Fünfeichen (Schlaubetal)

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Fünfeichen
Gemeinde Schlaubetal
Koordinaten: 52° 8′ 32″ N, 14° 31′ 59″ O
Höhe: 135 m
Einwohner: 1089
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15890
Vorwahl: 033654
Fünfeichen (Brandenburg)
Fünfeichen

Lage von Fünfeichen in Brandenburg

Fünfeichen (niedersorbisch Pěś Dubow) ist seit dem 26. Oktober 2003 ein Ortsteil der Gemeinde Schlaubetal[1] südöstlich von Berlin im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Dorfes entspringen die Quellfließe Schwarzackerfließ, Stegefließ und Kuthfließ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde vom 16. November 1329[2], welche die Fischereirechte im Schervenzsee regulierten sollte, findet sich erstmals Fünfeychen. Aus späteren Jahren sind für den Ortsnamen noch die Schreibweisen Fümfeichen, Fünffeychen und Fünff Eichen überliefert.[3]

Kirche aus dem 15. Jahrhundert

Zu damaliger Zeit wurde bereits eine Kirche, ein schlichter Feldsteinbau, erwähnt. Mit dem Verkauf des Dorfes war es von 1364 bis 1817 im Besitz des Klosters Neuzelle. Im Jahr 1426 gab es 14 Bauern und 18 Kossäten im Dorf und zu dieser Zeit gab es bereits eine Mühle am Pohlitzer Mühlenfließ. Von 1631 bis 1634 wütete die Pest in der Region. Dann begann die Bevölkerungszahl wieder zu steigen, so dass im 18. Jahrhundert die Kirche um einen Anbau auf der Südseite erweitert werden musste. 1856 ist die katholische Kirche Fünfeichen Mutterkirche zu Neuzelle[4]

Als etwa 1858 die „Grube Präsident“ bei Schönfließ mit dem Abbau der Braunkohle begann, konnten viele der bis dahin von Land- und Forstwirtschaft lebenden Bewohner Bergarbeiter werden. Das hob den Wohlstand des Dorfes, besonders, nachdem 1906 in Finkenheerd und ab 1922 in der „Grube Puck“ bei Rießen ebenfalls der Abbau begann. Um 1870 wurde der ehemalige Mühlenstandort zur Försterei, heutiger Wohnplatz des Amtes Schlaubetal Försterei Schierenberg, und das Korn wurde ab 1882 in einer Holländerwindmühle in Fünfeichen gemahlen. Die Kirche konnte 1880 eine Orgel mit elf Registern ihr Eigen nennen,[5] 1881 wird vermerkt: mit 14 Registern, Orgelbauer Johann Friedrich II. Gast & Sohn aus Fürstenberg/Oder, im Ort gibt es 80 Häuser und 670 Einwohner. Durch die Ortsgröße bekam Fünfeichen 1889 eine offizielle Poststelle, 1891 erfolgte der Straßenbau von Fürstenberg bis Fünfeichen, 1893 wurde die Post auch Telegrafenamt. Durch die Kohle und die damit verbundene Stromerzeugung hat seit 1922 ganz Fünfeichen elektrischen Strom.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1950 sind die wichtigsten Arbeitgeber der Region das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) und das Bau- und Montagekombinat (BMK) Ost. Der Ort erhielt 1958 eine eigene Schule und 1960 wurde die LPG „Vereinte Kraft“ gegründet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft, Verkehr und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fünfeichen liegt an der Bundesstraße 246 zwischen Beeskow und Eisenhüttenstadt.

Touristen finden im Schlaubetal umfängliche Möglichkeiten zum Wandern, Besuch von Museen und historischen Mühlen. Das Kloster Neuzelle ist leicht zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grundschule für Kinder aus Fünfeichen, Kieselwitz, Bremsdorf, Grunow-Dammendorf, Pohlitz, Rießen, Schernsdorf, Eisenhüttenstadt und Möbiskruge, weiterführende Schulen gibt es in Müllrose und Eisenhüttenstadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. Th. Scheltz: Gesammt-Geschichte der Ober- und Nieder-Lausitz nach alten Chroniken und Urkunden. Band 1, Halle 1847, S. 292.
  3. Otto Posse: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke & Devrient, 1881, S. 426.
  4. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder geographisch-historischstatistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. Band 3, Brandenburg 1854–1856.
  5. Wolf Bergelt (hrsg.), Martin Schulze: Orgelhandbuch Brandenburg Band 5: Oder-Spree. ISBN 978-3-937378-11-4, S. 140