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Fürstentum Anhalt-Bernburg

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Das Fürstentum Anhalt-Bernburg war ein deutsches Fürstentum zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, des Rheinbundes und des Deutschen Bundes. Es bestand unter diesem Namen von 1252 bis 1468 und von 1603 bis 1863. Dann wurde das Territorium in das Herzogtum Anhalt eingegliedert.

Wappen des Fürstentums

Ältere Linie Anhalt-Bernburg

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Nach dem Tod von Heinrich I. von Anhalt im Jahr 1252 entstanden durch Erbteilung des Fürstentums Anhalt die drei Fürstentümer Anhalt-Aschersleben, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen. Bernhard I. von Anhalt, zweiter Sohn Heinrichs I., erhielt die Gebiete um Bernburg und Ballenstedt und begründete dort die alte Linie Anhalt-Bernburg. Auch Staßfurt, Wiederstedt und Reppichau zählten zu seinem Herrschaftsgebiet.[1] 1468 erlosch die regierende Fürstenfamilie im Mannesstamm mit dem Tod von Bernhard VI. und kam zum Teil sofort, zum Teil nach dem Tod seiner Witwe Hedwig von Sagan († 1497; Tochter von Johann I. von Sagan) an das Fürstentum Anhalt-Zerbst.[2]

Die anhaltischen Fürstentümer 1747 bis 1793
Schloss Bernburg

Neue Linie Anhalt-Bernburg

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Im Jahr 1603 beschlossen die fünf anhaltischen Fürsten eine Erbteilung in Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Plötzkau und Anhalt-Zerbst zum Jahr 1611. Zum Fürstentum Anhalt-Bernburg unter Christian I. gehörten demnach Bernburg, Plötzkau, Ballenstedt, Gröbzig, Hoym, Harzgerode und Güntersberge sowie stolbergische Pfandgüter.[3] Durch Erbteilung wurde 1635 das Fürstentum unter den Söhnen Christians I. in Anhalt-Bernburg (Christian II.) und die Nebenlinie Anhalt-Harzgerode (Friedrich) aufgespalten; die beiden Teile wurden 1709 – nach dem Tod von Wilhelm Ludwig von Anhalt-Bernburg-Harzgerode – erneut vereinigt.[4]

Mit dem Tod von Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg im Jahr 1718 kam es zu einer erneuten Erbteilung: Der erstgeborene Sohn Karl Friedrich wurde Fürst von Anhalt-Bernburg, sein Bruder Lebrecht erhielt das kleine Fürstentum Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym, das er um das schaumburgische Erbe seiner Frau ergänzt hatte.[5] Es handelt sich hierbei um eine Nebenlinie, die nur mit Gütern ausgestattet wurde (Paragium), über welche die Linie Anhalt-Bernburg die Landeshoheit behielt.

Kaiser Franz II. erhob Alexius Friedrich Christian am 17. April 1806 zum Herzog.[6] 1812 kam es durch den Tod von Viktor II. Karl Friedrich von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym zur erneuten Zusammenführung der beiden Teilterritorien.[7] Seit 1815 war das Herzogtum Mitglied des Deutschen Bundes.[8]

1847 starb Heinrich von Anhalt-Köthen kinderlos und Anhalt-Köthen fiel an Anhalt-Bernburg, dessen Herrscher Alexander Carl allerdings krankheitsbedingt nicht mehr regierungsfähig war, weshalb Leopold IV. Friedrich von Anhalt-Dessau als anhaltischer Senior alle drei Gebiete verwaltete. 1853 schlossen die Regenten von Anhalt-Bernburg und Anhalt-Dessau einen Haus- und Familienvertrag, der die formale Wiedervereinigung einleitete, die nach dem Tod Alexander Carls im Jahr 1863 mit der Bildung des Herzogtums Anhalt abgeschlossen wurde.[9]

Die Hauptstadt des Territoriums war Bernburg, Landesherren waren die askanischen Fürsten von Anhalt-Bernburg und ihre Residenz Schloss Bernburg.

Familienmitglieder

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  • Johann I. (Anhalt), Johann I. Fürst von Anhalt-Bernburg († 1291), deutscher Landesfürst aus dem Geschlecht der Askanier
  • Bernhard II. (Anhalt-Bernburg) (* um 1260; † nach 26. Dezember 1323), regierender anhaltischer Landesfürst aus dem Geschlecht der Askanier
Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1705)

Regierende Herzöge

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  • Geschichte Anhalts in Daten, herausgegeben vom Studium Hallense e. V. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014. ISBN 978-3-95462-229-0.
Commons: Fürstentum Anhalt-Bernburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 115.
  2. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 222.
  3. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 312.
  4. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 335, 400.
  5. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 409.
  6. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 409.
  7. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 540.
  8. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 552.
  9. Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 608, 636–637, 658.