Fürstbistum Basel

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Territorium im Heiligen Römischen Reich

Fürstbistum Basel
Wappen
Wappen Bistum Basel
Karte
Bistum-Basel2.png
Alternativnamen Hochstift Basel
Herrscher/Regierung Fürstbischof
Heutige Region/en CH-JU; CH-BE; CH-BL; DE-BW
Reichstag 1 Virilstimme auf der geistlichen Bank im Reichsfürstenrat
Reichskreis Oberrheinischer Reichskreis
Kreistag 1 Virilstimme auf der geistlichen Bank
Hauptstädte/Residenzen Basel; seit 1528 Pruntrut
Konfession/Religionen reformiert und römisch-katholisch
Sprache/n französisch und deutsch
Aufgegangen in Säkularisation 1803;
Rechtsrheinisch:
Markgrafschaft Baden
Linksrheinisch:
Kanton Bern & Kanton Basel
später Abspaltungen zu Kanton Jura & Kanton Basel-Landschaft
Siehe auch Bistum Basel
Basler Münster und Münsterpfalz, bis zur Reformation 1529 Kathedrale des Bistums und Residenz des Fürstbischofs
Schloss Pruntrut, 1527–1792 Residenz der Basler Fürstbischöfe

Das Fürstbistum Basel[1] war der weltliche Herrschaftsbereich der Bischöfe von Basel, die hier als Fürstbischöfe auch Reichsfürsten waren. Das Herrschaftsgebiet deckte sich nicht mit dem Gebiet der Diözese Basel, sondern war wesentlich kleiner. Das Fürstbistum war ein äusserst komplexes Gebilde, in dem je nach Teilgebiet Deutsch oder Französisch gesprochen wurde, die reformierte oder die katholische Konfession vorherrschend war und zudem seit dem Spätmittelalter Teile zur Eidgenossenschaft gerechnet wurden. Teile des Herrschaftsgebietes gehörten auch zu anderen katholischen Diözesen.[2]

Das Fürstbistum existierte von 999 bis zur Säkularisation 1803.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe hierzu auch den Abschnitt: Bistum Basel#Fürstbistum Basel

Während Basel bereits seit etwa 400 n. Chr. als Bischofssitz genannt wird, begann die Geschichte des Fürstbistums als weltliches Herrschaftsgebiet 999 n. Chr. mit der Schenkung der Abtei Münster-Granfelden durch König Rudolf von Hochburgund an das Bistum Basel, dessen Bischof damals Adalbert II. war. König Rudolf trat 1006 Basel als Pfand an seinen Neffen, den deutschen König Heinrich II. ab, der die Stadt – bis dahin zu Hochburgund gehörig – in das Heilige Römische Reich eingliederte. Heinrich II. wiederum vergab die hohe Gerichtsbarkeit über Basel und das Münzrecht an Bischof Adalbero.[3] Obwohl Urkunden fehlen, wird davon ausgegangen, dass der Bischof „um das Jahr 1000 die vollständige geistliche und weltliche Herrschaft über die Stadt Basel erlangt hatte.“[4]

Bereits der römisch-deutsche König Friedrich II. verlieh der Stadt das Recht einen von bischöflicher Wahl oder Genehmigung unabhängigen Rat zu bestimmen. Allerdings wurde dieses Recht auf Protest des Bischofs Heinrich von Thun von Reichsfürsten und König 1218 wieder aufgehoben. Gleichwohl erlangten Stadt und Bürger in der Folgezeit schrittweise die Selbstverwaltung. 1263 gab Bischof Heinrich von Neuenburg der Stadt eine Verfassung. 1273 wird aus der bischöflichen Stadtvogtei eine Reichsvogtei. Geldnöte brachten spätere Bischöfe dazu ihre Regalien nach und nach der Stadt gegen Darlehen zu verpfänden, so dass 1386 die tatsächliche Herrschaft des Bischofs über die Stadt erlosch.[5] Formal leistete die Stadt dem Bischof allerdings noch bis zur Reformation (1521) einen jährlichen Treueid.

Franz Xaver von Neveu war 1794–1803 der letzte Fürstbischof von Basel. 1803 wurde das Fürstbistum wie nahezu alle geistlichen Fürstentümer im Zuge der Säkularisation aufgelöst, nachdem es schon seit 1792 weitgehend von Frankreich besetzt war. 1815 teilte der Wiener Kongress den französischsprachigen Teil und das Laufental dem Kanton Bern zu. Das Birseck wurde dem Kanton Basel angeschlossen.

Reichsrechtliche Stellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fürstbistum Basel hatte Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat. Es hatte dort eine Virilstimme und nahm einen Sitz auf der geistlichen Fürstenbank ein.

Im Kreistag des oberrheinischen Reichskreises hatte das Fürstbistum ebenfalls eine Virilstimme.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bischof von Basel führte als Wappen den roten bischöflichen Krummstab auf weissem Feld.[6] Der älteste farbige Beleg für das Wappen findet sich in der Zürcher Wappenrolle um 1340.

Das Territorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird hier die Situation im 18. Jahrhundert dargestellt:

Zur Eidgenossenschaft zählende Gebiete:

Die Fürsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Bischöfe von Basel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meinrad Schaab: Hochstift Basel. In: Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg herausgegeben. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91371-8, S. 460–465.
  • Georg Boner: Das Bistum Basel: Ein Überblick von den Anfängen bis zur Neuordnung 1828. In: Freiburger Diözesan-Archiv. Band 88, 1968, S. 5–101 (online).
  • Marco Jorio: Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792–1815): Der Kampf der beiden letzten Fürstbischöfe Joseph Sigismund von Roggenbach und Franz Xaver von Neveu gegen die Säkularisation. Paulusdruckerei, Freiburg (Schweiz), 1981.
  • Günther Seith: Die rechtsrheinischen Gebiete des Bistums Basel und ihr Übergang an Baden. In: Das Markgräflerland. Jg. 13 (1951), Heft 2, S. 45–99.
  • Reinhold Günther: Der Untergang des Bisthums Basel. In: Franz August Stocker (Hrsg.):Vom Jura zum Schwarzwald: Geschichte, Sage, Land und Leute. Bd. 6, Aarau 1889, S. 276–288 (online im Internet Archive).
  • Franz August Stocker: Die Volksaufstände im bernischen Jura gegen den Bischof von Basel. In: Ders. (Hrsg.): Vom Jura zum Schwarzwald: Geschichte, Sage, Land und Leute. Bd. 1, Aarau 1884, S. 23–44 (online im Internet Archive).

Regesten und Urkundenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Bader: Regesta des ehemaligen Hochstifts Basel von 999 bis 1280. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 4, 1853, S. 208-240 online in der Google-Buchsuche
  • Josef Bader: Regesta des ehemaligen Hochstifts Basel von 1281 bis 1341. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 4, 1853, S. 356-384 online in der Google-Buchsuche
  • Josef Bader: Regesta des ehemaligen Hochstifts Basel von 1341 bis 1360. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 4, 1853, S. 457-474 online in der Google-Buchsuche
  • Monuments de l'histoire de l'ancien évêché de Bâle. Lateinische, deutsche und französische Dokumente; Einführung und Kommentare französisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bistum Basel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der Schweiz ist der Terminus Fürstbistum gebräuchlich, während in der deutschen Geschichtsliteratur der Begriff "Hochstift" verwendet wird.
  2. Die Landvogtei Schliengen gehörte zur Diözese Konstanz; der Elsgau mit dem späteren Bischofssitz Pruntrut gehörte lange zum Erzbistum Besançon.
  3. Eintrag auf www.altbasel.ch
  4. Martin Alioth, Ulrich Barth, Dorothee Huber, Historisches Museum Basel (Herausgeber): Basler Stadtgeschichte 2 – vom Brückenschlag 1225 bis zur Gegenwart. S. 19
  5. Martin Alioth, Ulrich Barth, Dorothee Huber, Historisches Museum Basel (Herausgeber): Basler Stadtgeschichte 2 – vom Brückenschlag 1225 bis zur Gegenwart. S. 20
  6. "Basel", in: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 1, Neuenburg 1921, S. 578.