Haartrockner

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Foen (um 1946)
Haartrockner von AKA electric (um 1970)

Ein Haartrockner, Fön bzw. Foen (als registrierte Wort-/Bildmarke)[1][2] oder Föhn (auch Heißluftdusche) ist ein elektrisches Gerät, das vor allem zum Trocknen feuchter Haare dient, indem es das Haar stark durchlüftet und die Luft zuvor erhitzt, damit sie größere Wassermengen aufnehmen kann (siehe Luftfeuchtigkeit).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haartrockner aus der Anfangszeit

1890 hatte der Franzose Alexandre Godefroy den Vorläufer eines Haartrockners in Paris in seinem Haarsalon. Um 1900 produzierte das deutsche Unternehmen AEG einen elektrischen Haartrockner.[3] 1911 ließ Gabriel Kazanjian ein Patent für einen Haartrockner in den Vereinigten Staaten schützen. Die Firma Sanitas brachte 1908 den ersten Haartrockner unter der Modellbezeichnung Foen heraus, die heute zum Synonym für diese Gerätegattung geworden ist. Die Marke FOEN wurde 1957 von der AEG übernommen, die zuvor mit dem Begriff Heißluftdusche geworben hatten. Irrtümlich wird vielfach angenommen, AEG sei Urheber der Marke.

In Frankreich brachte 1926 der Ingenieur Léon Thouillet den ersten Haartrockner bei Calor heraus.[4] In den 1950er Jahren wurden die ersten Haartrockner aus Kunststoff hergestellt. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte in mehreren Schritten eine Verkleinerung, damit die Geräte leichter, effizienter und handlicher wurden. Jean Mantelet, Ingenieur bei Moulinex, führte die Pistolenform ein. In den letzten Jahrzehnten wurde der Haartrockner zum Designobjekt.

1965 entwickelte und vermarktete General Electric den „Medaillon Hair Dryer“ einen tragbaren Haartrockner, bei dem das vierstufige Heißluftaggregat („Instant Heat“) mit einem Gürtel seitlich an der Hüfte getragen wurde.[5]

Die Wörter Fön, Foen und Föhn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung „Fön“ ist vom Föhnwind abgeleitet.

Die Wort-Bildmarke und die Wortmarke „Foen“ sind auf die Electrolux Rothenburg GmbH Factory and Development in Nürnberg registriert,[1][2] weshalb nur diese Firma das Recht besitzt, ihre Produkte mit diesem Namen zu versehen.

Vor der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 wurde die übliche Bezeichnung für Haartrockner genauso wie der Markenname „Fön“ geschrieben, sodass das Wort vom Föhnwind, der sich schon vorher mit h schrieb, unterschieden werden konnte. 1996 wurde diese Schreibweise in „Föhn“ geändert; die Wortmarke „Fön“ ist davon nicht betroffen.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seiten- und Frontalansicht eines geöffneten Haartrockners

Mit einem Gebläse (früher Radial-, heute Axialventilator; Motor früher Spaltpolmotor, heute permanenterregter Gleichstrommotor) wird Luft über stromdurchflossene Heizdrähte geleitet. Die Wendeln waren früher auf Keramikträgern und sind heute auf isolierenden Glimmerplatten aufgewickelt. Die so erzeugte Warmluft kann viel Wasser aufnehmen und dadurch Haare trocknen.

Oft wird ein preisgünstiger Niederspannungsgleichstrommotor verwendet, gespeist über Gleichrichterdioden aus einer Anzapfung der Heizwendel. Solche Geräte können keine kalte Luft liefern.

Haartrockner besitzen eine Übertemperatursicherung im Bereich der Heizwendel, um das Gerät bei Versagen des Gebläses oder Verlegen der Ansaug- oder Ausblasöffnung abzuschalten.

Einige Hersteller bieten Modelle mit eingebautem Ionisator an, welcher eine antistatische Wirkung auf die Haare haben soll. Ein Vergleich der Stiftung Warentest ergab jedoch, dass die mit Ionisator beworbenen Haartrockner verglichen mit konventionellen Modellen keine signifikante Verbesserung bezüglich der statischen Aufladung von Haaren zeigten.[6]

Gefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu heißes Föhnen kann die Haare schädigen.

Heiße Teile eines Föhns können auf nackter Haut Verbrennungen bewirken.

Netzspannungsgeräte in Feuchträumen, überwiegend Haartrockner, verursachen in Deutschland jährlich einige tödliche Stromunfälle. Häufiger sind Suizide mit Haartrockner in der Badewanne.[7] Wegen des üblicherweise einpoligen Netzschalters und symmetrischen Netzsteckers, muss das Gerät dazu nicht eingeschaltet sein. Fehlerstrom-Schutzschalter schützen recht zuverlässig,[8][9] wurden bisher aber in vielen Altbauten nicht nachgerüstet.

Trockenhaube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trockenhaube Fingerföhn (1950er Jahre)

Eine Trockenhaube ist ein elektrisches Heißluftgerät zum Trocknen der Haare, bei dem ein glockenartiges, an eine Haube erinnerndes Teil, dem die Heißluft entströmt, über den Kopf gestülpt wird. Das Gerät hängt dabei an einem Ständer oder (bei fest eingebauten Trockenhauben in einem Friseursalon) einem Wandarm. Bei einer anderen, für den Hausgebrauch mittlerweile am weitesten verbreiteten Bauart handelt es sich um eine über den Kopf zu ziehende Haube aus Kunststofffolie, in die von einem angehängten Gebläse Warmluft eingeblasen wird.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haare vorher mit einem Handtuch zu trocknen, verkürzt die Föhndauer und den Energieverbrauch deutlich.

Ein Werkzeug mit gleichem Funktionsprinzip, aber meist deutlich höherer Arbeitstemperatur und anderem Einsatzzweck, ist das Heißluftgebläse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haartrockner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Haartrockner – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Föhn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Trockenhaube – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag der Wortbildmarke beim DPMA
  2. a b Eintrag der Wortmarke beim DPMA
  3. Freizeitfreunde.de
  4. Die kleine Geschichte … des Föns. In: Arte TV
  5. GE-Werbung von 1965 und 1966
  6. Haartrockner: Billigföhn brennt im Test. Stiftung Warentest, 2. Oktober 2009
  7. Andreas Holfeld, Claus Lochner: Sicherheit von Haartrocknern. BAuA, Dortmund/Berlin/Dresden 2014.
  8. Hubert Bachl, Gottfried Biegelmeier, Franz Taubenkorb: Der Tod in der Badewanne (1)(2). elektro.net 23&24/2002.
  9. Markus Berneburg, Markus Tripp (TÜV Hessen): Stromunfälle - Grenzen des zusätzlichen Schutzes durch RCD. Fachvortrag für den Bezirksverein Kassel des VDE am 20. November 2014.