdam, Niederlande
Eigner FORUM train & sail GmbH
Bauwerft Werft C. Lühring, Brake
Stapellauf 1911
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
40,23 m (Lüa)
Breite 7,01 m
Tiefgang max. 2,70 m
Vermessung 129 BRT
Maschine
Maschine Dieselmotor
Maschinen-
leistung
600 PS (441 kW)
Geschwindigkeit max. 8 kn (15 km/h)
Propeller 1
Takelung und Rigg
Takelung Brigg
Anzahl Masten 2
Segelfläche 750 m²
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO 5299864

Die Eye of the Wind ist ein zweimastiges Segelschiff vom Typ einer Brigg,[1] die 1911 in der Werft C. Lühring als Friedrich vom Stapel lief. In ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte umsegelte sie viermal die Welt. Zudem hatte sie Auftritte in mehreren Kinofilmen.

Porträt[Bearbeiten]

Als Friedrich lief das Segelschiff im Jahr 1911 als Toppsegelschoner für seinen ersten Eigner Kapitän Johann Friedrich Kolb aus Fockbek (bei Rendsburg) vom Stapel der renommierten Werft C. Lühring in Brake an der Unterweser, wo es laut der heute noch am Schiff existierenden Plakette als "Neubau 115" geführt wurde;[2] die Werft war bekannt für ihre seetüchtigen Schiffe. Die Friedrich segelte zunächst als Frachter in der Nord- und Ostsee. Im März 1924 wurde sie an den Reeder Axel Ageberg im schwedischen Kalmar veräußert und in ‚Sam’ umbenannt. Zwei Jahre später kaufte sie die Reederei K.H. Hendriksson in Stockevik und nannte sie ‚Merry’. Mit dem daraufhin eingebauten Jönköpings-Zweitakt-Motor befuhr sie als Motorschoner 30 Jahre Nord- und Ostsee.[2] In einem schweren Herbstorkan strandete das Schiff im Herbst 1955 an der schwedischen Westküste, konnte aber geborgen und repariert werden. In der Folge wurde sie zur anderthalb-mastigen Galeasse geriggt und in ‚Rose Marie’ umbenannt. Zu ihren neuen Aufgaben gehörte einige Zeit die Treibnetzfischerei vor Island. In den Sechziger Jahren wurde das Schiff, das mittlerweile als reines Motorschiff genutzt wurde, zweimal weiterverkauft und schließlich wieder in ‚Merry’ umbenannt. Am 21. Januar 1970 fielen das gesamte Achterschiff und der Maschinenraum einem Feuer zum Opfer. Das Schiff konnte vor dem Abwracken bewahrt werden und gelangte zunächst in das Eigentum eines US-amerikanischen Käufers, der es als Klublokal nutzen wollte, was jedoch nie umgesetzt wurde.[2]

1973 ging das Schiff an eine britisch-australische Gesellschaft und wurde wieder zur Schonerbrigg, dann als Brigantine umgebaut. Als Eye of the Wind umsegelte sie viermal die ganze Welt und spielte Rollen in mehreren Kinofilmen, zum Beispiel in Die blaue Lagune als Northumberland, in Insel der Piraten (engl. Nate and Hayes, auch bekannt als Savage Islands) mit Tommy Lee Jones, ferner in Taipan und 1996 als das Schulschiff Albatross in White Squall – Reißende Strömung. Diese Einsätze machten sie einem breiteren Publikum bekannt. In dieser Zeit hatte sie auch ihren Einsatz als Trainingsschiff für Jugendliche.[2]

Im Jahr 2000 wurde sie an einen dänischen Eigner verkauft, der sie grundlegend restaurierte und mit modernster Ausrüstung sowie einer starken Maschine versah. Damit erfüllt sie heute alle modernen Sicherheitsstandards sowie Anforderungen an Komfort und Bequemlichkeit. Nach Angaben der eigenen Website erfolgte die Restaurierung so maßvoll, dass sie dabei ihren Charakter als Original-Großsegler behielt. Gesegelt wird nach wie vor ausschließlich im Handbetrieb.[2]

Heute steht das Schiff für einzelne Interessenten (via Reisebüro) und für individuelle Führungskräfte-Trainings zur Verfügung, aber auch für die Vercharterung an private Gruppen.[3]

zusätzliche Ausstattung[Bearbeiten]

  • Schiffsrumpf: Stahl
  • Deck: Teak
  • Kabinen: 6 Passagier-Kabinen (16 Kojen)
  • 4 Crew-Kabinen (10 Kojen)
  • Aufenthalt: Salon mit Bordbibliothek, Decksalon, Sonnendeck
  • Navigation und Kommunikation: Radar, GPS, Funk (weltweit), Satellitentelefon, Fax, Internet
  • Sicherheit: Modernste Sicherheits-, Feuerschutz- und Rettungsausstattung gemäß internationalen Richtlinien

Brigantine oder Brigg[Bearbeiten]

Der langjährige Miteigentümer Anthony 'Tiger' Timbs hat das von ihm designte Rigg anfangs als Brigantine oder Schonerbrigg bezeichnet. Nach der Anbringung der Groß-, Mars- und Bramrah aus den Geldern für die Mitarbeit an dem Film Blaue Lagune 1981 legte er Wert auf die Feststellung, es handele sich jetzt um die einzige echte Brigantine (d.h. offenbar Dreiviertelbrigg), man habe aber mangels Masse den Schiffstyp vor längerem bereits begrifflich mit der Schonerbrigg zusammengelegt.

Gelegentlich wird behauptet, beim Eignerwechsel im Jahre 2000 wären Änderungen an der Takelage vorgenommen worden. Das aktuelle Rigg ist aber bereits im Film Tai-Pan (1986) [4] deutlich zu sehen. Der aktuelle Eigentümer bezeichnet das Schiff dennoch als Brigg.

Bilder[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Ulf Kaack/Harald Focke: "Eye of the Wind - einem Traum auf der Spur", Forum Verlag 2014, ISBN 3865863795

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schiffsdaten
  2. a b c d e Eye of the Wind - Geschichte
  3. Forum Media Group setzt Segel
  4. The filming of Tai Pan - engl.