Ezafe

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Die Ezāfe (Varianten: Eżāfe, Iḍāfa, Izafa, Izafat, İzafet; auch Ezafe-Konstruktion usw.; persisch ‏اضافهEżāfe, aus dem arabischen Idafa / ‏إضافة‎ / Iḍāfa / ‚Verbindung‘) bezeichnet eine enklitische Partikel, die Attribute an deren Bezugsnomen bindet. Dieses Syntagma nennt man eine „Ezāfe-Konstruktion“. Dabei können regelrechte „Ezāfe-Ketten“ gebildet werden, indem jedes weitere Attribut durch eine weitere Ezāfe angebunden wird, z. B.:

„Das schöne, alte Haus“ (persisch ‏خانه‌ی کهنه‌ی قشنگ‎, DMG ḫāne-ye kohne-ye qašang; Konstruktion: Haus-<Ezāfe> alt-<Ezāfe> schön, wörtl.: „Das Haus, welches schön, welches alt“)

In der Umschrift wird die Ezāfe mit -ye wiedergegeben, wenn sie auf einen Vokal folgt; nach einem Konsonanten mit -e (Beispiel: „Die schöne gelbe Blume“ = Gol-e sard-e qašang).

Die Ezāfe-Konstruktion ist typisch für iranische Sprachen, weswegen sich die persische Aussprache eingebürgert hat. Sie erscheint jedoch nicht in allen iranischen Sprachen.

Die Form der Ezāfe ist von Sprache zu Sprache unterschiedlich. In manchen Sprachen gibt es für die verschiedenen Genera und Kasus unterschiedliche Formen der Ezāfe (z. B. in Kurmandschi).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ezāfe hat sich aus dem altiranischen Relativpronomen entwickelt, dessen Stamm ya- lautet. Ob sie sich direkt aus dem einfachen Relativpronomen entwickelt hat, oder aus der altpersischen Form des Relativpronomens, ist nicht zu entscheiden. Im Altpersischen sind die Relativpronomina eine Komposition aus den Demonstrativpronomina auf ha- bzw. ta- und dem eigentlichen Relativpronomen auf ya-, z. B. Nom.Sg.m.: haya, wörtlich „dieser welcher".

Im Mittelpersischen kann die Ezāfe noch ganze Relativsätze an das Bezugsnomen binden. Während dies beispielsweise in Soranî immer noch möglich ist, hat das Neupersische dies verloren.

Die Ezāfe-Konstruktion wurde auch in das Osmanische und ins Urdu entlehnt.