Führer und Verführer

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Film
Titel Führer und Verführer
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Joachim A. Lang
Drehbuch Joachim A. Lang
Produktion Till Derenbach,
Michael Souvignier
Musik Michael Klaukien
Kamera Klaus Fuxjäger
Schnitt Rainer Nigrelli
Besetzung

Führer und Verführer ist ein deutsch-slowakischer Kinofilm, eine Mischung aus Dokumentarfilm und Reenactment mit zahlreichen historischen Filmsequenzen. Regie führte Joachim A. Lang. Premiere war am 4. Juli 2024 am Filmfest München.[3] Der Kinostart erfolgte am 11. Juli 2024.

Die Handlung rekonstruiert die letzten sieben Jahre im Bestehen des Dritten Reichs, also von 1938 bis 1945. Im Fokus der Handlung steht die Beziehung des „Führers“, des deutschen Reichskanzlers Adolf Hitler zum „Verführer“, seinem fanatischen Reichsminister für Propaganda, Joseph Goebbels. Jahrelang musste dieser vor der deutschen Öffentlichkeit aber auch gegenüber dem Ausland die Lüge verbreiten, Deutschland wolle in friedlicher Koexistenz mit den übrigen Völkern Europas leben. Nun, nach dem Anschluss Österreichs und der Tschechoslowakei hat Goebbels die Aufgabe des Führers bekommen, die Deutschen auf den bevorstehenden Krieg einzustimmen. Als im weiteren Verlauf absehbar ist, dass Deutschland den Krieg verlieren wird, ist es Goebbels, der in der Rede im Berliner Sportpalast das Volk auf den „totalen Krieg“ einschwört.

Daneben verfolgt Goebbels auch das zweite ideologische Ziel des NS-Regimes. Er ist verantwortlich für die Reichspogromnacht und die radikale Hetze gegen die jüdischen Mitbürger der Deutschen. Er beauftragt so unter anderem den Regisseur Fritz Hippler mit der Produktion des antisemitischen Pseudodokumentarfilms Der ewige Jude; ein weiterer Schritt hin zur Ermordung der Juden Europas.

Obwohl er mit Magda Goebbels verheiratet ist, unterhält Goebbels dennoch eine Beziehung zur tschechischen Schauspielerin Lída Baarová. Erst auf Befehl Hitlers beendet Goebbels 1938 das Verhältnis.

Hintergrundinformationen

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Die Dreharbeiten zum Film fanden in der Slowakei statt.

In kurzen Interviews kommen Überlebende des Holocaust, wie Margot Friedländer, Elly Gotz, Ernst Grube, Charlotte Knobloch, Eva Szepesi, Eva Umlauf und Leon Weintraub zu Wort.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat den Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Die Jury sieht darin einen Film, der „klug und fundiert informiert, um Protesthaltungen oder Indifferenzen aufzubrechen.“[4]

Peter Gutting vergab auf film-rezensionen.de acht von zehn Punkten. Der Film entlarve die Mechanismen, mit denen Joseph Goebbels die Menschen dazu brachte, Hitlers Kriegs- und Vernichtungspolitik trotz anfänglichem Widerstreben zu unterstützen.[5] Der Standard nannte den Film „pädagogisch schwach und merkwürdig unreflektiert“.[6]

Einzelnachweise

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  1. Freigabebescheinigung für Führer und Verführer. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 252019).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Führer und Verführer. Jugendmedien­kommission.
  3. Führer und Verführer. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 20. Juni 2024.
  4. Führer und Verführer – Prädikat „besonders wertvoll“. Deutsche Film- und Medienbewertung, abgerufen am 29. Mai 2024.
  5. Peter Gutting: Führer und Verführer. In: film-rezensionen.de. 3. Juli 2024, abgerufen am 3. Juli 2024.
  6. "Führer und Verführer" zeigt das NS-System als schräge Bande. Abgerufen am 13. Juli 2024 (österreichisches Deutsch).