Fachoffizier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Schweizer Offiziersgrad. Für die umgangssprachlichen Fachoffiziere der Bundeswehr siehe Offizier des militärfachlichen Dienstes.
CH Armee.png
Schweizer Armee
— Fachoffiizier —
Mounting loop Field

Gradabzeichen
Achselschlaufe / Feldanzug

Dienstgradgruppe Offiziere
NATO-Rangcode OF-1 bis 5
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Fachoffizier
Dienstgrad Marine keiner
Abkürzung (in Listen) FachOf / Fachof
Besoldungsgruppe

Der Fachoffizier (kurz: Fach Of oft auch Fachof) (englisch Specialist Officer - Spec Of) ist in der Schweizer Armee ein Angehöriger der Mannschaften, der Unteroffiziere oder der höheren Unteroffiziere (ausgenommen Berufsunteroffiziere), der auf Grund besonderer Kenntnisse, Eignung oder Fähigkeiten bei Bedarf zeitweilig oder dauerhaft zum Offizier ernannt und entsprechend eingesetzt oder verwendet wird. Im Unterschied zum regulären Offizier wird er nicht als taktischer Führer eingesetzt und verfügt über keine solche Ausbildung.

Dienstgrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Armee ist die einzige Armee weltweit, bei welcher es einen eigenständigen Offiziersgrad oder Offiziersrang (mit einem besonderen Gradabzeichen) Fachoffizier gibt. Für die Bestimmung der Besoldung sowie der Rechte und Pflichten kann der betreffenden Soldat je nach Funktion in der Regel in die Gradstufen Oberleutnant[1] (OF-1a) bis Oberst (OF-5) eingewiesen werden. In Auslandeinsätzen wird er als Specialist Officer bezeichnet (Spec Of). NATO-Code: OF-1a bis 5, je nach Einsatzverwendung oder Dotierung der zu besetzenden Dienststellung.

Einer der bekanntesten Fachoffiziere des Schweizer Militärs ist Pepe Lienhard. Er war bis 2011 Leiter der Swiss Army Big Band.[2]

Der Fachoffizier (französisch : officier spécialiste (of spéc); italienisch : ufficiale specialista (uff spec)) trägt ein spezielles Gradabzeichen, ist aber in der Gesetzgebung nicht explizit unter den Dienstgraden aufgeführt.

Fachoffiziere sind hochspezialisierte Zivilpersonen, aber auch Mannschaften, Unteroffiziere oder höhere Unteroffiziere mit besonderen Fachkenntnissen (meist mit akademischen Graden). Bei Bedarf der Armee werden ihnen Offiziersfunktionen übergeben. Diesen Vorgang bezeichnet die Militärdienstverordnung (Anhang 1 MDV) als Ernennung – im Gegensatz zur Beförderung, welche die Übertragung eines höheren Grades nach Absolvierung der entsprechenden militärischen Kaderschule bezeichnet.

In der Praxis wird die Bezeichnung Fachof meist mit dem korrespondierenden Besoldungsgrad ergänzt: z. B. Fachof (Hptm) für Fachoffizier mit Verwendung in der Gradstufe eines Hauptmanns.

Rechte und Pflichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechte und Pflichten eines Fachoffiziers sind identisch mit jenen eines Laufbahnoffiziers in gleicher Funktion (Leutnant bis Oberst). Er/Sie bezieht einen Funktionssold entsprechend der Gradstufe. Fachoffiziere haben alle mit ihrer Funktion und Einteilung verbundenen Kurse und Einsätze zu leisten, mit Ausnahme der Ausbildungsdienste für einen höheren Grad. Als Spezialisten leisten sie jedoch nur maximal 300 Ausbildungsdiensttage (d.h. WK-Tage mit der Einteilungsformation).

In der Schweizer Armee übernehmen Fachoffiziere Spezialistenfunktionen wie zum Beispiel Presse- und Informationsoffizier (PIO), Jägerleitoffizier (Tactical Fighter Controller) bei der militärischen Air Traffic Control (ATC) Operator, Chef Personelles (S1), Legal Advisor etc.

Gesetzesbestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Art. 104 Militärgesetz (MG) legt fest

1 Unteroffiziere, Gefreite und Soldaten mit besonderen Kenntnissen können bei Bedarf mit Offiziersfunktionen betraut werden. Sie haben die damit verbundenen Dienste, mit Ausnahme der Ausbildungsdienste für einen höheren Grad oder eine neue Funktion, zu leisten.

2 Sie werden zum Fachoffizier ernannt und haben die gleichen Rechte und Pflichten wie die Offiziere in gleicher Funktion.

3 Der Bundesrat bestimmt die Funktionen, die übertragen werden können, und regelt die Voraussetzungen für die Ernennung.

4 Wird die Offiziersfunktion nicht mehr ausgeübt, so wird die Ernennung zum Fachoffizier in der Regel belassen. Der Bundesrat legt die Ausnahmen fest.

Vereinigte Staaten von Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zumindest in der United States Navy gibt es auch einen „Fachoffizier“, er wird als „Limited Duty Officer“ bezeichnet und entspricht im Werdegang etwa dem deutschen Offizier des militärfachlichen Dienstes, hat jedoch keine Führungsfunktion.

Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Royal Navy wird der Fachoffizier als „Special Duty Officer“ bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Art. 51 Abs. 2 MDV
  2. Swiss Army Big Band. In: Heer. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 27. November 2014.