Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (4. Württembergisches) Nr. 122

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (4. Württembergisches) Nr. 122
Aktiv 1806 bis 1919
Land Königreich Württemberg Königreich Württemberg
Streitkräfte Württembergische Armee
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung Siehe Gliederung
Unterstellung XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps
Stationierungsort Siehe Garnisonen
Marsch Präsentiermarsch: „Marsch König Friedrich Wilhelm III“
Parademarsch: „Radetzky-Marsch“ (AM II, 120)
Leitung
Kommandeure Siehe Liste der Kommandeure

Das Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (4. Württembergisches) Nr. 122 war von 1806 bis 1919 ein Verband des württembergischen Heeres.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Mai 1807 wurde das Regiment aus dem Füsilier-Bataillon von Etzdorff durch Aufstellung eines zweiten Bataillons aus den 5. Kompanien der Musketier-Bataillone von Lilienberg und von Seckendorff gebildet. Am 17. September 1809 wurde es in Füsilier-Regiment „von Koseritz“, am 17. Mai 1811 in Infanterie-Regiment Nr. 7 umbenannt,[A 1], am 13. Oktober 1813 in Infanterie-Regiment Nr. 8. Mit der Militärreform 1817 hieß es ab 31. März 1817 4. Infanterie-Regiment.

Nach Abschluss der Militärkonvention mit dem Norddeutschen Bund vom 21./25. November 1870 erhielt es wie alle württembergischen Truppenteile zur Unterscheidung von Truppenteilen anderer deutscher Staaten am 2. Oktober 1871 den entsprechenden Zusatz 4. Württembergisches Infanterie-Regiment. Am 18. Dezember 1871 erhielten alle württembergischen Regimenter zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente. Das Regiment erhielt die Nummer 122 und wurde damit zum 4. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 122. Alle Truppenteile erhielten am 14. Dezember 1874 die endgültige Schreibweise und Nummerierung: Infanterieregiment (4. Württembergisches) Nr. 122. Nach der Ernennung eines Chefs am 9. Januar 1892 hieß es Infanterieregiment (4. Württembergisches) Nr. 122 „Kaiser Franz Joseph v. Österreich, König v. Ungarn“ und erhielt am 10. November 1906 in Angleichung an seinen Gründungsnamen die Bezeichnung Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Joseph v. Österreich, König v. Ungarn“ (4. Württembergisches) Nr. 122.

Am 30. April 1919 wurde das Regiment aufgelöst.

Das Offizierskorps des 4. württembergischen Füsilier-Regiments Nr. 122 "Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn"; ca. 1908
Denkmal des Regiments auf dem Friedensplatz in Heilbronn

Die Tradition des Regiments übernahmen in der Reichswehr die 5. und 7. Kompanie des 13. (Württ.) Infanterie-Regiments.

Garnisonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1806/07 auf Seiten Frankreichs gegen Preußen, Stärke 39 Offiziere, 133 Unteroffiziere und 1.268 Mann in 2 Grenadier- und 6 Füsilier-Kompanien. Das Regiment nahm an keinen Kampfhandlungen teilt und war Besatzung in Glogau.
  • 1809 auf Seiten Frankreichs gegen Österreich in der Division Vandamme. Stärke 31 Offiziere und rund 1.419 Mann. Das Regiment kämpfte bei Linz und Traismauer.
  • 1812 auf Seiten Frankreichs gegen Russland im Armeekorps Ney, Stärke 33 Offiziere und rund 1.400 Mann. Das Regiment rückte bereits am 6. April 1811 aus als Besatzung von Danzig und war Anfang 1812 Besatzung in Königsberg.
    Nach der Schlacht von Borodino wurden die Reste der württembergischen Infanterie in drei Bataillonen formiert. Nach der Schlacht bei Borissow am 22. November 1812 war das Regiment noch rund 100 Mann stark, nur 53 Mann kamen aus Russland zurück. Alle Fahnen wurden jedoch zurückgebracht.
  • 1813 auf Seiten Frankreichs gegen Russland/Preußen im III. Armeekorps Reynier, Stärke 30 Offiziere und 1.175 Mann. Einsatz u. a. in Bautzen, Groß-Rosen, Jüterbog und Euper. Nach der Schlacht bei Dennewitz wurden die Reste der württembergischen Infanterie, das Regiment noch 1 Offizier und 70 Mann stark, in drei Bataillonen formiert. Das Regiment kam in der Völkerschlacht bei Leipzig nicht zum Einsatz und marschierte nach Württemberg zurück. Alle Fahnen wurden zurückgebracht.
  • 1814 im Krieg gegen Frankreich mit der Hauptarmee (württembergisches Korps im IV. Korps), Stärke 14 Offiziere und 716 Mann. Das Regiment wurde zunächst als II. Bataillon dem Leichten Infanterie-Regiment Nr. 10 zugeteilt, nahm an der Schlacht bei Paris aber wieder als selbständiges Regiment teil.
  • 1815 gegen Frankreich in der 4. Armee „von Schwarzenberg“, Stärke rund 1.400 Mann. Das Regiment blieb bis 1818 im Elsass.
  • 1849 bei der Unterdrückung der Badischen Revolution war das I. Bataillon des Regiments (13 Offiziere, 558 Mann) mit dem II. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 4 als Kombiniertes Infanterie-Regiment von Reinhardt im preußischen Armee-Korps von Peuker bei Käfertal und Gernsbach eingesetzt
  • 1866 im Deutschen Krieg bildeten 10 Kompanien des Regiments die Besatzung der Bundesfestung Ulm
  • 1870/71 gegen Frankreich. Das I. Bataillon stellte Besatzungen in Ulm, Stuttgart, Hagenau, Zabern, Baccarat, Épinal, Saarburg sowie Straßburg und versah Etappendienste
  • 1900 am zweiten internationalen Expeditionskorps in China nahmen 9 Unteroffiziere und 81 Mann teil.
  • 1904/06 am Kampf gegen die Herero nahmen 3 Offiziere, 10 Unteroffiziere und 57 Mann des Regiments teil. Verluste: 2 Gefallene, 1 Verwundeter, 6 Verstorbene.
  • Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment zunächst innerhalb der 26. Division (1. Königlich Württembergische) an verschiedenen Fronten.
Das XIII. Armee-Korps kämpfte zunächst in den Argonnen.
Ab 1. Dezember 1914 bildeten die 26. (württ.) Infanterie-Division und die 25. (hessische) Reserve-Division (mit unterstelltem württ. Feldartillerie-Regiment 13) das „XIII. Korps Fabeck“ bei der 9. Armee (Mackensen) in Polen,[A 3] das bei Kozlow an die Bzura vorstieß. Im März 1915 wurde das XIII. Korps der 12. Armee Gallwitz unterstellt und nach Norden nach Przasnysz verlegt.
Am 17. Mai 1915 kam das Regiment zur 209. Infanterie-Brigade der neu aufgestellten 105. Infanterie-Division[1] und übernahm den Grenzschutz im Raum Belgrad. Während der Großoffensive im Osten ab Juni stieß das Regiment (verstärkt durch die 4. Landwehr-Eskadron XIII) bis Juli in den Raum nördlich Brest-Litowsk vor. Danach wurde die Division nach Süden verlegt und wurde ab 6. Oktober bei der Offensive gegen Serbien im Korps v. Winckler der 3. österr.-ungar. Armee (v. Köveß) eingesetzt, das Regiment erreichte dabei unter ständigem Kampf Veles und war ab 13. November bis 18. Juni 1916 zum Schutz der Bahnlinien und der Grenze zu Griechenland zwischen Vardar und Dojransee eingesetzt.
Im Juni 1916 verlegte das Regiment im Bahntransport nach Galizien zum deutsch-österreichisch-ungarischen Korps Graf Bothmer und wurde während der Zweiten Brussilow-Offensive in Abwehrkämpfen bei Karolówka (Burgau) am 7. August (nur noch insgesamt 450 Mann[V 1][G 1]) und bei Byszow Anfang September[G 2] beinahe aufgerieben. Danach wurde es im September nach Kurland an die Düna verlegt und blieb vom 15. September bis 15. Februar 1917 bei Jakobstadt in einer ruhigen Stellung (durch Ersatz wieder eine Stärke von 77 Offizieren, 2.863 Mann und 380 Pferde[G 3]).[A 4]
Im Februar 1917 wurde das Regiment an die Westfront verlegt, in Lothringen für den Stellungskrieg ausgebildet, von April bis Mai erst als Eingreif-Regiment, dann in Stellungen an der Aisne und ab September vor Verdun eingesetzt.
1918 kämpfte war das Regiment im Frühjahr in der „Operation Michael“, im August an der Somme, im September in Flandern, ab Oktober wieder in Nordfrankreich (Maubeuge). In den Rückzugskämpfen ging sie auf die Antwerpen-Maas-Stellung zurück.
Nach dem Waffenstillstand von Compiègne erfolgte der Rückmarsch über Spa, Siegburg und Ferndorf in den Raum Waldeck (Ankunft 5. Dezember). Von dort erreichte das Regiment wieder im Fußmarsch ab 15. Dezember über Kissingen und Mergentheim (1. Januar 1919), am 4. Januar 1919 seine Friedensgarnison in Heilbronn.
Zum Regiment gehörten während des Krieges rund 19.000 Mann. Die Gesamtverluste betrugen 3.510 Gefallene, 436 Vermisste, 8.774 Verwundete und 1.933 Gefangene.[G 4]

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment hatte den Auftrag, den infanteristischen Feuerkampf zu führen. Im Frieden wurden die Soldaten hierzu an entsprechenden Waffen sowie als Krankenträger ausgebildet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1816 gab es in Württemberg im Frieden keine Großverbände. Solche wurden nur für einzelne Feldzüge zusammengestellt.

Mit der grundlegenden Neuorganisation 1817 wurde das württembergische Heer erstmals auch im Frieden in Großverbände gegliedert. Das Regiment bildete zusammen mit dem 4. Infanterie-Regiment die 2. Brigade in der 1. Division. Im Juli 1849 wurde wieder eine Neugliederung des württembergischen Heeres befohlen. Die Infanterie wurde in nur einer Division (ohne Nummer) zusammengefasst.

Von 1871 bis 1914 gehörte das Regiment zur 52. Infanterie-Brigade (2. Königlich Württembergische) in Ludwigsburg, 26. Division (1. Königlich Württembergische), XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps.

Während des Ersten Weltkriegs blieb das Regiment zunächst bei der 27. Division. Im Mai 1915 kam es zur 209. Infanterie-Brigade der neu aufgestellten preußischen 105. Infanterie-Division, wurde vom 23. Februar 1916 der 101. Infanterie-Brigade in der 101. Infanterie-Division unterstellt und kam am 14. Juli 1916 wieder zur 105. Infanterie-Division. Während der Abwehrgefechte bei Korolówka war das Regiment kurzfristig vom 29. Juli bis 10. August direkt der 6. k.u.k. Kavallerie-Truppen-Division unterstellt.

Ab 22. Februar 1917 war das Regiment der 247. Infanterie-Brigade in der 8. Württembergischen Ersatz-Division, ab 1. April 1917 243. (Württembergische) Infanterie-Division,[A 5] unterstellt.[2]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1871 bestand das Regiment aus zwei Bataillonen.

1813 wurde das Regiment mit zwei Bataillonen zu je 4 Kompanien aus den 55 Rückkehrern des Russlandfeldzugs, Rekruten und dem II. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 8 neu aufgestellt.

1814 im gegen Frankreich wurde das Regiment mit einer Stärke 14 Offiziere und 716 Mann zunächst als II. Bataillon dem Leichten Infanterie-Regiment Nr. 10 zugeteilt und am 15. März 1814 durch Mannschaften des ’’Land-Regiment Nr. 10’’ (Landmiliz) als II. Bataillon wieder selbständig.

Am 1. Oktober 1872 kam das dritte (Füsilier-)Bataillon (aufgestellt, und zwar 1./Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württembergisches) Nr. 119, 3./Infanterie-Regiment „Alt-Württemberg“ (3. Württembergisches) Nr. 121 und 2./7. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 125, eine Kompanie aus dem Regiment) dazu, am 2. Oktober 1893 wurde das IV. Bataillon als Halb-Bataillon aufgestellt.

Abgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1859 kam eine Kompanie zum neu aufgestellten 1. Jäger-Bataillon
  • 1865 wurden 2 Offiziere und 48 Unteroffiziere und Mannschaften zur Aufstellung des 3. Jäger-Bataillons abgegeben.
  • Am 1. November 1873 wurde die 2. Kompanie zur Aufstellung des Füsilier-Bataillons des Infanterie-Regiments „Alt-Württemberg“ (3. Württembergisches) Nr. 121 abgegeben.

Alle diese Abgaben wurden aus dem Regiment wieder aufgestellt.

Regimentschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regimentsinhaber:

Regimentschefs:

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Berufung
01. Oberst Franz Karl Friedrich August von Etzdorff 10. November 1806
02. Oberst Heinrich Konstantin von Dernbach 26. Februar 1809
03. Oberst Fidelis Karl Josef Maria Guntram Baur von Breitenfeld (gefallen 6. September 1813) 1808
04. Oberst Karl von Lalance 06. April 1811
05. Oberst Louis François Xavier Antoine von Spitzemberg 26. Februar 1813
06. Oberst Ernst Kechler von Schwandorf 09. Juli 1813
07. Oberst Johann Karl Kechler von Schwandorf 09. November 1813
Führer[A 6] Major von Bequignol 1813
08. Major Ludwig August von Wucherer 27. Januar 1814
09. Oberstleutnant/Oberst Ludwig Friedrich von Berndes 22. März 1814
10. Oberst Karl Benjamin von Seeger 23. Februar 1817
11. Oberst Karl Eugen von Imhoff-Hohenstein 31. Dezember 1819
12. Oberst Karl von Löffler 04. Oktober 1830
13. Oberst Friedrich von Hügel 22. Dezember 1834
14. Oberst Karl von der Osten 20. Mai 1844
15. Oberst Otto von Moser 12. November 1849
16. Oberst Gustav von Brandenstein 24. Oktober 1853
17. Oberst Karl von Baumbach 20. Oktober 1859
18. Oberst Eduard von Burghardt 09. April 1866
19. Oberst Adolf von Hügel 20. Juli 1870
20. Oberst Gustav von Brandenstein 21. Juni 1873
21. Oberst Ernst Perger von Perglas 06. Juli 1874
22. Oberst August von Reinhardt 26. März 1881
23. Oberst Franz von Roell 21. Mai 1884
24. Oberstleutnant/Oberst Georg Wilhelm Seutter von Lötzen 18. März 1887
25. Oberst Wilhelm von Schmidt 24. Juli 1890
26. Oberst Ernst Balan 21. April 1893
27. Oberst Richard von Hardegg 16. Juni 1896
28. Oberst Theodor Kretzschmer 03. Juli 1899
29. Oberst Ernst von Gerstein-Hohenstein 17. Mai 1902
30. Oberst Hermann von Oßwald 10. April 1906
31. Oberst Karl von Gagstetter 18. Juni 1908
32. Oberst Heinrich Busse 16. Juni 1911
33. Oberst Fritz von Triebig 01. April 1914
33. Oberst Armand von Alberti 26. Dezember 1915
Führer Major Bünger
Major Reich
im Krieg 1914–1918

Bewaffnung und Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1831 wurden Gewehre mit Perkussionsschloss eingeführt, 1851 das Miniégewehr, ab 1898 der Karabiner 98. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatte jedes Infanterie-Regiment sechs schwere Maschinengewehre, Ende 1917 36 schwere und 72 leichte Maschinengewehre.[A 7]

Uniform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1806 Dunkelblauer Frack mit zwei Reihen gelber Knöpfe, roten Biesen an Rabatten und Achselklappen, hohem roten Kragen und roten schwedischen Aufschlägen. Weiße Hosen, schwarze Schuhe und Gamaschen. Schwarzer Raupenhelm mit hohem schwarzem Stutz vorn auf der Raupe, vorn gelbes Schild mit württembergischem Wappen. Weißes Lederzeug und schwarze Kartusche.
  • 1813 Dunkelblaues Colett mit schwarzen Kragen, Achselklappen und Ärmelaufschlägen. Schwarzer Tschako mit Messingschild und ledernem Kinnriemen.
  • 1814: Rock wie bisher, aber Kragen, Achselklappen und Ärmelaufschläge wieder rot
  • 1817: Dienstrock in den Monaten November bis April eine königsblaue Kutka (bis ein Zoll oberhalb der Kniescheibe), in den Monaten Mai bis Oktober königsblauer Spenzer (bis an die Hüften), ohne Knöpfe, mit geschlossenem blauem Kragen, roten polnischen Ärmelaufschlägen und Tuchgürtel mit einer roten Einfassung. Eiserne Epauletten mit silbernem Halbmond und gelbem Futter aus Tuch mit weißer Kompanienummer. Schwarzes Halsband. Königsblaue, halbweite Hosen (im Sommer weiße Hosen und Gamaschen). Schwarzer Tschako aus Filz mit ledernem Deckel und schwarz-rote Kokarde. Schwarze Bundschuhe (ab 1820 kurze schwarze Gamaschen und Schuhe). Das Lederzeug (unter den Epauletten getragen) war weiß. Hellgrauer Mantel.
  • 1821: Königsblaues Colett mit zwei Reihen silberner Knöpfen (mit Regimentsnummer) vorn, rotem geschlossenem Kragen und blauen polnischen Aufschlägen mit roter Biese. Blaue Hosen mit roter Biese.
  • 1845: Tschako aus schafwollenem Filz mit Überzug aus blauem Tuch mit weißem Oberrand, ab 1846 mit königsblauem Busch.
  • 1849: Einreihiger blauer Waffenrock mit weißen Knüpfen und rotem Kragen. Achselklappen mit Regimentsnummer.
  • 1864: Dunkelblauer, rot gesäumter Rock mit zwei reihen Knöpfen, hinten vier Knöpfe, Ärmel mit roter Biese, Achselklappen mit Schulterwulst und blauer Regimentsnummer. Dunkelgraue Hosen. Dunkelblaue Mützen mit roter Biese. Die Epauletten entfallen, als Dienstgradabzeichen Sterne am Kragen, wie in Österreich.
  • 1871: Auf den Achselklappen gelbe Nr. 122. Preußischer Helm (Pickelhaube) mit württembergischem Wappen und der Devise „Furchtlos und trew“
  • 1874: Uniform nach preußischen Normen, jedoch weiterhin zweireihiger Waffenrock bis 1892.

Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1806 wurden dem Füsilier-Bataillon von Etzdorff zwei Fahnen verliehen: rot und blau quadrierte Seide mit goldenen Fransen an den Seiten(ca. 125 cm × 125 cm), auf der einen Seite das große württembergische Wappen auf gekröntem Wappenmantel, auf der anderen Seite der gekrönte Namenszug „F.R.“ Das II. Bataillon des Regiments erhielt zwei gleiche Fahnen. Diese Fahnen wurden wie alle württembergischen aus dem Rußlandfeldzug 1812 zurückgebracht.[A 8] Die nach dem Russlandfeldzug 1812 neu aufgestellten Regimenter erhielten durch Dekret vom 11. Februar 1813 zwei neue Fahnen je Bataillon aus dunkelblauer Seide mit gelben Fransen (ca. 125 cm x 125 cm), auf der Vorderseite das Monogramm FR mit Königskrone, auf der Rückseite das kleine königliche Wappen. Die alten wurden an das Zeughaus abgegeben. Wie bei allen Regimentern wurden am 4. Oktober 1818 die Fahnen durch Feldzeichen ersetzt, die durch Höchste Ordre vom 3. September 1851 wieder durch neue Fahnen ersetzt wurden. Jedes Bataillon erhielt eine Fahne aus burgunderrotem Tuch mit hellgrünen Fransen an allen Seiten. In der Mitte der einen Seite befand sich der gold-gelbe gekrönte Namenszug „W“, die andere Seite das von einem gelben Hirsch und einem schwarzen Löwen gehaltene württembergische Wappen, auf blauem Devisenband die Inschrift „Furchtlos und trew“ sowie das weiße Kreuz des Militärverdienstordens.

Das Füsilier-Bataillon erhielt am 2. Dezember 1874 seine Fahne. Sie war wie die Fahnen von 1851, jedoch ohne Fransen und mit dem gekrönten Namenszug „K“. Sie wurde 1900 durch eine gleiche ersetzt, jedoch mit dem gekrönten Namenszug „W“.

Das IV. Bataillon erhielt am 3. Dezember 1894 seine Fahne. Sie entsprach der des Füsilier-Bataillons von 1851, blieb bei der Abgabe des Bataillons beim Regiment und wurde vom I. Bataillon als zweite Fahne mitgeführt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900 errang die 3. Kompanie, 1905 die 2. Kompanie den Königspreis.

Personen im Regiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

à la suite:

1835 kam Heinrich Michael Edelmann als Unterleutnant ins Regiment.

Am 15. Mai 1915 kam Heinrich Eberbach als Leutnant ins Regiment.

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Käberle: Geschichte des 4. Württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 122. 1806–1874. Ludwigsburg 1881.
  • Offiziere des Regiments: Das 4. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 122. 1806–1870/71. Stuttgart 1889.
  • Müller: Geschichte des Füsilier-Regiments Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn (4. Württembergisches) Nr. 122. 1806–1906. Stuttgart 1906.
  • Hellmut Gnamm: Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, König von Ungarn (4. Württembergisches) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918. Stuttgart 1921.
  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkrieg. Verlagsbuchhandlung Chr. Belser A.G., Stuttgart 1927.
  • Günther Voigt: Deutschlands Heere bis 1918. Band 4, Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1285-0.
  • Leo Ignaz von Stadlinger, Geschichte des württembergischen Kriegswesens. K. Hofdruckerei zu Guttenberg, Stuttgart 1856.
  • Hans-Joachim Harder: Militärgeschichtliches Handbuch Baden-Württemberg. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Kohlhammer, Stuttgart 1987, ISBN 3-17-009856-X.
  • Uniforms-Vorschrift für das Königlich Wütembergische Militair. Königliche Hof- und Kanzlei-Buchdruckerei Gebrüder Mäntler, Stuttgart 1818.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moser, S. 44
  2. Moser, S. 123
  1. Voigt, S. 408ff.
  1. Gnamm, S. 173:46 Gefallene, 288 Verwundete, 975 Vermisste.
  2. Gnamm, S. 185: 48 Gefallene, 301 Verwundete, 667 Vermisste
  3. Gnamm S. 195
  4. Gnamm, S. 302

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Durch eine K. Ordre vom 27. Mai 1811 (Württ. Regierungsblatt 1811 Nro. 25, 1. Juni, S. 265) da in Württemberg die Benennung der Regimenter geändert wurde, an Stelle der Bezeichnung nach dem Regimentsinhaber trat eine durchgehende Nummerierung.
  2. „Nach österreichischem Vorbild wechselten die Regimenter 1833 und 1842 ihre Garnisonen, um einer festen Verwurzelung der Kader in den Städten vorzubeugen.“ Zitiert nach Harder, Seite 66
  3. Stärke des Regiments am 26. November 194: 48 Offiziere, 2.276 Mann, 238 Pferde, 78 Fahrzeuge
  4. Gnamm, S. 195: „Von diesen an sich recht stattlichen Zahlen gingen jedoch durch die vielen Kommandos hinter der Front eine Menge […] ab. Bis alle Einrichtungen wie Köhlereien, Pionierparks, Elektrizitätswerk, Ziegeleien, Wegebaukommandos, Holzfällkommandos, Bäckereien, Entlausungsanstalten, Förderbahnbetrieb, Kampfschule usw. ihre nötigen Mannschaften hatten, waren die Grabenstärken der Kompanien selten mehr als 70–90 Mann zu halten.“
  5. Die bisherige Preußische 8. Ersatz-Division wurde am 1. Februar 1917 in 8. Württembergische Ersatz-Division, am 1. April 1917 in 243. (Württembergische) Infanterie-Division umbenannt, Moser S. 123
  6. Ein Regimentsführer führte das Regiment tatsächlich (bei Abwesenheit oder nach Tod des Kommandeurs), ohne jedoch offiziell zum Kommandeur ernannt worden zu sein.
  7. Am 15. Juli 1916 erhielt das Regiment eine zweite Maschinengewehr-Kompanie (3 Offiziere, 107 Unteroffiziere und Mannschaften, 6 Maschinengewehre, 39 Pferde, 13 Fahrzeuge).
  8. Ab Moskau getragen von der Grenadier-Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 6 Kronprinz Capitain von Valois ließ die Stangen verbrennen, die kräftigsten Grenadiere trugen die Tücher um den Leib gewickelt.