Freiwilliger Wehrdienst

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Freiwilliger Wehrdienst (FWD) ist in Deutschland eine Wehrdienstart für Mannschaften mit einer Dauer von mindestens 7 bis maximal 23 Monaten nach § 58b des Soldatengesetzes.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Wehrpflichtige wurde zum 1. Januar 1996 die Möglichkeit eröffnet, als 'Freiwillig Wehrdienstleistende' (FWDL) bis zu 23 Monate bei erhöhtem Sold zu dienen. Nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht wird der Status als 'Freiwilliger Wehrdienst' (FWD) bezeichnet und steht allen geeigneten deutschen Frauen und Männern ab 17 Jahren offen, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.

Abgrenzung zum Zeitsoldaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldaten, die in der Bundeswehr Freiwilligen Wehrdienst leisten, weisen aufgrund der Freiwilligkeit des Dienstes gewisse Ähnlichkeit mit Zeitsoldaten auf, werden jedoch nicht vereidigt und erhalten Leistungen ausschließlich nach dem Wehrsoldgesetz (WSG) und dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG).

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwilliger Wehrdienst wird ausschließlich in der Laufbahn der Mannschaften geleistet. Zum Ende der Dienstzeit ist bei Eignung und Bedarf eine Übernahme als Zeitsoldat und die Zulassung zu einer höheren Laufbahn möglich. Wer die Bundeswehr verlässt und gleichzeitig als Reservist in die Laufbahn der Reserveunteroffiziere, Reservefeldwebel oder Reserveoffiziere wechselt, wird bei Dienstzeitende zum Dienstgrad Unteroffizier bzw. Fahnenjunker der Reserve befördert.

Beförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühestens nach dem dritten Dienstmonat werden die Soldaten zum Gefreiten, frühestens nach sechs Monaten zum Obergefreiten und frühestens nach zwölf Monaten zum Hauptgefreiten befördert.

Besoldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Soldaten im Freiwilligen Wehrdienst erhalten zusätzlich zum Wehrsold einen Wehrdienstzuschlag. Der Zuschlag beträgt vom ersten bis zum sechsten Dienstmonat 16,50 € pro Tag, ab dem siebten bis zum zwölften Dienstmonat 22,50 € pro Tag, vom 13. bis 18. Dienstmonat 24,50 € pro Tag und vom 19. bis zum 23. Monat 26,50 € pro Tag.

Der Wehrsold wurde für Freiwillig Wehrdienstleistende am 1. November 2015 um zwei Euro auf 11,41 € bis 13,71 € pro Tag erhöht.[2]

Damit erhalten sie ein sozialabgabenfreies, teilweise steuerfreies, monatliches Einkommen, das ab dem siebten Monat 1000 € übersteigt, sowie kostenlose Unterkunft, Verpflegung und unentgeltliche truppenärztliche Versorgung.[3] Darüber hinaus erhalten sie eine "besondere Zuwendung" (Weihnachtsgeld) und ein Entlassungsgeld von 96 € pro Dienstmonat.

Seit dem 1. Januar 2014 sind steuerpflichtig: Wehrdienstzuschlag, besondere Zuwendung, Entlassungsgeld, erhöhter Wehrsold für besondere zeitliche Belastung, besondere Vergütung (vergleichbar Erschwerniszulagen) und Verpflegung. Unverändert steuerfrei sind Wehrsoldtagessatz, doppelter Wehrsold bei Verwendung im Ausland, Auslandsverwendungszuschlag, Bekleidung, unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. In den besonderen Fällen in denen keine Verpflichtung zum Wohnen in Gemeinschaftsunterkunft besteht, ist die Unterkunft steuerpflichtig. Jedoch wirkt sich die Steuerpflicht wegen des geringen Einkommens und bei Berücksichtigung von Freibeträgen oft nicht aus (sofern keine hohen anderen Einkünfte anfallen).[4]

Auslandseinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beantragung des Freiwilligen Wehrdienstes über eine Dauer von zwölf oder mehr Monaten, muss sich der Bewerber/ Soldat einverstanden erklären, zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr bereit zu sein. Ob es zu einem Einsatz kommt, hängt vom Einsatz der jeweiligen Einheit und der Verwendung und dem Ausbildungsstand des einzelnen Soldaten ab.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAQ FWD. In: mil.bundeswehr-karriere.de. Abgerufen am 23. November 2015.
  2. bundeswehr.de: Attraktivität der Vergütung. In: www.bundeswehr.de. Abgerufen am 23. November 2015.
  3. "Freiwilliger Wehrdienst FWD" auf bundeswehr-karriere.de. Abgerufen am 18. März 2012.
  4. BMVg.de: Neues Gesetz: Besteuerung der Geld- und Sachbezüge nach dem Wehrsoldgesetz. In: www.bmvg.de. Abgerufen am 23. November 2015.