Fahrtensegeln

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Fahrtenyacht vor Anker

Unter Fahrtensegeln versteht man meist mehrtägige Fahrten mit einem Segelboot von einem Start- zu einem Zielhafen. Ein solcher Segeltörn kann sportlich mehr oder weniger anspruchsvoll sein, aber es geht dabei nie um den Wettkampf mit anderen Booten. Das Fahrtensegeln umfasst ein weit gefächertes Spektrum, von kurzen Tagestörns bis zur mehrere Jahre dauernden Weltumsegelung. Seine Faszination besteht vor allem im intensiven Erleben der umgebenden Natur und in der Herausforderung, sich mit deren Kräften zu arrangieren und sie für sich zu nutzen. Die dafür notwendige Konzentration auf den Vorgang des Segelns an sich bewirkt bei vielen Seglern schon nach kurzer Zeit einen starken Erholungseffekt vom Alltag.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unterschied zwischen Regatta- und Fahrtensegeln macht sich auch in der Ausrüstung von Fahrtenyachten und -kreuzern stark bemerkbar. Anders als bei Regattayachten, deren Wohnkomfort aus Gewichtsgründen oft stark eingeschränkt ist, gehören beispielsweise Einbaumotor, Anker, Herd, Kühlschrank und Bordtoilette zu den üblichen Ausrüstungsgegenständen auf Yachten, die dazu dienen, die sichere, komfortable Durchführung von Tagestörns bis zu Tagen oder Wochen dauernden Seefahrten zu gewährleisten.

Tages- und Wochentörns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Segler auf der Flensburger Förde, mit dem Roten Schloss am Meer im Hintergrund. (2014)

Ein Tagestörn ist meistens eine Rundfahrt, die im gleichen Hafen beginnt und endet (unter Seglern auch als Daddeltörn bekannt). Der Bootstyp spielt insofern eine Rolle, als viele Segler mit kleinen Booten (um die 7 m) offene Gewässer für längere Fahrten aus Gründen von Sicherheit und Komfort meiden. Dauert ein Törn länger, macht es einen großen Unterschied, ob die Tagesetappen so gewählt werden (können), dass jeden Abend ein Hafen angelaufen wird, oder ob nachts durchgesegelt werden muss. Im ersten Fall unterscheidet sich der mehrtägige Törn hauptsächlich dadurch von einem Tagestörn, dass durch das zu befahrende, sich täglich ändernde Revier verstärkt mittels Kompass und GPS zu navigieren ist. Zudem entsteht ein deutlich höherer Bedarf an Verpflegung, Trinkwasser und Ausrüstung. Bei Nacht zu segeln, erfordert dagegen weitaus mehr Kenntnisse und Ausrüstung für die Navigation. Als beliebte europäische Segelreviere für ein- bis zweiwöchige Urlaubstörns gelten beispielsweise die deutschen und dänischen Ostseeküstengebiete und bestimmte Teile des Mittelmeeres wie die Adria und die Balearen. Im Vergleich dazu ist die Nordsee aufgrund der starken Gezeiten und der höheren Sturmhäufigkeit ein deutlich anspruchsvolleres und spannenderes Segelrevier für erfahrene Segler, die diesen Herausforderungen entgegensegeln.

Blauwassersegeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langzeittörns, die auf das offene Meer hinaus führen (so genanntes Blauwassersegeln), bedürfen einer sorgfältigen Planung und viel Erfahrung sowohl in der Seemannschaft als auch im Crew-Management, da außerhalb eines vom Wetterbericht abgedeckten Zeitraumes mit Schwerwetter und Sturm gerechnet werden muss. Überdies kann im Notfall nicht ohne weiteres Hilfe angefordert werden, weshalb Unfälle oder Schäden am Boot von der Crew selbst auch über längere Zeit bewältigt werden müssen. Beim Segeln in Küstengewässern sind insbesondere die Berufsschifffahrt, mögliche Untiefen, plötzliche landbedingte Windänderungen und starke (Gezeiten-)Ströme zu berücksichtigen, was präzise Navigation und ständigen Ausguck erfordert.

Im Unterschied zu Regattaseglern organisieren Fahrtensegler ihre Törns meist auf individueller Basis und sind eher selten in Vereinen organisiert. Es gibt aber Vereine wie HVS und SKWB, die sich seit Jahrzehnten dem anspruchsvollsten Blauwassersegeln verschrieben haben und einen Dachverband Trans-Ocean, der mit dem Zweck gegründet wurde, Blauwasserseglern Stützpunkte und Ansprechpartner in aller Welt anzubieten und den gegenseitigen Nachrichtenaustausch zu erleichtern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Segeln – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Segeln

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]