Fagin (Charles Dickens)

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Fagin in der Zelle, Kupferstich von George Cruikshanks in der Originalausgabe des Romans von 1837

Fagin ist eine bis heute populäre und kontroverse fiktive literarische Figur im Gesellschaftsroman Oliver Twist, den der englische Schriftsteller Charles Dickens zwischen 1837 und 1839 veröffentlichte.

Dickens zeichnet mit dieser Figur einen jüdischen Hehler und Anführer einer Diebesbande und stattet sie mit typischen antisemitischen Stereotypen aus, die aber in Folgeauflagen des Buches und vor allem den zahlreichen späteren Bearbeitungen, die der Stoff erfahren hat, immer weiter abgemildert und dann bis zur Unkenntlichkeit verwässert und beseitigt wurden (die zweite Kinofassung von 1948 in den USA war noch wegen Antisemitismus jahrelang verboten).

Generationen von Kindern in der englischsprachigen Welt haben in der Vergangenheit Vorurteile über Juden durch diesen Klassiker der Kinderliteratur erhalten, der auch oft verfilmt wurde: Fagin wird porträtiert als ekelhaft aussehender Verbrecher, der arme Waisenkinder zu Dieben macht und sie später ihrem Schicksal überlässt. Auch Geldgier und Geiz gehören zu den Merkmalen der Figur. Eben typisch jüdisch - wie die nasale Sprechweise und das unaufhörliche Schulterzucken. Zudem wird Fagin im Roman 275 Mal als „der Jude“ bezeichnet.

Um sich dafür zu rechtfertigen, hat Charles Dickens unter anderem erklärt: „Ich spreche stets nur gut über sie [die Juden], ob zu Hause oder in der Öffentlichkeit“, aber „leider ist es auch wahr, dass diese Art Verbrecher fast ausschließlich Juden sind“.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]