FRÖSI

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FRÖSI

Beschreibung deutsche Kinderzeitschrift
Verlag Verlag Junge Welt
Erstausgabe 25. Juni 1953
Einstellung März 1991
ISSN (Print) 0323-8806
FRÖSI-Elefant Emmy auf Bieruntersetzer

FRÖSI ist der Name einer Kinderzeitschrift, die in der DDR im Verlag Junge Welt publiziert wurde. Sie war das Magazin für Angehörige der Pionierorganisation Ernst Thälmann.

Namenserläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „FRÖSI“ leitet sich von der Anfangszeile eines damals bekannten Pionierlieds von Hans Naumilkat (Fröhlich sein und singen) ab. Fröhlich sein und singen war zunächst der vollständige Titel, ab 1965 wurde die Kurzform eingeführt.

Chronik und Inhalte bis 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juni 1953 erschien die Erstausgabe von FRÖSI mit einem Grußwort des damaligen FDJ-Vorsitzenden Erich Honecker. Das 32- bis 40-seitige Heft kam ab 1956 monatlich heraus (davor alle sechs Wochen), die Maximalauflage lag bei etwa 600.000. Der Verkaufspreis betrug 70 Pfennig.

Neben Propagandacomics (wie Wir bauen einen Panzer in der Ausgabe 9/1957), Aufrufen zum Sammeln von Sekundärrohstoffen, Kräutern und Beeren (durch die Comicfigur Korbine Früchtchen) und Grundsätzen zu Hygiene und Gesundheitsprophylaxe (Comicfigur Kundi) erschienen unter anderem die Bildgeschichten Ali und Archibald und Käpt’n Lütt von Horst Alisch, Mäxchen und Tüte von Richard Hambach, der Comic Atomino auf Basis eines italienischen Comics von Marcello Argilli und Vinicio Berti sowie Jürgen Günthers Otto und Alwin. Des Weiteren fanden sich Bastelvorschläge, Beiträge aus Natur, Wissenschaft und Technik in den Heften. Gelegentlich gab es Ausgaben mit Bastelbögen als Beilagen wie häufig in der Novemberausgabe einen Weihnachtskalender.[1]

FRÖSI unterwegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FRÖSI veranstaltete außerdem eine rollende FRÖSI-Disko bei Schulfesten. Bei Presse- und Volksfesten gab es häufig einen FRÖSI-Stand mit den aktuellen Ausgaben.

Entwicklung nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Umbenennung in tandem im Jahre 1990 wurde die Zeitschrift mit der Abwicklung des Verlages Junge Welt durch die Treuhand im März 1991 eingestellt.

Im Juni 2002 erschien eine einzelne Ausgabe als Beilage zu einer Wochenendausgabe des Neuen Deutschlands als Versuch einer Wiederbelebung der FRÖSI als Magazin für Kinder. Nach mehrfachen Verschiebungen erschien die FRÖSI ab Mai 2005 – jedoch nur in den neuen Bundesländern – als monatliches 32-seitiges A4-Magazin für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit einer Startauflage von 70.000 Exemplaren zum Preis von 2,10 Euro erneut.[2] Die Zeitschrift wurde im November 2005 eingestellt. Gründe waren Absatzeinbrüche und damit einhergehende finanzielle Schwierigkeiten.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Chowanetz: Die Kinderzeitschriften in der DDR von 1946 bis 1960 (= Studien zur Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Band 13). Kinderbuchverlag, Berlin 1983, ZDB-ID 193898-8.
  • Julia-Maria Warkentin: Zu den literarischen Texten in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR (Zeitschrift Frösi, Jahrgang 1990). GRIN Verlag, München 2006, ISBN 978-3-640-23823-1
  • Marco Bertram u. a.: Kindheit in der DDR. Mit Sandmann, Frösi und Pioniertuch durch vier aufregende Jahrzehnte. Hrsg. von Gaby Falk und Hans-Joachim Schneider. Komet, Köln 2013, ISBN 978-3-86941-156-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FRÖSI – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FRÖSI-Weihnachtskalender
  2. Fröhlich sein und singen. DDR-Kinderzeitschrift „Frösi“ wird neu aufgelegt. Deutschlandfunk, Sendereihe Markt und Medien, Rubrik Meldungen, 16. April 2005; abgerufen am 29. Dezember 2015 (Volltext): „Die »Frösi«, deren Name für »Fröhlich sein und singen« steht, war 1991 eingestellt worden. Die Zeitschrift, 1953 gegründet, erreichte zu ihren Glanzzeiten eine Auflage von 500.000 Exemplaren. Bernd Wishöth, der Geschäftsführer des neu gegründeten Berliner Frösi Verlages, möchte mit einer Druckauflage von zunächst 70.000 hauptsächlich die Generation erreichen, die mit der »Frösi« groß geworden ist und nun in der Rolle der Eltern anspruchsvolle Lektüre für ihre Kinder sucht. ## Der Grundtenor heißt bei uns: Fördern und fordern. Oder auffordern, auffordern zum mittun. Also, eine Zeitschrift, wie die Frösi das früher auch tat, mit vielfältigen Bastelangeboten, Rätselangeboten, die einfach zum beschäftigen auffordert auf einem bestimmten Niveau und das ist eigentlich das Wesentliche, was die Frösi früher hatte und was die Frösi auch heute haben soll. ## Die neue »Frösi« wird aus Kostengründen nur an ostdeutschen Kiosken erhältlich sein.“
  3. Abschiedsbrief der Redaktion