Fachhochschule Wiener Neustadt

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Fachhochschule Wiener Neustadt
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Gründung 1994
Ort Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Rudolfinerhaus Wien (Kooperation)
Land Österreich
Geschäftsführer Josef Wiesler
Studierende ca. 3800
Mitarbeiter ca. 350
Website www.fhwn.ac.at
Die Gesamtanlage der FH Wiener Neustadt in der „Civitas Nova“

Die Fachhochschule Wiener Neustadt (kurz FHWN) ist seit 1994 eine österreichische Fachhochschule für die Studienrichtungen Technik, Wirtschaft, Gesundheit, Sport und Sicherheit. Die internationale Bezeichnung lautet University of Applied Sciences Wiener Neustadt. An den an den Standorten Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und dem Rudolfinerhaus in Wien (Kooperation) werden derzeit 37 Bachelor- und Master-Studiengänge angeboten.

Wie im österreichischen FH-Sektor üblich, handelt es sich um einen privatrechtlich organisierten Träger in Form einer GmbH. Seit Januar 1998 hat sie die folgende Eigentümerstruktur: 70 % Stadt Wiener Neustadt, 26 % Land NÖ, 1 % FH-Förderverein, 2 % Stadt Wieselburg, 1 % FH-Verein Wieselburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel zu Errichtung der FH Wiener Neustadt

Die FH Wiener Neustadt wurde am 3. Oktober 1994 gegründet. Im ersten Studienjahr wurde in je einem wirtschaftlichen und einem technischen Studiengang insgesamt 169 Studierenden unterrichtet.

1996 hatte sich die Zahl der Studierenden an der FH Wiener Neustadt mehr als verdoppelt. Das ursprüngliche Gebäude (5.000 m²) wurde daher auf 8.700 m² erweitert.

Am 31. August 1999 wurde die FH Wiener Neustadt zur 1. FH Österreichs durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Bildung ernannt. Im September 1999 nahmen die ersten Studierenden des dislozierten FH-Studiengangs am Standort Wieselburg ihren Studienbetrieb sowie die Beschäftigten ihren Forschungs- und Lehrbetrieb auf. Weiters nahm die FH-Forschungstochter FOTEC ihre Geschäftstätigkeit auf.

Im September 2002 startet der Studiengang Biotechnische Verfahren in Tulln.

2004 wurde das Studienprogramm am Standort Wiener Neustadt gemäß Bologna-Prozess auf das neue System von Bachelor- und Masterstudien umgestellt, bis dahin wurden ausschließlich Diplomstudien (Mag. (FH), Dipl.-Ing. (FH)) angeboten.

2005 übersiedelte die Akademie für Gesundheitsberufe in den Campus Wiener Neustadt und wurde im Jahr darauf in Form von vier Bachelorstudiengängen (Biomedizinische Analytik, Ergotherapie, Radiologietechnologie und Logopädie) zugelassen. Neu startete auch der Studiengang Polizeiliche Führung in Kooperation mit der Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres in erster Linie für Leitende Beamte des Wachkörpers Bundespolizei.

Im Frühjahr 2015 übernahm die FH Wiener Neustadt 100 % der Ferdinand Porsche Fern-FH.[1] Diese wurde auf Drängen des Ministeriums allerdings 2017 wieder verkauft, da ein Erhalter nicht zwei Fachhochschulen führen sollte.[2]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener Neustadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standort Civitas Nova
Das Hauptgebäude der FH Wiener Neustadt
Aula der FH Wiener Neustadt

Der Standort Wiener Neustadt wurde im Jahr 1994 eröffnet und 1996 zum ersten Mal vergrößert. Mit dem im November 2004 eröffneten Neubau wurde die FH Wiener Neustadt zu einer der modernsten Hochschulen Österreichs. Geplant und realisiert wurde der neue Campus Wiener Neustadt vom Architekturbüro Anton Presoly. Dies geschah in einer Bauzeit von etwas über einem Jahr. Insgesamt wurden 14,6 Millionen Euro in den Ausbau investiert. Die gesamte Nutzfläche beträgt nun knapp 20.000 Quadratmeter – 9.000 Quadratmeter vor dem Umbau, 10.600 Quadratmeter kamen an Neubau dazu. Zur Verfügung stehen aktuell 8 Hörsäle, 34 Seminarräume, 9 EDV-Säle, ein Multimedia-Labor, ein CAX-Labor, Funktionsräume für Radiologietechnologie, Ergotherapie und Logopädie und 4 Labors der Biomedizinischen Analytik sowie Labors für die Technischen Studiengänge. Weiters steht den Studierenden eine Mensa sowie ein Shop zur Verfügung. Die Studierenden können eine Reihe an freiwilligen Lehrveranstaltungen, Gastvorträgen, die neue Bibliothek, welche sich über zwei Etagen erstreckt sowie 500 Parkplätze nutzen.

Standort Karmeliterkirche

Im Jänner 2016 wurde bekannt, dass neben der Wiener Neustädter Karmeliterkirche zusätzlich zum bisherigen Standort in der Civitas Nova ein weiterer FH-Campus mit einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern errichtet werden soll. Mit dem Bau soll 2017 begonnen werden, ab 2019 soll der Studienbetrieb am neuen Standort starten. Teile des bisherigen Standortes sollen an den neuen Standort übersiedeln, der alte Standort in der Civitas Nova soll aber bestehen bleiben. Je sechs Millionen Euro tragen das Land Niederösterreich und die Stadt Wiener Neustadt zum Bau bei, zehn Millionen Euro sollen von der FH selbst aufgebracht werden. Den Auftrag für die Planung erhielt die ARGE Scheibenreif-Strixner.[3]

Wieselburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marketing-Campus Wieselburg
Marketing-Campus

Der im September 1999 gegründete Standort in Wieselburg versteht sich als Think-Box für Marketing, Innovation, Consumer Science und Nachhaltigkeit mit der Aufgabe Lernräume zu gestalten und Denklandschaften zu eröffnen. Aktuell wird der Campus erweitert, die Fertigstellung des neuen Bauteils ist für Ende 2019 geplant. Beschäftigt sind hier rund 60 Mitarbeiter und 140 externe Lehrende, die 700 Studierende betreuen. Im Außenauftritt wird der Name „Austrian Marketing University of Applied Sciences – Network-Partner FH Wiener Neustadt“ genutzt.

Tulln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biotech-Campus

In einem der vier niederösterreichischen Technopole gelegen ist der Biotech-Campus Tulln. Hier arbeiten, forschen und lehren 750 Menschen. Der Standort zählt zu den bedeutendsten Biotech-Standorten in Österreich.[4] Seit 2002 kann man hier Biotechnische Verfahren studieren. Im Außenauftritt wird der Name „Austrian Biotech University of Applied Sciences – Network-Partner FH Wiener Neustadt“ genutzt.

Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campus Rudolfinerhaus

Der Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz ist Trägerverein des Campus Rudolfinerhaus an welchem der Bachelorstudiengang Gesundheits- & Krankenpflege angeboten wird.

Angebotene Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bachelorstudium dauert 6 Semester und das Masterstudium 4 Semester. Studiengänge an der FH Wiener Neustadt werden in Tagesform und berufsbegleitend angeboten.Die Abschlüsse sind für Wirtschaft B.A. bzw. M.A. (Bachelor/Master of Arts in Business) für Technik B.Sc. bzw. M.Sc. (Bachelor/Master of Science in Engineering), für Gesundheit B.Sc. (Bachelor of Science in Health Studies), für den Studiengang Polizeiliche Führung B.A. (Bachelor of Arts in Police Leadership) und für Sport B.Sc. (Bachelor of Science in Natural Sciences).

Bachelorstudien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft
  • Business Consultancy International (Englisch)
  • Produktmarketing und Projektmanagement (in Wieselburg)
  • Wirtschaftsberatung
Technik
  • Biotechnische Verfahren (in Tulln)
  • Informatik
  • Mechatronik ǀ Mikrosystemtechnik
  • Robotik
  • Wirtschaftsingenieur
  • Informatik
Gesundheit
  • Allgemeine Gesundheits- & Krankenpflege
  • Biomedizinische Analytik
  • Ergotherapie
  • Gesundheits- & Krankenpflege (Koop. Rudolfinerhaus Wien)
  • Logopädie
  • Radiologietechnologie
Sicherheit
  • Polizeiliche Führung
Sport
  • Training und Sport

Masterstudien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft
  • Business Consultancy International
  • Eco Design (in Wieselburg)
  • E-Commerce (in Wieselburg)
  • Entrepreneurship & Applied Management
  • Green Marketing (in Wieselburg)
  • Lebensmittel-Produktentwicklung & Ressourcenmanagement (in Wieselburg)
  • Marketing- & Konsumentenforschung (in Wieselburg)
  • Produktmarketing und Innovationsmanagement (in Wieselburg)
  • Sales Management für technische Produkte und Dienstleistungen
  • Wirtschaftsberatung & Unternehmensführung
Technik
  • Aerospace Engineering (Englisch)
  • Bio Data Science (in Tulln)
  • Biotechnische Verfahren (in Tulln)
  • Informatik
  • Mechatronik
  • MedTech – Functional Imaging, Conventional and Ion Radiotherapy (Englisch)
  • Regenerative Energiesysteme & technisches Energiemanagement (in Wieselburg)
  • Wirtschaftsingenieur
Sicherheit
  • Strategisches Sicherheitsmanagement
Sport
  • Training & Sport

Lehrgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft

  • Innovationsmanagement (in Wieselburg)
  • Marketing- & Vertriebs-Manager
  • Sales & Innovationsmanagement (in Wieselburg)
  • Sales Management (in Wieselburg)

Gesundheit

  • Basales & mittleres Pflegemanagement
  • Praxisanleitung
  • Zytodiagnostik und angewandte Molekularpathologie

Sicherheit

  • Polizeiliches Lehren
  • Wirtschaftskriminalität & Cyber Crime

Fachhochschulkollegium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das paritätisch besetzte Fachhochschulkollegium der FH Wiener Neustadt ist mit der Durchführung und Organisation des Lehr-, Forschungs- und Prüfungsbetriebes beauftragt. Das FH-Kollegium tritt monatlich zur Wahrnehmung seiner Aufgaben zusammen. Das FH-Kollegium setzt sich aus vier StudierendenvertreterInnen, sechs StudiengangsleiterInnen, sechs VertreterInnen des Lehr- und Forschungspersonals, einer Leitung und einer stellvertretenden Leitung zusammen.[5]

Studierendenvertretung (ÖH FHWN)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Studierendenvertretung an der Fachhochschule Wr. Neustadt - Wieselburg - Tulln

Die gesetzliche Interessenvertretung der Studierenden (gesetzlicher Wortlaut: "Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft") an der Fachhochschule Wiener Neustadt (Campus Wieselburg, Campus Tulln und den Studierenden im Rudolfinerhaus) heißt ÖH FHWN[6] und wird alle zwei Jahre neu gewählt.

Diese ist seit dem Juli 2015 als eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts eingerichtet. Für Studierende der Fachhochschule besteht eine Pflichtmitgliedschaft in Form eines ÖH-Beitrag in der Höhe von aktuell 19,70 € pro Semester.[7] Durch diesen genießen Studierende einen Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Studiengang Strategisches Sicherheitsmanagement kam 2017 in die Kritik, nachdem einige Lehrende dieses Ausbildungszweiges auch leitende Mitarbeiter des Innenministeriums sind und daher schon die Auswahl der Studierenden, die vor allem aus Kreisen der Polizei stammen, nicht nur nach fachlicher Qualifikation, sondern der Verdacht besteht, dass sie auf Grund politischer Abhängigkeiten erfolgt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fachhochschule Wiener Neustadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fern-Fachhochschule für Wiener Neustadt – noe.ORF.at. In: noe.orf.at. Abgerufen am 19. Mai 2016.
  2. Neu-Übernahme: Jungwirth kaufte Fern-FH – noen.at. In: noen.at. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  3. orf.at – FH Wr. Neustadt bekommt Standort in der City. Artikel vom 18. Jänner 2016, abgerufen am 18. Jänner 2016.
  4. meinbezirk.at – Biotech in Tulln am Vormarsch. Artikel vom 20. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2016
  5. Fachhochschulkollegium. In: Webseite der Fachhochschule Wiener Neustadt. Abgerufen am 21. September 2018.
  6. Studierendenvertretung (ÖH FHWN). In: Webseite der Studierendenvertretung an der Fachhochschule Wiener Neustadt (Campus Wieselburg, Campus Tulln inkl. der Kooperation mit dem Rudolfinderheim in Wien). Abgerufen am 21. September 2018.
  7. Bekanntgabe des Studierendenbeitrages (ÖH-Beitrag) für das Studienjahr 2018/19. Abgerufen am 8. Oktober 2018.
  8. Versicherung | Österreichische Hochschüler_innenschaft. Abgerufen am 21. September 2018.
  9. Vorwürfe: ÖVP soll mit Kontrolle über Ausbildung Polizei umfärben im Standard.at vom 10. September 2017 abgerufen am 11. September 2017

Koordinaten: 47° 50′ 17″ N, 16° 14′ 54″ O