Fürstin Ninetta

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Werkdaten
Titel: Fürstin Ninetta
Form: Operette
Originalsprache: deutsch
Musik: Johann Strauss (Sohn)
Libretto: Hugo Wittmann und Julius Bauer
Uraufführung: 10. Januar 1893
Ort der Uraufführung: Wien
Ort und Zeit der Handlung: In einem Hotel in Sorrent Ende des 19. Jahrhunderts
Personen
  • Fürstin Ninetta (Sopran)
  • Anastasia Knapp (Sopran)
  • Ferdinand Knapp, ihr Sohn (Tenor)
  • Prosper Möbius (Tenor)
  • Adelheid Möbius, seine Tochter (Sopran)
  • Kassim Pascha (Bariton)
  • Rustan, sein Diener (Alt)
  • Baron Mörsburg (Bariton)
  • Emilio (Bariton)
  • Wirt (Tenor)

Fürstin Ninetta ist eine Operette von Johann Strauss (Sohn). Das Libretto stammt von Hugo Wittmann und Julius Bauer. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 10. Januar 1893 im Theater an der Wien in Wien. Unter den Premierengästen war auch Kaiser Franz Joseph I. Bei der Uraufführung des Werkes wurde erstmals an einem Wiener Theater elektrisches Licht verwendet. Zur Uraufführungsbesetzung gehörten die damaligen Operettengrößen, wie Ilka Palmay, Therese Biedermann, Karl Streitmann und Alexander Girardi. Die Handlung spielt in einem Hotel in Sorrent am Ende des 19. Jahrhunderts. Sie ist reichlich verworren und die Dialoge lagen Strauss bei der Komposition auch nicht vor. Der Erfolg gründete sich vor allem auf Tagesaktualität und darauf bezogene Anspielungen. Alexander Girardi trat mit einem besonderen Strohhut auf und kreierte damit die einige Jahre anhaltende Mode der Girardi-Hüte, die auch heute noch, über 100 Jahre danach, in Wien erworben werden können.

Rezeption und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Operette Fürstin Ninetta versuchte Johann Strauss nach dem Misserfolg seiner ersten und einzigen Oper Ritter Pásmán wieder an seine früheren Operettenerfolge anzuknüpfen. Gleichwohl kannte er bei der Komposition nur die Gesangstexte und die Ensembleszenen, die Handlung selbst wurde ihm von Wittmann und Bauer vorenthalten. Auf diese Weise schuf er allerdings musikalisch ein ausgesprochen schönes Werk.

Das Werk startete auch erfolgreich und wurde nach der Uraufführung am Theater an der Wien 76 Mal aufgeführt. Obwohl es von zahlreichen Bühnen nachgespielt wurde, erreichte es nicht annähernd die Popularität von anderen Strauss-Operetten, wie z. B. Die Fledermaus oder der Zigeunerbaron. Heute wird das Werk als Ganzes praktisch nicht mehr aufgeführt. Einzelne Musikstücke, die Strauss nach der Premiere arrangierte, werden in verschiedenen Konzerten, unter anderem auch beim alljährlichen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, bis heute aufgeführt.

Die bekannteste Musiknummer der Operette ist die „Pizzikato-Polka“, die als „Neue Pizzikato Polka“ (op. 449) heute noch häufiger Konzertbestandteil ist. Der Titel wurde zur Unterscheidung zur „Pizzikato-Polka“, die er gemeinsam mit seinem Bruder Josef in Pawlowsk komponiert hatte, gewählt. Häufiger wird noch das Auftrittslied des Kassim: „Einst träumte mir, dass ich der Schah von Persien wär“ aus dem 3. Akt aufgeführt. Die Melodie ist überdies das Kopfmotiv des noblen „Ninetta-Walzers“ (op. 445, uraufgeführt durch Carl Michael Ziehrer in der Wiener Hofburg am 21. Januar 1893, im Druck erschienen im März 1893) und wird auch in dessen Introduktion zitiert.

Eine konzertante Gesamtaufnahme entstand 2007 in Stockholm unter dem Patronat der Schwedischen Strauss-Gesellschaft (Orchester: Stockholm Strauss Orchestra, Dirigentin: Valéria Csányi) und wurde Anfang 2009 unter dem Label „NAXOS Classical“ veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]