Fügen (Fertigungstechnik)

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Manuelles Durchsetzfügen (Clinchen)
Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 8593
Bereich Fertigungsverfahren
Titel Fügen
Kurzbeschreibung:
  • DIN 8593-0:2003-09 Allgemeines; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-1:2003-09 Zusammensetzen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-2:2003-09 Füllen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-3:2003-09 Anpressen, Einpressen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-4:2003-09 Fügen durch Urformen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-5:2003-09 Fügen durch Umformen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-6:2003-09 Fügen durch Schweißen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-7:2003-09 Fügen durch Löten; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
  • DIN 8593-8:2003-09 Kleben; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Letzte Ausgabe 2003-09
ISO

Fügen ist in der Fertigungstechnik nach DIN 8580 eine Hauptgruppe von Fertigungsverfahren mit denen zwei oder mehr feste Köper mit geometrisch bestimmter Gestalt verbunden (gefügt) werden. Gelegentlich kommt dabei zusätzlich noch sogenannter "formloser Stoff" zum Einsatz dessen Form nicht definiert ist. Dazu zählt beispielsweise Klebstoff. Die einzelnen Verfahren werden in der DIN 8593 näher bestimmt. Zu den wichtigsten zählt das Nieten, Durchsetzfügen (Clinchen), Schrauben, Schweißen, Löten und Kleben. Das Fügen ist eng verbunden mit der Montage die jedoch nicht genormt ist. Die Montage setzt sich zusammen aus dem Handhaben, Prüfen, Justieren, Hilfsoperationen und dem Fügen.

Grundlegendes Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Fügen wird der Zusammenhalt zwischen den zuvor getrennten Werkstücken lokal – d. h. an den Fügestellen – geschaffen und somit insgesamt erhöht. Die Verbindung kann dabei von fester oder beweglicher Gestalt sein. Über die Wirkflächen der Verbindung werden die auftretenden Betriebskräfte übertragen.

Die zu fügenden Werkstücke haben dabei eine geometrisch bestimmte Form. Als Hilfsstoff kann auch formloser Stoff vorkommen. Dazu zählt beispielsweise flüssiges Lot, Schweißzusatzwerkstoffe aus denen nach der Erstarrung die Schweißnaht gebildet wird oder Klebstoff. Das "Fügen" eines einzelnen Werkstücks mit formlosen Stoff zählt zum Beschichten.

Einteilung und Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 8593 unterteilt das Fügen in neun Gruppen, in denen die verschiedenen Fügeverfahren zusammengefasst werden.

  1. Zusammensetzen: Unter anderem Einsetzen, Einhängen und Ineinanderschieben
  2. Füllen: Füllen von Hohlräumen mit Werkstoffen. Beispielsweise das Imprägnieren.
  3. An- und Einpressen: Schrauben, Nageln oder Pressverbindungen mit Übermaßpassung
  4. Fügen durch Urformen: Nutzt verschiedene Verfahren des Urformens zum Fügen, insbesondere das Gießen
  5. Fügen durch Umformen: Nutzt verschiedene Verfahren der Umformtechnik zum Fügen. Beispiele sind Bördeln, Falzen, Biegen und Nieten.
  6. Fügen durch Schweißen: Fügen unter Einfluss von Wärme und/oder Druck. An den Fügestellen werden die Werkstücke aufgeschmolzen.
  7. Fügen durch Löten: Fügen durch Schmelzen von Lot. Die Fügestellen werden erwärmt, aber nicht geschmolzen.
  8. Kleben: Mit Klebstoff
  9. Textiles Fügen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hybridfügen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Jürgen Matthes, Frank Riedel (Hrsg.): Fügetechnik. Überblick - Löten - Kleben - Fügen durch Umformen. Fachbuchverlag, Leipzig 2003, ISBN 978-3-446-22133-8.
  • G. Kötting: Fügetechnik. 1 Charakterisierung und Einteilung der Fügeverfahren, S. 1–1–1–7.
  • Klaus Feldmann, Volker Schöppner, Günter Spur: Handbuch Fügen, Handhaben, Montieren, Hanser, München, 2014.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]