Fürstentum Muzakaj

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Das Gebiet der Musakja (Muzakaj)

Das Fürstentum Muzakaj (albanisch Principata e Muzakajve) war ein Fürstentum in Mittel- und Südalbanien, das von 1335 bis 1444 bestand. Dessen Begründer war Andrea II. Muzaka aus dem Adelsgeschlecht der Muzaka,[1] der kurz vor seinem Tod (1372) vom byzantinischen Kaiser Johannes V. den Despotentitel erhielt.[2]

Wappen der Familie Muzaka ab 1372
Vereinfachte Darstellung des Einflussgebiets der Liga unter Skanderbeg (1444–1479)

Andrea II. erweiterte sein Territorium auf sein Maximum: von der Adria zwischen den Flüssen Vjosa und Devoll nach Osten, einschließlich der Korça-Ebene[1]. Die Hauptstadt war Berat in Südalbanien.

Ab 1336 unterwarf der serbische König Stefan IV. Dušan in mehreren Feldzügen die albanischen Fürstentümer. Andrea Muzakas Territorium wurde dem neuen Großreich ebenfalls einverleibt, wenngleich seine Truppen 1340 ein serbisches Kontingent am Pelister besiegen konnten.[3]

Als Andrea II. Muzaka 1372 starb, folgte ihm sein ältester Sohn Theodor II., der ebenfalls den Despotentitel annahm. Er starb 1389, möglicherweise in der Schlacht auf dem Amselfeld. Sein jüngerer Bruder Gjin I. Muzaka herrschte bis 1389/90 als Sebastokrator über Korça und Kastoria.[4]

Im Jahr 1396 hatte die Familie Muzaka wieder die Kontrolle über Berat.[5]

Theodor III. Muzaka, der sich im Kampf gegen das Osmanische Reich engagierte, führte in den Jahren 1432–36 und 1437/1438 Aufstände gegen die Osmanen, die von den Osmanen unterdrückt wurden.[6] Am 2. März 1444 verbündete er sich mit anderen albanischen Fürsten in der Liga von Lezha unter Führung von Georg Kastriota und das Fürstentum wurde somit aufgelöst.

Das Fürstentum wurde von folgenden Fürsten regiert:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Elsie: John Musachi: Brief Chronicle on the Descendants of our Musachi Dynasty. In: Early Albania: A Reader of Historical Texts, 11th-17th Centuries. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-447-04783-6, S. 34 (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Edwin E. Jacques: The Albanians: An Ethnic History from Prehistoric Times to the Present. McFarland & Company, McFarland & Co, 1995, ISBN 0-89950-932-0, S. 167 (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Carl Hermann Friedrich Johann Hopf: Chroniques gréco-romanes inédites ou peu connues. Weidmann, Berlin 1873, S. 281 (italienisch, archive.org).
  3. John Van Antwerp Fine: The Late Medieval Balkans: A Critical Survey from the Late Twelfth Century to the Ottoman Conquest. University of Michigan Press, 1994, ISBN 978-0-472-08260-5, S. 291 (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Erich Trapp, Hans-Veit Beyer, Ewald Kislinger: Prosopographisches Lexikon der Palaiologenzeit. In: Faszikel: Μιχαὴλ – Ξυστούρης. Band 1/8. Veröffentlichungen der Kommission für Byzantinistik, Wien 1986, ISBN 3-7001-0775-7, S. 92.
  5. John Van Antwerp Fine, S. 391
  6. Kristo Frashëri: The History of Albania: A Brief Survey. Tirana 1964, S. 65 (englisch).