Vermögen (Fähigkeit)

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Vermögen ist ein Synonym für aktive Potenz: Vermögen (Leistungs­fähigkeit) hat, wer zu handeln vermag. Individuen haben Vermögen, und analog dazu wird auch Gruppen und Gesellschaften ein Vermögen zugeschrieben.

Vermögen in der Eugenik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Eugenik gilt dass es für ein Fortbestehen der Menschheit von Vorteil ist, die Menschen mit dem größten physisch wie geistigem Vermögen in der Fortpflanzung zu begünstigen.

Dazu zählen zunächst die Ausschlusskriterien wie z.B. Erbkrankenkeiten. Dieser Aspekt wurde besonders von den Nationalsozialisten im Dritten Reich hervorgehoben.

Zu den positiven anzurechnenden Vermögen des Menschen bzw. Fähigkeiten zählen hingegen Attribute wie Stärke, Ausdauer, die Reaktionsfähigkeit, Geschicklichkeit, das Erinnerungsvermögen und Intelligenz. Erste Thesen hierzu wurden bereits in der Antike intensiv erörtert.

Des Weiteren gibt es jedoch auch Aspekte, die sich kaum erfassen lassen, so zum Beispiel das Einfühlungsvermögen bzw. die Fähigkeit, Stärken wie Schwächen anderer Menschen gut zu erfassen. Auch das auf andere Menschen anziehend wirkende Charisma eines Menschen lässt sich nicht objektiv erfassen.

Ungeklärt ist auch ob altruistisches Verhalten evolutionsbiologisch mehr von Vorteil oder als Ausdruck einer gewissen Leichtgläubigkeit Nachteil für die Gemeinschaft ist, ebenso wie der gegenteilige Machttrieb. Theoretisch kann ebenso die Gier oder nur der Sammeltieb eines Menschen in Notzeiten, für andere vorteilhaft sein. Auch die Fähigkeit glaubhaft zu lügen und sich zu verstellen.

Die eugenischen Fähigkeiten werden heute noch am ehesten in der Tier und Pflanzenzüchtung beachtet, hier jedoch auch nur im Hinblick auf den Nutzen für den Menschen. Vereinzelt selektieren auch noch Zoos Tiere für den Nachwuchs gezielt aus. Im Rahmen des Menschen spielt auf Grund der komplexen Fragestellungen heute nur noch die Pränataldiagnostik eine gewisse Rolle, zur Ausprägung vorteilhafter Fähigkeiten.

Vermögen in der Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermögen und Möglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Aristoteles wäre das Vermögen die „aktive Potenz“ etwas hervorzubringen, im Gegensatz zur „passiven Empfangsmöglichkeit“ eines formbaren Gegenstandes. Beispiel:

  • Ein Töpfer nutzt sein Vermögen (seine „aktive Potenz“), um den Ton („passive Empfangsmöglichkeit“) zu einer Vase zu formen.

Ernst Bloch unterscheidet in der Grundlegung seines Werkes Das Prinzip Hoffnung das Vermögen als „aktive Fähigkeit“, als Potenz, von der „passiven Möglichkeit“ als Gegebenheit, als Potentialität. Vermögen (die Potenz) und Potentialität müssen als jeweils partielle Bedingungen ineinandergreifen, um die Möglichkeit einer „konkreten Utopie“ zu verwirklichen. Dies wendet er auch auf die gesellschaftliche Entwicklung an. Beispiel:

  • Für Gesellschaftsveränderungen heißt dies, dass nicht nur die gesellschaftliche Situation reif zu einer Veränderung sein muss, sondern auch die aktive Bevölkerung. Beide partiellen Bedingungen müssen erfüllt werden und ineinandergreifen, sonst bestünde diese Möglichkeit nicht.

Kants Vermögensarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immanuel Kant führt in der Einleitung der Kritik der Urteilskraft „alle Vermögen des menschlichen Gemüts ohne Ausnahme“ auf das

zurück.

Vermögen in der Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermögen als verinnerlichtes kulturelles Kapital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Pierre Bourdieu ließe sich Vermögen als verinnerlichte (inkorporierte) Kultur begreifen. Inkorporiertes Kulturkapital bildet zusammen mit Objektiviertem Kulturkapital (beispielsweise Besitz von Büchern, Bildern und anderen Kulturgegenständen) und Institutionalisiertem Kulturkapital (Titel und Stellen) das Kulturelle Kapital einer Person.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung, 3 Bde, 1954-–1959 ISBN 3-518-28154-2.
  • Bourdieu, Pierre (1983): Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital. In: ders. (1993): Die verborgenen Mechanismen der Macht, S. 49–80.
  • Gilles Deleuze: Kants kritische Philosophie. Die Lehre der Vermögen (Januar 1990) Verlag: Merve ISBN 3-88396-073-X.
  • Immanuel Kant: Einleitung in die Kritik der Urteilskraft. Erste Fassung (1914)[1].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: vermögen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Vermögen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Fähigkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen