Förrenbach

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Förrenbach
Gemeinde Happurg
Koordinaten: 49° 28′ 33″ N, 11° 30′ 10″ O
Höhe: 373 m
Postleitzahl: 91230
Vorwahl: 09151
Karte
Förrenbach, Blick auf das alte Dorf

Das Pfarrdorf Förrenbach (fränkisch: Fīrabo) ist ein Gemeindeteil von Happurg im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.[1] Das Pfarrdorf hat etwa 800 Einwohner und wurde erstmals im Jahr 1011 urkundlich erwähnt. Etwa einen Kilometer entfernt befindet sich der Happurger See mit dem Pumpspeicherwerk Happurg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahr 1011 erstmals genannte Ortsname „Furihinebach“ ist auf Föhre oder auf Forelle zurückzuführen. In diesem Jahr schenkte der spätere Kaiser Heinrich II. den Ort dem Bistum Bamberg. Später hatten auch die Herren von Reicheneck in Förrenbach einigen Besitz. Ihr Stammsitz, die Burg Reicheneck, lag westlich über dem Dorf. Heute ist sie eine Ruine mit nur noch wenig erhaltener Bausubstanz. Ab dem Jahr 1504 kam der Ort zur Reichsstadt Nürnberg, die ihn bis 1806 besaß.

St. Johannes

Die evangelische Pfarrkirche St. Johannes wurde 1839 an der Stelle eines abgebrochenen gotischen Kirchengebäudes errichtet. Sie wurde in spätklassizistischem Stil von dem Architekten Schulz, einem Schüler des Leo von Klenze geplant.[2]

KZ-Mahnmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KZ-Mahnmal bei Förrenbach

Etwa einen Kilometer westlich von Förrenbach liegt das KZ-Mahnmal, mit dem die Erinnerung an das Krematorium des KZ-Außenlagers Hersbruck wachgehalten wird. Dort wurden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Opfer des KZ-Außenlagers eingeäschert, die den harten Bedingungen des Lagerlebens und dem Arbeitseinsatz erlegen waren.

Der granitene Wegweiser zum KZ-Mahnmal bei Förrenbach

Das Mahnmal liegt etwa 150 Meter südlich der Uferlinie des Happurger Sees am Rand eines Waldgebietes. Es besteht aus einem massiven, etwa zwei Meter hohen Steinkreuz, das nur eine kurze Inschrift trägt. Ebenso wie die beiden KZ-Mahnmale bei Schupf und bei Hubmersberg wurde auch dieses Denkmal zu Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts vom Landkreis Hersbruck errichtet. Der ursprüngliche Aufstellungsort befand sich zunächst an dem Ort, an dem auch das Krematorium gestanden hatte. Bevor dieser Platz mit der Aufstauung des Happurger Sees 1955 überflutet wurde, versetzte man das Mahnmal, so dass es sich nunmehr etwa 30 Meter über dem Pegel des Stausees befindet. Ein granitener Wegweiser am Rande der Staatsstraße 2236 weist auf die abseits und versteckt gelegene Gedenkstätte hin.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Förrenbach (Happurg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage von Förrenbach im Bayern Atlas
  2. Fränkischer Albverein (Hrsg.): Fahren und Wandern, Band 3. Verlag Neue Presse, Nürnberg 1992, ISBN 3-920701-90-9, S. 252.