Füllort

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Füllort in der Schachtanlage Asse

Das Füllort (Mz. Füllorte oder Füllörter) ist im Bergbau unter Tage die funktionelle Schnittstelle zwischen der meist seigeren (vertikalen) Schachtförderung und der söhligen (horizontalen) Streckenförderung. Es ist das untertägige Gegenstück zur Hängebank. Räumlich betrachtet ist das Füllort der Kreuzungspunkt eines Schachtes und einer Strecke bzw. eines Stollens. Die Bezeichnung stammt aus der Zeit, als im Füllort der Inhalt der aus dem Abbau hierher geschafften Förderwagen in die Förderkübel der Schachtförderung (um)gefüllt wurde. Dies geschieht im Zeichen gestiegener Förderleistung mit maschineller Unterstützung im Prinzip auch heute noch: Förderwagen aus dem Abbau werden auf Fördergestelle geschoben und von über Tage kommende leere bzw. mit Material beladene Förderwagen werden herausgedrückt (Gestellförderung), oder es werden Fördergefäße aus schachtnahen Vorratsbunkern mit Fördergut befüllt (Gefäßförderung). Gleichzeitig ist das Füllort bei der Seilfahrt Umsteigestelle für die von bzw. nach über Tage fahrenden Bergleute.

Moderne Füllörter sind in Funktion und räumlicher Ausdehnung durchaus mit Bahnhöfen vergleichbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7
  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 4. Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 1994, ISBN 3-7845-6992-7