F-Sharp

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F#
Fsharp logo.png
Funktionale Programmiersprache
Basisdaten
Paradigmen: multiparadigmatisch: funktional, imperativ, objektorientiert
Erscheinungsjahr: 2002
Entwickler: F Sharp Software Foundation, Don Syme, Microsoft
Aktuelle Version: 4.1  (7. März 2017)
Typisierung: statisch, stark, implizit
Beeinflusst von: Objective CAML, C#, Haskell
Beeinflusste: Elm, F*, LiveScript
Betriebssystem: plattformübergreifend
Lizenz: Apache-Lizenz 2.0
F# Software Foundation

F# (Gelesen: F sharp; englische Aussprache [ɛf: ʃɑrp]) ist eine typsichere Multiparadigmensprache mit starkem Fokus auf funktionale Programmierung für das .NET-Framework. Die Syntax ähnelt der von OCaml sehr stark, da diese Sprache als Vorbild für die Implementierung aller funktionalen Sprachelemente dient und die imperative Seite von F#, die sich von C# ableitet, selten verwendet wird. Neben diesen Bestandteilen sind in F# auch objektorientierte Sprachkonstrukte enthalten, die sich in dieses Sprachkonzept einpassen.

F# ist voll interaktionsfähig mit allen anderen Sprachen auf der .NET-Plattform und bietet durch .NET Core und Mono die Möglichkeit den Code sowohl auf Windows als auch auf Linux, der BSD und illumos Familie und macOS einzusetzen. Via Xamarin ist es auch möglich Android und iOS als Produktionsplattform einzusetzen.

Ursprünglich wurde F# als Forschungsprojekt von Microsoft Research entwickelt, derzeit wird es von Microsofts Entwicklungsabteilung und der FSSF fortgeführt. F# wird als Teil von Visual Studio 2010 erstmals offiziell unterstützt und mit ausgeliefert.[1] Außerdem ist es auch als Erweiterung zu Visual Studio 2008 erhältlich.[2] Im November 2010 wurde F# sowie zugehörige Compiler und Bibliotheken unter der Apache-Lizenz 2.0 freigegeben.

Einige Sprachmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In überwiegend imperativen Sprachen sind Variablen das primäre Sprachkonstrukt, um Werte zu speichern. Dies geschieht in funktional orientierten Programmiersprachen wie F# durch unveränderliche Sprachkonstrukte. Mit dem häufig eingesetzten Schlüsselwort let können Werte eines bestimmten Typs deklariert werden:

let pi = 3.1415927
let name = "John"

F-Sharp bietet veränderliche Variablen mit dem mutable Schlüsselwort. Diese werden dann mit <- verändert.

let mutable x = 10
x <- 15

F# bietet Typableitung, d. h. Typen von Ausdrücken werden automatisch ermittelt. Beispielsweise bekommt pi automatisch den Typ des Gleitkommazahl-Literals zugewiesen.

let pi = 3.1415927
let pi = 10.0

kann aus diesem Grund nicht kompiliert werden, da der Wert pi zweimal innerhalb desselben Gültigkeitsbereichs deklariert wird.

Werte im Nachhinein zu verändern ist auch durch die Verwendung von sogenannten reference cells möglich:

let x = ref 0     // x hat den Typ "int ref", ist also eine Referenz auf einen Integer
x := 5            // x wird ein neuer Wert zugewiesen
printfn "%i" !x   // Mittels des "!"-Operators wird x dereferenziert. Gibt 5 aus.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionen werden wie andere Werte mit let deklariert und können Parameter erwarten:

let square x = x * x
let add x y = x + y

Funktionen können Funktionen als Parameter erwarten (siehe Funktion höherer Ordnung):

let do_twice f x = f (f x)

Die Typen der Parameter werden automatisch erkannt, können aber auch explizit deklariert werden:

let add (x: int) (y: int) :int = x + y
let do_twice (f : int -> int) (x: int) = f (f x)

Die Anweisung

printfn "%A" (do_twice square 5)

gibt 625 (das Quadrat des Quadrats von 5) aus. Die Funktion do_twice kann mit Hilfe des Kompositionsoperators und nach Eta-Reduktion auch als

let do_twice f = f >> f

geschrieben werden.

Im obigen Beispiel wird für square der Typ int -> int ermittelt, das heißt, square ist eine Funktion, die einen Parameter vom Typ int erwartet und einen Wert vom Typ int zurückgibt. Für do_twice erhält man den Typ ('a -> 'a) -> 'a -> 'a. Dies bedeutet, do_twice ist eine Funktion, die als ersten Parameter einen Wert vom Typ ('a -> 'a) (eine Funktion mit einem Parameter vom Typ 'a und einem Rückgabewert vom Typ 'a) bekommt. Als zweiten Parameter erhält sie einen Wert vom Typ 'a und sie gibt einen Wert vom Typ 'a zurück. 'a hat hier die Rolle einer Typvariable (grob vergleichbar mit Generic- oder Template-Parametern in Java/C++, siehe Polymorphie (Programmierung)).

In F# werden Parameter ohne Klammern etc., nur durch Leerzeichen getrennt, an die Funktion übergeben. Nur wenn als Parameter der Rückgabewert einer anderen Funktion benötigt wird, müssen Klammern gesetzt werden, um die Evaluierungsreihenfolge der Ausdrücke zu definieren. Bei printfn "%A" (add 5 8) gehören die Werte 5 und 8 zur Funktion add; deren Rückgabewert ist ein Parameter für die Funktion printfn.

F# ermöglicht Closures und verwendet Currying automatisch:

let add x y = x + y
let inc = add 1

In der Definition von inc wird der erste Parameter der Funktion add an den Wert 1 gebunden. Das Ergebnis dieser partiellen Funktionsanwendung ist eine neue Funktion mit nur noch einem Parameter. Die Auswertung des Ausdrucks

inc 5

liefert als Ergebnis 6.

F# unterstützt Tupel:

let u = (3, 6)
let v = (2, -3)
let add (a, b) (c, d) = (a + c, b + d)
let x, y = add u v

F# bietet Discriminated Unions und Pattern Matching:

// Ein Element vom Typ Baum ist entweder ein "Ast" und enthält zwei Elemente vom Typ "Baum",
// oder es ist ein "Blatt" und enthält einen Integer
type Baum = 
| Ast of Baum * Baum
| Blatt of int

let rec baumSumme x =
    match x with
    | Ast(l, r) -> baumSumme l + baumSumme r
    | Blatt(x)  -> x

Ebenso gibt es Type Provider für die typsichere Verarbeitung externer Daten mit IntelliSense.[3]

In F# ist auch objektorientiertes Programmieren möglich. Beispiel für eine Klassendeklaration:

type Person =
    val name : string
    val mutable age : int
    new(n, a) = { name = n; age = a }
    member x.Name = x.name
    member x.Age
        with get() = x.age
        and set(v) = x.age <- v
    member x.Print() = printfn "%s ist %i Jahre alt." x.name x.age

Nullzeiger werden nur für die Interaktion mit Klassen aus dem .NET-Framework benötigt.

Syntax[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im F#-Code sind zwei Syntaxformen möglich: einfache Syntax und ausführliche Syntax. Die einfache Syntax wird standardmäßig verwendet, allerdings sind bei dieser Form die Einzüge sehr wichtig. Diese spielen bei der ausführlichen Syntax eine kleinere Rolle, denn dort bestimmen eher Schlüsselwörter wie zum Beispiel begin, end und in Anfang und Ende von Codeblöcken.[4]

Beispiel für die einfache und ausführliche Syntax:

einfache Syntax ausführliche Syntax
let mutable x = 1

while x < 3 do
    x <- x + 1
let mutable x = 1

while x < 3 do
    x <- x + 1
done
type Person =
    val name : string
    val mutable age : int
type Person =
class
    val name : string
    val mutable age : int
end

Bei der einfachen Syntax sind die Einrückungen zwingend erforderlich, bei der ausführlichen könnte man sie auch weglassen.

Entwicklungsumgebung und Compiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

F#-Code wird kompiliert, hierbei entsteht Zwischencode in der Common Intermediate Language (CIL), genau wie bei Programmen, die in C# oder VB.NET geschrieben wurden.

Es gibt auch eine interaktive Umgebung bzw. F#-Interpreter, F# Interactive oder kurz FSI. Damit kann man den Code direkt in der Konsole schreiben. Eingaben im Interpreter sind mit ;; abzuschließen, wodurch auch mehrzeilige Eingaben ermöglicht werden. Nach dem Kompilieren führt F# Interactive den Code aus und schreibt die Signatur aller kompilierten Typen und Werte in das Konsolenfenster. Auch Fehlermeldungen werden so ausgegeben.[5]

Dieser Interpreter erlaubt in unterstützten Editoren wie Visual Studio Code die Ausführung von Code ohne vorherige Kompilierung, so wie dies von dynamischen Sprachen bekannt ist.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Beispiele geben „Hello World“ aus.

let main = System.Console.WriteLine("Hello World")

oder

printfn "Hello World"


Die folgende Funktion implementiert die rekursive Ackermannfunktion:

let rec ack m n =
    if m = 0 then n + 1
    else if n = 0 then ack (m - 1) 1
    else ack (m - 1) (ack m (n - 1))

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. F# to ship as part of Visual Studio 2010. Don Syme’s WebLog on the F# Language and Related Topics
  2. F# research.microsoft.com
  3. Type Provider
  4. Microsoft Ausführliche Syntax (F#)
  5. Microsoft F# Interactive-Referenz