FK Dynamo Moskau

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Dynamo Moskau
Vereinswappen von Dynamo Moskau
Basisdaten
Name Futbolny Klub «Dinamo» Moskwa
Sitz Moskau
Gründung 18. April 1923
Farben weiß-blau
Präsident RusslandRussland Boris Rotenberg
Vorstand RusslandRussland Wassili Titow
Website www.fcdinamo.ru
Erste Mannschaft
Trainer RusslandRussland Dmitri Chochlow
Stadion Arena Chimki
Plätze 18.636
Liga Premjer-Liga
2016/17 1. Platz (1. Division)
Heim
Auswärts

Der FK Dynamo Moskau (russisch Футбольный клуб «Динамо» Москва, Futbolny Klub «Dinamo» Moskwa) ist ein aus dem Sportclub Dynamo Moskau hervorgegangener russischer Fußballverein, der in Moskau, der Hauptstadt des Landes, beheimatet ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute eigenständige Verein war am 18. April 1923 als Fußballabteilung des Sportvereines Dynamo Moskau gegründet worden. 1936 war Dynamo Gründungsmitglied der sowjetischen Liga und blieb als eine von nur zwei Mannschaften, neben Dynamo Kiew, seit 1936 – mit Ausnahme der Unterbrechung des Spielbetriebs während des Großen Vaterländischen Krieges – stets in der jeweils höchsten sowjetischen Spielklasse und ist niemals in die 2. sowjetische Liga abgestiegen. Dynamo Moskau ist elffacher sowjetischer Meister und wurde nur von dem ukrainischen Verein Dynamo Kiew, der mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften sowjetischer Rekordtitelträger ist, sowie von dem Stadtrivalen Spartak Moskau (12x) übertroffen. Zur Zeit der Sowjetunion war der Verein dem Geheimdienst KGB untergeordnet.

Im Jahre 1945 war Dynamo Moskau die erste sowjetische Fußballmannschaft, die nach Westeuropa reisen durfte. Es wurden vier Spiele auf der britischen Insel ausgetragen. Das bis dahin im Westen weitgehend unbekannte Team besiegte Cardiff City mit 10:1 und den FC Arsenal mit 4:3. Zwei Spiele endeten mit einem Unentschieden: 3:3 gegen den FC Chelsea und 2:2 gegen die Glasgow Rangers.

Am 27. Mai 1972 stand Dynamo im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Glasgow Rangers im Camp Nou, das mit 2:3 verloren wurde.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dynamo Moskau war nach der Auflösung der Sowjetunion eines der Gründungsmitglieder der neugeschaffenen russischen Obersten Liga. Gleich in der ersten beiden Spielzeiten 1992 und 1993 belegte das Team jeweils den 3. Tabellenplatz. In der darauffolgenden Saison konnte die erste Vizemeisterschaft erkämpft werden, was die bisher beste Leistung der Mannschaft in der russischen Liga darstellt. Am 14. Juni 1995 wurde der erste russische Pokalsieg (8:7 im Elfmeterschießen gegen Rotor Wolgograd) gefeiert. In den Spielzeiten 1997 und 2008 wurde erneut jeweils der dritte Rang erobert. Ansonsten wurden die Plätze im gesicherten Tabellenmittelfeld belegt.

In der Saison 2011/12 konnte das Team aus Moskau den dritten Tabellenrang erreichen. Im Pokal erreichte Dynamo das Finale, verlor dieses am 9. Mai 2012 aber gegen Rubin Kasan mit 0:1. Am 17. August 2012 übernahm der Rumäne Dan Petrescu das Traineramt beim FK Dynamo Moskau.[1] Durch die Teilnahme am Pokalfinale 2012 nahm Dynamo an der Qualifikation für die UEFA Europa League 2012/13 teil. In der dritten Qualifikationsrunde wurde der Vierte der schottischen Premier League Dundee United mit 2:2 und 5:0 abgefertigt. In der Play-Off-Runde schied Dynamo gegen den deutschen Vertreter VfB Stuttgart nach 0:2 und 1:1 aus.[2]

In der Saison 2012/13 verpasste Dynamo als Tabellensiebter knapp einen Platz in einem europäischen Wettbewerb. Im Pokal verloren sie im Viertelfinale durch ein Tor von Samuel Eto’o mit 0:1 nach Verlängerung gegen Anschi Machatschkala.

2013/14 qualifizierte sich Dynamo als Tabellenvierter wieder für die Qualifikation zur UEFA Europa League 2014/15. Im Pokal schied Dynamo aber in der fünften Runde gegen den zweitklassigen Verein FK Saljut Belgorod aus. Im Anschluss an eine 0:4-Niederlage beim Tabellenletzten Anschi Machatschkala im April 2014 wurde der Cheftrainer Dan Petrescu entlassen.[3] Sein Nachfolger wurde Stanislaw Tschertschessow. Nach den Erfolgen in der dritten Qualifikationsrunde gegen den israelischen Ligadritten Hapoel Ironi Kirjat Schmona sowie in der Playoff-Runde gegen Omonia Nikosia, erreichte Dynamo Ende August 2014 die Gruppenphase der Europa League 2014/15.[4] Sie konnten alle sechs Begegnungen in ihrer Gruppe für sich entscheiden, belegten den ersten Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für die K.O.-Runde, in der sie im Sechzehntelfinale gegen den RSC Anderlecht siegten und dadurch „zum ersten Mal seit 19 Jahren wieder ein Achtelfinale eines UEFA-Wettbewerbs“ erreichten.[5] Anschließend schieden sie im Achtelfinale gegen den SSC Neapel aus. Ursprünglich hätte Dynamo durch den vierten Tabellenplatz 2014/15 an der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2015/16 teilnehmen dürfen, wurde jedoch von der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay ausgeschlossen und durch Rubin Kasan ersetzt.[6] Im Pokal schied Dynamo bereits im Sechzehntelfinale gegen den zweitklassigen Verein Schinnik Jaroslawl aus.

Nach einem schwachen Start in der heimischen Liga musste am 13. Juli 2015 der bisherige Cheftrainer Stanislaw Tschertschessow den Verein verlassen. Letztendlich belegte Dynamo den vorletzten Tabellenplatz in der Premjer-Liga 2015/16 und musste somit erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit absteigen.[7] Bereits sieben Spieltage vor dem Ende der Saison 2016/17 sicherte sich der Verein den sofortigen Wiederaufstieg in die Premjer-Liga.[8]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FK Dynamo Moskau trug seine Heimspiele im 37.684 Zuschauer fassenden Dynamo-Stadion aus, das bereits im Jahre 1928 erbaut wurde. Das Heimstadion wurde 2008 abgerissen und wird durch einen Neubau ersetzt. Es wird auf dem Gelände des ehemaligen Dynamo-Stadions eine Multifunktionsarena errichtet. Dabei wird das komplette Stadion abgetragen, nur die denkmalgeschützte Fassade bleibt erhalten. Nach Fertigstellung der Arena 2018 soll diese in VTB-Arena-Park umbenannt werden.[9] Aufgrund der Baumaßnahme trägt Dynamo seine Heimspiele in der Zwischenzeit in der Arena Chimki in Chimki im Nordwesten Moskaus aus.[10]

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 ist der Hauptsponsor des Vereines das zweitgrößte russische Kreditinstitut Wneschtorgbank.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meister:
    • Sowjetunion: 1936, 1937, 1940, 1945, 1949, 1954, 1955, 1957, 1959, 1963, 1976

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Juli 2017

Nr. Position Name
1 RusslandRussland TW Anton Schunin
42 RusslandRussland TW Sergei Narubin
2 RusslandRussland AB Grigori Morosow
3 SchwedenSchweden AB Sebastian Holmén
4 RusslandRussland AB Wladimir Rykow
13 RusslandRussland AB Sergei Terechow
15 RusslandRussland AB Ibragim Zallagow
25 RusslandRussland AB Alexei Koslow
44 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina AB Toni Šunjić
Nr. Position Name
10 RusslandRussland MF Alexander Sotow
11 RusslandRussland MF Iwan Temnikow
23 RusslandRussland MF Anton Sosnin
27 MaliMali MF Samba Sow
41 RusslandRussland MF Alexander Sapeta
77 RusslandRussland MF Anatoli Katritsch
87 RusslandRussland MF Waleri Saramutin
88 RusslandRussland MF Alexander Taschajew
- SenegalSenegal MF Khaly Thiam
8 RusslandRussland ST Kirill Pantschenko
9 RusslandRussland ST Pawel Pogrebnjak
14 BrasilienBrasilien ST Wanderson
21 MontenegroMontenegro ST Fatos Bećiraj
48 RusslandRussland ST Jewgeni Luzenko

Vereinsrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dynamos Rekordtorschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treffsicherster Angreifer in Diensten von Dynamo Moskau war Sergei Solowjow. Dieser erzielte in 209 Spielen für die Hauptstädter insgesamt 135 Tore. Damit ist er auch der einzige Stürmer, der für Dynamo mehr als 100 Tore schießen konnte.

Platz Name des Spielers Tore Zeitraum
1. RusslandRussland Sergei Solowjow 135 1940–1952
2. RusslandRussland Konstantin Beskow 93 1941–1954
3. RusslandRussland Wassili Karzew 72 1945–1951
4. RusslandRussland Waleri Gassajew 70 1979–1985
5. RusslandRussland Igor Tschislenko 68 1957–1970
6. RusslandRussland Wassili Trofimow 67 1939–1953
7. RusslandRussland Wladimir Iljin 63 1946–1957
8. RusslandRussland Wladimir Sawdunin 62 1945–1966
9. RusslandRussland Wladimir Koslow 58 1967–1976
10. RusslandRussland Alexander Borodjuk 57 1982–1989

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Dynamos Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 stellte Alexander Nowikow mit 327 Partien für Dynamo den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress der Moskauer auf. Damit löste er Torhüter-Legende Lew Jaschin ab, der zwischen 1950 und 1970 insgesamt 326 Spiele für Dynamo bestritt.

Platz Name des Spielers Einsätze Zeitraum
1. RusslandRussland Alexander Nowikow 395 1973–1987
2. RusslandRussland Lew Jaschin 326 1950–1970
3. RusslandRussland Wiktor Anitschkin 322 1960–1972
4. RusslandRussland Waleri Maslow 319 1961–1971
5. RusslandRussland Wiktor Zarjow 298 1955–1966
6. RusslandRussland Alexander Machowikow 287 1971–1983
7. RusslandRussland Gennadi Jewrjuschichin 283 1966–1976
8. RusslandRussland Sergei Nikulin 280 1969–1984
9. RusslandRussland Wladimir Sawdunin 249 1945–1966
10. RusslandRussland Alexei Petruschin 244 1970–1981

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Amerika


Afrika


Asien

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(unvollständig)

Name des Trainers Zeitraum Bemerkung
RusslandRussland Konstantin Kwaschin 1936 • 1936: 1. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wiktor Dubinin 1937 • 1937: 2. Sowjetischer Meistertitel
• 1937: 1. Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Michail Towarowski 1938
RusslandRussland Wiktor Dubinin 1939
RusslandRussland Wiktor Teterin 1939
RusslandRussland Lew Kortschebokow 1939
RusslandRussland Boris Arkadjew 1940–1944 • 1940: 3. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Lew Kortschebokow 1944
RusslandRussland Michail Jakuschin 1944–1950 • 1945: 4. Sowjetischer Meistertitel
• 1949: 5. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wiktor Dubinin 1950–1951
RusslandRussland Michail Semitschastny 1952–1953
RusslandRussland Michail Jakuschin 1953–1960 • 1954: 6. Sowjetischer Meistertitel
• 1955: 7. Sowjetischer Meistertitel
• 1957: 8. Sowjetischer Meistertitel
• 1959: 9. Sowjetischer Meistertitel
• 1953: 2. Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Wsewolod Blinkow 1961
RusslandRussland Alexander Ponomarjow 1962–1965 • 1963: 10. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wjatscheslaw Solowjow 1965–1966
RusslandRussland Konstantin Beskow 1967–1972 • 1967: 3. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1970: 4. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1972: Finalist beim Europapokal der Pokalsieger
RusslandRussland Gawriil Katschalin 1973–1974
RusslandRussland Alexander Sewidow 1975–1979 • 1976: 11. und letzter Sowjetischer Meistertitel
• 1977: 5. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1977: 1. und letzter Sowjetischer Super-Cup-Gewinn
• 1976: Ciutat de Barcelona (Einziger internationale Pokal)
RusslandRussland Wiktor Zarjow 1979
RusslandRussland Jewgeni Gorjanski 1980
RusslandRussland Wjatscheslaw Solowjow 1980–1983
RusslandRussland Wadim Iwanow 1983
RusslandRussland Alexander Sewidow 1983–1985 • 1984: 6. und letzter Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Eduard Malofejew 1985–1987
RusslandRussland Anatoli Byschowez 1987–1990
RusslandRussland Semjon Altman 1990–1991
RusslandRussland Waleri Gassajew 1991–1993
RusslandRussland Adamas Golodez 1993
RusslandRussland Konstantin Beskow 1994–1995 • 1995: 1. Russischer Pokalgewinn
RusslandRussland Adamas Golodez 1995–1998
RusslandRussland Georgi Jarzew 1998–1999
RusslandRussland Alexei Petruschin 1999
RusslandRussland Waleri Gassajew 2000–2001
RusslandRussland Alexander Nowikow 2001–2002
UkraineUkraine Wiktor Prokopenko 2002–2003
TschechienTschechien Jaroslav Hřebík 2003–2004
RusslandRussland Wiktor Bondarenko 2004
RusslandRussland Oleg Romanzew 2004–2005
BrasilienBrasilien Ivo Wortmann 2005
RusslandRussland Andrei Kobelew 2005
RusslandRussland Juri Sjomin 2006
RusslandRussland Andrei Kobelew 2006–2010
MontenegroMontenegro Miodrag Božović 2010–2011
RusslandRussland Sergei Silkin 2011–2012
RusslandRussland Dmitri Chochlow 2012
RumänienRumänien Dan Petrescu 2012–2014
RusslandRussland Stanislaw Tschertschessow 2014–2015
RusslandRussland Andrei Kobelew 2015–2016
UkraineUkraine Juri Kalitwinzew 2016–2017
RusslandRussland Dmitri Chochlow 2017–

Aktueller Trainerstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FC Dinamo Moscow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. championat.com: Петреску стал новым главным тренером московского "Динамо" Artikel vom 17. August 2012 (russisch)
  2. de.uefa.com: uefa.com: „Stuttgart mit einem Bein in der Gruppenphase“ Artikel vom 22. August 2012
  3. gazeta.ru: Петреску уволили из «Динамо» Artikel vom 7. April 2014 (russisch)
  4. kicker.de:EL-Gruppenauslosung, veröffentlicht und abgerufen am 29. August 2014
  5. de.uefa.com: Dinamo Moskva dreht Partie gegen Anderlecht Artikel vom 26. Februar 2015
  6. spiegel.de: „Europa League: Uefa schließt Dynamo Moskau aus“ Artikel vom 19. Juni 2015
  7. uefa.com: Abstieg 2015/16 Artikel vom 21. Mai 2016
  8. championat.com: «Динамо» досрочно обеспечило себе выход в РФПЛ Artikel vom 12. April 2017 (russisch)
  9. Preserving Petrovski Park: Erick van Egeraat wins international competition to design VTB Arena Park, Mitteilung auf worldarchitecturenews.com vom 30. Juni 2010.
  10. stadionwelt.de: VTB Arena wird erst Anfang 2018 eröffnet Artikel vom 7. Februar 2017