Fahrradgepäckträger

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Hinterradgepäckträger mit Aufnahme für Kindersitz

Ein Fahrradgepäckträger ist eine Vorrichtung zum Transport von Lasten auf Fahrrädern. Er wird entweder über dem Hinterrad des Fahrrads montiert, dann wird er Hinterradgepäckträger genannt, oder an der Vorderradgabel, dann nennt er sich Lowrider. Daneben existieren auch Vorderradgepäckträger über dem Vorderrad.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrradgepäckträger werden meist aus Draht oder Rohr gefertigt. Als Werkstoffe kommen Aluminium und Stahl zum Einsatz, in einigen Fällen auch Titanlegierungen. Hoch belastbare Gepäckträger bestehen in der Regel aus dünnwandigen Stahlrohren, die hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht gewährleisten.

Gepäckträger sind auf eine maximal zulässige Traglast ausgelegt, die manchmal auf dem Träger eingeprägt ist. So sind typische Maximalgewichte am Hinterrad 25 kg, am Vorderrad 15 kg, am Lowrider je Seite 12 kg. Sogenannte Expeditionsträger am Hinterrad können sogar mitunter bis zu 40 kg belastet werden. Jedoch müssen auch die Ausfallenden des Rahmens und nicht zuletzt die Laufräder für die höhere Belastung zugelassen sein.

Gepäckträger bestehen meist aus einer Abstrebung, die das Gewicht der beförderten Last in den Rahmen einleitet und der eigentlichen Vorrichtung zum Befestigen der Last. Bei Standardmodellen sind zur Sicherung des transportierten Gutes eine Federklappe oder Spanngummis an der Auflagefläche des Trägers vorhanden. Manche Gepäckträger haben integrierte Aufnahmen für Kindersitze oder spezielle Taschen- oder Koffersysteme.

Es gibt Modelle mit je Seite einer, zwei oder drei Streben zum Ausfallende. Ungeknickt nach unten verlaufende Streben tragen Lasten gut ab, eine durch Knick nach hinten ausladende Strebe oder ein Querbügel hält Packtaschen auf Abstand vom sich drehenden Rad. Für Stabilität gegen seitliches Schwingungen – angeregt durch Wiegetritt, hohes Fahrttempo und Trittfrequenz – sorgt eine biegesteife breite oder formsteife Anlenkung im Bereich der Sattelstreben und insbesondere hinten ein Strebenpaar, das oben möglichst schmal zusammenläuft.

Hinterradgepäckträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pletscherplatte, obere zwei Bohrungen für Gepäckträger, untere für Bremsaufnahme und Schutzblech
Detail der Montage mittels Gewindeösen an der Hinterbaustrebe

Bei vielen, oft einfachere Hinterradgepäckträgern ist die Montage der oberen Befestigung an der sogenannten Pletscherplatte vorgesehen, die sich bei vielen Fahrrädern zwischen den Sitzstreben an deren oberem Ende befindet und auch zur Montage des Schutzbleches und klassischen Felgenbremskörpern dient. An Reise- und Trekkingrädern neuerer Bauart sowie Hardtail-Mountainbikes findet man die Pletscherplatte seltener, dort wird die Montage des Hinterradgepäckträgers über zwei beidseitig an den Sitzstreben angebrachte Gewindeösen realisiert, die über Lochbleche oder ähnliche Verbindungsteile mit dem Gepäckträger verschraubt werden.

An Fahrrädern mit gefedertem Hinterbau ist die nachträgliche Montage eines Gepäckträgers meist nur per Klemmschelle an der Sattelstütze möglich. Derartige Gepäckträger sind nur gering (meist zwischen 8 und 12 kg) belastbar. Wird eine Hinterradfederung zusammen mit einem höher belastbaren Gepäckträger benötigt, ist das bereits beim Kauf des Fahrrades zu berücksichtigen, dazu existieren spezielle Konstruktionen der Hersteller.

Die Montage des Gepäckträgers an Gewindeösen war schon früher, etwa an Diamant-Sporträdern der 1950er Jahre zu finden. Die Pletscherplatte wurde an Fahrrädern der DDR generell nicht verwendet, die Montage des Gepäckträgers erfolgte meist an einem Verbindungsrohr zwischen den Kettenstreben, oder er war an der Sattelaufnahme verschraubt (Gepäckträger in „Schwedenform“).

Ursprünglich war der Gepäckträger bei Fahrrädern ein Zubehörteil, folglich besaßen die Rahmen auch keine speziellen Gewindeösen dafür. Man befestigte ihn bei Bedarf mit einer einfachen Klemmverbindung an den Sitzstreben, und das untere Ende wurde direkt auf die Schraubachsen der Radnabe gesteckt. Diese Bauweise war noch bis in die 1950er Jahre an Tourenrädern üblich.

Vorderradgepäckträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderradgepäckträger älterer Bauart, die die Last über dem Vorderrad tragen, werden ähnlich den Pletscher-Varianten an den Montagepunkten des Schutzbleches montiert. Heute weiter verbreitet sind sogenannte Lowrider-Gepäckträger, die tiefer beiderseits der Gabelholme montiert werden. Größere Gepäckträger sind dagegen oft rahmenfest montiert und folgen damit der Lenkbewegung nicht mit, wie z. B. bei Postfahrrädern.

Richtiges Beladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werden Packtaschen verwendet, sollten diese so beladen sein, dass große Gewichte möglichst weit unten platziert werden. Das ist besonders bei der Belastung der Gepäckträger am Vorderrad wichtig. Leichte Lasten wie Isomatten können am Vorderträger gefahrlos oben befestigt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Gressmann, Franz Beck, Rüdiger Bellersheim: Fachkunde Fahrradtechnik. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2006, ISBN 3-8085-2291-7
  • Fritz Winkler, Siegfried Rauch: Fahrradtechnik Instandsetzung, Konstruktion, Fertigung. 10. Auflage, BVA Bielefelder Verlagsanstalt GmbH & Co. KG, Bielefeld, 1999, ISBN 3-87073-131-1

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fahrradgepäckträger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien