Sackstich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Führerknoten)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sackstich (Tropfenform)[1]
Sackstich (Tropfenform)[1]
Typ Verbindung
Anwendung
Ashley-Nr. 1410
Festigkeit Tropfen 44 %, gesteckt 63 %
Synonyme Offenhandknoten, Überhandknoten, Daumenknoten
Englisch Overhand Bend, Thumb Knot
Liste der Knoten

Der Sackstich ist ein Verbindungsknoten auf Basis des Überhandknoten, der schnell und einfach zu binden ist.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringknoten (ABOK #1412[2]), Typ: Verbindung. Auch Sackstich (Ringform)[1], gesteckter Sackstich
Schlaufenknoten (Überhandschlaufe, Daumenschlaufe) ABOK #1009, 1046, 2068.Typ: Schlaufe. Schweizer Bergsteiger nennen ihn auch Führerknoten.
Sackstich und dessen Variationen (vordere Reihe) –
links: Sackstich (Tropfenform), mitte: Ringknoten, rechts: Schlaufenknoten
– gegenüber Achterknoten (hinten)

Der Sackstich dient zum Herstellen einer einfachen und schnellen Verbindung zweier Seile oder als Schlaufe. Er hält vergleichsweise schlecht, die Knotenfestigkeit beträgt in der Tropfenform etwa 44 % und gesteckter Form 63 %. Nach Belastung ist er zudem kaum mehr zu lösen.

Beim Abseilen mit Doppelseil verwenden Bergsteiger diesen Knoten häufig. Er ist leicht zu kontrollieren und verklemmt sich selten in einer Felsspalte beim Abziehen.[3] Da die Kräfte verhältnismäßig gering sind gegenüber der Zugfestigkeit des Seils, spielt die Knotenfestigkeit eine untergeordnete Rolle.

Der Sackstich in Tropfenform rutscht besonders gut durch einen Karabinerhaken, da er auf einer Seite glatt ist. Als kurze Endlosschlinge kann er auch als Knotenschlinge in eine Felsspalte gelegt werden und so als provisorischer Sicherungspunkt dienen.

Knüpfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seilenden werden nebeneinander gelegt und dann wird mit dem doppelten Seil ein Überhandknoten geknüpft (siehe Abbildung oben). Der Knoten muss gut festgezogen werden und das lose Ende sollte mindestens das Zehnfache des Seildurchmessers betragen. Überlange Seilenden bieten keine Vorteile, sondern nur das Risiko eines Verhängers.[4]

Abwandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Paketknoten hat eine deutlich höhere Knotenfestigkeit als der Sackstich, ist aber etwas schwieriger zu Knüpfen und hat ein komplexeres Knotenbild.

Kletterer knüpfen den Sackstich selten als Schlaufe (Schlaufenknoten). Zum Anseilen eignet er sich nicht, da er nach einem Sturz nicht mehr zu öffnen ist. Zu diesem Zweck findet man ihn höchstens am Toprope-Seil in Kletterhallen, wo ein Öffnen nicht erwünscht ist. Gelegentlich nutzt man ihn als Stopper am Seilende als Alternative zum Achterknoten.

Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Achterknoten lässt sich als Seilverbindung nach Belastung leichter lösen. Allerdings ist die Knotenform größer. Zum Anseilen verwenden Kletterer den Achterknoten als Schlaufe.

Sehr sichere Verbindungen auch mit rutschigen Seilen erreichen Spierenstich, doppelter Spierenstich und Zeppelinstek. Sie sind auch sehr leicht zu lösen.

Für dicke Trossen eignet sich der Trossenstek.

Der Schotstek verbindet Seile sehr zuverlässig und lässt sich leicht lösen. Steht das Seil aber nicht ständig unter Last, kann er sich selbständig lösen.

Ringknoten (auch gesteckter Sackstich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ein Seilende wird ein loser Überhandknoten geschlungen. Mit dem anderen Seilende fährt man gegenläufig parallel dem ersten genau nach.

Der Ringknoten wurde auch zum Schließen von Bandschlingen verwendet und trägt bei dieser Anwendung auch den Namen Bandschlingenknoten. Wegen Sicherheitsrisiken heißt er auch Todesknoten und wird mittlerweile nicht mehr genutzt.[5]

Siehe auch: Liste von Knoten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Knotenfestigkeit bei Schlingen und Reepschnüren, Teil 2. In: DAV Panorama. Nr. 4, 2007, S. 79.
  2. a b Clifford W. Ashley: Das Ashley-Buch der Knoten. Übersetzt von Gerhard Meyer-Uhl. Edition Maritim, Hamburg 1999, ISBN 3-922117-37-6, S. 269 (#1412) – (Originaltitel: The Ashley Book of Knots.).
  3. Christiane Nastarowitz-Bien: Nur noch Abseilen? Über die Tücken des „Wieder-Runterkommens“ (Teil 2). In: Berliner Bergsteiger. Nr. 5, 2007, S. 10 f. (PDF 345 kB [abgerufen am 17. April 2015]).
  4. Christiane Nastrarowitz-Bien: Nur noch Abseilen? Über die Tücken des „Wieder-Runterkommens“ (Teil 2). In: Berliner Bergsteiger. Nr. 5, 2007, S. 10–11 (PDF [abgerufen am 6. Februar 2016]).
  5. Walter Siebert: Warten wir noch ein paar Tote ab. In: bergundsteigen. Nr. 2, 2007, S. 6 (PDF [abgerufen am 16. April 2015]).