Fünfachtelschluss

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Fünfachtelschluss (Heidenturmkirche in Alsheim)

Der Fünfachtelschluss (auch: Fünf-Achtel-Schluss oder 58-Schluss) ist eine Variante des polygonalen Abschlusses eines Chors in der Kirchenarchitektur.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der im Grundriss als regelmäßiges Achteck angelegten Form des Chores werden fünf Achtel errichtet; die anderen drei Seiten des Achtecks bilden die Öffnung in Richtung zum Chorraum und Kirchenschiff.

Bei einem Langchor, bei dem die Seitenwände länger als die Achteckseiten des Chorschlusses sind, können die parallelen äußeren überbauten Seiten des Achtecks auch zu den Seitenwänden gerechnet werden, nach den verbliebenen drei Seiten wird dann alternativ auch die Bezeichnung Dreiachtelschluss (bzw. Drei-Achtel-Schluss oder 38-Schluss) verwendet.

Der Fünfachtelschluss wurde bevorzugt bei gotischer und neugotischer Kirchenarchitektur im kontinentalen Westeuropa verwendet.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als weitere Varianten des polygonalen Abschlusses eines Ostchors kommen auch der 710-Schluss (z. B. an der Elisabethkirche Marburg), der 712-Schluss („Hasenkamp“ am Paderborner Dom) oder der 914-Schluss (am Aachener Dom) vor.

Die englische Gotik bevorzugte hingegen den Rechteckchor. Ein Rechteckchor oder ein (halb)runder Chorabschluss kennzeichneten bereits den romanischen Kirchenbau.

Beispiele für die genannten Chor-Abschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Koch: Baustilkunde. Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart. Sonderausgabe. Orbis Verlag, München 1988, ISBN 3-572-05927-5, S. 403.
  • Wilfried Koch: Kleine Stilkunde der Baukunst. Bertelsmann, Gütersloh 1967, S. 95–96 (Kleine Ratgeber, mehrere Auflagen).