Ezelheim

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Ezelheim
Markt Sugenheim
Koordinaten: 49° 35′ 55″ N, 10° 24′ 7″ O
Höhe: 312–328 m ü. NHN
Fläche: 6,98 km²
Einwohner: 174 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91484
Vorwahl: 09165
St. Mauritius

Ezelheim ist ein Ortsteil des Marktes Sugenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt am nördlichen Ufer der Kleinen Ehe, eines linken Zuflusses des Ehebachs. Ca. 0,75 km nordwestlich des Ortes liegt das Flurgebiet Hölle, im Süden jenseits der Kleinen Ehe liegen die Heckenäcker. Ca. 0,75 km nordöstlich liegt das Waldgebiet Lohholz.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ezelheim wurde als Haufendorf in Gewannflur angelegt. Der Ort wird in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Megingaudshausen aus dem Jahr 816 als „Hezelheim“ erstmals erwähnt. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen Ezilo, der als Gründer des Ortes angesehen wird. 918 wurde der Ort als „Hetzelheim“ erwähnt.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ezelheim 52 Haushalte. Das Hochgericht, das auch vom Cent Markt Bibart des Hochstifts Würzburg beansprucht wurde, übte die Herrschaft Sugenheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Herrschaft Sugenheim inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 50 Anwesen der Herrschaft Sugenheim und 2 Anwesen der Reichsstadt Windsheim.[4]

1810 kam Ezelheim zum neuen Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Sugenheim und 1813 der Ruralgemeinde Sugenheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Ezelheim gebildet.[5] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Ortspolizei hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Sugenheim inne. Am 3. Juli 1838 wurde die Gemeinde an das Landgericht Markt Bibart und das Rentamt Iphofen abgegeben.[6] Ab 1862 wurde Ezelheim vom Bezirksamt Scheinfeld (1938 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1856 von dem Rentamt Markt Bibart (1920–1929: Finanzamt Markt Bibart, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, ab 1880 Amtsgericht Scheinfeld. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 6,983 km².[7] Am 14. September 1858 wurde in Ezelheim der in Neustadt an der Aisch am 1. November 1939 gestorbene botanische Schriftsteller Pfarrer Hanemann geboren.[8]

Am 1. Januar 1972 wurde Ezelheim im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Sugenheim eingegliedert.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 3: Schulhaus
  • Haus Nr. 11: Untere Mühle
  • Haus Nr. 13: Erdgeschossiges Wohnstallhaus, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts; Fachwerkbau mit vierachsigem Giebel zur Straße; ähnlich die Häuser Nr. 24, 28, 29, 32, 36, 46[10]
  • Haus Nr. 14: Fachwerkwohnstallhaus
  • Haus Nr. 31: Zweigeschossiges Wohnstallhaus, 17./18. Jahrhundert; Erdgeschoss massiv, verputzt, drei zu fünf Achsen, Obergeschoss Fachwerk, auf reich profiliertem hölzernem Gurtgesims; an den Seiten struktives Fachwerk, an der Straßenfront reicher ausgebildetes mit Mannfiguren und Andreaskreuzen; das Walmdach steht über der derb profilierten Traufe vor.[10]
  • Haus Nr. 33: Ehemals Mühle; stattliches zweigeschossiges Fachwerkhaus, verputzt, von fünf zu vier Achsen im Wohnteil, zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, zwei Fenster der Traufseite mit ursprünglichen Gittern[10]
  • Haus Nr. 41: Fachwerkwohnstallhaus
  • Haus Nr. 47: Ehemaliges Schulhaus
  • Haus Nr. 52: Satteldachhaus
  • Haus Nr. 53: Pfarrhaus
  • Haus Nr. 63: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Mauritius

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Sugenheim#Ezelheim

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 286 319 312 318 298 303 316 299 325 333 313 300 284 257 262 259 235 215 211 355 311 276 194 184 174
Häuser[11] 61 56 61 61 59 54 54 54 45
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [7] [21] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Mauritius (Ezelheim) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Mariä Himmelfahrt (Ullstadt).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße NEA 31 führt westwärts das Tal der Kleinen Ehe hinauf nach Ingolstadt, in der Gegenrichtung über die Hügel nach Sugenheim zur Staatsstraße 2253. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nordwärts nach Neundorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ezelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 342 (Digitalisat).
  2. Ezelheim im BayernAtlas
  3. P. Schneider, S. 237.
  4. H. H. Hofmann, S. 95.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 73 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 227.
  6. H. H. Hofmann, S. 219.
  7. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 818 (Digitalisat).
  8. Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978.) S. 665.
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  10. a b c G. Hojer, S. 64. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  11. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 24 (Digitalisat).
  13. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 59 (Digitalisat).
  14. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 183, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1082, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1249, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1181 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1252 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1290 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1117 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).