Eysus

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Eysus
Eysus (Frankreich)
Eysus
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Oloron-Sainte-Marie-1
Gemeindeverband Haut Béarn
Koordinaten 43° 8′ N, 0° 35′ WKoordinaten: 43° 8′ N, 0° 35′ W
Höhe 236–416 m
Fläche 6,72 km2
Einwohner 649 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 97 Einw./km2
Postleitzahl 64400
INSEE-Code

Brücke über den Ourteau im Ortszentrum von Eysus

Eysus ist eine französische Gemeinde mit 649 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Oloron-Sainte-Marie-1 (bis 2015: Kanton Oloron-Sainte-Marie-Est).

Die Einwohner werden Eysusiens und Eysusiennes genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eysus liegt ca. 10 km südlich und damit im Einzugsbereich von Oloron-Sainte-Marie in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Gurmençon Oloron-Sainte-Marie
Asasp-Arros Nachbargemeinden Oloron-Sainte-Marie
Lurbe-Saint-Christau

Eysus liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour am rechten Ufer des Gave d’Aspe. Zwei seiner Nebenflüsse, der Ourtau und der Arrigouli, münden in den Gave im Gebiet der Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fund einer polierten Axt attestiert eine Besiedelung in der Jungsteinzeit, der Fund einer Münze eine in der Zeit des Westgotenreichs.[3]

Bei einem Zensus im Jahr 1385 wurden in Eysus 24 Haushalte gezählt und vermerkt, dass das Dorf zur Bailliage von Oloron gehört.[4]

Die Gemeinde liegt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela im Abschnitt zwischen Oloron und dem Col du Somport.[3]

Toponyme und Erwähnungen von Eysus waren:

  • Villa quœ vocatur Isuici (1077, laut Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn),
  • Ezus (13. Jahrhundert, for d’Oloron, Manuskript des 14. Jahrhunderts),
  • Esus (1251, Kopialbuch des Bistums Oloron) und
  • Eyssus, Eizus, Aisuus und Aïsus (1538, 1544, 1589 bzw. 1675, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts).[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Höchstständen der Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von 1273 Einwohnern reduzierte sich die Zahl bei kurzzeitigen Phasen der Erholung bis zu den 1950er Jahren um insgesamt rund drei Viertel. Seitdem steigt sie wieder an und hat sich seitdem verdoppelt.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 358 347 483 572 562 612 617 697 649
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2009[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Pierre
  • Herrenhaus vom Bois Labory. Das Schloss könnte unter Gaston II., genannt der Tapfere (le Preux), Graf von Foix und Vicomte von Béarn, errichtet worden sein. Heute ist vom ehemaligen Wohnsitz der Grundherren von Eysus nur eine Turmruine übrig geblieben. Dieser hat eine Höhe von ca. 6 m und einen Durchmesser von rund 10 m, wobei die Gesamthöhe des Gebäudes unbekannt ist.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Eysus liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch.[10]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 48
Grundschule von Eysus

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eysus verfügt über eine öffentliche Grundschule.[12]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 653 von Toulouse nach Jaca, der einem Abschnitt der Via Tolosana, dem südlichsten der vier Jakobswege, entspricht, führt durch das Ortszentrum.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist angeschlossen an die Routes départementales 238, 338 und 638.

Die Linie 63 des TER Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, bedient die Strecke von Pau nach Bedous über Oloron-Sainte-Marie, den heute betriebenen Teil der Bahnstrecke Pau–Canfranc. Der Schienenweg durchquert das Gemeindegebiet ohne Haltepunkt.

Jean Pierre Saurine

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Pierre Saurine, geboren am 11. März 1733 in Eysus, gestorben am 8. Mai 1813 in Sulz im elsässischen Département Haut-Rhin, war ein französischer Kleriker und Politiker während der französischen Revolution.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eysus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  2. Ma commune : Eysus (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  3. a b Conseil régional d’Aquitaine: Eysus (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 13. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 25. Mai 2017.
  4. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 64. 1863. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  5. Notice Communale Eysus (fr) EHESS. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  6. Populations légales 2014 Commune d’Eysus (64224) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  7. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Pierre (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 3. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 25. Mai 2017.
  8. église paroissiale Saint-Pierre (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Manoir du Bois Labory (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 25. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Eysus (64224) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  13. GR® 653 - Sentier vers Saint-Jacques-de-Compostelle : Toulouse - Jaca (fr) Comité départemental de la Randonnée pédestre des Pyrénées-Atlantiques (CDRP 64). Abgerufen am 25. Mai 2017.