FACC

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FACC AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT00000FACC2
Gründung 1989
Sitz Ried im Innkreis,
OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung Robert Machtlinger
Mitarbeiterzahl 3.402[1]
Umsatz 750,7 Mio. Euro (2017/18)[1]
Branche Luftfahrttechnik
Website www.facc.com
Stand: 28. Februar 2018

Die FACC AG (ehemals Fischer Advanced Composite Components) ist ein chinesisch-österreichischer Flugzeugkomponentenhersteller mit Firmensitz in Ried im Innkreis, Oberösterreich.

Branche und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Technologiepartner der globalen Aerospace-Industrie designt, entwickelt und fertigt FACC innovative Leichtbaukomponenten und -systeme für Luftfahrzeuge und ist im Bereich der Kunststoffverarbeitung tätig.[2] Produziert werden Flugzeuginnenausstattungen, Strukturelemente und -bauteile am Rumpf, Flügel und Leitwerk sowie Triebwerksteile und -verkleidungen. FACC-Technologie ist bei allen namhaften Flugzeugherstellern wie Boeing, Airbus,[3] Embraer, COMAC oder Bombardier[4] an Bord. Der Innviertler Technologiekonzern ist auch Zulieferer für die Triebwerks- und Motorenhersteller Rolls-Royce oder Pratt & Whitney. 99,8 % der österreichischen Produktion ging 2008/09 in den Export.

  • Division Aerostructures Leichtbaukomponenten in den Bereich Flügel, Leitwerk und Rumpf sind seit über 30 Jahren die Kernkompetenz von FACC.
  • Division Engines & Nacelles Die FACC Leistungskette beinhaltet Triebwerksteile und -verkleidungen für Business Jet bis zum Langstrecken-Passagierflugzeug.
  • Division Cabin Interiors FACC stellt die komplette Innenausstattung, von der Gepäckablage, Deckenpaneelen, Seitenwandverkleidungen bis zum Waschraum effizient und funktionell für OEM und Airliners her.
  • Division Aftermarket Services FACC verantwortet Wartungs- und Reparatur-Services sowie Designleistungen und Modifikationen für alle Struktur- und Interior Bereiche.

Das Wachstum der Cabin Interior-Industrie veranlasste den chinesischen Hauptaktionär AVIC Kompetenzen zu bündeln. Mehrere Unternehmen, die im Verbund eigenständig bleiben, darunter FACC, AIM Altitude, Thompson Aero Seating, Jiatai sowie Fesher bieten dem Markt beinahe 100 Prozent an Elementen einer Flugzeugkabine mit Bordküchen und Flugzeugsitzen.

Im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte FACC einen Jahresumsatz von 750,7 Mio. Euro und damit einen Umsatzanstieg von 6,4 Prozent.[5] Die Exportquote liegt bei 99,7 %. Das Unternehmen ist im österreichischen Leitindex ATX am Wiener Prime Market[6] notiert, zählt zu den 20 größten und meist gehandelten Unternehmen der Wiener Börse.[7]

Standorte und Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FACC hat vier Fertigungswerke in Österreich, mit dem Hauptwerk (Werk 1) in Ried im Innkreis, zwei weitere in St. Martin im Innkreis und eines in Reichersberg. Im September 2013 wurde das Technologiezentrum in St. Martin im Innkreis eröffnet.[8]

Weitere Niederlassungen befinden sich in Wien, Bratislava, Montreal (Kanada), Seattle (USA), Wichita (USA), Sao Paulo (Brasilien), Toulouse (Frankreich), Filton (Großbritannien), Hamburg (Deutschland), Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), Pune (Indien), Kasan (Russland), Zhenjiang (China), Shanghai (China) und in Bangalore (Indien). Weltweit beschäftigt FACC rund 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 38 Nationen an 13 internationalen Standorten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FACC wurde 1989 als Tochterunternehmen des Skiherstellers Fischer Sports gegründet. 1991 beteiligte sich die Österreichischen Salinen AG (umbenannt in Salinen Austria) zu 50 Prozent an der FACC.

Die Fischer-Anteile übernahm 2008 die Linzer ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH. Vorstandsvorsitzender Walter A. Stephan hielt Anteile über die Stephan GmbH. Die Beteiligungen verteilten sich damals wie folgt:

  • ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH (48,125 %)
  • Österreichische Salinen AG (48,125 %)
  • Stephan GmbH (3,75 %) (Vorstand)

Heute steht dem folgende Aktionärsstruktur gegenüber:

  • AVIC Cabin Systems Co,. Limited (55,5 %)
  • J.P. Morgan Asset Management (UK), LTD (4,2 %)
  • Streubesitz (40,3 %)

Am 3. Dezember 2009 gab FACC offiziell bekannt, dass 91,25 % vom chinesischen Flugzeugbauer Xi’an Aircraft Industrial Corporation (XAC) übernommen wurden. Im Besitz der ACC blieben 5 % des Unternehmens und 3,75 % gehören weiterhin der Stephan GmbH. Seit dem Börsengang 2014 befinden sich 44,5 % der Anteile an FACC im Streubesitz. Vorstandsvorsitzender war bis Mai 2016 Miteigentümer Walter A. Stephan,[9] ihm folgte Robert Machtlinger interimistisch als CEO. Mit 13. Februar 2017 wurde Robert Machtlinger formell vom Aufsichtsrat bestätigt. Der Vorstand besteht aus Robert Machtlinger (CEO), Andreas Ockel (COO), Ales Starek (CFO) und Yongsheng Wang (CCO).

Anfang 2016 wurde FACC bei einer Cyberattacke um 50 Mio. Euro betrogen.[10]

Laut dem Jahresbericht verteilten sich die Anteile zum 28. Februar 2018 wie folgt:[1]

  • FACC International Company Ltd., Hongkong, direkt bzw. indirekt mit 55,5 %
  • Streubesitz 44,5 % (kein Anteilseigner mit mehr als 10 %)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jahresfinanzbericht 2017/18, Website des Unternehmens, abgerufen am 17. Mai 2018 (PDF; 1,65 MB)
  2. FACC AG. Abgerufen am 26. März 2019.
  3. FACC erhält 230 Millionen Euro Großauftrag von Airbus. In: standard.at. 17. Juli 2018, abgerufen am 26. März 2019.
  4. FACC erhält 100-Millionen-Euro-Auftrag orf.at, 19. Juni 2017, abgerufen 20. Juni 2017.
  5. Jahresfinanzbericht FACC 2017/18. Abgerufen am 26. März 2019.
  6. Unternehmensprofil FACC auf Wiener Börse. In: wienerborse.at. Abgerufen am 26. März 2019.
  7. AT&S und FACC ziehen in den österreichischen Index ATX ein. In: handelsblatt.com. 29. März 2018, abgerufen am 26. März 2019.
  8. Austrian Aviation Net. FACC: Neues Technologiezentrum eröffnet. Abgerufen am 26. März 2019.
  9. Pressemitteilung der FACC AG. 25. Mai 2016, abgerufen am 26. März 2019.
  10. FACC: „Cyberattacke“ war interner Betrug. orf.at, 20. Januar 2016, abgerufen am 20. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]