Für dich dreh ich die Zeit zurück

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Filmdaten
OriginaltitelFür dich dreh ich die Zeit zurück
ProduktionslandÖsterreich,
Deutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge91 Minuten
Stab
RegieNils Willbrandt
DrehbuchUli Brée
Klaus Pieber
ProduktionThomas Hroch
Gerald Podgornig
KameraPeter Nix
SchnittOlivia Retzer
Besetzung

Für dich dreh ich die Zeit zurück (auch: Im Takt der Erinnerung) ist eine österreichisch-deutsche Koproduktion aus dem Jahr 2017. Der unter der Regie von Nils Willbrandt entstandene Fernsehfilm wurde am 26. April 2017 im ORF und am 26. Mai 2017 im Ersten erstmals ausgestrahlt.[1][2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erika und Hartmut sind seit vierzig Jahren verheiratet. Erika leidet unter fortschreitender Alzheimer-Demenz, ihre gemeinsamen Erinnerungen verschwinden nach und nach. Zusammen besuchen sie den Tanzclub ihrer Enkelin Helena und hören dabei zufällig Lieder aus den 1970er-Jahren. Erika scheint plötzlich wieder jung und bewegt sich zum Schlager Daddy Cool, als hätte sie die Tanzschritte niemals vergessen. Danach fällt sie allerdings wieder in ihre eigene Welt zurück, trotzdem schöpft Hartmut Hoffnung. Wenn es ihm gelingen würde, die Siebziger wieder aufleben zu lassen, könnte er Erika, die Liebe seines Lebens, wieder zurückholen. Daher gestaltet er für sie gemeinsam mit seiner Enkelin Helena die Wohnung im Stil der 1970er um und tapeziert etwa die Wände mit Blümchenmuster. Währenddessen findet Helena, die mit Daniela in einer Beziehung ist und mir ihr gemeinsam den Club betreibt, heraus, dass sie schwanger ist.

Hartmut scheint zunehmend mit der Situation überfordert, sein Sohn Thomas fordert ihn daher auf, Erika in ein Pflegeheim zu geben. Nachdem sich Hartmut weigert, lässt Thomas eine Sachwalterin die Situation überprüfen, diese ist jedoch begeistert davon, wie fürsorglich sich Hartmut um Erika kümmert und sieht keine Notwendigkeit einer Sachwalterschaft. In einem Zeitungsartikel wird über Hartmuts Situation berichtet, Hartmut erhält immer mehr Zuspruch von verschiedenen Seiten, auch Nachbarn und Bekannte beteiligen sich an der Reise in die 70er und feiern mit Erika und Hartmut zu Dschinghis Khan ein Straßenfest. Am nächsten Tag zeigt Erika ihrem Sohn Thomas und Hartmut ein Foto von ihrem Nachbarn Jochen. Es stellt sich heraus, dass Erika ein Verhältnis mit Jochen hatte und Jochen der Vater von Thomas ist. Hartmut hatte ebenfalls ein Verhältnis mit seiner Nachbarin Angi. Erika hatte sich allerdings in den 70ern trotz des gemeinsamen Kindes gegen Jochen und für Hartmut entschieden.

Erika kommt schließlich ins Pflegeheim, wo bei einem Besuch der Familie bei Helena die Wehen einsetzen. Hartmut sitzt an einer Bushaltestelle, als er ein Foto von Helena und ihrem Neugeborenen auf sein Handy erhält. In einer Traumsequenz hält Erika mit einem Autobus an seiner Haltestelle und nimmt ihn mit.

Der Autobus der Traumsequenz

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden von 12. September bis Mitte Oktober 2016 in Wien und Umgebung statt, Drehort war unter anderem das Pflegeheim Baumgarten.[3][4] Produziert wurde der Film von der Mona Film, beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und die ARD (Degeto Film), unterstützt wurde die Produktion vom Fernsehfonds Austria und dem Filmfonds Wien.[3] Für den Ton zeichnete Thomas Szabolcs verantwortlich, für die Ausstattung Verena Wagner und für das Kostümbild Caterina Czepek.[5][6][7]

2013 produzierte Mona Film mit Die Auslöschung ebenfalls einen Film zum Thema Demenz.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv bezeichnete den Film als den bislang besten ARD-Freitagsfilm in diesem Jahr und lobte neben Regisseur, Szenenbild, Kostüm, Kamera und Schnitt auch die bis in die Nebenrollen vorzügliche Besetzung. Der köstliche Film sei viel mehr als nur eine Zeitreise, mache viel gute Gefühle und würde selbst einem Kritiker eine Träne in den Augenwinkel zaubern.[8]

Main-Echo und RP Online befanden, dass der Film an Good Bye, Lenin! erinnere.[9][10]

In Deutschland wurde der Film bei Erstausstrahlung von 2,58 Millionen Personen gesehen, der Marktanteil betrug zehn Prozent.[11]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. orf.at: Für dich dreh ich die Zeit zurück. Abgerufen am 5. April 2017.
  2. Das Erste: Für Dich dreh ich die Zeit zurück. Abgerufen am 26. April 2017.
  3. a b orf.at: Setbesuch bei „Im Takt der Erinnerung“. Abgerufen am 5. April 2017.
  4. Erwin Steinhauer und Gisela Schneeberger drehen (sich) „Im Takt der Erinnerung“ (AT). Abgerufen am 5. April 2017.
  5. Monafilm: Für dich dreh ich die Zeit zurück. Abgerufen am 5. April 2017.
  6. Filmfonds Wien: Im Takt der Erinnerung. Abgerufen am 5. April 2017.
  7. Degeta: Abgedreht: „Im Takt der Erinnerung“ (AT) – Mona Film | ARD Degeto | ORF. Abgerufen am 5. April 2017.
  8. a b c Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Für dich dreh ich die Zeit zurück“ bei tittelbach.tv, abgerufen am 14. Mai 2017.
  9. Main Echo: Ein Film über Liebe und Boney M.. Artikel vom 24. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.
  10. "Good Bye, Lenin" nur mit Alzheimer. Artikel vom 25. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.
  11. Quoten: "Let's Dance" steigert sich, Mockridges Schulquiz mit tollem Finale. Artikel vom 27. Mai 2017, abgerufen am 27. Mai 2017.
  12. Erst schauen, dann wählen: der 3sat-Zuschauerpreis 2017: 3sat zeigt zwölf Fernsehfilme an sechs Tagen. Artikel vom 14. September 2017, abgerufen am 15. September 2017.