Färberlack

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Färberlack, Lac-Dye, Lac-Lac[1][2] ist ein natürlicher organischer Farbstoff, der verlackt als Pigment verwendet wird. Er wird aus dem Gummilack, Stocklack, dem harzigen Sekret der Lackschildläuse, gewonnen. Die Bezeichnung Lac Dye kommt von englisch „dye“ Farbstoff, bedeutet also Lackfarbstoff.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Schellack

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man unterscheidet zwei Sorten von Färberlack:

Zur Herstellung von „Lac-Dye“ wird der Stocklack der Lackschildläuse in Steinmühlen zerkleinert. In warmem Wasser wird das Pulver stundenlang bewegt, um den Farbstoff auszulösen. Anschließend wird das Wasser in Kesseln über dem Feuer eingedampft oder in flachen Gefäßen an der Sonne getrocknet. Er kommt in Form flacher Kuchen in den Handel.

Eine weitere Methode ist, man löst den Farbstoff des gemahlenen Stocklacks durch Kochen mit einer verdünnten Soda- oder Pottaschelösung, filtriert und fällt den Farblack aus dem Filtrat mit Alaunlösung. Der Niederschlag wird getrocknet und in kleinen Vierecken in den Handel gebracht. Dieser wird als „Lac-Lac“ auch „Lac-Lake“ bezeichnet.

Der Rückstand dieser beiden Methoden ist der Körnerlack, welcher dann zu Schellack verarbeitet wird.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Färberlack ist lichtbräunlich bis tief braunrot, geruchs- und geschmacklos, durchscheinend bis undurchsichtig.

Die Zusammensetzung besteht aus 50 % Laccainsäuren, 25 % Harz, 22 % feste Bestandteile: Aluminium, Eisen, Calciumcarbonat und Sand. Der färbende Bestandteil von Färberlack ist die Laccainsäure, welche in Farbe und Zusammensetzung dem Karmin ähnelt.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Farbstoff steht dem der Cochenille und dem der Kermes-Schildläuse sehr nahe. Man benutzte beide Präparate hauptsächlich zum Färben von Scharlachrot und Karmesinrot auf Baumwolle und Seide. Färberlack-Rottöne sind weicher und wärmer als Karmin. Auch zum Färben von Leder und Teppichwolle wurde es verwendet. Als Ersatzfarbstoff für Henna benutzte man „Lac-Dye“ auch zum Färben der Haare und Fingernägel; es eignet sich auch für die Ölmalerei.

Eine Lösung von „Lac-Dye“ in einer Mischung von Salzsäure und Zinn(II)-chlorid bildet den Lac-Spirit.[3] Eine andere Bereitung ist Ofenheimer Rot, gepulvertes „Lac-Dye“ wird mit 4,5-facher Menge 80 % Ethanol angerührt, erhitzt und abgepresst. Dabei löst sich das Harz und der Farbstoff bleibt zurück.

Heute wird Färberlack vor allem in der Textilfärberei und zu Restaurierungszwecken gebraucht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lac-Dye auf materialarchiv.ch, abgerufen am 4. Januar 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz A. Hoppe: Drogenkunde. Band 2, 8. Auflage, De Gruyter, 1977, ISBN 978-3-11-084414-6, S. 276.
  2. Julius Wiesner: Die Rohstoffe des Pflanzenreichs. 1. Band, 4. Auflage, Engelmann, 1927, S. 384.
  3. Meyers Konversations-Lexikon. 10. Band, 4. Auflage, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1888, S. 387.