FACC

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
FACC AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT00000FACC2
Gründung 1989
Sitz OsterreichÖsterreich Ried im Innkreis
Leitung Robert Machtlinger
Mitarbeiterzahl 3.402 (28. Februar 2018)[1]
Umsatz 750,7 Mio. EUR (2017/18)[1]
Branche Luftfahrttechnik
Website www.facc.at

Die FACC AG (ehemals Fischer Advanced Composite Components) ist ein chinesisch-österreichischer Flugzeugkomponentenhersteller mit Firmensitz in Ried im Innkreis, Oberösterreich.

Branche und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FACC ist vorwiegend im Bereich der Kunststoffverarbeitung tätig. Entwickelt, entworfen und produziert werden Flugzeuginnenausstattung und Strukturbauteile in Leichtbauweise für internationale Flugzeugproduzenten wie Boeing, Airbus, Embraer, COMAC oder Bombardier[2] und für Hersteller von Triebwerken wie Rolls-Royce oder Pratt & Whitney. 99,8 % der österreichischen Produktion gingen 2008/09 in den Export.

Laut Eigenangaben erwirtschaftete FACC 2008/09 einen Umsatz von 264,2 Mio Euro (2007/08: 251,9 Mio).[3] Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte ein Umsatz von rund € 547 Mio. erzielt werden. 2016/17 waren es ca. € 705,7 Mio; 2017/18 betrug der Umsatz € 750,7 Mio.[1]

Standorte und Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FACC hat mittlerweile vier Werke, in denen produziert wird, wobei sich das Hauptwerk in Ried im Innkreis befindet, zwei weitere in Ort im Innkreis und eines unweit entfernt in Reichersberg (alle im Bezirk Ried im Innkreis in Oberösterreich). Zudem befinden sich Konstrukteurbüros in Wien und Bratislava und weitere Niederlassungen in Montreal, Kanada, und Wichita, KS, USA.

Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Verkauf der FACC AG war bis Mai 2016 der Miteigentümer Walter A. Stephan. Im Mai 2016 wurde er vom Aufsichtsrat abberufen und Robert Machtlinger wurde interimistisch als CEO eingesetzt. Mit 13. Februar 2017 wurde Machtlinger als CEO vom Aufsichtsrat formell bestätigt.[4]

Im September 2013 wurde das neue Technologiezentrum in St. Martin im Innkreis in Oberösterreich eröffnet.[5]

FACC hat 2018 einen Großauftrag erhalten. Sie wird für das Luft- und Raumfahrtunternehmen Pratt & Whitney Canada Rotorblatt-Gehäuse für Triebwerke herstellen. Der Auftragswert beträgt rund 100 Mio. €. Mit diesem Auftrag zur Gehäuse-Fertigung schafft FACC ein neues Produktsegment. Die "Fan-Gehäuse" werden in Business Jets mit Mantelstromtriebwerken zum Einsatz kommen.[6]

Geschichte und Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FACC wurde 1989 als Gemeinschaftsunternehmen des Skiherstellers Fischer Sports und der Österreichischen Salinen AG (heute Salinen Austria) gegründet.

2008 wurden die Fischer-Anteile von der ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH übernommen, die für den Zweck der Übernahme von Hannes Androsch[7], Ludwig Scharinger und Willi Dörflinger zusammen mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich[8] in Linz gegründet worden war.[9][10] Der Vorstandsvorsitzende Walter A. Stephan hielt über die Stephan GmbH Anteile. Die Beteiligungen verteilten sich seinerzeit: ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH (48.125 %), Österreichische Salinen AG (48,125 %), Stephan GmbH (3.75 %) (Vorstand).

Am 3. Dezember 2009 gab FACC bekannt, dass 91,25 % vom chinesischen Flugzeugbauer Xi’an Aircraft (XAC) übernommen wurden. Im Besitz der ACC blieben 5 % des Unternehmens, und 3,75 % gehören weiterhin Stephan.[11] Somit ergaben sich folgende Beteiligungen:

  • Xi’an Aircraft (91,25 %)
  • ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH (5 %)
  • Stephan GmbH (3,75 %)

Anfang 2016 gab die FACC AG bekannt, um 50 Mio. Euro betrogen worden zu sein.[12] Die angewandte Methode wird als Chef-Betrug (CEO-Fraud) bezeichnet. Daraufhin wurde im Februar die Finanzchefin, Minfen Gu, entlassen,[13] im Mai folgte der Vorstandsvorsitzende Walter A. Stephan.[4] In ähnlicher Größenordnung war im August 2016 auch der deutsche Autozulieferer Leoni betroffen.[14]

Seit dem Börsengang in Juni 2014 befinden sich 44,50 % der Anteile im Streubesitz.[15] Am 19. März 2018 zog die FACC in den österreichischen Leitindex ATX am Wiener Prime Market ein und zählt seitdem zu den 25 größten und am meisten gehandelten Unternehmen Österreichs.[16]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jahresfinanzbericht 2017/18, Website des Unternehmens, abgerufen am 17. Mai 2018 (PDF; 1,65 MB)
  2. FACC erhält 100-Millionen-Euro-Auftrag orf.at, 19. Juni 2017, abgerufen 20. Juni 2017.
  3. FACC: Über FACC > Zahlen & Fakten (Memento des Originals vom 21. August 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.facc.at.
  4. a b Pressemitteilung der FACC AG vom 25. Mai 2016
  5. Austrian Aviation Net. FACC: Neues Technologiezentrum eröffnet
  6. OÖ Nachrichten, 1. Februar 2018, nach apa
  7. www.androsch.com Homepage von Hannes Androsch und der Androsch-Firmengruppe
  8. Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
  9. FACC – Eigentümerstreit über Verkauf entbrannt, OÖORF, 21. August 2007
  10. Exklusiv: Fischer steigt bei FACC aus – Androsch & Co pumpen frisches Geld ein (Memento vom 30. Mai 2008 im Internet Archive). Wirtschaftsblatt, 29. Mai 2008
  11. Eigentümerwechsel bei FACC vollzogen@1@2Vorlage:Toter Link/www.facc.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. FACC: „Cyberattacke“ war interner Betrug. orf.at, 20. Januar 2016, abgerufen am 20. Januar 2016.
  13. FACC: Finanzchefin muss gehen. Meldung auf nachrichten.at vom 3. Februar 2016, abgerufen am 4. Juni 2016
  14. Deutscher Autozulieferer Leoni um 40 Mio. betrogen orf.at, 16. August 2016, abgerufen 16. August 2016.
  15. FACC-Aktien starten in Wien mit leichtem Plus. Der Standard vom 25. Juni 2014.
  16. Wiener Börse: AT&S und FACC ziehen in den österreichischen Index ATX ein. (handelsblatt.com [abgerufen am 29. März 2018]).