Fällanden

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Fällanden
Wappen von Fällanden
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Uster
BFS-Nr.: 0193i1f3f4
Postleitzahl: 8117 Fällanden
8118 Pfaffhausen
8121 Benglen
Koordinaten: 690736 / 247484Koordinaten: 47° 22′ 19″ N, 8° 38′ 24″ O; CH1903: 690736 / 247484
Höhe: 453 m ü. M.
Höhenbereich: 434–643 m ü. M.[1]
Fläche: 6,38 km²[2]
Einwohner: 8934 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 1400 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
24,7 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Tobias Diener (FDP)
Website: www.faellanden.ch
Kirche von Fällanden

Kirche von Fällanden

Lage der Gemeinde
ZürichseeGreifenseePfäffikerseeBezirk BülachBezirk DielsdorfBezirk HinwilBezirk HorgenBezirk MeilenBezirk PfäffikonBezirk ZürichDübendorfEgg ZHFällandenGreifensee ZHMaurMönchaltorfMönchaltorfSchwerzenbachUsterVolketswilWangen-BrüttisellenKarte von Fällanden
Über dieses Bild
w

Fällanden (zürichdeutsch Fälande)[5] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz. Die Gemeinde umfasst das Dorf Fällanden sowie die ehemaligen Hofsiedlungen Benglen, Pfaffhausen und Neuhausen.

Historisches Luftbild aus von Walter Mittelholzer von 1923

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Agglomerationsgemeinde liegt zwischen dem nordöstlichen Abhang der Pfannenstielkette und dem nordwestlichen Ufer des Greifensees am Rand des Zürcher Oberlands.

Das Ortszentrum Fällandens befindet sich am Hügelfuss (453 m), wo sich die Verkehrswege DübendorfMaur und SchwerzenbachZürich kreuzen. Von dort hat sich der Ort ins flache Glatttal, aber auch hangaufwärts ausgedehnt.

Benglen (zürichdeutsch Bängle) und Pfaffhausen (Pfaffhuuse),[6] heute grössere Dörfer, liegen auf Geländeterrassen der Pfannenstielkette rund 150 Meter über dem Dorf.

Das Jörentobel (auch Fällandertobel) mit einem grossen erratischen Blockschwarm aus Gestein aus den Glarner Alpen gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung als Zeuge der letzten Kaltzeit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Ausgrabungen belegen mesolithische Wohnplätze sowie neolithische und bronzezeitliche Siedlungsplätze im Gebiet des Greifensees bis unter das heutige Dorf.

Sondierungen anlässlich einer Rettungsgrabung 1999 im Rüeblig schafften drei Gräber von etwa 700 n. Chr. zutage, Körperbestattungen in Rückenlage. Dabei ist eines ein Steinplattengrab aus Glarner Verrucano ohne Grabbeigaben neben zwei Sargbestattungen. In einem Frauengrab fand man Ohrschmuck und eine Gürtelschnalle, bei einem Mann Sax und Gürtelgarnitur.[7]

Fällanden w um 820 erstmals als Fenichlanda erwähnt. Im 9./10. Jh. besass das Fraumünster grössere Besitzungen, während dem Grossmünster grosse Teile des Zehnten zukamen. Der Besitz des Fraumünsters wurde spätestens seit 1250 von einem örtlichen Kehlhof aus durch die Mülner als Lehen verwaltet. Die Vogteirechte lagen bis 1300 bei den Grafen von Rapperswil und gelangten mit der Herrschaft Greifensee 1402 an Zürich.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Gold ein steigender roter Löwe, geschwänzt mit einem grünen Pfauenstoss.

Die Gemeinde führt das Wappen der Zürcher Bürgerfamilie Aeppli. Das mit dem Löwen geschmückte Siegel des Heinrich Aeppli, der 1421 Vogt zu Greifensee war und 1424 den Burgstall und die Gerichte zu Maur erwarb, findet sich an Urkunden von 1422 und 1439. Als Wappen der Aeppli von Fällanden erscheint der rote Löwe mit Pfauenwedel, der auf Beziehungen zu Österreich hinweisen mag, im Wappenbuch des Gerold Edlibach (1493), bei einem Anonymus von 1531, in der Chronik des Johannes Stumpf (1547/48) und im Geschlechterbuch von Johann Friedrich Meiss (1740). Als einer der ersten verwendete Hans Konrad Gyger in seiner Zürcher Karte von 1667 das Aeppli-Wappen als heraldisches Zeichen der Ortschaft Fällanden. Im 19. Jahrhundert wurde der nach rechts gewendete Löwe ins Siegel der Gemeinderatskanzlei gesetzt, und seit 1884 schmückt es eine Scheibe der Kirche. Am 18. Dezember 1926 anerkannte der Gemeinderat das Aeppli-Wappen als offizielles Gemeindewappen von Fällanden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 284
1799 632
1850 848
1900 696
1950 866
1970 4260
1990 6489
2000 6423
2010 7971
2020 8934

Wohnten Ende 2003 noch 6707 Personen in der Gemeinde, waren es am 31. Dezember 2004 bereits 6928 Einwohner (3525 Frauen und 3403 Männer). Die Bevölkerung hat innert Jahresfrist um 3,3 % zugenommen. Insgesamt waren Ende des Jahres 2004 5723 Schweizerinnen und Schweizer (82,8 %) und 1196 Ausländerinnen und Ausländer (17,2 %) in der Gemeinde gemeldet. Per 31. Dezember 2010 hatten 7971 Personen ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in der Gemeinde.

Im Dorfteil Fällanden wohnten Ende 2004 3156, in Benglen 1946 und in Pfaffhausen 1826 Personen. Per Ende 2021 stiegen die Zahlen in den drei Ortsteilen auf 5055 Einwohner in Fällanden, 2065 in Benglen und 2210 in Pfaffhausen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stärkste Partei in der Gemeinde ist die SVP, die seit den letzten Nationalratswahlen einen Wähleranteil von 30,79 % aufweist. Es folgen mit 18,35 % die SP, mit 17,05 % die FDP, mit 11,15 % die GLP, die CVP 8,9 % und die Grüne 8,5 %.[9]

Mitglieder des Fällander Gemeinderats (Amtsperiode 2018–2022)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Tobias Diener 2010 / 2018 Gemeindepräsident, Vorsteher Präsidiales FDP
Ruedi Maurer 2015 Vorsteher Ressort Bevölkerung und Sicherheit, Vize-Präsident parteilos
Maia Ernst 2010 Vorsteherin Ressort Gesellschaft GLP
Pierre-André Schärer 2014 Vorsteher Ressort Hochbau parteilos
Rita Niederöst 2019 Vorsteherin Ressort Liegenschaften SP
Chris Rossmann 2019 Vorsteher Ressort Finanzen und Steuern FDP
Thomas Bürki 2014 Vorsteher Ressort Tiefbau und Werke parteilos

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige sind die Landwirtschaft, das Gast- und das Kleingewerbe.

An der Dübendorfstrasse unterhalten die Axpo AG und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich ein Unterwerk für Elektrizität. Dort endet unter anderem die 380-kV-Leitung Sils-Fällanden, die auch den Weiler Benglen passiert.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Fällanden liegt im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Mehrere Buslinien, welche von den Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) betrieben werden, bedienen alle Ortsteile der Gemeinde und Anschluss an die S-Bahn in Schwerzenbach, Stettbach und Scheuren sowie das Netz der VBZ in Zürich.

703 Zürich, Klusplatz — Pfaffhausen, Müseren — Benglen, Bodenacher

704 Zürich, Klusplatz — Pfaffhausen — Benglen — Fällanden — Schwerzenbach ZH, Bahnhof — Volketswil, Hofwisen

705 Benglen, Bodenacher — Fällanden — Schwerzenbach ZH, Bahnhof

743 Zürich, Bahnhof Stettbach — Dübendorf — Fällanden — Maur, See

744 Zürich, Bahnhof Stettbach — Dübendorf — Fällanden — Benglen — Ebmatingen — Aesch b. Maur — Scheuren, Station (nur zu Hauptverkehrszeiten)

745 Zürich, Bahnhof Stettbach — Dübendorf — Fällanden, Wigarten (nur zu Hauptverkehrszeiten)

Individualverkehr, Strassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fällanden liegt an der linksufrigen Greifenseestrasse Mönchaltorf–Maur–Dübendorf, die sich in Fällanden gegen Nordosten nach Schwerzenbach–Volketswil (Oberlandautobahn A15) verzweigt und gegen Westen nach Pfaffhausen, Benglen und Binz. Von der Maurerstrasse in Seenähe besteht eine direkte Verbindung nach Ebmatingen–Zumikon (Forchautostrasse).

Entsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fällandens Abwasser wird im Zweckverband mit den Gemeinden Volketswil, Schwerzenbach und Maur und Teilen der Städte Dübendorf und Illnau-Effretikon in der ARA Bachwies in Fällanden, bei der Mündung des Dorfbaches in die Glatt, gereinigt.[10]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66 "Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 605–618.
  • Roger Sablonier: Fällanden: Wirtschaft und soziales Leben eines Dorfes vor 1800, Chronos, Zürich 1986, DNB 206576269.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fällanden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 669.
  6. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. Hrsg.: Grammatiken + Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgem. verständl. Darstellung, betreut vom Verein Schweizerdeutsch. 1. Auflage. Band III Zürichdeutsches Wörterbuch. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668,669.
  7. Christian Bader, Fredy von Wyl: Drei frühmittelalterliche Bestattungen in Fällanden. In: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (Hrsg.): Archäologie im Kanton Zürich. Nr. 17. Zürich und Egg ZH 2004, ISBN 3-905681-08-0, S. 99–108.
  8. Roger Sablonier, Fällanden. Wirtschaft und soziales Leben eines Dorfes vor 1800. Chronos Verlag Zürich 1986.
  9. Nationalratswahlen 2007: Vergleich 2003 - 2007 in Gemeinden. Statistische Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 28. August 2009.
  10. Kanton Zürich, Baudirektion: ARA Bachwies, Fällanden. In: Kanton Zürich online. Kanton Zürich AWEL, Swktion Abwasserreinigungsanlagen, 2020, abgerufen am 26. Februar 2022.
  11. Noch mehr Platz für Natur schaffen: «Renaturierung Stocklen». In: naturschutz.ch. 14. August 2019, abgerufen am 20. August 2019.