Fürth (Bayern) Hauptbahnhof

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Fürth (Bay) Hbf
Fuerth Hauptbahnhof 3.jpg
Empfangsgebäude vom Bahnhofsvorplatz aus gesehen
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise
  • 6 Regional- und Fernbahngleise
  • 2 S-Bahn-Gleise
  • 2 U-Bahngleise
Abkürzung NF
IBNR 8000114
Kategorie 2
Webadresse Stationssteckbrief der BEG
Profil auf Bahnhof.de Fuerth__Bay__Hbf
Architektonische Daten
Architekt Eduard Rüber
Lage
Stadt/Gemeinde Fürth
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 28′ 12″ N, 10° 59′ 25″ OKoordinaten: 49° 28′ 12″ N, 10° 59′ 25″ O
Höhe (SO) 297 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i11i16i18

Fürth (Bayern) Hauptbahnhof (abgekürzt: Fürth (Bay) Hbf) ist der zentrale Eisenbahnknotenpunkt der bayerischen Großstadt Fürth.

Verkehrsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalverbindungen bestehen ostwärts in das benachbarte Nürnberg. Rund einen Kilometer westlich des Bahnhofs fächert sich nach Überquerung der Rednitz auf der Siebenbogenbrücke die Strecke in drei Richtungen auf: Nach Norden führt die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg (Kursbuchstrecke 820) in Richtung Bamberg; nach Westen die Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg (Kursbuchstrecke 805), von der in Siegelsdorf die Zenngrundbahn (Kursbuchstrecke 807) nach Markt Erlbach abzweigt; nach Südwesten schließlich führt die Rangaubahn (Kursbuchstrecke 808) nach Cadolzburg. Die Cadolzburger Strecke wird im halbstündigen Takt befahren, die Strecke nach Markt Erlbach im Stundentakt. Seit 12. Dezember 2010 verkehrt hier die S-Bahn-Linie S1 nach Hartmannshof und Bamberg.

Linie /
Zuggattung
VGN-Linie Linienverlauf Angebot
RE R1 Mainfrankenbahn:
Würzburg – Rottendorf – Kitzingen – Neustadt (Aisch) – Siegelsdorf – FürthNürnberg
60-Minuten-Takt
RE R2 Franken-Thüringen-Express:
NürnbergFürthErlangenBamberg
SchweinfurtWürzburg 120-Minuten-Takt
LichtenfelsCoburgSonneberg 60-Minuten-Takt
LichtenfelsSaalfeldJena 120-Minuten-Takt
RB R1 Mainfrankenbahn:
Neustadt (Aisch) – Emskirchen – Siegelsdorf – FürthNürnberg
60-Minuten-Takt
RB R11 Fürth – Zirndorf – Cadolzburg 30-/60-Minuten-Takt
RB R12 (Simmelsdorf-Hüttenbach / Neuhaus (Pegnitz) – Nürnberg –) Fürth – Siegelsdorf – Wilhermsdorf – Markt Erlbach 60-Minuten-Takt
S-Bahn S1 (Bamberg –) Forchheim – ErlangenFürthNürnberg – Lauf – Hersbruck (– Hartmannshof) 20/40/(60)-Minutentakt

Bis zum Fahrplanwechsel 2003 war der Bahnhof Halt von IC-Zügen, die Nürnberg Hbf über Fürth mit Würzburg Hbf und Frankfurt am Main verbanden. Bis zum Fahrplanwechsel 2009 hielt im Fürther Hauptbahnhof noch der City Night Line nach Berlin-Lichtenberg und München Hbf. Durch den Wegfall der beiden Nachtzughalte im Jahr 2009 verlor der Bahnhof seine letzte Fernverkehrsanbindung. Im Fahrplanjahr 2013/14 hielt ebenfalls der IC 1989 aus Stralsund in Fürth. Ab spätestens 2030 soll die InterCity-Linie von Zürich nach Leipzig in Fürth halten. Seit dem Fahrplanjahr 2017 hält in Tagesrandlage wieder ein Intercity in Richtung Kiel sowie ein Intercity aus Hamburg in Fürth.

Anbindung an den Stadtverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 7. Dezember 1985, dem 150. Jahrestag der Deutschen Eisenbahn, ist der Fürther Hauptbahnhof mit der Linie U1 an das Nürnberger U-Bahn-Netz angeschlossen. Anfang 2006 wurde mit ersten Baumaßnahmen zum Anschluss Fürths an die Nürnberger S-Bahn begonnen, die seit dem 12. Dezember 2010 in Fürth hält.

Der Bahnhofsvorplatz ist einer der wichtigsten Busknotenpunkte. Hier halten oder starten sieben von elf Linien des Stadtverkehrs und fünf Linien ins Umland, wofür ein Dynamisches Fahrgastinformationssystem installiert wurde. Außerdem stehen auf dem Bahnhofsplatz Parkplätze und Taxistände zur Verfügung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayerische Truppen verlassen „unter nicht enden wollenden Hurra- und Abschiedsgrüßen“[1] den Bahnhof von Fürth, August 1914 (Deutsche Postkarte)

Ludwigsbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Bahnhof Fürths lag gut 100 Meter weiter nördlich, an der Fürther Freiheit. Dieser Ludwigsbahnhof entstand als Fürther Endpunkt der am 7. Dezember 1835 eröffneten Ludwigseisenbahn Nürnberg–Fürth und gehörte damit zu den ersten Bahnhöfen in Deutschland. 1922 wurde der Betrieb der Ludwigsbahn eingestellt und die Gleisanlagen durch die Nürnberg-Fürther Straßenbahn bis 1981 genutzt; der Streckenverlauf ist aber durch die Trassierung der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße noch deutlich erkennbar. Der alte Bahnhof wurde 1938 abgerissen, als die NSDAP auf dem Schlageterplatz, der heutigen Fürther Freiheit, einen Aufmarschplatz benötigte.

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth im August 2010 wurde der Ludwigsbahnhof im Rahmen der Ausstellung „Zeitreise“ auf der Fürther Freiheit in Originalgröße nachgebaut.[2]

Hauptbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bau der Verbindung zwischen Fürth und Rottendorf und der Verlegung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn über den Fürther Bogen wurde der Neubau eines Bahnhofsgebäudes erforderlich. Beauftragt wurde der Architekt Eduard Rüber. In den Jahren 1863/1864 entstand so auf der Nordseite der neuen Strecke am Bahnhofsplatz 9 ein Rechteck-Bau mit breitem Mittelrisalit. An den Längsseiten der zweigeschossigen Empfangshalle befinden sich zum Teil gekuppelte Doppelfenster. Die Bahnsteige wurden mit gusseisernen Ständern überdacht, die sich zum Teil bis heute erhalten haben.

Mitte 1971 ging am Hauptbahnhof Fürth für insgesamt 17 Millionen D-Mark das einhundertste Gleisbildstellwerk im Bereich der Bundesbahndirektion Nürnberg in Betrieb. Es löste zehn alte Stellwerke ab und sparte 66 Arbeitsstellen ein. Zu dieser Zeit passierten täglich rund 550 Zug- und 1300 Rangierfahrten den Bahnhof.[3]

Heute verfügt der Durchgangsbahnhof über neun Gleise (davon ein Überholgleis für Güterzüge) und acht Bahnsteigkanten mit einer Länge zwischen 140 und 421 Metern. In den 1970er Jahren entstand direkt neben dem Empfangsgebäude an der Einmündung der Gebhardtstraße in den Bahnhofsplatz das Bahnhofs-Center. Die 1901 angelegte Gleisunterführung wurde 1985 im Zuge der U-Bahn-Bauarbeiten bis zur Karolinenstraße erweitert und bietet seitdem einen direkten Anschluss von der Fürther Südstadt zu Bahn und U-Bahn und in die Innenstadt. Bis dahin musste man die etwa 80 Meter östlich liegende Bahnhofsunterführung nutzen, sie wurde am 17. Dezember 1929 eröffnet und kostete seinerzeit 228.500 RM.[4]

Für die Erweiterung der S-Bahn Nürnberg wurde zwischen 2009 und 2011 der alte Hausbahnsteig mit der Bahnsteigüberdachung abgerissen und an dessen Stelle ein neuer Mittelbahnsteig mit den Gleisen 20 und 21 errichtet. Während der Bauarbeiten gab es einen provisorischen Bahnsteig am östlichen Bahnhofsende für den Nahverkehr Richtung Nürnberg.

Im Zuge des Ausbaus des Streckenabschnittes zwischen Nürnberg und Fürth wurde 2009 im Hauptbahnhof Fürth ein Elektronisches Stellwerk errichtet.[5] Seit vollständiger Fertigstellung im Jahr 2011 wird daraus neben dem Bahnhof auch der Streckenabschnitt nach Nürnberg mit insgesamt 87 Hauptsignalen und 94 Achszählern gesteuert werden.[6]

Bahnhofsgebäude (1863/64) mit Seitenflügeln (1902/04) und Vorhalle (1914)

Im März 2018 wurden Planungen bekannt, eine Reihe von Gleisen und Weichen im Südteil des Bahnhofs zurückzubauen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fürth (Bayern) Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Paul Rieß: „Aus Fürth’s Geschichte – von Georg Paul Rieß. Chronikschreiber. 1914. Viertes Jahr“. Fürth 1914 (offizielle Stadtchronik, Einzelexemplar im Stadtarchiv Fürth). S. 81.
  2. Fürth feiert 175 Jahre Deutsche Eisenbahn. fuerth.de, 2010, S. 20–23, abgerufen am 30. September 2017 (PDF).
  3. Meldung Zentralstellwerk Fürth (Bay) in Betrieb. In: Die Bundesbahn, Jahrgang 45 (1971), Heft 15, ISSN 0007-5876, S. 752
  4. Bernd Jesussek: Brückenstadt Fürth. Städtebilder-Verlag, Fürth 1993, ISBN 3-927347-25-6, S. 32.
  5. Eine Milliarde für das Bahnnetz Bayerns. In: DB Welt, Regionalausgabe Süd, Ausgabe September 2009, S. 21
  6. Siemens Mobility: Auftrag von der Deutschen Bahn für das innovative elektronische Stellwerk Simis D von Siemens; Presseinformation vom 18. Dezember 2008
  7. Eisenbahnstrecke Nr. 5900 Nürnberg Hbf-Bamberg, Bahn-km 6,230 bis 7,444 Vorhaben „Rückbau mehrerer Gleise und Weichen im Bereich des Bahnhofs Fürth (Bay) Hbf“. Eisenbahn-Bundesamt, 28. März 2018, abgerufen am 5. April 2018 (PDF, deutsch).