Fahrensodde

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Das kleine Molenfeuer an der Einfahrt zum Yachthafen Fahrensodde
Das Dampfschiff Alexandra fährt an Twedter Mark und Fahrensodde entlang (2015)

Der Ort Fahrensodde (dänisch Farensodde[1][2][3] oder auch Farnæsodde[4]) ist ein Küstenvorsprung mit gleichnamigem Strand, Straße sowie Fischerei-[5] und Yachthafen an der Flensburger Innenförde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Flensburger Stadtteil Mürwik gelegene Ort, erreichbar über den Hauptzufahrtsweg Twedter Strandweg, ist dem Stadtbezirk Solitüde zugeordnet.[6] Oberhalb von Fahrensodde liegt das Ferienhaus- und Wohngebiet Strandfrieden,[7][8] das mit Fahrensoddde optisch verwachsen ist. Am östlichen Rand von Farhensodde grenzt die Cäcilienschlucht an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der 1583 erstmals erwähnten Siedlung namens Farrensodde weist auf eine Landzunge (dänisch: odde) hin, die zur Überfahrt nach Kollund genutzt wurde. Die damals aus fünf Katen bestehende Siedlung gehörte zu Twedter Holz. Eigentümer der Katen war ein Kloster. Spätere Erwähnungen in Hospitalsrechnungen schrieben den Ort als Fahrens Odde (1618 und 1624), Farrensödde (1631), Auf Fahrens Odde (1698), Fahrensöde (1697 und 1704) sowie Fahrensoe (1730, 1733 und 1795).[9]

Noch in der Kaiserzeit wurde der Ehemalige Seefliegerhorst Fahrensodde auf der Landzunge eingerichtet.

Anfang Mai 1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, gehörte Fahrensodde zum Sonderbereich Mürwik. Damals, verscharrte eine SS-Begleitmannschaft des dort gestrandeten Lastkahns Ruth, 26 Leichen am Badestrand von Fahrensodde. Die Toten stammten von einer mehrtägigen Irrfahrt über die Ostsee mit ursprünglich 960 KZ-Häftlingen aus dem Lager Stutthof bei Danzig, von denen nur noch 630 die Überfahrt überlebten.[10] Der Seefliegerhorst Fahrensodde wurde nach dem Zweiten Krieg endgültig aufgegeben.

Anfang der 1960er-Jahre erfolgte die Anlage eines neuen Yachthafens namens Fahrensodde,[11] der seitdem Sitz zweier Vereine ist: der Segler-Vereinigung Flensburg (SVF) von 1910[12] und des dänischen Flensborg Yacht Club (FYC), gegründet 1946, der dort 1963 ein Clubhaus errichtete.[13]

Strand von Fahrensodde (2002)

Strand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Westseite des Yachthafens befindet sich der kleinste der drei Sandstrände im Flensburger Stadtgebiet, kleiner und weniger bevölkert als das Ostseebad an Flensburgs Westufer sowie Solitüde, das mit Fahrensodde über eine Küstenpromenade am Ewoldtweg verbunden ist. In Strandnähe hat die 1950 gegründete und 1976 wiederbelebte Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft ihr Hauptquartier mit Sommerherberge. — Ein Stück weiter südöstlich befindet sich des Weiteren der Naturstrand von Twedter Mark.

Ehemaliger Seefliegerhorst Fahrensodde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kaiserzeit wurde unweit der 1910 eingerichteten Marineschule Mürwik, direkt bei Fahrensodde, eine Wasserflugstadtion eingerichtet. An die Wasserflugstadtion aus der Kaiserzeit erinnert heute nur noch die Flugzeughalle. Die Station wurde letztlich endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben.

Heutzutage nuten Wasserflugzeuge die unweit gelegene Wasserflugstation Flensburg-Sonwik.

Das Tauchermuseum Flensburg

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei Fahrensodde wurde am 15. Oktober 2016 das Tauchermuseum Flensburg eröffnet.[14][15] Es hat regulär an Donnerstagen und nach Vereinbarung geöffnet.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fahrensodde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anders Bjerrum, Kristian Hald und Peter Jørgensen (Hrsg.): Sydslesvigs stednavne. Band 7. Kopenhagen 1979, S. 36.
  2. Gerret L. Schlaber (Hrsg.): Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen. Flensborg 2007, S. 204.
  3. Johannes Kok (Hrsg.): Det danske folkesprog i Sønderjylland. Band 2. København 1867, S. 396.
  4. Aktive Pensionister, torsdagsholdet (Hrsg.): Flensborgs gadenavne. Flensburg 1995, S. 11 u. 29.
  5. Carlo Jolly: Um 5 Uhr auf Förde-Fang: Der Flunderfischer von Fahrensodde. In: Flensburger Tageblatt. 4. Juli 2012, abgerufen am 6. Juni 2017.
  6. Stadtteile, herausgegeben von der Stadt Flensburg (Memento vom 24. Februar 2016 im Internet Archive)
  7. Holger Ohlsen: Ferienhausgebiet in Flensburg: Traumgrundstücke in gefährlicher Lage. In: Flensburger Tageblatt. 7. November 2013, abgerufen am 1. Juli 2015.
  8. Joachim Pohl: Kataster für Wohnbauflächen: 92 Wohngebiete für die Zukunft. In: Flensburger Tageblatt. 29. November 2012, abgerufen am 1. Juli 2015.
  9. Dieter Pust: Flensburger Straßennamen (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Band 61). Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Fahrensodde, S. 58.
  10. Broder Schwensen: Flensburg, Mai '45. Eine Zusammenfassung. In: Paul Gerhard, Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte). 1. Auflage. Band 80. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2015, ISBN 978-3-925856-75-4, S. 210 (244 Seiten).
  11. Geschichte der Segler –Vereinigung – Flensburg. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  12. Geschichte der Segler –Vereinigung – Flensburg. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  13. Die Chronik des Flensborg Yacht Club. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  14. Das kleine Tauchermuseum, abgerufen am: 28. April 2020
  15. MoinMoin: Museumsreifer Tauchsport, vom: 2. November 2016; abgerufen am: 28. April 2020
  16. Tauchermuseum Flensburg e.V.

Koordinaten: 54° 49′ 19″ N, 9° 28′ 4″ O