Fürstlich Fürstenbergische Brauerei

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Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1283
Sitz Donaueschingen, Deutschland
Leitung Georg Schwende
Mitarbeiter ca. 300
Branche Brauerei
Website www.fuerstenberg.de

historisches Logo

Die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei ist ein Unternehmen der Brau Holding International, bis 2004 war das Unternehmen im Besitz der deutschen Familie Fürstenberg. Die Brauerei braut Pils, Export und Weizenbier in Donaueschingen. Neben diesen Standardbieren werden auch weitere Biersorten produziert. Fürstenberg beliefert neben der Gastronomie auch Groß- und Einzelhändler vornehmlich im süddeutschen Raum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafen (später Fürsten) zu Fürstenberg besaßen seit 1283 das Brauprivileg.[1] Der Aufbau einer größeren Brauerei begann im 18. Jahrhundert, als Anton Egon Fürst zu Fürstenberg am heutigen Standort der Brauerei in Donaueschingen den Grundstein für eine größere Braustätte legte.

Das fürstliche Bier aus Donaueschingen wurde schon bald außerhalb des Fürstentums getrunken. Mit den ersten Eisenbahnen wurde das Bier im 19. Jahrhundert bereits über größere Strecken ausgeliefert. Die Brauerei gehörte damit zu den ersten Versandbrauereien Deutschlands. 1895 begann die Brauerei – wieder als eine der ersten in Deutschland – mit der Produktion von Bieren „Pilsener Brauart“. Das Fürstenberg-Pilsener wurde 1900 von Kaiser Wilhelm II. zum „Tafelgetränk Seiner Majestät“ erhoben.[2]

International bekannt wurden die Fürstenberg-Biere durch Verträge mit Transport- und Reiseveranstaltern. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Schiffe der Hapag und des Norddeutschen Lloyd das Fürstenberg-Pilsener an Bord. Weitere Kunden waren die Mitropa, die Lufthansa und die Zeppelin-Reederei. Seit den 1960er Jahren kaufte die Brauerei mehrere andere Brauereien auf und legte diese jeweils ein paar Jahre später still, wie Bilger in Gottmadingen (eine der vier größten in Südbaden) und Riegeler in Riegel am Kaiserstuhl, wobei die Produktion des Riegeler Bieres nach Donaueschingen verlagert wurde. Seit 2005 gehört die Brauerei zur Brau Holding International AG,[3] deren Anteile von Heineken (49,9 %) und Schörghuber (50,1 %) (Brauereigruppen Paulaner, Kulmbacher) gehalten werden.

Die heutige Brauanlage gehört zu den größten Braustätten Deutschlands und ist die erste Brauerei, die mit dem Qualitätszertifikat nach DIN ISO 9001 und der Umweltzertifizierung nach der Öko-Audit-Verordnung durch die DQS ausgezeichnet wurde.

Die Marke Fürstenberg und der Standort Donaueschingen sollen erhalten bleiben. Die Gesellschaft wird auch zukünftig als eigenständiges Unternehmen im Verbund der Brau Holding International AG agieren. Die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei KG hatte 2003 einen Absatz von 700.000 Hektolitern Bier erreicht und erzielte mit rund 290 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 57 Mio Euro. Zum 725-jährigen Jubiläum der Verleihung des Braurechts an die Familie Fürstenberg wurde das „Edelbräu“ (Pilsener Brauart) auf den Markt gebracht.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Fürstenberg-Pils (altes Logo vor 2006)
Eingang zur Fürstenberg-Brauerei
Brauereistüble

Unter der Marke Fürstenberg werden 12 Biere verkauft. Die Brauerei füllt in 0,33-l-, 0,5-l-Flaschen und in 0,5-l-Dosen ab. Es werden folgende Biersorten angeboten (Stand März 2015).

  • Fürstenberg Premium-Pilsener
  • Fürstenberg Edel-Export
  • Fürstenberg Schalander-Bier naturtrüb
  • Fürstenberg Weizen kristallklar
  • Fürstenberg Weizen-Hefe dunkel
  • Fürstenberg Weizen-Hefe hell
  • Fürstenberg Radler
  • Fürstenberg Zitrus-Radler alkoholfrei
  • Fürstenberg Alkoholfrei
  • Fürstenberg Gold
  • Fürstenberg Edelbräu
  • Qowaz (Mischgetränk aus Weizenbier, Cola und Zitronengras)

Riegeler Biere (Vorgeschichte siehe Riegeler Brauerei)

  • Riegeler Pils
  • Riegeler Export
  • Riegeler Landbier
  • Riegeler Landbierle

Bilger Bier

  • Bilger Stümple

Im April 2014 wurde das „Bilger Stümple Helles Bier“ in der original 0,33-l-Bügelflasche auf den Markt gebracht,[4] nachdem die Gottmadinger Brauerei Bilger 1968 von Fürstenberg gekauft und die Produktion 1976 eingestellt worden war.

Saisonale Biere:

  • Fürstenberg-Winterbier (Winterzeit)
  • Fürstenberg-Fasnet­bier (Fastnacht)
Das Etikett wechselt von Jahr zu Jahr. Es werden jeweils zwei regionale Fastnachtsvereine darauf abgebildet und vorgestellt.

Zusätzlich wird in Donaueschingen das Bären Pilsner der ehemaligen Schwenninger Bärenbrauerei (1797–1977) produziert.[5]

Fürstenberg ist langjähriger Sponsor der Eishockeymannschaft Schwenninger Wild Wings und der Schwenninger American-Football-Mannschaft Neckar Hammers.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fürstenberg Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fürstenberg Brauerei. In: Sauwettertipps. Sonderheft der Bodensee-Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 13.
  2. 1900 Tafelgetränk Seiner Majestät. In: Geschichte der Brauerei. Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG; abgerufen am 14. März 2016.
  3. Susanne Maerz: Qualität, Vielfalt, Regionalität. Brauereien aus dem Südwesten, in: Wirtschaft im Südwesten, Juli/August 2014, S. 6–10, hier S. 7.
  4. Amtsblatt Gottmadingen 22. Jahrgang Nr. 17 vom 25. April 2014
  5. Badische Zeitung, 23. Januar 2009